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Perry Rhodan Nr. 2314: Das Leben eines Seecharan

Autor: Hubert Haensel

Inhalt

Annähernd zwölftausend Technitenschiffe sammeln sich rund um den Asteroiden GRAANWATAH, die letzte Zuflucht des Volks der Seecharan, um den Himmelskörper zu vernichten. Atlan und seine Crew von der SKARABÄUS-1 sitzen dort fest - im Grunde ist es ihre Schuld, dass die Techniten das Versteck der Seecharan überhaupt entdecken konnten. Ingal Fathen Aidon, die "Ewige Truhe der Seecharan", nimmt Atlan in Empfang und ist sehr enttäuscht, als er erfährt, dass der Arkonide mitnichten ein Schutzherr ist. Der Cephalopode, der einem menschengroßen Kalmar mit vier Tentakelarmen gleicht, trägt die gesamten Erinnerungen all seiner Vorfahren seit der Zeit der Schutzherren in sich. Die Seecharan vermehren sich, indem sie ihren Körper verdoppeln. Der durch Parthenogenese entstandene junge Seecharan unterscheidet sich zwar geistig und körperlich von seinem "Erzeuger", erhält von diesem jedoch alle Erinnerungen. Dieser Prozess hat sich in den vergangenen Jahrtausenden abgeschwächt, so dass Ingal Fathen Aidon der letzte seines Volkes ist, dessen Erinnerungen seit der Zeit der Schutzherren tatsächlich lückenlos sind. Er kann Atlan daher von der Geschichte der Seecharan berichten.

Bis zur Hyperkokon-Verbannung der Charon-Wolke haben die Seecharan das Salkrit im Goldenen System geschürft - diese Substanz findet sich nur in den fossilen Gerippen von riesigen Flugwesen, die man Inyodur nennt. Das Salkrit war seinerzeit in einem so genannten Handelsdock, einer scheibenförmigen Raumstation, im Austausch für lebensnotwendige Wirtschaftsgüter an die Charonii übergeben worden. Den Charonii war es nicht möglich, weiter als bis zu dieser Station ins Goldene System einzufliegen, weil zu starke hyperenergetische Felder dort jegliche höherwertige Technik stören oder ganz lahm legen. Eines Tages, ungefähr zu Beginn der Auseinandersetzungen zwischen den Schutzherren und Gon-Orbhon, war es zu Anschlägen auf Schürfmannschaften der Seecharan gekommen. Bei einem besonders schweren Attentat wurde das Handelsdock vernichtet. Auch auf den Welten der Charonii hatten sich unerklärliche Attentate ereignet. Als sich herausstellte, dass diese Anschläge von Techniten-Robotern verübt worden waren, die ihren Stützpunkt im Goldenen System hatten, wurde eine Quarantäne über diesen Bereich der Charon-Wolke verhängt. So war das heute noch gültige Tabu entstanden und der Handel mit dem Salkrit war zum Erliegen gekommen - die Hyperkokon-Verbannung hatte den Rest besorgt. Im Kampf gegen die Techniten standen die Seecharan auf verlorenem Posten, denn die Roboter konnten sich rasend schnell selbst vervielfältigen - außerdem hatten sie ihre Ursprungsbasis auf Rohalon, dem einzigen Planeten im Goldenen System und Heimatwelt der Seecharan. Diese erkannten das zu spät - der Planet wurde von den Techniten in eine lebensfeindliche Öde verwandelt und die Seecharan mussten ihr Dasein auf den Asteroiden fristen. Dort wurden sie von den Techniten gnadenlos gejagt und immer weiter dezimiert.

Die SKARABÄUS-2 ist zur VERACRUZ zurückgekehrt. Dr. Gregorian findet heraus, dass das Salkrit für die Entstehung des Strukturgestöbers verantwortlich ist, denn große Ansammlungen von Salkrit verzerren die Raum-Zeit-Struktur und bewirken eine Verdickung des Psionischen Netzes. Jedes Salkrit-Vorkommen zieht durch die Veränderung des Psionischen Netzes außerdem kosmischen Staub an. So sind die Asteroiden und die Staubkonzentrationen in deren Bahnen entstanden. Gregorian nimmt an, dass das Salkrit ein Verwesungsprodukt ist. Es muss nach dem Tod der fossilen Flugwesen entstanden sein - wie das Organ, das sich auf diese Weise zersetzt hat, vor dem Tod dieser Wesen beschaffen war und welchen Zweck es hatte, bleibt vorerst ebenso unklar wie die Herkunft der Flugwesen. Die Verdickung des Psionischen Netzes hat noch einen dritten Effekt: Sie begünstigt die Entstehung von neuem Leben…

Die Ausrottung des gesamten Volks der Seecharan scheint das Ziel der Techniten zu sein, und dieses Ziel scheinen die Techniten jetzt erreicht zu haben: Der Großangriff auf GRAANWATAH läuft an. Mutig stellen die im Grunde friedfertigen und moralisch hochstehenden Seecharan sich ihnen entgegen. Atlan und die Leute von der SKARABÄUS-1 kämpfen an ihrer Seite. Der Kampf scheint verloren zu sein, doch da beginnen die Roboter damit, sich selbst zu vernichten. Dr. Gregorian hat nämlich bei der Untersuchung eines Technitenwracks die Selbstvernichtungsbefehle dieser Roboter entdeckt und den angreifenden Techniten übermittelt. Diesen Befehlen können die Techniten sich nicht widersetzen, und so gelingt es den Seecharan innerhalb kürzester Zeit, fast das gesamte Goldene System von ihnen zu säubern. Aus Dank stellen sie Atlan eine große Menge Salkrit zur Verfügung, die er umgehend nach Terra befördern will. Kempo Doll'Arym erinnert sich, dass er auf Stolp ein Ersatz-Handelsdock entdeckt hat. Atlan hat schon eine Vision, in der die Seecharan für die LFT Salkrit schürfen, aber dem stehen immer noch die isolationistischen Charonii im Weg, die jegliche Zusammenarbeit mit den Terranern verweigern…

Kommentar:

Offenbar habe ich mich doppelt geirrt: Der Salkrit-Bergbau ist eine besondere Form von Leichenfledderei. Und die Flugwesen, deren Herzen sich zu Salkrit zersetzen, waren keine Freunde der Charonii, sondern Wesen, die schon sehr viel länger im Milchstraßenzentrum ihre letzte Ruhestätte gefunden haben, wodurch die Charon-Wolke erst entstehen konnte. Es wäre interessant zu wissen, woher diese Wesen gekommen sind und wie sie es ansonsten vermieden haben, dass sich die Herzen ihrer Toten zu solch gefährlichen Objekten verwandeln, wie es jetzt der Fall ist. Diese Teile des Romans sind einigermaßen geheimnisvoll und lassen auf weitere überraschende Wendungen hoffen. Das Volk der Seecharan scheint mir durchaus interessant zu sein, hauptsächlich deshalb, weil es so exotisch ist. Man kann nur hoffen, dass dieser Aspekt beibehalten wird und dass er bei anderen Autoren nicht gleich wieder verwässert.

Wie ich es erwartet habe, muss der aus dem Nichts wie ein Kastenteufel in die Handlung gesprungene Dr. Gregorian für eine typische (völlig unglaubwürdige) Rettung in letzter Sekunde sorgen. Und er ist so wahnsinnig superschlau, dass er mal eben innerhalb weniger Stunden herausfindet, was es mit dem Salkrit eigentlich auf sich hat. Wie auch immer er das angestellt haben mag. Bei der Leichtigkeit, mit der er all das fertig bringt, muss man sich fragen, warum es den Seecharan in all den Jahrtausenden nicht schon längst gelungen ist, ebenfalls diese nützlichen Selbstvernichtungsbefehle zu entdecken und ebenfalls hinter das Geheimnis des Salkrits zu kommen.

Atlan fragt sich übrigens, wer ein Interesse daran haben konnte, die Seecharan komplett auszurotten. Nun, es könnte natürlich so sein, dass die Schutzherren wegen des Salkrits einen Vorteil im Kampf gegen Gon-Orbhon hatten und dass jener die Salkrit-Lieferungen sabotieren wollte. Er hat deshalb ein paar Techniten eingeschmuggelt mit einer Programmierung im Sinne von "Seid furchtbar und mehret euch". Die Roboter sind ihrer Aufgabe dann ganz einfach mit maschineller Gründlichkeit angegangen. Es kann aber auch sein, dass mehr dahinter steckt. Nur - was?


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