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Perry Rhodan Nr. 2302 Die Mikro-Bestie

Autor: Hubert Haensel

Inhalt

Am 09.02.1344 NGZ finden auf Terra die Trauerfeierlichkeiten für Maurenzi Curtiz statt. Im Kolonnen-Fort wird Zon Facter endgültig vom Einfluss der Kralle des Laboraten befreit. Das Gebilde, das bisher seine Loyalität zur Terminalen Kolonne garantiert hat, stirbt ab und gibt Facters Willen frei. Die Mikro-Bestie fühlt nur noch Hass auf TRAITOR und will sich rächen. So folgt Facter zwar dem Befehl des Dualen Kapitäns Zerberoff und beteiligt sich an der Suche nach den Siganesen, aber nicht, um die Eindringlinge unschädlich zu machen, sondern um sich mit ihnen zu verbünden.

Die Siganesen sammeln derweil weitere Informationen über das Kolonnen-Fort. Sie beobachten, wie der Duale Kapitän, der tatsächlich aus den Körperhälften eines vogelähnlichen Ganschkaren und eines Mor'Daer-Soldaten zusammengesetzt zu sein scheint, einen Dunklen Ermittler trifft und von diesem einen Datenkristall erhält. Der Dunkle Ermittler gleicht einem formlosen, sich ständig bewegenden Schatten mit ungefähr 200 Metern Durchmesser. Möglicherweise bildet er einen eigenen Mikrokosmos, denn wer sich ihm nähert, schrumpft immer mehr, bis er verschwindet. Als der Duale Kapitän wieder erscheint, folgen die Siganesen ihm und sind zugegen, als er den Datenspeicher aktiviert. Sie erkennen, dass mindestens 58 Kolonnen-Forts in der Nähe wichtiger Machtzentren der Milchstraße positioniert sind und dass die gesamte Galaxis offenbar bereits in "Parzellen" aufgeteilt wurde.

Da werden die Siganesen durch einen Zufall entdeckt. Alarm wird ausgelöst. Ashlon Fogel greift den Dualen Kapitän an und opfert sich, um für Ablenkung zu sorgen und seinen beiden Freunden die Flucht zu ermöglichen, denn er hat herausgefunden, dass Demetrius Luke und Dani Queenz sich lieben. Sein Tod ist nicht vergeblich, denn Luke und Queenz können sich verstecken. Doch sie wurden die ganze Zeit über von Zon Facter beobachtet. Jetzt nimmt die Mikro-Bestie Kontakt mit ihnen auf und bietet ihnen ein Bündnis an. Er will ihnen mit einer Dunkelkapsel zur Flucht verhelfen, aber sie sollen es ihm ermöglichen, zu Perry Rhodan zu gelangen. Er will eine Vereinbarung mit dem Terranischen Residenten treffen.

Rhodan erhält von Reginald Bull die Nachricht, eines der Schiffe, die nach dem Kolonnen-Fort suchen (der Jagdkreuzer BRIXBIE), sei verschollen…

Kommentar:

Bedauerlich, dass man schon zum Zyklusauftakt wieder damit anfängt, eine Handlung, die gerade mal für einen Roman gereicht hätte, auf die Länge eines Doppelromans zu strecken. Was sollte damit erreicht werden? Das Kolonnen-Fort anschaulich vorzustellen? Okay - das ist ganz gut gelungen. Auch die Einführung von Zon Facter finde ich noch passabel, wenn er mich auch immer fataler an einen gewissen Zweitkonditionierten namens Tro Khon erinnert. Die drei Siganesen allerdings haben sich inzwischen zu derartigen Nervensägen entwickelt, dass ich regelrecht erleichtert war, als Ashlon Fogel endlich das Zeitliche segnete! Diese "Alltagsmenschen-werden-zu-Helden-Szenarien" finde ich einfach zu abgedroschen und obendrein zu unglaubwürdig, vor allem dann, wenn die Autoren es mit der Trotteligkeit ihrer Alltagshelden zu sehr übertreiben. Das Getändel zwischen den beiden Mannsbildern und dem Mädel wirkte zu bemüht, ich konnte es nicht ernst nehmen. Meiner bescheidenen Meinung nach bewegten diese Szenen sich auf dem Niveau billiger Vorabend-Soaps. Was soll's: Schwamm drüber.

Warum man den Dualen Kapitän aus zwei Hälften verschiedener Wesen zusammengesetzt hat, wird hoffentlich noch erklärt. Oder gibt es vielleicht gar keine andere Erklärung außer der einen: Er besteht aus zwei Hälften, weil ein Expokrat gedacht hat, das sei eine coole Idee? Überhaupt scheint Zerberoff leicht überfordert zu sein. "Huch, wir haben unsichtbare Feinde an Bord! Was sollen wir nur tun?" Denkt er, während die Siganesen fröhlich im Schutz ihrer Deflektoren alle möglichen Energieerzeuger aktivieren, sich per Funk unterhalten und so weiter… Immer der gleiche Unsinn! Wenigstens kommt Zon Facter auf die Idee, endlich mal eine Antiflexbrille aufzusetzen!

Besonders spannend war auch dieser Roman wieder nicht. Habe mich dabei ertappt, dass ich kaum noch der eigentlichen Handlung folgte, sondern nur noch die Informationen las, die ich für obige Zusammenfassung brauchte - und dass ich mitzählte, wie oft Haensel "in dem Moment" geschrieben hat. Diese Formulierung verwendet Haensel mindestens 30x, egal ob sie passt oder nicht. Was bleibt? Erwartungsgemäß haben wir nicht nur ein unbesiegbares Kolonnen-Fort in der Milchstraße, sondern mindestens 58. Da stellen sich für mich automatisch zwei Fragen. 1.: Woher kommt eigentlich das ganze Baumaterial, das Zubehör und das Personal? D.h. sind die Forts identisch mit der Terminalen Kolonne oder wartet die eigentliche Kolonne noch irgendwo im Hintergrund? 2.: Wie wollen die Expokraten diese viel zu übermächtigen Gegner wieder loswerden? Wahrscheinlich muss am Ende wieder irgendeine eierlegende Wollmilchsau - oder ein Paradim-Panzerbrecher oder ein Dissonanzgeschütz oder was auch immer - aus dem Hut hervorgezaubert werden, dazu noch ein paar Millionen Tote bei Raumschlachten… Es wäre schön, wenn es einmal, nur ein einziges Mal, anders ausgehen würde. Aber ich erwarte es nicht.

Der Dunkle Ermittler erinnert ein ganz klein wenig an eine Mini-Ausgabe von ZENTAPHER. Vielleicht tragen diese ganzen Dunkelfelder ja auch Teile des ELEMENTS DER FINSTERNIS?


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