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Perry Rhodan Nr. 2301 Im Kolonnen-Fort

Autor: Hubert Haensel

Inhalt

Die drei Siganesen Demetrius Luke, Ashlon Fogel und Dani Queenz erreichen mit Zon Facters Dunkelkapsel unbemerkt das noch im Bau befindliche Kolonnen-Fort TRAICOON 0098, welches in unmittelbarer Nähe des Solsystems im All steht und im Schutz eines Dunkelfelds für sämtliche Ortungssysteme der Terraner unsichtbar ist. Das Fort hat ungefähr doppelte T-Form. Sobald es fertig montiert ist, wird es ca. 16 Kilometer lang und 11 Kilometer breit sein. Seltsamerweise scheint die gesamte Struktur geringfügig in sich verdreht zu sein. Kommandiert wird das Fort vom Dualen Kapitän, der aus der Verschmelzung der Körperhälften zweier Wesen hervorgegangen zu sein scheint. Er hat zwei Köpfe: Den Echsenschädel eines Mor'Daer (Kampftruppen der Terminalen Kolonne) und den Vogelschädel eines Ganschkaren (Techniker). Der Duale Kapitän wurde von den Progress-Wahrern der Terminalen Kolonne entsandt, um das Solsystem zu erobern - er soll es aber nicht vernichten. Der Duale Kapitän scheint über eine Paragabe zu verfügen, mit der er die Endogene Qual erzeugen kann: Er kann andere Wesen grauenhafte Schmerzen empfinden lassen, indem er sie nur ansieht.

Diese Erfahrung müssen auch Zon Facter und seine Mikro-Bestien machen, denn der Duale Kapitän ist unzufrieden mit dem Ausgang des Einsatzes auf Terra. Zon Facter, der durch seine schweren Verletzungen noch geschwächt ist, verliert das Kommando über die Assassinen. Sein bisheriger Stellvertreter Val Rabozo reißt den Befehl über die Mikro-Bestien an sich. Zon Facter ist allerdings mit ganz anderen Gedanken beschäftigt. Er verspürt Zweifel an seinem Dienst für die Terminale Kolonne, für den Dualen Kapitän empfindet er Hass, was einer Blasphemie gleichkommt. Bald wird ihm klar, dass diese eigentlich unmöglichen Gefühle mit seinen Verletzungen zusammenhängen müssen. Er kann sich plötzlich daran erinnern, dass die Mikro-Bestien in vitro gezüchtet werden und ein Implantat erhalten, das Kralle des Laboraten genannt wird. Dieses Implantat kontrolliert die Mikro-Bestien und sorgt für ihre totale Loyalität gegenüber der Terminalen Kolonne. Bei Zon Facter stirbt die Kralle jedoch offenbar ab, was zwar mit schrecklichen Schmerzen verbunden ist, letztlich aber dazu führt, dass er seinen freien Willen zurückerhält.

Die Siganesen beobachten derweil die Bauarbeiten im Kolonnen-Fort. Seltsame Wesen, die wie riesige Zellen mit einem humanoiden "Kern" aussehen, scheinen die Hauptarbeit beim Aufbau des Forts zu verrichten. Die vogelartigen Ganschkaren scheinen die Arbeiten zu kontrollieren. Dann jedoch werden die Eindringlinge entdeckt. Der Duale Kapitän lässt sie jagen und beauftragt damit auch die Mikro-Bestien, denn es steht fest, dass die Eindringlinge von ihnen eingeschleppt worden sein müssen.

Derweil besichtigt Perry Rhodan auf dem Mond die Werften, in denen ein Teil der TERRANOVA-Flotte konstruiert wird und wo die ENTDECKER zum Vorstoß nach Hangay umgerüstet werden. Zur TERRANOVA-Flotte gehören die so genannten LORETTA-Tender. Diese sind ähnlich wie die alten Tender der DINO-Klasse aufgebaut, allerdings hat ihre Plattform einen Durchmesser von 6 Kilometern und die Kugelzelle hat die Ausmaße eines ENTDECKERS…

Kommentar:

Die ersten Romane eines neuen Zyklus haben immer einen Bonus. Ganz einfach deshalb, weil man viel zu hungrig auf neue Informationen ist, um sich über Handlung, Logik und sonstige Kleinigkeiten Gedanken zu machen. Das ist auch genau der Grund, warum ich diesen Roman interessant fand, obwohl er an und für sich nicht besonders spannend ist. Denn man erfährt recht viel über die Terminale Kolonne - einige ihrer Völker werden vorgestellt und so weiter. Trotzdem sind mir einige Merkwürdigkeiten aufgefallen.

Zunächst einmal die ziemlich auffälligen Parallelen zwischen den Mikro-Bestien und den Zweitkonditionierten. Abgesehen davon, dass sie einander bis auf die Körpergröße gleichen, werden auch beide durch ein Implantat (Kralle des Laboraten bei den einen, Symboflexpartner bei den anderen) zur Loyalität gezwungen. Und damit nicht genug: Wie einst Tro Khon "verliert" auch Zon Facter sein "Kontrollmodul" - es darf angenommen werden, dass er früher oder später den Siganesen helfen und den Terranern wichtige Informationen für den Kampf gegen die Terminale Kolonne liefern wird. Muss die Serie sich denn immer selbst kopieren? Allerdings muss ich sagen, dass ich die Mikro-Bestien im Gegensatz zu manch anderen Fans (man lese die einschlägigen Diskussionsforen im Internet) nicht lächerlich finde. Im Gegenteil - meiner Meinung nach wurden sie sehr gut eingeführt, ich zumindest finde die kleinen Kraftpakete, vor allem Zon Facter, durchaus… hm… sympathisch!

Dann die Leichtigkeit, mit der die Siganesen sich im Kolonnen-Fort unbemerkt bewegen können. Gut, am Ende werden sie dann doch entdeckt, aber warum so spät? Wie kann es sein, dass die Jungs von der Terminalen Kolonne, für die perfekte Tarnung ja offenbar das A und O ist und die zudem ihren Stützpunkt genau auf der Türschwelle des Feinds einrichten, sich von simplen Deflektoren ins Bockshorn jagen lassen? Wo die Siganesen doch sorglos ihre Flugaggregate einsetzen? Die Energie-Emissionen dieser Aggregate werden schließlich von Deflektoren nicht abgeschirmt und dürften leicht anzumessen sein. Bauarbeiten hin oder her.

Überhaupt: Die Siganesen. Ich mag Siganesen, das vorweg! Aber Ashlon Fogel hat gute Chancen, zur zweitgrößten Nervensäge direkt nach Norman zu werden. Er scheint nur dazu da zu sein, sich den Anweisungen seines Chefs zu widersetzen und damit die ganze Gruppe in Gefahr zu bringen.

Zu guter Letzt die Terminale Kolonne selbst. Warum müssen PRs Gegner sich eigentlich immer gegenseitig übertrumpfen, was Übermacht, Bösartigkeit und schlechte Tischmanieren angeht? Genau wie die Kybb scheinen auch die Kolonnen-Völker einfach nur böse zu sein, ihre Organisation scheint auf Unterdrückung und Furcht zu basieren. Kein Wort zu den Motivationen (sofern die Kolonnen-Völker überhaupt welche haben), nichts als simple Schwarzweißmalerei. Und wieder einmal verwenden PRs Feinde eine überlegene Technik, haben supergigantische Schiffe bzw. Stationen… Irgendwann muss man die wieder loswerden, und am Beispiel der Kybb-Titanen hat man ja gesehen, dass dieser Schuss auch leicht nach hinten losgehen kann. Übrigens: Den Effekt der "Endogenen Qual" gibt es wirklich! Ich kriege auch tierische Schmerzen, wenn ich bestimmte Leute nur ansehe (Namen nenne ich jetzt lieber nicht)...


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