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Perry Rhodan Nr. 2289: Der eiserne Finger Gottes

Autor: Gisbert Haefs

Inhalt

Auf einem vermutlich im Parrakhon-Sternhaufen gelegenen Planeten ist vor Tausenden von Jahren der mit Hyperkristallen beladene Frachter DRAGUUN des Imperiums Orbhon abgestürzt, hat sich dort senkrecht in den Boden gebohrt und wird seitdem von den Eingeborenen des Planeten als "Eiserner Finger Gottes" verehrt. Ein Überlebender des Absturzes hat den Eingeborenen, die vermutlich von Groß-Raubkatzen abstammen, einiges über Technologie und Raumfahrt erzählt. Diese Berichte sind im so genannten "Eisenbuch" niedergeschrieben worden, doch der Inhalt des Buchs ist durch Missverständnisse, mehrfache (fehlerhafte) Neuübersetzungen usw. derart verfälscht worden, dass er kaum noch Sinn ergibt. In den Jahrtausenden seit dem Absturz hat sich auf dem Planeten, den seine Bewohner Dyons Erde nennen, eine Kultur entwickelt, die in Etwa mit dem terranischen klassischen Altertum oder mit dem Mittelalter vergleichbar ist. Die Bruderschaft der Eisensucher bemüht sich seit langer Zeit, die Geheimnisse des Eisenbuchs zu entschlüsseln, bewegt sich dabei aber auf gefährlichem Terrain, denn die herrschende Priesterkaste verurteilt die Beschäftigung mit dem Eisenbuch als Ketzerei.

Der Edle Geon-Durn von Taraon ist ein angesehener Wissenschaftler aus der Bruderschaft der Eisensucher. Er findet durch genaue Messungen heraus, dass die um den Eisernen Finger Gottes herum erbaute Stadt Grachtovan keineswegs auf dem Äquator des Planeten Dyons Erde liegt und auch nicht als Zentrum der Welt bzw. des Universums angesehen werden kann. Als er dies öffentlich verkündet und auch noch behauptet, der Eiserne Finger Gottes müsse ein Sternenschiff sein, stellt er damit die Existenz Gottes und den Herrschaftsanspruch der Priesterkaste in Frage. Geon-Durn wird eingekerkert, gefoltert und auf einen Scheiterhaufen gestellt, der aus den Fetzen seiner eigenen Schriften besteht. Doch Grachtovan wird in diesen Stunden von Aufständischen angegriffen, die schon für einen Machtwechsel in den umliegenden Ländereien gesorgt haben. Außerdem hat die DRAGUUN von ihrer Leitstelle den Schwarmbefehl erhalten und startet, nachdem sie sich unter Zuhilfenahme der geladenen Hyperkristalle selbst repariert hat. Als der vermeintliche Gottesfinger sich aus der Planetenoberfläche erhebt, wird dadurch die gesamte Stadt Grachtovan vernichtet. Das ist auch das Ende der Gewaltherrschaft der Priester. Geon-Durn kann noch rechtzeitig von seinen Freunden befreit werden. Für sein Volk bricht ein neues, liberaleres Zeitalter an.

Kommentar:

Dieser Erstlings-Gastroman von Gisbert Haefs hat zwar fast nichts mit der laufenden Zyklushandlung oder überhaupt mit der Perry Rhodan - Serie zu tun, d.h. man hätte den Roman auch in jeder beliebigen anderen Serie unterbringen oder als völlig eigenständiges Werk veröffentlichen können. Außerdem werden die Bewohner von Dyons Erde wahrscheinlich niemals wieder eine Rolle spielen. Aber all das hat in diesem speziellen Fall erstaunlicherweise mein Lesevergnügen überhaupt nicht geschmälert. Das hat zwei Hauptgründe: Der Stil, in dem der Roman geschrieben ist, hebt sich angenehm vom Serien-Einerlei ab und die Kultur der Katzenabkömmlinge mit ihren Relikten aus der Zeit, als die Vorfahren der jetzigen zivilisierten Wesen als räuberische Rudeltiere in der Wüste gelebt haben, wird mit viel Liebe zum Detail und absolut überzeugend geschildert. Hinzu kommen die herrlich verqueren Textauszüge aus dem Eisenbuch, an deren Beispiel man die Schwierigkeiten erkennen kann, die mit der Übersetzung uralter Texte verbunden sind. Die Geschichte selbst ist eigentlich nicht besonders spannend, da vorhersehbar, aber sie wird zielstrebig durchgezogen und hat immerhin ein Happy End. Was will man mehr? Für mich war der Roman jedenfalls ein Genuss!

Nur eines fand ich unlogisch: Beim Absturz der DRAGUUN hat es mindestens einen Überlebenden gegeben, außerdem waren die Schiffscomputer und die robotischen Systeme zur Selbstreparatur in all den Jahrtausenden, die seit dem Absturz vergangen sind, intakt. Warum also musste da erst der Schwarmbefehl abgewartet werden, bevor mit der Reparatur des Schiffs begonnen wurde? Warum hat man das nicht viel früher gemacht? Selbst wenn die Vorräte an Hyperkristallen, die zur Reparatur erforderlich sind, nicht hätten angetastet werden dürfen - hätte ein verzweifelter Überlebender sich nicht bestimmt über ein derartiges Verbot hinweggesetzt?


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