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Perry Rhodan Nr. 2292: Dreimal ewiges Leben

Autor: Michael Nagula

Inhalt

Auswirkungen der von Myles Kantor am 30 April 1333 NGZ in Richtung Große Magellansche Wolke ausgesandten 6D-Schockwelle sind auf Terra zunächst nicht zu spüren. Nach wie vor steht der ehemalige Schutzherr Gon-Orbhon unter dem Einfluss des wahnsinnigen Nocturnenstocks Satrugar. Die Kybb-Titanen sorgen weiterhin für die Aufheizung der Sonne, um sie in eine Supernova zu verwandeln. Reginald Bull, Icho Tolot und Gucky sind immer noch im Nocturnenstock-Splitter gefangen, der wie bisher als Relais für Satrugars mentale Impulse dient.

Tagg Kharzani, der sterbende Schutzherr, greift in seiner Angst vor dem nahenden Tod nach jedem Strohhalm. Gegen die Einsamkeit hat er sich eine synthetische Nachbildung Enkrines herstellen lassen, die er aber in einem Wutanfall genauso zertrampelt wie seinen ehemaligen Symbionten. Wegen des rapiden Abbaus seiner körperlichen Kräfte bewegt Kharzani sich nur noch mit einem Mikrogravitator und an Krücken oder in einem schwer bewaffneten Schwebesessel fort. Hochrangige Ärzte eines Kybb-Titans sollen sein Leben erhalten und ihn mit geklonten Austausch-Organen versorgen. Bei den zu diesem Zweck durchgeführten Voruntersuchungen zeigt sich aber, dass ein immer mehr um sich greifender Zellverfall in Kharzanis Körper begonnen hat, von dem auch die geklonten Organe befallen sind und der nicht aufgehalten werden kann. Kharzani hält sich so oft wie möglich im Stock-Relais auf, von dessen Psi-Ausstrahlung er sich eine lebensverlängernde Wirkung erhofft.

Gon-Orbhon ist nicht bereit, Kharzani zu helfen. Er verweigert ihm auch die Zellaktivatorchips der drei Gefangenen, denn die Galaktiker könnten noch als Geiseln nützlich sein und Kharzani könnte mit den auf eine bestimmte Person geeichten Chips sowieso nichts anfangen. Gon-Orbhon kann allerdings nicht auf Kharzani verzichten, denn er braucht ihn als Integrationsfigur für die ihm hörigen Kybb-Völker. Möglicherweise würden die Kybb sich ohne Kharzani nicht ohne weiteres unter Gon-Orbhons Befehl stellen. Deshalb setzt Gon-Orbhon zunächst den Prim-Direktor Deitz Duarto als neuen Oberbefehlshaber ein und lässt heimlich Cyborgs mit dem Erscheinungsbild eines jüngeren, gesunden Tagg Kharzani herstellen, die ihm als Marionetten dienen sollen, sobald der echte Kharzani tot ist.

Als Kharzani von diesen Plänen erfährt, läuft er Amok. Er zerstört einen seiner Cyborg-Doppelgänger und versucht Deitz Duarto zu töten, wird aber festgenommen und Gon-Orbhon vorgeführt. Der befiehlt seinem Leibwächter, dem Kyberklon Millitron, Kharzani zu erschießen. Da erschüttert ein Beben das Stock-Relais, der Hyperkristall beginnt hell zu leuchten und eine geistverwirrende mentale Ausstrahlung breitet sich aus. Dies geschieht am 04. Mai 1333 NGZ.

Kommentar:

Kaum zu glauben, aber Michael Nagula, der mit PR 2266 einen der schlechtesten PR-Romane aller Zeiten geschrieben hat, liefert diesmal eine gut lesbare Geschichte ab. Es schleichen sich zwar immer wieder mal Rechtschreibfehler und stilistische Merkwürdigkeiten ein (einmal wird sogar die "rheinische Verlaufsform" verwendet), aber über die kann man angesichts der recht eindringlichen Schilderung des verzweifelten Tagg Kharzani großzügig hinwegsehen. Nagula verzichtet diesmal völlig auf peinlichen Slapstick-Humor - da Gucky mit von der Partie ist, hatte ich schon das Schlimmste befürchtet. Die Reaktion Millitrons auf Guckys Behauptung, man dürfe ihn, den "Überall-zugleich-Töter", nicht reizen, weil sein Zorn sonst ganze Sonnensysteme vernichten könne, ist sogar richtig lustig. Der Kyberklon scheint die typisch großspurige Schwadroniererei des Mausbibers wirklich ernst genommen zu haben!

Schön, dass man Tagg Kharzani einen weiteren ganzen Roman gewidmet und ihn nicht einfach stillschweigend abserviert hat. Kharzanis langes Sterben erinnert mich manchmal an Stücke von Shakespeare, wo Sterbende auch erstmal lange Monologe halten und sich noch mehrmals aufraffen, bevor sie endlich den Löffel abgeben. Ich könnte mir gut vorstellen, dass Kharzani sogar noch Gon-Orbhon überleben wird, falls Millitron den Schießbefehl nicht doch noch ausführt, denn dieser Befehl wurde ja nicht widerrufen. Ansonsten muss man abwarten, was jetzt weiter geschieht. Ist Gon-Orbhon jetzt frei von Satrugars Einfluss oder hat der Schock ihn getötet? Verwandeln alle Orbhonisten sich jetzt plötzlich wieder in brave, harmlose Bürger, die man nicht mehr für ihre früheren Missetaten verantwortlich machen kann?


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