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Perry Rhodan Nr. 2299 Ahandaba

Autor: Uwe Anton

Inhalt

Das Solsystem wurde befreit. Die Aufheizung der Sonne wurde gestoppt, das Gestirn "beruhigt" sich wieder. In der jetzt wieder an gewohnter Stelle über Terrania schwebenden Solaren Residenz tritt das Parlament der LFT am 28.05.1333 zur ersten Sitzung nach der Befreiung zusammen. Keiner der ehemaligen Orbhonisten hat irgendwelche Repressalien zu befürchten - auch nicht der Erste Terraner Maurenzi Curtiz, der jedoch seinen Rücktritt in Erwägung zieht, und auch nicht Gon-Orbhon, der wieder ganz er selbst ist. Man geht davon aus, dass niemand für seine Taten verantwortlich gemacht werden kann, da Gon-Orbhon und alle seine Anhänger unter Satrugars Einfluss gestanden haben. Doch nicht einmal Satrugar muss befürchten, dass die Terraner sich an ihm rächen werden, denn auf Parrakh beobachten Kantiran und Mal Detair, wie der Graue Autonom Ka Than erscheint, sich mit dem wahnsinnigen Nocturnenstock vereinigt und ihn dadurch heilt. Eine Zone des Friedens entsteht im Parrakhon-Sternhaufen. Die aus Ka Than / Satrugar hervorgegangene Wesenheit hilft nicht nur den dortigen Völkern, sondern wird auch zu einem Freund Kantirans, der vorerst auf Parrakh bleibt, wo er sich mit Mal Detair zusammen als Tierheiler betätigt. Kantiran hat kein Verlangen, zu seinem Vater Perry Rhodan zurückzukehren, denn er fühlt sich weder zu ihm noch zu den Terranern - aber auch nicht zu den Arkoniden - hingezogen.

Die Schildwachen und das Paragonkreuz bestätigen in einer zweiten Weihe Gon-Orbhons Schutzherrenstatus, die Motana vergeben ihm seine Untaten. Zephyda ruft die Allianz der Moral darüber hinaus zum Friedensschluss mit den Kybb-Völkern auf. Auf Graugischt erfährt Gon-Orbhon von Carya Andaxi, dass sie nicht nur über 120.000 Bionische Kreuzer, sondern auch über 5000 so genannte Schutzherren-Archen verfügt. All diese Schiffe wurden über die Jahrtausende hinweg von den Toron-Erih gebaut und in Hangars am Meeresgrund versteckt. Die 25 km durchmessenden und 15 km hohen ellipsoiden Archen können nur mit den psionischen Kräften der Motana geflogen werden. Mit ihnen sollen alle Völker aus allen ehemaligen Hyperkokons aufbrechen, um das mythische Paradies Ahandaba zu suchen, denn Carya Andaxi meint, die Milchstraße sei nicht mehr die Heimat dieser Völker und die Zeit der Schutzherren sei vorüber. Andaxi bietet angesichts der Tatsache, dass in unmittelbarer Nähe der Milchstraße eine Negasphäre entsteht, auch den Terranern die Mitreise an, doch Rhodan lehnt ab: Die Terraner fliehen nicht, sie verlassen ihre Heimat nicht.

Die Ahandaba-Karawane bricht am 10.10.1335 NGZ auf, sie wird von den letzten 6 Kybb-Titanen aus dem Parr-System begleitet. Der Schößling von Uralt Trummstam wird ausgegraben und ebenfalls mitgenommen. Atlan und Zephyda müssen sich voneinander verabschieden. Zephydas Liebeskummer ist nur von kurzer Dauer, denn sie verliebt sich ca. ein Jahr später in einen jungen Motana, außerdem wird sie zur Schutzherrin geweiht. Das Paragonkreuz offenbart ihr seine wahre Gestalt: Es ist ein Koridecc-Schmetterling. Da diese seltsame Wesenheit die Mächtigkeitsballung von ES verlässt, braucht sie einen neuen "Anker" im Normaluniversum - Zephyda soll dieser Anker sein. Eines Tages soll Zephyda die Führung der Karawane übernehmen. Die Ahandaba-Karawane wird alle ehemaligen Einflusssphären der Schutzherren aufsuchen, nur nicht die Charon-Wolke, die sich im Zentrum der Milchstraße befindet. Dieser Mini-Sternhaufen enthält nur 26 Sonnen und dort scheint sich das vierdimensionale Raum-Zeit-Kontinuum in "etwas anderes" zu verwandeln. Bislang ist es noch niemandem gelungen, in diesen Bereich vorzudringen. Auch die Ahandaba-Karawane wird es nicht versuchen.

Am 16.06.1337 NGZ landet ein Schiff der Friedensfahrer auf Parrakh. Ein Mann steigt heraus, der eine Maske trägt. Es ist Alaska Saedelaere.

Kommentar:

Auf Terra, in der Milchstraße, in Jamondi, in Arphonie und in der GMW ist nach Jahrtausenden schrecklichster Kriege und gnadenlosester Unterdrückung plötzlich alles wieder in Butter. Man versichert sich gegenseitig, man sei gar nicht so böse gewesen. Jeder verzeiht jedem. Man liegt sich heulend in den Armen. Alle "Neuankömmlinge" verlassen ihre ehemaligen Hyperkokon-Gefängnisse und verschwinden mit vorerst unbekanntem Ziel. Und das war er dann irgendwie auch schon, der so genannte Abschluss des Sternenozean-Zyklus.

In wenigen Absätzen wird da ein Handlungszeitraum von mehr als zwei Jahren "abgehandelt". Im Schnelldurchlauf wird praktisch alles vom Tisch gewischt, was im Sternenozean-Zyklus an Neuem eingeführt worden ist - alles bis auf die Hyperimpedanz-Erhöhung, deren Sinn bis jetzt ausschließlich darin besteht, die Schauplätze für die nächsten Abenteuer Perry Rhodans auf die Milchstraße einzugrenzen (obwohl noch nicht mal das fest stehen kann, wenn man bedenkt, dass die Negasphäre im nächsten Zyklus eine wichtige Rolle spielen soll). Selbst die Solare Residenz darf jetzt wieder wie ein zu groß geratener Luftballon über Terrania schweben. Alle Uhren werden auf Null gestellt und alles ist fast wieder genau so, wie es vor Band 2200 war.

Kein Wort zum Schicksal von Carlosch Imberlock. Wahrscheinlich ist er beim Ausbruch des Vesuv ums Leben gekommen. Niemand beschäftigt sich mit der Frage, ob die Orbhonisten wirklich zu 100% ferngesteuert gehandelt haben oder ob sie sich - von den "Mitläufern", die gar nicht beeinflusst waren, ganz zu schweigen - nicht doch für ihre Verbrechen verantworten müssten. Auch Satrugar, der noch als letztes Überbleibsel eines ehemals übermächtigen Reichs, das sich fast von selbst aufgelöst hat, für Unruhe sorgen könnte, wird flugs befriedet. Warum zum Henker ist die Wesenheit, die sich damals aus Antallin gelöst hat, nicht gleich auf Satrugar übergewechselt? Dann wäre es nie zu all den Problemen mit dem durchgeknallten Nocturnenstock gekommen! Wer hätte ihn daran hindern können? Warum musste erst Gon-Orbhon kommen, um Satrugar zu "heilen"?

Jeder glaubt Gon-Orbhon, dass er jetzt ganz lieb und brav sei. Wer kann diese Behauptung nachprüfen? Wie kann man ihm so blind vertrauen? Die von ihm jahrtausendelang unterdrückten Völker haben kein Problem damit, ihrer Heimat den Rücken zu kehren, alle Brücken hinter sich abzubrechen und Gonny ins Unbekannte zu folgen. Carry Andechs - pardon - Carya Andaxi zaubert mal eben Tausende von Riesenschiffen aus der Flosse hervor und entfleucht zusammen mit der Glaubwürdigkeit der PR-Serie ins Nichts. Wann hat sie den Bau all dieser Schiffe in ihrer jahrtausendelangen Depression eigentlich veranlasst? Und wie, glaubt sie, sollen wohl Milliarden und Abermilliarden von Terranern in diese 5000 Schiffchen reinpassen? Oder sollte sie ihr Angebot an Perry Rhodan gar nicht ernst gemeint haben? Hätte er es angenommen, dann hätte es in den Archen entweder ein ziemliches Gedränge gegeben oder er hätte sich überlegen müssen, wer eigentlich ein Terraner ist. Gerade noch rechtzeitig scheint er sich daran erinnert zu haben, dass die LFT nicht nur aus Terra besteht. Was mich zu dem Gedanken führt, wie Carya Andaxi eigentlich auf den Gedanken kommt, es sei genug Platz da, um ALLE Motana und ALLE anderen Völker aus ALLEN ehem. Hyperkokons, die zufällig nicht über Bionische Kreuzer und ähnliche Psi-betriebene Schiffchen verfügen (zur Erinnerung: Mit "normalen" Raumschiffen kann man das Ahandaba nicht erreichen) in ihren Archen unterzubringen…

Die Beiläufigkeit, mit der einfach mal vorausgesetzt wird, dass alle ehemals in Hyperkokons versteckt gewesenen Völker bereit sind, sich einer Karawane anzuschließen, die - was die Kybb betrifft - von Wesen gelenkt wird, die noch vor kurzer Zeit ihre schlimmsten Feinde waren und die zu einem Ziel unterwegs ist, das so nebulös ist, dass jedes vernünftige Wesen es nur für ein Hirngespinst halten kann, ist schon mehr als erstaunlich. "Okay, wir verlassen unsere Heimatwelten und fliegen mit unseren ehemaligen Feinden… ja, wohin eigentlich?" Warum baut man die Kultur der Motana und sogar die der Kybb so plastisch und detailreich auf, wenn sie alle sowieso bei Zyklusende auf Nimmerwiedersehen in den Tiefen des Exposé-Papierkorbs verschwinden müssen? Bionische Raumfahrt? Nie gehört! Kybb-Titanen? Kenn ich nicht! Mit dem Abzug der Ahuaha… ähm, sorry… Ahandaba-Karawane hat man sich natürlich nur der lästigen Pflicht entledigt, sich mit diesen neuen, mächtigen Völkern im unmittelbaren Umfeld der Milchstraße auseinandersetzen zu müssen. Außerdem muss man jetzt praktischerweise keine neuen Hauptpersonen mehr mit durch den nächsten Zyklus schleppen und braucht sich nicht die Mühe zu machen, Zeit auf eine gute Weiterentwicklung ihrer Charaktere zu verschwenden oder ihnen sinnvolle Aufgaben zu geben. Zephyda? Lyressea? Rorkhete? Gon-Orbhon? Wer soll das sein?

Das ist unglaubwürdig und klingt völlig an den Haaren herbeigezogen. Ein Kehraus, wie er im Buche steht. Insoweit auch nichts neues in der PR-Serie. Nur: In derart peinlicher Form wurde uns das bis jetzt noch nie zugemutet. Na, wenigstens muss man jetzt wohl erstmal nichts mehr von zickigen Rochenschiffen voller jodelnder Frauen lesen…

Atlan darf natürlich auch nicht glücklich mit Zephyda vereint bleiben, nein, die Kleine fliegt natürlich mit der Aua-aua-haha-Karawane und wird gar zur Schutzherrin geweiht. Wodurch hat sie sich eigentlich dafür qualifiziert? Ich dachte, nur Leutchen, die irgendwie als moralisch hochstehend betrachtet werden können oder besonders begabt sind, würden die Weihe erhalten. Wenn das aber so einfach ist - warum hat man Zephyda nicht gleich geweiht? So als Ersatz für die Symbolfiguren, zu denen Perry Rhodan und Atlan eben NICHT geworden sind (ein Umstand, der übrigens wohl auch in der Exposé-Materiesenke verschwunden ist)?

Noch so ein paar kleine Fragen, auf deren Beantwortung wir wohl nicht mehr hoffen dürfen: Wie ist Lotho Keraete auf die erstaunliche Idee gekommen, mit zwei einsamen Leutchen in den Sternenozean hineinzufliegen? Und was ist eigentlich aus Keraete geworden? Wo kommen die Kybb-Titanen, die Techniten und die Motoklone her? Wie funktioniert ein Motoschock? Ist Shallowain immer noch auf Kantis Spuren? Woher hatte Carya Andaxi die porleytische Substanz, die sich in den Bionischen Kreuzern befindet? Wurde Bré Tsinga endgültig freigesprochen? Wie wurden die Schohaaken freigesetzt und wo waren sie vorher?

Mehr fällt mir zu diesem Zyklus und zu diesem Roman nicht ein. Warum habe ich die letzten 100 Hefte eigentlich gelesen? Keine Ahnung. Aber ich bin ja nur einer der vielen dummen Fans, die auch die nächsten 100 Hefte kaufen und somit die Existenz dieser Schundserie sichern werden…


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