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Perry Rhodan Nr. 2306 Die Kristallbörse

Autor: Horst Hoffmann

Inhalt

Seit der Hyperimpedanz-Erhöhung sind die meisten Hyperkristalle wie zum Beispiel Howalgonium wertlos geworden, da sie zu schnell "auslaugen" und zerfallen, wenn sie in Hyperaggregaten eingesetzt werden. Nur der so genannte rote Khalumvatt ist noch verwendbar und wird deshalb zu astronomischen Summen gehandelt. Hauptumschlagsplatz für Hyperkristalle ist LE-prachtvoll. Diese 12 Kilometer durchmessende und 3,5 Kilometer dicke Plattform, die den Werften der Paddler nachempfunden ist, war ursprünglich ein Erlebnispark und Kasino. Sie befindet sich im Orbit um die berüchtigte Freihandelswelt Lepso. Ihr Aufbau ist nur Fassade, denn bis auf eine kugelförmige Kernzelle mit 1500 Metern Durchmesser besteht die ganze Plattform praktisch nur aus Hohlräumen.

LE-prachtvoll war eigentlich als Konkurrenz zur BASIS gedacht, konnte nach dem Hyperschock jedoch nicht mehr gehalten werden. Am 01. September 1337 NGZ hatte die von Homer G. Adams zu Camelot-Zeiten gegründete Organisation Taxit die Station zu einem symbolischen Preis erworben - und hinter Taxit steht, seit Adams zur Erde zurückgekehrt ist, die Neue USO. LE-prachtvoll hat sich in den folgenden Jahren zum wichtigsten Handelsplatz für Hyperkristalle in der Milchstraße entwickelt. Sie trägt deshalb den Namen "Die Kristallbörse". Nebenbei wird unter anderem auch noch Glücksspiel betrieben, und so tummeln sich in der Kristallbörse nicht nur Händler aus allen galaktischen Völkern, sondern auch allerlei zwielichtiges Gesindel.

Der geheimnisvolle Kämmerer, die oberste Instanz der Kristallbörse, hat alles mit harter Hand im Griff und sorgt mit der Börsen-Garde für Ruhe. Niemand kennt die Identität des Kämmerers, denn er verbirgt sein Äußeres hinter einem prächtigen goldenen Cape und einer Gesichtsmaske aus weißem Porzellan, seine Stimme wird von einem Vocoder verzerrt. Anfang 1344 NGZ sind die TLD-Agenten Solomon G. Gill und Inez Hatcher in der Kristallbörse, um im Auftrag der LFT so viel Howalgonium aufzukaufen wie möglich. Angeblich haben terranische Wissenschaftler einen Weg gefunden, die zerfallsgefährdeten Strukturen der Kristalle zu stabilisieren. Das Howalgonium wird wegen des Eintritts von "Fall Mandelbrot" für besondere Zwecke benötigt.

Am 01. März 1344 NGZ werden die beiden TLD-Agenten auf Umtriebe von Unbekannten aufmerksam, die sich am Zentralrechner der Station zu schaffen machen. Sie geben ihre Tarnung auf, um den Kämmerer zu warnen. So erfahren sie, dass hinter dessen Maske Perry Rhodans Sohn Roi Danton steckt! Danton erklärt, die Kristallbörse sei neutral, diene aber durch die Kontrolle, die sie auf den Handel mit Hyperkristallen ausübe, dennoch der Wahrung des galaktischen Friedens. Wenig später schlagen die Unbekannten zu. Sie täuschen einen Anschlag auf den legendären Börsen-Schatz vor, um die Börsen-Garde von ihrem tatsächlichen Ziel abzulenken. Sie haben es auf die Howalgonium-Vorräte der LFT abgesehen und drohen, den Börsen-Schatz zu sprengen. Da dieser angeblich aus riesigen Mengen an Khalumvatt besteht, der bei einer Sprengung zerfallen würde, wäre dies gleichbedeutend mit der völligen Vernichtung der Kristallbörse.

Danton lässt das Ultimatum ungerührt verstreichen. Die Unbekannten lösen tatsächlich die Sprengung aus und töten sich damit selbst, aber mehr geschieht nicht, denn in Wirklichkeit existiert kein Börsen-Schatz. Die Legende um ihn dient nur als Köder für genau solche Fälle! Die Gefahr ist aber noch nicht vorüber, denn der plophosische Killer D. Manning Ostro übernimmt die Kontrolle über den Zentralrechner. Er kann sein Gehirn direkt mit der Positronik verbinden und stellt seinerseits ein Ultimatum. Er fordert die Übergabe der echten Hyperkristallvorräte, andernfalls will er die Selbstvernichtungsanlage der Station auslösen. Danton und Gill können auch ihn durch einen Bluff erledigen, indem sie ihn dazu bewegen, sich die Speicherdaten der Station einzuverleiben, die angeblich das gesamte Wissen der Menschheit enthalten. Die Informationsflut ist zu groß für Ostro - sein Geist wird vernichtet.

Jetzt können die Howalgonium-Vorräte nach Terra gebracht werden. Die Frage, wer ein Interesse daran haben könnte, genau das zu verhindern, bleibt offen. Bei all der Aufregung geht eine seltsame Information fast unter: Auf LE-prachtvoll ist ein Posbi von einem Unbekannten "gelöscht" worden, der seine Gestalt verändern kann. Offenbar war der Posbi hinter das Geheimnis des Unbekannten gekommen. Dem Begleiter des Posbis gegenüber, einem Matten-Willy, hatte der Fremde sich als Beobachter bezeichnet…

Kommentar:

Das Konzept der Kristallbörse gefällt mir, wenn es auch ein bisschen wackelig, vor allem aber nicht unbedenklich ist. In letzter Konsequenz kontrolliert nämlich die Neue USO den Handel mit Hyperkristallen in der Milchstraße, und die Neue USO ist eine durch nichts legitimierte, mehr oder weniger als terroristisch zu bezeichnende Gruppierung, die allenfalls die Interessen der Terraner vertritt, also sehr einseitig orientiert ist. Ich kann mir kaum vorstellen, dass Rhodan hierüber nicht informiert ist (jedenfalls dürfte er es spätestens jetzt erfahren) - und eigentlich dürfte er eine solche Konstellation nicht dulden.

Wieder einmal wird die Hyperimpedanz ad absurdum geführt. Jetzt können offenbar auch wieder Howalgonium-Kristalle verwendet werden, aber zunächst einmal nur von den Terranern, denen es irgendwie gelungen zu sein scheint, den Auslaugungsprozess zu unterbinden. Wurde die Hyperimpedanz also nur eingeführt, um den Terranern gegenüber den viel zu mächtig gewordenen Arkoniden einen Vorteil zu verschaffen? Warum führt man sonst solche grundlegenden Veränderungen im Perryversum ein, wenn sie doch gleich wieder ignoriert oder umgangen werden?

Wie dem auch sei - der Roman hat mir recht gut gefallen, wenn ich auch die Subplots um die Ermordung der Spielerin und um den komischen Geistlichen reichlich überflüssig fand und wenn ich auch nicht ganz einsehe, wie es dem Plophoser gelingen konnte, alle Sicherheitsvorkehrungen der Station auszutricksen. Wenn das so einfach ist, sollte Roi Danton sich vielleicht mal nach einer neuen Firewall für seinen Stationscomputer umsehen… Ebenso wenig hat mich die Auflösung dieser Geschichte überzeugt. Zu viele Informationen sind auf Ostro "eingeströmt"? Wie soll man sich das vorstellen? Man öffnet eine Datei und schon preschen die Daten daraus hervor? Na ja… Wenn Ostro die totale Kontrolle über den Computer hat, hätte ihm ein solcher Fehler eigentlich auch gar nicht passieren dürfen.

Wer der "Beobachter" wohl gewesen sein mag? Vielleicht ein Friedensfahrer? Oder jemand von TRAITOR?


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