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Perry Rhodan Nr. 2298: Bericht eines Toten

Autor: Uwe Anton

Inhalt

Als der Tag erreicht ist, an dem eine Umkehr des Aufheizungsprozesses der Sonne nicht mehr möglich sein wird, befiehlt Perry Rhodan den zweiten Angriff auf die Kybb-Titanen im Solsystem. Die Entscheidungsschlacht, an der alle verfügbaren Einheiten teilnehmen, wird am 27.05.1333 NGZ geschlagen. Zwar ahnt Gon-O zunächst nicht, dass nicht mehr nur 24, sondern über 1200 terranische Schiffe mit Dissonanzkanonen bewaffnet sind, doch dieser Vorteil der Terraner verpufft, als sich herausstellt, dass es den Techniten offenbar gelungen ist, die Reichweite der Titanen-Waffen drastisch zu erhöhen. Hunderte von terranischen Schiffen werden abgeschossen, nur ein einziger Kybb-Titan kann vernichtet werden. Damit geht aber auch der Überraschungseffekt verloren. Gon-O reagiert, indem er 20 jener Kybb-Titanen in den Kampf wirft, die bisher damit beschäftigt waren, die Sonne zur Nova aufzuheizen. Dieser Prozess wird durch den Abzug der Kybb-Titanen zwar verlangsamt, aber jetzt verliert Rhodan reihenweise schwere Kampfeinheiten - auch solche, die mit Dissonanzgeschützen ausgerüstet sind. Die Schlacht scheint verloren zu sein.

Da tauchen die ca. 5000 Bionischen Kreuzer der Motana-Todbringerflotte auf, angeführt von Atlan auf der SCHWERT. Die Bionischen Kreuzer tragen die mit Hilfe von Iant Letoxx geborgenen Kyber-Neutros. Als diese aktiviert werden, fallen die Biodim-Blockverbünde der Kybb-Titanen aus. Diese verlieren dadurch einen Großteil ihrer Beweglichkeit und Feuerkraft. Die Terraner erzielen weitere Abschüsse. Gon-O wirft ihnen jetzt alles entgegen, was er hat. Die restlichen Kybb-Titanen aus Sol sowie der bisher über dem Stock-Relais am Vesuv stationiert gewesene Titan werfen sich den Terranern und Motana entgegen. Da die Bionischen Kreuzer selbst von den Kyber-Neutros gelähmt werden und hilflos im All treiben, sind sie ein leichtes Ziel für die Gigantschiffe der Kybb. Erneut entwickelt sich eine aussichtslose Lage - die Verluste, die Rhodans Flotte erleidet, sind kaum noch tragbar. Immerhin wurde der Aufheizungsprozess der Sonne endgültig gestoppt.

Die von Homer G. Adams auf den Weg gebrachten Krakatoa-Sonden bringen schließlich die Entscheidung. Als sie gezündet werden, bricht der Vulkan aus. Der Tempel der Degression wird vernichtet, Tausende Orbhonisten finden den Tod, Pyroklastische Ströme und Aschewolken bedrohen Neapel. Doch auch das Stock-Relais wird zumindest beschädigt. Da es außerdem von keinem Kybb-Titanen mehr beschützt wird, wagen Gucky und Icho Tolot einen Teleportersprung ins Innere des Nocturnenstocksplitters. Icho Tolot schnappt sich den hilflos herumtorkelnden Gon-Orbhon, dann bringt Gucky die beiden in Sicherheit. Jetzt ist der ehemalige Schutzherr frei von Satrugars Einfluss und findet ebenso wieder zu sich selbst wie alle seine "Jünger" auf Terra. Als Gon-Orbhon erkennt, welches Leid er angerichtet hat, übernimmt er mit Guckys mentaler Hilfe die Kontrolle über einen Teil der Kybb-Titanen und hetzt diese gegen die anderen Gigantschiffe. Die Titanen vernichten sich gegenseitig. Die Hälfte Neapels wird durch den Ausbruch des Vesuvs zerstört, doch der größte Teil der Bevölkerung kann evakuiert werden.

Das Solsystem ist frei, aber die Verluste sind schrecklich. Tausende von Schiffen sind vernichtet worden, darunter fast alle Einheiten der Todbringer-Flotte. Von PRAETORIA sind nur die 20 LFT-BOXEN des Kernblocks übrig, und viele davon sind schwer beschädigt. Millionen von Menschen haben am 27.05.1333 NGZ den Tod gefunden.

Kommentar:

Ist das zu fassen? Im vorletzten Roman des Zyklus wird uns praktisch nur noch einmal die Handlung von PR 2282 und PR 2295 mit leichten Abwandlungen vorgesetzt. Dabei erschöpft die Geschichte sich in seitenweisen Aufzählungen der Flottenstärken, der ständigen Betonung, wie überlegen die Kybb-Titanen den Terranern doch sind und der mehrfachen Wiederholung bereits bekannter Fakten (dass die Sonne demnächst zur Nova werden wird, wie schrecklich doch so eine Raumschlacht ist, wie hoch die Verluste sind und so weiter). Gestreckt wird das Ganze dann noch durch die Schilderung der für die Handlung absolut unbedeutenden Erlebnisse des Besatzungsmitglieds eines unwichtigen Schiffs, einer Person, deren Tod von Anfang an fest steht und deren Schicksal den Leser völlig unberührt lässt. Auch die meisten Szenen mit Bull, Gucky, Tolot usw., die die Geschehnisse von einem Versteck aus beobachten, sind überflüssig und langweilig. Wie es sich gehört, kommt die Rettung in letzter Minute - und zwar genau so, wie man es sich seit PR 2285 schon denken konnte. Das soll alles gewesen sein? Hätte man nicht eine etwas weniger vorhersehbare Auflösung erwarten dürfen?

Wie praktisch, dass Gon-Orbhon wieder ganz der Alte ist. So werden nämlich auch all die bösen, bösen Orbhonisten, die in all der Zeit kein Problem damit hatten, sich selbst und ihre Mitmenschen in die Luft zu sprengen, Hunderte von Unschuldigen öffentlich zu exekutieren und zu drangsalieren sowie den Leser mit lautem "Das Ende ist nah" - Geschrei zu nerven, plötzlich wieder zu braven Terranern, denen man natürlich alle Untaten gern vergibt. Ich hatte ja schon öfter geschrieben, wie mich diese Herangehensweise anwidert. Da wird immer behauptet, bei Orbhonisten sei keinerlei Fremdbeeinflussung nachweisbar. Manche Menschen (Mondra Diamond beispielsweise) konnten sich Gon-Orbhons Einfluss sogar durch bloße Willensanstrengung entziehen. Auch sonst hatte man nie den Eindruck, dass die Orbhonisten wirklich "ferngesteuert" agieren. Im Umkehrschluss müsste man also eigentlich sagen: Die Sektierer haben ihre Verbrechen zumindest teilweise aus freiem Willen begangen. Ich glaube nicht, dass die Autoren zu dieser Problematik auch nur ein Sterbenswörtchen verlieren werden. Bei Zyklusende wird wieder alles Friede-Freude-Eierkuchen sein. Das ist mir einfach zu billig.

Wie praktisch Teil 2: Offenbar wurden alle Kybb-Titanen vernichtet. Da muss man sich also auch nicht mehr die Mühe machen, diese Ultimaten Waffen sonst wie zu entsorgen oder auch nur zu erklären, wo sie eigentlich hergekommen sind, wie sie gebaut werden und so weiter. Auch hier glaube ich nicht, dass der Sternenozean-Zyklus uns noch weitere Erklärungen liefern wird.

Sollten die Zeiten gigantischer Materialschlachten in der Perry Rhodan - Serie nicht schon lange vorbei sein? Angesichts der hohen Verlustzahlen soll man als Leser wohl beeindruckt sein und vielleicht gar ein Tränchen für die Terraner verdrücken. Na ja. Wenn das so langweilig geschildert wird wie in diesem Roman, ist eine emotionale Reaktion kaum möglich. Außerdem: Wenn man schon Krieg führt, dann sollte man konsequent vorgehen. Rhodan schickt seine Schiffe ins Solsystem und lässt sie erst einmal so lange herumschippern, bis sie zu Hunderten abgeschossen werden. Dann grämt Rhodan sich erstmal eine Weile über die Verluste und erneut geht wertvolle Zeit verloren, bis die großen Pötte endlich einen (einen!!!) Kybb-Titanen aufs Korn nehmen. Warum nicht ein konzentrierter Feuerschlag in den ersten Minuten des Angriffs auf alle Titanen, die sich bei der Sonne befinden? Pro Titan hätten genau so viele mit Dissonanzgeschützen bestückte Schiffe zur Verfügung gestanden (ca. 24), wie für die Vernichtung eines solchen Monsters gebraucht werden. Die Verluste wären sicher nicht größer gewesen, als sie es laut Roman am Ende waren und der Überraschungseffekt wäre weit größer gewesen - schließlich waren die Titanen in vollem Umfang mit der Aufheizung der Sonne beschäftigt und wären zu diesem Zeitpunkt ein vergleichsweise leichtes Ziel gewesen.

Inzwischen frage ich mich auch, wie genau man den "Point of no Return" für die Aufheizung der Sonne überhaupt bestimmen kann. Offenbar auf die Stunde genau, sonst würde der ganze Roman keinen Sinn ergeben. Das halte ich nun doch für recht unwahrscheinlich, aber was soll's

Eine Behauptung hat mich irritiert: Angeblich handelt es sich bei den LFT-BOXEN um Robot-Einheiten. Das habe ich bisher anders gelesen.


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