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Perry Rhodan Nr. 2303 Der Duale Kapitän

Autor: Arndt Ellmer

Inhalt

Durch einen unglücklichen Zufall erhalten die Terraner Kenntnis über den genauen Standort des Kolonnen-Forts TRAICOON 0098. Einer der dortigen Kanoniere zerstört nämlich den terranischen Jagdkreuzer BRIXBIE, der sich dem Fort bis auf kritische Distanz genähert hat. Als der ENTDECKER FRITJOF NANSEN das untersuchen will, was von der BRIXBIE übrig geblieben ist, wird auch dieses Schiff vernichtet. Die Terraner müssen feststellen, dass der Feind über eine Waffe verfügt, dem kein bekannter Schutzschirm widerstehen kann: Den Potenzialwerfer. Dieses Geschütz hat eine Reichweite von 5,3 Millionen Kilometern - nur PRAETORIAS Waffen können eine noch größere Distanz überbrücken - und verursacht in einer Raumkugel mit bis zu 25 Kilometern Durchmesser eine Überladung jeglicher Materie. Ein Gravitationsfeld von der Stärke eines Neutronensterns entsteht, so dass innerhalb von Sekundenbruchteilen ca. 120 Milliarden Gravos auf das Ziel einwirken. Die 1800 Meter durchmessende FRITJOF NANSEN wurde auf diese Weise zu einem ca. 90 Meter durchmessenden Brocken superdichter Materie komprimiert. Dieser Effekt ist vorübergehender Natur; nach gewisser Zeit versucht die komprimierte Materie, ihren ursprünglichen Aggregatzustand wieder anzunehmen. Im Falle von Raumschiffen ist dies gleichbedeutend mit einer gewaltigen Explosion.

Alle im Solsystem verfügbaren Schiffe werden im betreffenden Raumsektor zusammengezogen. Durch den Einsatz tausender Sonden kann das Dunkelfeld, das eine Kugelsphäre mit 500 Kilometern Durchmesser komplett aus jeglicher Wahrnehmung und Ortung ausblendet, durchdrungen werden. Perry Rhodan ist persönlich vor Ort, um den ersten Blick auf das Kolonnen-Fort zu werfen. Da melden sich die Siganesen zurück, die zusammen mit Zon Facter unbemerkt aus dem Fort entkommen sind. Rhodan spricht mit der geläuterten Mikro-Bestie und erfährt, dass die Milchstraße zu einer Ressourcen-Galaxie für die Terminale Kolonne umgewandelt werden soll. Die Kolonne selbst hat die Aufgabe, die Entstehung der Negasphäre von Hangay zu beschleunigen. Zon Facter empfiehlt den sofortigen Angriff auf das Fort, denn es ist nur angreifbar, solange der Aufbau noch nicht abgeschlossen ist.

Rhodan hat keine andere Wahl und gibt den Angriffsbefehl. Eine Salve von PRAETORIA reicht aus, um den Dunkelschirm zusammenbrechen zu lassen. Dann jedoch kommt das zweite Verteidigungssystem des Forts zum Einsatz: Die Fraktale Aufriss-Glocke. Dieser Energieschirm hat die Form eines Netzes mit 50 Kilometern Durchmesser, dessen "Maschen" aus sich ständig bewegenden Strukturrissen bestehen. Wird es beschossen, bildet es an den betroffenen Stellen Verästelungen aus, in denen sich selbst Transformsalven verfangen. Die Waffenenergie wird von dem Netz aufgesaugt. Es wird festgestellt, dass das Netz nicht nur aufgrund seiner fraktalen Struktur so leistungsfähig ist, sondern vor allem deshalb, weil es im UHF-Bereich des Hyperspektrums aufgeladen wird - die Wirkung ist mit der Individualaufladung vergleichbar, die von den Antis erzielt werden kann.

Ein weiterer Angriff hätte nur Sinn, wenn der zurzeit einzige arbeitende Projektor für die Fraktale Aufriss-Glocke vernichtet werden könnte. Diese Aufgabe will Zon Facter übernehmen. Er kehrt mit der Dunkelkapsel ins Fort zurück, begleitet wird er von Demetrius Luke und Dani Queenz. Eigentlich geht es ihm nur um Rache am Dualen Kapitän. Er tritt ihm gegenüber, während die Siganesen einige Fusionsbomben ins Ziel bringen. Sie warten in der Dunkelkapsel auf Zon Facters Rückkehr, doch er kommt nicht, denn der Duale Kapitän durchschaut seine Absicht und tötet ihn mit der Endogenen Qual. Gerade noch rechtzeitig starten die Siganesen mit der Dunkelkapsel, müssen diese aber gleich wieder verlassen, denn sie wird per Fernsteuerung gesprengt. Aber auch die von ihnen gelegten Bomben gehen hoch und der unüberwindliche Schutzschirm des Forts erlischt. Sofort greifen die terranischen Einheiten an. Die Verluste sind zwar hoch, da inzwischen weitere Potenzialwerfer fertig gestellt sind, doch letztlich kann TRAICOON 0098 vernichtet werden. Dem Dualen Kapitän gelingt im letzten Moment die Flucht.

Die Siganesen haben auch einige neue Daten sammeln können. Die Informationen verheißen nichts Gutes: In einer zweiten Welle sollen 2000 weitere Kolonnen-Forts in der Milchstraße montiert werden! Außerdem wird bald das Chaos-Geschwader eintreffen, das auf TRAICOON 0098 hätte stationiert werden sollen. Malcolm S. Daellian findet derweil heraus, was es mit der seltsamen, in sich verwundenen Form der Kolonnen-Forts auf sich hat. Man kann die einzelnen Forts zu einer gewaltigen Struktur zusammenfügen. Bei mehr als 2000 Forts würde auf diese Weise ein Gebilde in Form einer Doppelhelix entstehen, die rund 20.000 Kilometer lang wäre…

Kommentar:

Viele interessante Informationen, wenig echte Handlung. Ich bin etwas irritiert wegen der Schnelligkeit und Leichtigkeit, mit der TRAICOON 0098 abserviert wird. Okay, das Ding war noch im Bau und eine frühzeitige Entdeckung war nicht vorgesehen. Aber warum muss das Fort überhaupt erst vor der Haustür der Terraner montiert werden? Wieso kann es nicht irgendwo sonst zusammengebaut werden, wo garantiert keiner sucht? Würde man es im komplettierten Zustand zum eigentlichen Einsatzort bringen, dann wäre das Fort bereits unangreifbar - so, wie es jetzt bei den 57 übrigen Forts der Fall sein dürfte, die sich bereits in der Milchstraße befinden. Wieder einmal ist der Gegner also übermächtig und wie ich bereits beim ersten Roman des neuen Zyklus anmerkte, kann sich ein übermächtiger Gegner, der letzten Endes doch irgendwie besiegt werden muss, auch als Rohrkrepierer erweisen. So viel Glück wie die Terraner werden die Arkoniden, Akonen usw. übrigens wohl kaum haben. Ohne Zon Facters Hilfe wäre TRAICOON 0098 niemals vernichtet worden. Nützlicher Zufall, dass Facters Implantat genau zur richtigen Zeit ausgefallen ist, nicht?

Zum dritten Mal innerhalb weniger Wochen (PR 2295, 2298 und 2303) wird eine verlustreiche Raumschlacht geschildert. Wieder einmal werden Flottenstärken und Abschusszahlen gebetsmühlenartig heruntergeleiert. Ich habe endgültig genug davon! Die bloße Aufzählung von vernichteten Schiffen und getöteten Lebewesen weckt keine emotionale Anteilnahme und verkommt zur reinen Statistik.

Ansonsten fällt mir zum Roman nicht viel ein. Nur zwei kleine Unstimmigkeiten sind mir aufgefallen: Zon Facter scheint genaue Informationen über Gucky zu haben. Warum waren die Mikro-Bestien denn dann so überrascht wegen seines Eingreifens beim Anschlag in der Solaren Residenz? Dann wird behauptet, Rhodan reiche den Siganesen zum Abschied die Hand. Na, ich möchte mal sehen, wie ein 10 Zentimeter großes Männchen sie ergreift und schüttelt…

Insgesamt profitiert auch dieser Roman wieder vom Neuigkeiten-Bonus. Ich habe ihn mit Interesse gelesen, die eigentliche Handlung war aber eher nebensächlich. Nur schade, dass man schon wieder Abschied von Zon Facter nehmen muss. Der knuddelige kleine Kerl war mir fast sympathisch.


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