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Perry Rhodan Nr. 2296: In der Hölle von Whocain

Autor: Leo Lukas

Inhalt

Die Kybb im Sternenozean von Jamondi sind geschlagen. Große Teile ihrer Flotten und einige SPURHÖFE sind vernichtet, Schloss Kherzesch ist nicht mehr, ihr Anführer Tagg Kharzani ist tot. Diese Schläge haben dafür gesorgt, dass die kybernetischen Zivilisationen wie gelähmt sind - sie leisten den Motana und den Terranern keine Gegenwehr mehr. Symbolisch errichtet Zephyda das neue Hauptquartier der Allianz der Moral beim Dom Rogan auf Tan-Jamondi II. Die Streitkräfte der Motana sind inzwischen durch 250 ENTDECKER und 5000 LFT-BOXEN verstärkt worden, die im Tan-Jamondi-System stationiert sind. In der Beziehung zwischen Atlan und Zephyda kriselt es wieder einmal: Die Routine des Alltags schadet ihrer Liebe. Da die Kybb nun keine Gefahr mehr darstellen, widmet man sich verstärkt der Suche nach jener geheimnisvollen Anti-Titanen-Waffe, deren Existenz bis jetzt noch nicht einmal gesichert ist. Auch die Verhöre, denen die führenden Kybb-Traken unterzogen werden, bringen keine Ergebnisse. Trotzdem nimmt Atlan an, dass diese Waffe (wenn sie überhaupt existiert) auf dem Planeten Tan-Eis, in der Trakenstadt Whocain, versteckt ist, denn dort befinden sich die ältesten Relikte der kybernetischen Zivilisationen.

Für eine Suchaktion mitten im Feindesland werden Personen mit besonderen Fähigkeiten benötigt. Ein Landungstrupp aus fähigen Soldaten, angeführt von dem Ertruser Jallon Hypt und dem Oxtorner Gorm Goya, wird zusammengestellt. Leiter des Kommandos ist der Xenopsychologe Hajmo Siderip, der den Kybb-Traken Iant Letoxx zur Kollaboration bewegen konnte. Letoxx, der sich schon immer durch Betrug und Tricks durchgeschlagen hat, wittert eine Chance, die Freiheit zu gewinnen. Besondere Bedeutung bei der Expedition kommt der Positronik-Spezialistin Filana Karonadse zu. Die junge Frau hat eine Operation an sich selbst vorgenommen bzw. vornehmen lassen, bei der ihr ein Gerät in den Kopf gepflanzt wurde, das ihr als Schnittstelle zu Computersystemen aller Art dient. Durch dieses fast die ganze linke Kopfseite bedeckende Modul hat sie auch eine Art Trakensinn entwickelt - ein unschätzbarer Vorteil für die Erkundung einer Stadt, in der zum großen Teil auf diese für Menschen unverständliche Art und Weise kommuniziert wird. Um die angespannte Situation nicht zur Explosion zu bringen, wird das für den 23.05.1333 NGZ angesetzte Landeunternehmen als "Initiative für Kulturaustausch" bezeichnet. Da man die Kybb nicht für total verblödet hält, d.h. da anzunehmen ist, dass sie den Braten riechen, wird gleichzeitig im All ein riesiges Baugerüst errichtet. Die Kybb sollen glauben, die Terraner würden in Whocain nach Bauplänen für Kybb-Titanen suchen, um selbst ein solches Gigantschiff zu konstruieren…

Der Einsatz verläuft zunächst viel versprechend, wenn auch Filana Karonadse unter dem pausenlosen Ansturm der Impulse aus ihren Implantaten den Verstand zu verlieren beginnt. Außerdem kommt es zu einem Attentat auf die Einsatzgruppe, denn unter den Kybb beginnt der Widerstand gegen die "Glatthäuter" sich zu regen. In der Kybernetischen Universität findet die Gruppe Hinweise auf Hybrid-Computer, die noch aus der Zeit vor der Entstehung der Hyperkokons stammen und bisher noch nicht wieder reaktiviert worden sind. Filana klinkt sich in die Netzwerke der Universität ein, doch da wird ein weiterer Anschlag auf die Terraner verübt. Ein Soldat wird getötet, viele werden verletzt. Möglicherweise hat Iant Letoxx seine Finger im Spiel, denn er verschwindet bei dem Anschlag spurlos. Außerdem wird festgestellt, dass noch jemand die Computer der Universität durchsucht hat. Man zieht sich zur LEIF ERIKSSON zurück, plant aber die baldige Rückkehr nach Whocain.

Zunächst muss Filana Karonadse sich jedoch erholen. Ihre Visionen werden immer schlimmer. Sie glaubt eine fremde Stimme zu hören, die sie um Hilfe bittet. Der Fremde behauptet, er kommuniziere mit ihr über die Schnittstelle und ihm gehe allmählich die Energie aus…

Kommentar:

…hm, man könnte fast meinen, Filana habe es mit dem Specter zu tun - aber dieses aus Mayk Molinas hervorgegangene Wesen befand sich zuletzt auf der RICHARD BURTON in der Großen Magellanschen Wolke. Es könnte natürlich sein, dass es mit dem Bionischen Kreuzer, der die Kristallsturmflotte besucht hat, zurückgekehrt ist. Vielleicht handelt es sich ja auch um ein zweites Bewusstseinsfragment, das in den Überresten von Mayks Spezialbrille versteckt war, die Filana zur Konstruktion ihrer Schnittstelle verwendet hat? Jedenfalls wird aus der großbusigen Rothaarigen, die Anfangs wohl nur als Anhängsel für den unglücklichen Agenten Corg Sonderbon gedacht war, eine richtig interessante Figur. LL schafft es sehr gut, die allmähliche Zerrüttung ihres Verstandes darzustellen. Vielleicht kommt es ja zu einer Symbiose von Filana und dem Specter?

Auch sonst ist der Roman recht kurzweilig. LL spart nicht mit Anspielungen und Querverweisen, die, da sie relativ dezent versteckt wurden, sogar richtig witzig sein können. Über Sinn und Unsinn eines Kommandounternehmens der Art, wie es vom Jungspund Siderip (gibt es auf LFT-Schiffen eigentlich keine erfahrenen Leute?) geplant wird, sollte man allerdings nicht weiter nachgrübeln. Zu Anschlägen ist es erwartungsgemäß ja sowieso gekommen, da hätte man auch gleich mit offenen Karten spielen, den Deckel mit Hilfe einiger schwerer Schlachtschiffe zumachen und mit starken Militärkräften einsteigen können.

Die Stellen, an denen die sehr eigenartige "Kultur" der Traken näher beleuchtet wird, kamen mir ein wenig zu sehr in die Länge gezogen vor. Und wieder einmal muss ich mich fragen, warum "die Bösen" in der Perry Rhodan - Serie immer so plakativ grausam und widerlich sein müssen wie z.B. die Kybb-Traken. Die Bösen stinken! Das ist die Botschaft, die uns hier vermittelt wird, oder wie soll ich das verstehen, was uns hier geboten wird? Überhaupt halte ich es für wenig sinnvoll, dass den Kybb so kurz vor dem Ende des Zyklus noch einmal so viel Zeit gewidmet wird - wo sie doch wahrscheinlich bald auf Nimmerwiedersehen in den Tiefen der Exposé-Materiesenke verschwinden werden. Solche Schilderungen hätte man, wenn überhaupt, viel früher im Zyklus bringen müssen. Iant Letoxx spielt jetzt also doch noch mal eine Rolle. Wahrscheinlich nur, damit sich hinterher niemand fragen muss, was eigentlich aus diesem Typen geworden ist, der zuerst groß eingeführt, dann aber für den Rest des Zyklus total ignoriert worden ist. Der Grund dafür, warum man ausgerechnet auf ihn zurückgreift, ist aber nicht unlogisch - ein aalglattes Stehaufmännchen wie er ist der geborene Kollaborateur.

Atlan und Zephyda - ein Musterbeispiel für emotionale Unreife. Hallo? Da lieben sich zwei Leutchen angeblich heiß und innig, einer davon hat schon mehrere Jahrtausende durchlebt und einige Dutzend Beziehungen gehabt. Dann stellen sie plötzlich fest, dass es nicht nur erregende Abenteuer im Kampf gegen mächtige Feinde gibt, sondern auch so was wie einen Alltag, in dem jeder seine eigenen Pflichten zu erfüllen hat. Und schon kriselt es? Unglaubwürdig, genau genommen lächerlich. Aber ich wage ohnehin die Prophezeiung, dass Zephyda das Zyklusende nicht überleben wird, da schadet es nicht, wenn Atlan sich schon mal gefühlsmäßig ein wenig distanziert.


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