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Perry Rhodan Nr. 2310 Strukturpiloten

Autor: Leo Lukas

Inhalt

Die BUENOS AIRES mit Reginald Bull und Gucky trifft bei der Charon-Wolke ein. Marc London erhält dort immer wieder Kontakt zu Psi-begabten Lebewesen, in deren Wahrnehmung er sich mit seiner Paragabe "einklinken" kann. Noch weiß er es nicht, aber er sieht das Strukturgestöber in diesen Momenten durch die Augen der Charonii. Diese Bewohner der Charon-Wolke sind besonders begabte Nachkommen von Epha-Motana. Die Schutzherren von Jamondi hatten sie seinerzeit in diesem Bereich angesiedelt, der ursprünglich als Rückzugsgebiet für Schutzherrenvölker gedacht war. Durch den ständigen Aufenthalt in der Nähe der Hyperwirbel hat ein Teil der Charonii (die Strukturpiloten) Kräfte entwickelt, die es ihnen ermöglichen, das Strukturgestöber mit speziellen Raumschiffen (den Strukturdolben) zu befahren. Mit dem Pilotensinn und der Pilotenkraft können sie kilometergroße ruhige Zonen im Strukturgestöber erzeugen und dort navigieren. Seinerzeit hatten sie die Aufgabe, das inzwischen für verboten erklärte Goldene System im Zentrum Charons zu erreichen und das Salkrit von dort in den Normalraum zu transportieren. Diese Epoche ist - für die Charonii - nur etwa 12.000 Jahre her, denn innerhalb des Hyperkokons, in dem Charon bis zum Hyperschock verborgen war, ist die Zeit erheblich langsamer vergangen.

Die Charonii fühlen sich in ihrem kleinen, von der restlichen Galaxis abgeschotteten Reich absolut sicher. Viele weigern sich sogar, die Existenz eines Universums außerhalb der Charon-Grenze anzuerkennen. Ihr Volk ist zweigeteilt. Nur die Strukturpiloten haben die besonderen Kräfte, durch die eine Raumfahrt innerhalb der Wolke möglich wird, sie sind aber auch abhängig von der Nähe des Strukturgestöbers. Sie leben deshalb in riesigen Raumstationen, den Pilotenstädten. Auf den Planeten leben all jene Charonii, die keine Paragaben besitzen und für die die Nähe des Strukturgestöbers gesundheitsschädlich wäre. Die Schutzherren haben für alle Charonii den Status legendärer Götter. Ein besonders wichtiger Wesenszug der Strukturpiloten ist die Fähigkeit, jegliche Aggressionen zu unterdrücken. Einmal pro Generation wird nämlich ein Charonii geboren, der noch eine dritte Paragabe besitzt: die Explosive Kraft. Mit dieser zerstörerischen Fähigkeit, die eng mit dem Aggressionstrieb verknüpft ist, kann das Strukturgestöber in eine Waffe verwandelt werden, doch dies ist kaum kontrollierbar und führt zu schrecklichen Zerstörungen. Auch sonst ist die Raumfahrt im Strukturgestöber eine gefährliche Sache, denn es kommt immer wieder zu Strukturstürmen, bei denen Raumschiffe von den hyperdimensionalen Wirbeln zerschmirgelt werden und bei denen Charonii den Verstand verlieren oder sterben.

Der aufmüpfige junge Kempo Doll'Arym, der die isolationistischen und auf Stabilität bedachten Dogmen seines Volkes nicht anerkennen und eines Tages aus der Charon-Wolke ausbrechen will, besitzt alle drei Paragaben in besonders starker Ausprägung. Er hat darüber hinaus eine hohe Intelligenz - aber auch einen starken Aggressionstrieb. Deshalb wird seine Ausbildung zum Strukturpiloten zunächst hintertrieben, denn manche Leute fürchten seine enormen Kräfte. Er wird auf eine Agrarwelt abgeschoben, wo er wegen der zu hohen Entfernung vom Strukturgestöber schwer erkrankt. Durch die Unterstützung seiner Familie und des alten Sheerdurn, der seine Gaben in einem Struktursturm verloren hat, schafft Kempo die Charon-Prüfung doch noch. Es gelingt ihm, seinen Zorn mit Hilfe von Gesängen zu kontrollieren, ganz ähnlich wie seine Vorfahren, die Motana. Als er zusammen mit dem Mädchen, in das er sich verliebt hat, an einem Flug im Strukturgestöber teilnimmt, gerät das Schiff in einen unglaublich starken Struktursturm. In der Nähe des Goldenen Systems muss die Strukturdolbe den Linearflug unterbrechen, aber dort darf das Schiff nicht Schutz suchen, denn das System ist tabu.

Kommentar:

Das Strukturgestöber ist ein Wirbel unterschiedlicher hyperenergetischer Energiezustände, in dem die Raum-Zeit-Struktur sich auflöst und in dem stark schwankende Strangeness-Werte auftreten. Jedes größere Objekt wird sofort zerrieben und vernichtet. Sogar das Licht ist davon betroffen, was den optischen Eindruck eines flimmernden Gestöbers hervorruft. Schwerefelder und Hyperstrahlung der Sonnen Charons schaffen freie Zonen, in denen die Raum-Zeit-Struktur stabil bleibt. Jetzt darf man sich fragen: Wodurch werden diese ziemlich ungewöhnlichen (um nicht zu sagen: unglaubwürdigen) Phänomene verursacht? Müssen wir das Strukturgestöber einfach als gegeben hinnehmen oder erhalten wir noch eine plausible Erklärung?

Nur soviel zum Roman selbst: Der etwas geschwätzige Stil von Leo Lukas ist zugegebenermaßen anders als der aller anderen Autoren und seine Formulierungen sind teilweise wirklich gut gelungen. In diesem Roman zum Beispiel ist es eine Szene mit Atlan, der die Aufmerksamkeit aller Anwesenden auf sich lenken kann, indem er nur eine Augenbraue um zwei Millimeter hochzieht. Nur: Die Lukas'schen Formulierungen sind immer dieselben. Er schildert alle Figuren immer gleich, egal ob es Terraner, Ilts, Kybb-Traken oder eben Charonii sind. Ebenso gut könnten es auch Wiener sein, aber das nur nebenbei... Und die Gags (sei es nun Sprachwitz oder plattester Slapstick) wiederholen sich ebenfalls ständig. So allmählich nutzt sich das ab. Oder, anders gesagt, es nervt immer mehr.


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