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Perry Rhodan Nr. 2305 Jagd auf die Dunkelkapsel

Autor: Michael Marcus Thurner

Inhalt

Während Malcolm S. Daellian und seine Wissenschaftler weiter damit beschäftigt sind, den Kantor-Sextanten so zu perfektionieren, dass damit die TRAITOR-Dunkelfelder geortet werden können, bringt der Duale Kapitän seinen Gefangenen, den jungen Terraner Marc London, nach Stewart Island (Neuseeland). Dort setzt er ihn der Endogenen Qual aus, muss aber zu seinem Entsetzen feststellen, dass London diese Psi-Fähigkeit reflektiert und die Endogene Qual auf ihn zurückschleudert. Zerberoff muss deshalb die Qualen erdulden, die er eigentlich seinem Opfer zugedacht hatte. Das allerdings hat einen für ihn äußerst interessanten Effekt, denn durch die grauenvollen Schmerzen werden lange verschüttet gewesene Erinnerungen an seine eigene Vergangenheit geweckt. Zerberoff erinnert sich an seine Entstehung und weiß wieder, wie es war, als er von den so genannten Kolonnen-Anatomen aus zwei unterschiedlichen Wesen zusammengesetzt worden ist. Er erinnert sich auch wieder an den Hass, den er für die Anatomen empfunden hat, die ihn während der grausigen Operationen nach allen Regeln der Kunst gequält haben…

Da Zerberoff nach diesem Erlebnis geschwächt ist, kann Marc London fliehen. Zerberoff holt den jungen Mann zwar bald wieder ein, doch London ist verletzt und benötigt ärztliche Hilfe. Der Duale Kapitän bringt ihn zu Ian Grant, einem Jäger, der in einer einsamen Hütte lebt, und zwingt diesen, London zu pflegen. Als der junge Mann einigermaßen genesen ist, und als Zerberoff weitere Details über seine eigene Vergangenheit erfahren hat, empfängt er Funkimpulse, denen zufolge es den Terranern gelungen sein soll, auf Luna eine Waffe gegen die Fraktale Aufriss-Glocke zu entwickeln. Umgehend begibt er sich dorthin, denn er braucht zu seiner Rehabilitation ja immer noch Beweise dafür, dass die Dunklen Ermittler schlampig gearbeitet haben. Er tappt jedoch in eine Falle, denn Mondra Diamond und Daellian haben aus Londons Tagebucheinträgen, in denen er auch seine von Zerberoff verursachten Träume schildert, erfahren, mit wem sie es zu tun haben. Die Information über die Waffe gegen die Fraktale Aufriss-Glocke war nur ein Trick, um Zerberoff anzulocken.

Zerberoffs Dunkelkapsel kann geortet und mit Fesselfeldern eingefangen werden. Dennoch gelingt ihm die Flucht, denn er droht mit der Ermordung seiner Geisel. Ihm wird freier Abzug gewährt, nachdem er Marc London freigelassen hat. Mondra Diamond und Bré Tsinga werden sich um den jungen Mann kümmern. Es ist klar, dass er wegen seiner Paragabe eine Schlüsselrolle im Kampf gegen die Terminale Kolonne spielen wird.

Kommentar:

Seltsam - wenn ein Roman mir wirklich gut gefällt, dann gibt es kaum etwas darüber zu sagen. Es sind nicht nur die vielen witzigen Kleinigkeiten und die amüsanten Dialoge, die den Doppelroman (PR 2304 gehört ja dazu) zum ersten echten Highlight des neuen Zyklus werden lassen. Thurner schafft es nämlich, die Hauptfiguren wirklich zum Leben zu erwecken. Allzu oft waren Rhodan, Mondra Diamond usw. in früheren Romanen nur austauschbare Pappkameraden, die irgendwelche beliebigen Sätze aufsagen und die nur pro Forma in die Handlung eingebaut wurden. Diesmal erhalten sie viel mehr Tiefe - und dafür reichen erstaunlicherweise ganz kurze Szenen! Besonders die Art und Weise, wie Mondra Diamond in diesem Roman auftritt, hat mir gefallen. So souverän und effizient hätte ich sie gern auch bei ihren Aktionen gegen die Orbhonisten erlebt…

Wollen wir hoffen, dass Zerberoff jetzt nicht einfach wie Zon Facter zu den Terranern überläuft, weil sein Hass gegen TRAITOR geweckt wurde. Aber bis jetzt war davon zum Glück noch nicht die Rede. Die plakative Bösartigkeit der Chaos-Psychopathen ist etwas allzu dick aufgetragen. Bei PR müssen die BÖSEN offensichtlich immer hässlich, verkrüppelt, wahnsinnig oder sonst wie gestört sein. Das ist mir eigentlich zu billig, aber was soll's… Die Terraner dagegen sind GUT. Sie sind sogar so gut, dass sie Zerberoff (das wahrscheinlich gefährlichste Wesen, das z.Zt. im Solsystem herumfliegt) laufen lassen, nachdem er seine Geisel freigelassen hat. Da hätte man ihn doch ebenso gut einfach abschießen können und gut wär's gewesen? Aber nein, die Terraner müssen ihren Grundsätzen treu bleiben und Atlan, der alte Haudegen, dem das egal gewesen wäre, ist momentan ja offenbar nicht zur Stelle. Über so viel Dummheit kann ich nur den Kopf schütteln.

Aber genug gemeckert: Thurners Doppelroman ist klasse, mehr davon!


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