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Perry Rhodan Nr. 2304 Schatten über Atlan-Village

Autor: Michael Marcus Thurner

Inhalt

Der Duale Kapitän Zerberoff ist der Vernichtung des Kolonnen-Forts entgangen und mit einer Dunkelkapsel nach Terra geflohen. Um sein Versagen vor den Progress-Wahrern der Terminalen Kolonne zu rechtfertigen, sucht er nach Beweisen dafür, dass er von den Dunklen Ermittlern nur unvollständig über die Lage in der Milchstraße informiert worden ist. Tatsächlich stößt er in Terrania auf zwei Begriffe, die ihm bisher unbekannt waren: Projekt BACKDOOR und TERRANOVA-Flotte. Zwar hat beides nichts mit der Vernichtung des Kolonnen-Forts zu tun, aber Zerberoff geht der Sache weiter nach - nicht zuletzt deshalb, weil seine Ganschkaren-Hälfte mit dem Eigennamen Aroff eine eigenartige Faszination für die Terraner verspürt, während Zerbone (die Mor'Daer-Hälfte) sie am liebsten sofort vernichten würde. Bei seinen Erkundungen bemerkt der Duale Kapitän einen unerklärlichen mentalen Kontakt zu einem offenbar psi-begabten Terraner. Zerberoff beschließt, diesen Menschen in seine Gewalt zu bringen.

Die Anwesenheit Zerberoffs bleibt den Terranern nicht verborgen. Es ist dem Forscherteam Malcolm S. Daellians gelungen, typische Emissionen der Dunkelfelder zu identifizieren. So kommt Daellian Zerberoff allmählich auf die Spur, aber die Messungen sind ungenau und funktionieren nur auf vergleichsweise kurze Distanz. Daellian hat darüber hinaus in Zusammenarbeit mit der USO die als "Ultra-Giraffe" bezeichneten Ortungsgeräte weiterentwickelt. Das neue Gerät erhält den Namen "Kantor-Sextant", denn die Grundidee stammt noch von Myles Kantor. Es ist wesentlich präziser als die Ultra-Giraffe, hat eine größere Ortungsbandbreite, eine größere Reichweite - und ist vor allem weit kompakter als die klobigen alten Geräte.

Am 20.02.1344 NGZ wird das Projekt BACKDOOR vollendet: Eine Transmitterstrecke zwischen Merkur und Maldonaldo, dem innersten Planeten des Wegasystems wird etabliert. Der BACKDOOR-Transmitterbahnhof auf Merkur hat gewaltige Ausmaße. Sein Durchmesser beträgt 90 Kilometer, acht 1,5 Kilometer breite Prallfeldstraßen werden in Zukunft riesige Containerströme transportieren. Die erforderliche Energie wird durch Sonnenzapfung gewonnen, hierfür werden die alten Anlagen zur Erzeugung eines ATG-Felds genutzt. Perry Rhodan nimmt persönlich am ersten Transmittersprung ins Wegasystem teil.

Währenddessen spürt Zerberoff den Terraner auf, mit dem er inzwischen mehrmals kurzen mentalen Kontakt hatte. Es ist Marc London, ein 19-jähriger Kosmopsychologie-Student, der von seiner Psi-Begabung nichts weiß. Dieser Gabe hat er es möglicherweise auch zu verdanken, dass Fawn Suzuke (oder vielmehr eine Körperprojektion der jungen, im Nukleus aufgegangenen Frau) sich ihm nähert. London hält sie für ein ganz normales Mädchen und verliebt sich in sie. Bevor Daellian den Dualen Kapitän stellen kann, entführt dieser den jungen Studenten und verschwindet aus dem Messbereich der Wissenschaftler.

Kommentar:

In diesem Roman wird ein recht farbiges Bild des Alltagslebens in Terrania City gezeichnet. Ich lese so etwas immer gern, leider sind solche Episoden ja eher selten. Außerdem gibt es wieder einige interessante Informationen, diesmal über die Kantor-Sextanten und die erste Strecke des angedachten galaxisweiten Transmitternetzes, die nunmehr in Betrieb genommen wird. Ersteres wird entscheidend dazu beitragen, die Bedrohung durch die Terminale Kolonne abzuschwächen (wenn die Dunkelfelder erstmal nicht mehr wirksam sind…). Der Gigantismus, der bei letzterem wieder einmal durchschlägt, ist verständlich, wenn man bedenkt, dass Käfigtransmitter im Gegensatz zu Torbogentransmittern keinen permanenten Warenstrom befördern können. Man kann immer nur ein "Paket" nach dem anderen versetzen. Damit das Ganze sich lohnt, muss das Paket eben entsprechend groß sein… Allerdings hätte man anstelle eines einzigen Riesentransmitters auch viele kleine in den Bahnhof stellen können - das Befüllen des Riesenkäfigs muss doch enorm zeitraubend und damit unökonomisch sein!

Mal sehen, welche Rolle Fawn Suzuke (oder der Nukleus) noch zu spielen hat. Ich nehme an, dass nur Marc London die junge Frau sehen konnte, weil er eine Paragabe hat. Alles andere würde den Problemen widersprechen, die Suzuke bei ihrer Kontaktaufnahme mit Perry Rhodan hatte. Man darf wohl annehmen, dass Marc London eine wichtige Rolle bei der Unschädlichmachung Zerberoffs spielen wird. Wenn er wie einst Kantiran als Identifikationsfigur für jugendliche Leser aufgebaut werden soll, kann ich nur hoffen, dass auch die anderen Autoren noch so eben die Kurve kriegen werden wie Michael Marcus Thurner. In den Kapiteln, in denen die Geschehnisse aus Londons Sicht geschildert werden, nähert sich der Stil des Romans nämlich mehrmals beinahe - aber zum Glück doch nicht ganz - dem Niveau eines bestimmten Jugend-Magazins. Sollte das entgleisen, kann man nicht mehr "Bravo" sagen, sondern nur noch "Prost Mahlzeit"…

Noch eine kleine Info am Rande: Bré Tsinga lehrt wieder an der Uni von Terrania.


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