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Perry Rhodan Nr. 2319: Die Siedler von Vulgata

Autor: Titus Müller

Inhalt

Auf dem erdähnlichen Planeten Vanderbeyten, 5197 Lichtjahre von der Erde entfernt, gibt es seit gut 900 Jahren eine Siedlung der Terraner. Die Vorfahren der heutigen Siedler sind seinerzeit einem Sektenführer gefolgt und haben ihre Gesellschaft nach biblischem Vorbild eingerichtet - dies aber nur insoweit, als es einen allmächtigen, gefürchteten Patriarchen gibt, dass alle Familien die Namen von Kapiteln der Bibel tragen und dass es hunderte von Geboten gibt, die strengstens befolgt werden müssen. Die Nutzung hochwertiger Technologie ist verpönt. Die heutigen Siedler wissen praktisch nichts mehr über ihre Herkunft, über Maschinen oder über die Existenz anderer intelligenter Wesen außerhalb ihrer Welt. Der Patriarch regiert wie ein Tyrann, verhängt härteste Strafen gegen jeden, der sich seinem Willen nicht beugt oder ihm auch nur zu widersprechen wagt, und nutzt einen kleinen Desintegrator, um sich den Anschein magischer Fähigkeiten zu geben.

Es kommen zwar immer wieder Abordnungen der LFT nach Vanderbeyten, aber die sind unerwünscht und werden stets wieder abgewiesen. Die Ankunft eines LFT-Schiffs bringt dennoch die Wende, denn der junge Arrick Aargrefe will die Fremden unbedingt sehen und dringt deshalb sogar ins Haus des Patriarchen ein. Er wird natürlich entdeckt und hat die Todesstrafe zu befürchten. Der Patriarch verschont ihn nur unter einer Bedingung: Arrick soll dem Patriarchen jeden anzeigen, der sich als potentieller Aufrührer erweist. Der verängstigte junge Mann geht zwar auf diese Forderung ein, versucht sich dem Patriarchen aber zu widersetzen, da er niemanden ans Messer liefern will. Es gelingt ihm, in ein Haus einzubrechen, in dem die Patriarchen ohne das Wissen ihres Volkes seit Jahrhunderten High-Tech-Geräte verstecken. Dort rüstet er sich unter anderem mit einem Gürtel aus, in den ein Schutzschirmprojektor eingebaut ist. Vor allem aber entdeckt er eine Bibel. Als er die Heilige Schrift liest, erkennt er, dass die Herrschaft der Patriarchen und das gesamte Gesellschaftssystem der Siedlung Vulgatas auf Lügen beruhen. Ihm wird klar, was es in Wirklichkeit bedeutet, ein Christ zu sein.

Arrick schart die Unzufriedenen um sich und verursacht eine Spaltung des Siedlervolks. Seine Anhänger müssen unter ärmlichen Bedingungen außerhalb der einzigen Stadt des Planeten leben. Sie können sich nicht weit davon entfernen, denn riesige giftige Raubspinnen verhindern die Ausbreitung der Siedlung seit Jahrhunderten. Einige Jahre später landen Wesen auf Vanderbeyten, die wie Dämonen aus der Hölle aussehen und sich um Hilfe an Arrick wenden. Sie sind die letzten 110 Galchinen, ein Volk der Terminalen Kolonne. Die Galchinen haben für TRAITOR zwar keinen Nutzen mehr und sterben allmählich aus, müssen der Terminalen Kolonne aber dennoch immer weiter folgen. Deshalb sind sie desertiert, haben ihr Schiff per Fernsteuerung in Vanderbeytens Sonne gelenkt und bitten die Terraner um Asyl. Sie haben sogar ihre gesamte Ausrüstung vernichtet, da sie Peilsender und ähnliche Spionagegeräte darin vermuten, und Verfolger TRAITORS sind ihnen schon auf den Fersen.

Dies ist der Anlass für einen erneuten Machtkampf zwischen Arrick und dem Patriarchen. Arrick will den Galchinen aus christlicher Nächstenliebe Asyl gewähren, zumal die Fremden anbieten, Jagd auf die Giftspinnen zu machen, so dass die Terraner ihre Siedlung ausweiten könnten. Der Patriarch plant jedoch, die unerwünschten Gäste mit einem Funkgerät an ihre Verfolger zu verraten. Auch Velved Karwai, der Anführer der Galchinen, muss sich mit einem Rivalen auseinandersetzen, der die Terraner mit Gewalt zur Unterwerfung zwingen will. Im letzten Moment, als bereits ein Traitank auf Vanderbeyten gelandet ist, tötet Karwai seinen Rivalen. Arricks Leute verstecken die Galchinen. Der Patriarch wird von einem Suchroboter der Terminalen Kolonne erschossen, auf den er seinen Desintegrator gerichtet hat. Die Galchinen werden nicht entdeckt und die Suchroboter ziehen wieder ab. Jetzt müssen Terraner und Galchinen eine Möglichkeit finden, friedlich miteinander zu leben.

Kommentar:

Für diesen Roman hat Gastautor Titus Müller den C.S. Lewis-Award erhalten. Dieser Preis wird an Autoren vergeben, die Geschichten christlichen Inhalts schreiben. Es wurde denn vorab auch viel darüber geredet, dass dies ein Perry Rhodan - Roman mit einer christlichen Botschaft sein würde, und ich hatte befürchtet, dass der Umgang mit religiösen Themen zu einem solch grausigen Desaster werden könnte, wie es die Romane um die Orbhonisten geworden sind. Dem ist allerdings zum Glück nicht so. Das christliche Gedankengut wird vergleichsweise unaufdringlich vermittelt, d.h. es steht nicht so sehr im Mittelpunkt, dass es der Geschichte schaden würde. Die Geschichte ist vielmehr gut und spannend erzählt und es wäre schön, wenn man irgendwann wieder etwas von Arricks Leuten und den Galchinen lesen würde, denn ich könnte mir vorstellen, dass man über das Zusammenleben dieser beiden so grundverschiedenen Völker noch einige gute Romane schreiben könnte.

Welche Botschaften werden überhaupt vermittelt? Da wäre zum einen natürlich die Nächstenliebe, die auch vor völlig fremden Wesen nicht halt machen darf, die wie Teufel aussehen. Diese Werte sind so grundlegend, dass sie auch von Lesern nachvollzogen werden können, die mit dem Christentum nicht viel am Hut haben. Sie sind auch der Grund dafür, dass ich ausnahmsweise tolerieren kann, dass die "Bösen" wieder einmal abgrundtief hässlich sind, wie die Pest stinken und einige unappetitliche und grausame Verhaltensweisen haben. Die Galchinen sind nämlich eigentlich gar nicht so böse, wie sie aussehen, und dieses Aussehen wurde wahrscheinlich nur gewählt, damit die Botschaft der Nächstenliebe besser wirkt.

Ein anderer Gedanke, den Titus Müller in die Geschichte gelegt hat, ist vielleicht nicht gleich so offensichtlich. Nämlich der, dass man auch ohne die Institution Kirche ein Christ sein kann, d.h. dass man keiner Konfession angehören muss, um von Jesus Christus erlöst werden zu können - oder so ähnlich. Arricks Leute sind weder katholisch noch evangelisch, sie lesen einfach nur in der Bibel und leben danach. Das ist natürlich eine etwas zu grobe Vereinfachung. Insbesondere würde mich interessieren, ob Arrick denn nun das alte oder das neue Testament gelesen hat - ich würde für letzteres plädieren, denn würde Arrick nach alttestamentarischen Ideen leben, hätten die Galchinen ziemlich schlechte Karten gehabt.

Egal - mir hat der Roman gut gefallen, ich habe mich bestens unterhalten gefühlt. Irgendwo habe ich gelesen, eine erweiterte Fassung solle in Buchform auf den Markt kommen. Mal sehen - vielleicht muss ich mir die ja auch noch zulegen.

J. Kreis, 29.01.2006


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