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Perry Rhodan Nr. 2282: Der Traum des Thort

Autor: Hubert Haensel

Inhalt

Perry Rhodan verlegt die komplette terranische Heimatflotte in das Wegasystem, weil er sich die Unterstützung der dort lebenden Ferronen erhofft. Es gibt zwar einen LFT-Stützpunkt auf Ferrol, aber der Planet selbst ist unabhängig und nur lose mit der Liga assoziiert. Das Oberhaupt der Ferronen, der Thort Kelesh, ist alles andere als glücklich über die Anwesenheit der Terraner. Er befürchtet, dass dadurch die Aufmerksamkeit der Kybb auf sein kleines Reich gelenkt wird. Die öffentliche Meinung der Ferronen ist von separatistischen Tendenzen geprägt. Zwei seiner Minister, die sogar einen Anschlag auf Rhodan inszenieren, würden am liebsten mit den Kybb paktieren. Das sind keine guten Voraussetzungen für die Verhandlungen Rhodans mit dem Thort und die Situation verschlechtert sich noch mehr, als ein Aufklärer der Kybb das Wegasystem durchfliegt. Die Anwesenheit der terranischen Flotte ist somit kein Geheimnis mehr.

Die Nerven der Schiffsbesatzungen liegen verständlicherweise blank. Da taucht die TRAJAN, das Flaggschiff der USO, im Wegasystem auf. Monkey hat Geschenke für Rhodan dabei: Einige Dutzend Exemplare des neuen Dissonanz-Geschützes. Dabei handelt es sich um eine überschwere Intervallkanone, die für den KNK-Modus umgerüstet wurde. Ihr Waffenstrahl kann so fokussiert werden, dass er selbst stärkste Paratronschirme durchschlägt. Entscheidend ist aber ihre Reichweite: Mit 5 Millionen Kilometern beträgt sie das Fünffache dessen, was Transformkanonen unter den Bedingungen der erhöhten Hyperimpedanz leisten. Leider müssten umfangreiche Umbauten an den LFT-Schiffen vorgenommen werden, damit sie die Dissonanz-Geschütze aufnehmen können - und diese Umrüstarbeiten wären nur in planetaren Werften möglich. Der Thort weigert sich aber weiterhin, die Stationierung der LFT-Flotte zu genehmigen. Dass plötzlich auch noch PRAETORIA, 10.000 LFT-BOXEN und 500 Typ II - ENTDECKER zur Unterstützung Rhodans auftauchen, betrachtet er als weiteren Affront.

Das Blatt wendet sich, als ein Kybb-Titan erscheint, direkten Kurs auf Ferrol nimmt und sich auch von den schweren ENTDECKER-Einheiten der Terraner nicht aufhalten lässt, deren Transformfeuer wirkungslos in seinen Schutzschirmen verpufft. Es scheint fast so, als sei den Kybb an einer Demütigung der Terraner gelegen, denn sie ignorieren die Schiffe der Ferronen, schießen aber Dutzende terranische Schiffe ab. Sogar einige von Zephyda entsandte Bionische Kreuzer fallen den Feuerschlägen des Titanen zum Opfer, ohne etwas gegen ihn ausgerichtet zu haben. Nicht einmal die koordinierten Angriffswellen der gesamten von PRAETORIA unterstützten Flotte können den Titanen beeindrucken. Erst als die TRAJAN das Dissonanz-Geschütz einsetzt, wird der Schutzschirm des Titanen geschwächt - dann vergeht er in einer gewaltigen Explosion. Alle Trümmer lösen sich in einem Atombrand vollständig auf. Der Preis für diesen Sieg ist hoch. Insgesamt sind über 1000 terranische Schiffe vernichtet worden, darunter auch mehr als 300 LFT-BOXEN und 49 ENTDECKER. Sogar PRAETORIA ist angeschlagen: 14 Einheiten ihres östlichen Seitenarms wurden zerstört. Es ist klar: Einen weiteren Angriff evtl. mehrerer Titanen würde die Flotte nicht überstehen.

Die furchtbare Schlacht führt aber auch zu einem Stimmungsumschwung bei den Ferronen. Sie haben erkannt, dass der Gegner nicht unbesiegbar ist. Der Thort begreift, dass der Krieg schon vor seiner Haustür steht und dass es besser ist, sich der Bedrohung nicht allein stellen zu müssen. Deshalb stellt er Rhodan die Infrastruktur des Wegasystems offiziell zur Verfügung. Jetzt kann mit der Montage der Dissonanz-Geschütze begonnen werden. Die Zeit drängt, denn vielleicht arbeiten die Kybb ja bereits daran, sich auf die neue Waffe der Terraner einzustellen…

Kommentar:

Gar nicht so dumm, die Idee, diesen Roman pünktlich zum Kinostart von "Star Wars Episode III" mit einer Sonderbeilage zu eben diesem Thema auszustatten. Die 8 Sonderseiten, die in der Mitte des Bandes eingeheftet sind, ragen auch noch ein Stück oben aus dem Heft heraus, in schreiendem Gelb mit schwarzem Text wird dort behauptet, die Beilage enthalte "alles über Star Wars". Das ist natürlich Quatsch, irgendetwas Neues erfährt man sowieso nicht, aber der von einem gewissen Carsten Scheibe stammende Text ist kein inhaltsloser Werbetext, sondern durchaus kenntnisreich geschrieben und nett zu lesen, wenn auch nicht fehlerfrei. Einige kleine Bilder aus allen 6 Filmen sind auch abgedruckt. Nur - wird diese Sonderbeilage einen Nicht-PR-Leser zum Kauf des Hefts animieren? Oder gar dazu, den Roman zu lesen?

Schaden würde es nicht, denn der Roman ist stellenweise nicht schlecht (zu den Mängeln komme ich gleich noch): Die Raumschlacht hat richtig wehgetan - für kurze Zeit habe ich wirklich gedacht, die gesamte terranische Heimatflotte würde aufgerieben werden. Endlich bekommt man mal zu "sehen", was so ein Kybb-Titan wirklich anrichten kann, erstmals zeigt einer, was er drauf hat. Bisher war man zwar immer davon ausgegangen, dass die Kampfkraft der Titanen enorm sein muss, aber sie haben das nie wirklich unter Beweis gestellt. Rhodan kann von Glück reden, dass Gon-Orbhon nur eine dieser Einheiten ins Wegasystem geschickt hat. Da stellt sich automatisch die Frage, warum er nicht mehrere entbehren konnte…

Ein Allheilmittel sind auch die Dissonanz-Geschütze nicht. Wenn ich die Schilderung der Schlacht richtig verstanden habe, dann war außer dem Einsatz dieser Waffe noch die geballte Feuerkraft der terranischen Angriffswellen erforderlich, um den Schutzschirm des Titanen zu knacken. Es müssten wohl schon alle großen Pötte mit Dissonanz-Geschützen ausgestattet werden, um die über 50 verbliebenen Titanen ernsthaft in Verlegenheit zu bringen. Dazu werden die Terraner aber wohl kaum genug Zeit haben!

Die Art, wie Rhodan sich in diesem Roman verhält, hat mir nicht gefallen. Da marschiert er ohne jegliche Vorankündigung mit Tausenden von Schiffen im Wegasystem ein und wundert sich dann, dass er nicht mit offenen Armen empfangen wird. Gab es keine LFT-Welt, die Rhodan sich hätte aussuchen können? Hätte er seine Ankunft nicht wenigstens per gerafftem Hyperfunkspruch ankündigen können? Schließlich riskiert er es später sogar, Atlan auf diesem Wege zu verständigen - das Argument der Entdeckungsgefahr zieht also nicht. Bei den Verhandlungen mit dem Thort macht Rhodan einen seltsam unsicheren, ja unfähigen Eindruck. Passt das zu einem Unsterblichen mit der Erfahrung von Jahrtausenden?

Warum sind die Terraner überhaupt so dringend auf die planetaren Anlagen der Ferronen angewiesen? Immer wieder kommt es in letzter Zeit vor, dass bestimmte Reparaturarbeiten usw. angeblich nicht mit den Bordmitteln der betroffenen Schiffe möglich sind. Warum nicht? Und hätte man nicht wenigstens die Kapazitäten PRAETORIAS nutzen können? Schließlich bietet jeder der 6 Seitenschächte Platz für einen ENTDECKER und jeder dieser Schächte ersetzt eine ganze Schiffswerft.

Noch ein interessantes Detail am Rande: Die alten Käfigtransmitter des "Galaktischen Rätsels", die auf Ferrol stehen, funktionieren auch unter den Bedingungen der erhöhten Hyperimpedanz völlig störungsfrei…


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