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Perry Rhodan Nr. 2297: Unter dem Kondensator-Dom

Autor: Leo Lukas

Inhalt

Filana Karonadse hat über ihre Schnittstellen-Implantate Kontakt mit dem Specter erhalten. Dieser "Geist in der Maschine", der aus der Verschmelzung der ÜBSEF-Konstante von Maykie Molinas mit Teilen einer Biopositronik hervorgegangen ist und sich bisher im Rechnerverbund der RICHARD BURTON befunden hatte, ist mit dem Bionischen Kreuzer GRÜNER MOND zurück in die Milchstraße gelangt, um Gucky zu folgen. Allerdings ist ihm unterwegs quasi der Strom ausgegangen und jetzt steht es vor der Auslöschung. Filana versorgt das Specter mit neuer Energie und trägt die Teile des Rechnerverbunds, in dem der "Seelenanker" des Specter sich befindet, fortan in einem Ranzen mit sich herum. Das Specter zeigt sich erkenntlich, indem es Filanas Implantate verbessert und ihr hilft, besser mit der Schnittstelle umzugehen. Beide stehen in permanenter Verbindung. Sie erforschen die Daten, die aus den Rechnern der Kybernetischen Universität von Whocain geborgen werden konnten, und schleusen sich erneut in ein trakisches Computernetzwerk ein.

So werden die ersten echten Hinweise auf die geheimnisvolle Anti-Titanen-Waffe entdeckt. Seit der Erhöhung der Hyperimpedanz ist nämlich der aus Motana-Genmasse bestehende Biodim-Blockverbund der Grund für die unglaublichen Beschleunigungs- und Manövrierfähigkeiten der Kybb-Titanen - und diesen Biodim-Antrieb kann man offenbar auf die gleiche Weise außer Gefecht setzen wie die Motana: Mit Kyber-Neutros! Dummerweise wurden aber alle Kyber-Neutros bei der Schlacht um Tan-Jamondi vernichtet und der einzige Kybb, der mehr über diese Waffe weiß (Iant Letoxx), hat sich ja leider abgesetzt. Genau genommen steht er bereits in Verbindung mit der trakischen Widerstandsorganisation TRAKTAT. Letoxx soll den Terroristen als Symbol- und Identifikationsfigur dienen. Das Specter entdeckt jedoch den Aufenthaltsort von Letoxx, so dass ein terranisches Einsatzkommando ihn "befreien" kann. Bereitwillig schließt der Opportunist sich den Terranern an, als Atlan ihm ein fernflugtaugliches Raumschiff anbietet, mit dem er den Sternenozean verlassen könnte.

Gemeinsam erforscht man die Tiefenstadt von Taukirk, wo Letoxx seinerzeit die Kyber-Neutros gefunden hatte. Das Lager ist natürlich völlig leergeräumt worden, aber Filana/das Specter stoßen auf Hinweise, denen zufolge es 500 weitere Kyber-Neutros geben muss. Geront Detrakk, ein legendärer Feldherr der Traken, hat sie vor langer Zeit beiseite geschafft. Dann bricht die gesamte unterirdische Anlage zusammen, nur mit knapper Not und mit der Hilfe durch einen Kreuzer kann das Team fliehen. Die Terraner können die Hinterlassenschaften Detrakks nicht ohne weiteres durchsuchen, denn diese befinden sich unter dem größten Heiligtum der Kybb: Dem Kondensator-Dom. Würden Fremde dieses Heiligtum betreten, würde das gesamte Volk der Kybb diese Entweihung fanatisch rächen. Deshalb schickt Atlan nur Letoxx, Filana und den Oxtorner Gorm Goya in den Einsatz, letztere verwenden Deflektoren. Das Specter schleust sich in die Computernetzwerke ein. Pech für Filana und Gorm: Die Terroristenführer von TRAKTAT erwarten sie schon. Sie haben das Computernetzwerk von Tan-Eis dazu gebracht, sich zu einer echten KI zu entwickeln. Dieses soll mit Hilfe der 500 im All gelagerten Kyber-Neutros eine Psi-Schockwelle aussenden, die alle Nicht-Kybb im Tan-Jamondi-System töten oder lähmen würde. Das soll der erste Schritt zur Rückeroberung des Sternenozeans sein.

Während das Specter "von innen" gegen die KI kämpft, opfert Gorm Goya sich, um so viele Rechner des Netzwerkkerns zu vernichten wie möglich. Letoxx, dem die Armprothesen abgenommen worden sind, und Filana können mit den Daten über das Versteck der Kyber-Neutros entkommen. Atlan lässt die Geräte bergen, Filana und Letoxx verlassen das System gemeinsam in dem Raumschiff, das Letoxx versprochen worden war. Der "reaktivierte" Lotho Keraete trifft bei Atlan ein. Er berichtet, der Graue Autonom habe Mykronoer verlassen und sei jetzt bereit, die Allianz der Moral aktiv zu unterstützen.

Kommentar:

Über den Roman selbst gibt es nicht viel zu sagen. Richtig spannend ist die Geschichte eigentlich nicht, es kommt aber auch keine Langeweile auf. Es schleichen sich auch wieder einmal einige Austriazismen einů Mir kommt der zweite Teil des Doppelband wie eine Kopie des ersten vor - genau der gleiche Handlungsablauf, wenn auch mit anderem Ende. Warum musste es überhaupt ein Doppelroman sein? Ein Heft hätte völlig ausgereicht, zumal der "Showdown" recht überstürzt kommt. Der Schilderung trakischer Eigenheiten wird weit mehr Raum eingeräumt. Der Versuch, den Kybb auf diese Weise mehr "Leben" einzuhauchen, ist ja lobenswert, aber er kommt (wie ich schon sagte) viel zu spät. Es sei denn, die Kybb würden auch im nächsten Zyklus noch eine Rolle spielen, aber das glaube ich nicht. Ich nehme eher an, dass sie nach PR 2299 abserviert sein werden - wie allzu viele Widersacher vor ihnen. Ansonsten konzentriert der Roman sich natürlich auf das Specter und Filana. Ich muss sagen: So nahe am Zyklusende hätte ich mir mehr "Futter" gewünscht. Insbesondere wüsste ich gern, wo die Kybb-Titanen denn nun eigentlich herkommen. Ich glaube nämlich nach wie vor nicht, dass die Kybb sie selbst konstruiert haben.

Über das Schicksal des Specter könnte man trefflich spekulieren. Filanas Rucksack, in dem sich die "Seelenanker" befunden haben, wurde zerstört. Es wurde stets behauptet, die verbliebenen Gehirnfragmente Moles seien darin enthalten und ohne die wiederum darin befindliche ÜBSEF-Konstante könne das Specter nicht existieren. Zum fraglichen Zeitpunkt hat das Specter sich allerdings schon in der TRAKTAT-KI befunden, diese hatte ihm eine Verschmelzung angeboten. Im letzten Moment ist aber eine Leuchterscheinung von den KI-Rechnern auf Filana übergesprungen. Also ist das Specter entweder tot, oder es lebt im Netzwerk von Tan-Eis weiter oder aber es befindet sich jetzt in Filanas Implantaten. Für die letzte Alternative spricht die Tatsache, dass Filana sich bei der Flucht in einen Kybb-Traken "verwandelt". Das dürfte ihr nur durch die besonderen Fähigkeiten des Specter möglich gewesen sein. Vielleicht kann das Specter ja auch ohne seine Seelenanker weiterexistieren, wenn ein anderes Lebewesen - in dem Fall Filana - als Seelenanker dient? Wenn ich Leo Lukas richtig einschätze, wird er es so machen wie H.G. Ewers es seinerzeit mit seinen berüchtigten Eigenkreationen angestellt hat: Er wird das Specter durch irgendeine Hintertür irgendwann wieder in die Handlung bringen.

Darauf, dass es sich ausgerechnet bei den Kyber-Neutros um die gesuchte Anti-Titanen-Waffe gehandelt hat, hätte ich eigentlich selbst kommen können. Schließlich wurden die Parallelen zwischen Motana-Technik (ich nenne die Bionischen Kreuzer und die psionische Raumfahrt jetzt einfach mal so) und Kybb-Technik (Biodim-Antrieb, Kyber-Neutros usw.) ja schon früh im Zyklus erwähnt. Nette Idee, dem Leser die Lösung praktisch vor den Augen herumzuschwenken - jedenfalls sind mir solche Entwicklungen viel lieber als irgendwelche Superwaffen (z.B. die Dissonanzgeschütze), die im letzten Moment aus dem Hut hervorgezaubert werden.


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