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Perry Rhodan Nr. 2288: Notruf von Terra

Autor: Arndt Ellmer

Inhalt

Rückblende zum 8. Februar 1331 NGZ: Die in der Großen Magellanschen Wolke operierende RICHARD BURTON hat sich vor ihren Verfolgern in Sicherheit gebracht. Bré Tsinga hat den psionischen Schock, mit dem Gon-Orbhon sie töten wollte, überlebt: Der Schock ist durch die neueste, von Trerok entwickelte Version des PsIso-Netzes abgemildert worden. Die Kosmo-Psychologin wird reanimiert, ihre teilweise schon abgestorbenen Organe werden aus zuvor entnommenen Zellproben nachgeklont und später reimplantiert. Bis zu ihrer vollständigen Genesung vergehen einige Wochen, doch danach ist sie frei von Gon-Orbhons Einfluss. Sie ist keine Jüngerin des "Gottes" mehr, kann sich aber auch nicht an die Zeit erinnern, die sie in seinem Bann verbracht hat. In einem provisorischen Gerichtsverfahren wird Bré Tsinga von der Schuld an der Ermordung zweier TLD-Agenten freigesprochen, da sie nicht aus freiem Willen gehandelt hat. Dieses Urteil muss allerdings innerhalb von 12 Monaten noch von einem ordentlichen Gericht bestätigt werden.

Während die RICHARD BURTON auf das Eintreffen der zweiten Welle der Kristallsturm-Flotte wartet, erteilt Malcolm S. Daellian Kantiran den inoffiziellen Auftrag, Ascari da Vivo zu observieren. Die Mascantin wird nämlich kaum noch außerhalb ihrer Kabine gesehen, dafür benimmt sich ihr Dron-Leibwächter in aller Öffentlichkeit seltsam. Er greift sogar den Ara-Mediziner Prak-Noy an. Mit Hilfe der von ihm mental kontrollierten Dwarmari-Insekten findet Kantiran heraus, dass Ascari da Vivo zeitweise ihr PsIso-Netz absetzt. Seine Vermutung, dass sie mit Gon-Orbhon in Kontakt treten will, ist richtig: Ascari weiß, dass Gon-Orbhon nur an den Terranern bzw. an ARCHETIMS Korpus, der sich in Sol befindet, interessiert ist. Sie hat auf eigene Faust - ohne Auftrag von Imperator Bostich - den Plan entwickelt, Gon-Orbhon ein Bündnis mit ihrem Volk, den Arkoniden, anzubieten.

Es wird beobachtet, dass riesige Flottenverbände im Parr-System zusammengezogen werden. Ein direkter Angriff auf den Nocturnenstock Satrugar wäre somit völlig aussichtslos. Unter Treroks Leitung werden deshalb Experimente mit dem auf Sol gerichteten 6D-Jetstrahl durchgeführt. Versuche, den Strahl zu unterbrechen, zu stören oder über ihn auch nur eine Botschaft ins Solsystem zu schicken, verlaufen aber erfolglos. Wenig später erreichen 10 Entdecker und eine LFT-BOX der zweiten Welle die GMW. Ansonsten haben nur 5 weitere LFT-BOXEN und 8 PONTON-Tender den Weg geschafft, sie haben einen Brückenkopf bei Navo-Nord errichtet. Es wird sofort mit dem Austausch abgenutzter Aggregate der ENTDECKER begonnen, dazu wird die LFT-BOX völlig ausgeschlachtet. Die Schiffe sind bald wieder voll einsatzbereit, dennoch müssen die Reserven gut eingeteilt werden, wenn eine Rückkehr in die Milchstraße möglich bleiben soll. Am 26.04.1333 NGZ wird der von Myles Kantor über den Jetstrahl ausgesandte Notruf empfangen. Gleichzeitig schwärmen alle im Parr-System konzentrierten Flotten Gon-Orbhons über die GMW aus. Da sie selbst keinen Kontakt zu Gon-Orbhon erhält, beschädigt Ascari da Vivo unbemerkt Bré Tsingas PsIso-Netz. Der Schaden wird zwar schnell behoben, aber es ist unklar, ob es Gon-Orbhon gelungen ist, Bré Tsinga wieder unter seine Kontrolle zu bringen.

Malcolm S. Daellian erteilt seine nächsten Befehle. Ein ENTDECKER soll die Aufmerksamkeit der Kybb auf sich ziehen. Der Rest, von dessen Existenz Gon-Orbhon noch nichts weiß, soll versuchen, Parrakhon anzugreifen.

Kommentar:

Ist es nicht schön, wenn man Recht behält? Ich habe ja gleich gesagt, dass Bré Tsinga am Leben bleiben wird. Mir war auch von vornherein klar, dass sie durch ihren Beinahe-Tod von Gon-Orbhons Einfluss befreit werden würde - und dass sie sehr schnell rehabilitiert sein würde. Und damit meine ich nicht nur ihre körperliche Genesung, sondern auch die Farce von einem "Gerichtsverfahren", die in diesem Roman zelebriert wird. Jedesmal, wenn PR-Autoren sich aufs juristische Parkett wagen, rutschen sie prompt aus und fallen böse auf den Steiß. Der Freispruch stützt sich allein auf Bré Tsingas Aussagen, d.h. auf das, was sie selbst über Gon-Orbhons Geschichte und Fähigkeiten berichtet hat. Gut, wir Leser wissen, dass Gon-Orbhon tatsächlich durch ihren Mund gesprochen hat, aber woher sollen die Leute auf der RICHARD BURTON das wissen? Ebenso gut hätte Bré Tsinga sich das alles auch nur ausgedacht haben können, um sich zu entlasten. Auch ihre Behauptung, sich an nichts mehr erinnern zu können, ist unbewiesen. Und ich muss wieder einmal die Frage stellen, wie die Beeinflussung der Jünger Gon-Orbhons überhaupt "funktioniert". Ich meine, es wurde nie eindeutig geklärt, wie frei oder unfrei die Jünger in ihren Entscheidungen sind - zumal man sich diesem Einfluss auch mit purer Willenskraft entziehen kann (Mondra Diamond hatte das geschafft)

Die Versuche Treroks, den 6D-Jetstrahl zu stören, kommen mir etwas seltsam vor. Will sagen: Das hätte man auch vom Solsystem aus versuchen können, dazu hätte man nicht erst in die GMW fliegen müssen. Immerhin hatte Myles Kantors Idee, den Jetstrahl als "Morsekabel" zu benutzen, einen guten Effekt: Offenbar hat Gon-Orbhon (bzw. Satrugar) diese Botschaft ebenfalls empfangen und wurde dadurch so aufgescheucht, dass er sein Heimatsystem weitgehend vom Schutz der Flotte entblößt hat. Vielleicht gibt das den Leuten von der RICHARD BURTON die Chance, das Übel an der Wurzel zu packen.

Der Roman selbst hat mir nicht besonders gut gefallen. Irgendwie kam er mir über weite Strecken sehr umständlich und holprig formuliert vor, so als wären viele Absätze schlecht zusammengestoppelt worden. In der RICHARD BURTON geben sich die Neurotiker und Bekloppten die Klinke in die Hand. Inzwischen dürfte doch jedem klar geworden sein, dass Daellian hochgradig gestört ist? Wieso wird dem wandelnden Sarg nicht das Kommando über die ENTDECKER-Flotte entzogen? Was, wenn er in einem entscheidenden Moment wieder mal einen Anfall hat? Kantiran spielt Voyeur bei der eigenen Mutter, die wiederum dreht nun völlig durch und meint, man könne sich mit Gon-Orbhon verbünden. Als ob der die Hilfe der Arkoniden nötig hätte - Terra ist doch schon fest in seiner Hand. Ein Tollhaus.


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