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Perry Rhodan Nr. 2279: Zeit der Schatten

Autor: Horst Hoffmann

Inhalt

In den TRIPTYCHON-Stationen, die an der Grenze zwischen Fotosphäre und der darunter liegenden Konvektionszone der Sonne untergebracht sind, befinden sich viele Tausende "versteinerte" Schohaaken. Auch die beiden vermeintlichen Statuen, die das Portal des Hangars flankieren, in dem die schwer beschädigte INTRALUX steht, waren einst lebendige Schohaaken. Dieses Volk hat eine Technik entwickelt, die Körper von Lebewesen für die Ewigkeit zu konservieren. Die so Behandelten, Inkarnationen genannt, sind nicht wirklich tot, und wenn man sie berührt, erfährt man ihre Lebensgeschichte, als habe man sie selbst erlebt. Das funktioniert allerdings nur bei gleichartigen Lebewesen. All das erfährt Orren Snaussenid, als er eine der beiden Inkarnationen im Hangar berührt. Sofort werden die Erinnerungen des vor 20 Millionen Jahren "versteinerten" Schohaaken Druben Eskuri auf ihn übertragen, Snaussenid durchlebt diese Erinnerungen, als wären es seine eigenen, und erfährt dabei, wie es zu ARCHETIMS Tod gekommen ist:

Bis vor ca. 20 Millionen Jahren war ARCHETIM die herrschende Superintelligenz in der heutigen Mächtigkeitsballung von ES, die Schohaaken waren sein bevorzugtes Volk. ARCHETIM hatte seinen Sitz in der Milchstraße, die damals den Namen Phariske-Erigon getragen hatte. ARCHETIM hatte ein Zeitalter der Kriege beendet und die zahlreichen sich bekämpfenden Völker der Galaxis befriedet, indem er ihnen die Aggressivität nahm. Seit dieser Zeit waren alle Völker der Galaxis stets von der friedvollen, warmen Präsenz ARCHETIMS erfüllt. Seine Residenz hatte ARCHETIM auf dem Planeten Oaghonyr im Milchstraßenzentrum. Druben Eskuri war als Chronist dorthin berufen worden. Dabei hatte ihn sein Vater protegiert, den er bis dato nicht gekannt hatte und der eine einflussreiche Persönlichkeit auf Oaghonyr war. Die Superintelligenz war zu dieser Zeit nicht zugegen. ARCHETIMS HORT auf Oaghonyr war verwaist. ARCHETIM war schon vor längerer Zeit mit anderen Superintelligenzen in einen unbekannten Bereich des Kosmos aufgebrochen, um dort die Retroversion einer Negasphäre einzuleiten, d.h. dafür zu sorgen, dass in diesem Bereich des Chaos wieder eine Informationsübertragung durch kosmische Messenger erfolgen konnte.

Die Rückkehr ARCHETIMS von dieser Mission erfolgte noch zu Druben Eskuris Lebzeiten. Die Superintelligenz war allerdings sehr geschwächt, genauer gesagt: ARCHETIM lag im Sterben. Offensichtlich hatte er bei dem erfolgreich verlaufenen Vorgang der Retroversion den größten Teil seiner Mentalsubstanz verloren. Nach ARCHETIMS Tod, der die gesamte Mächtigkeitsballung in Verzweiflung stürzte, wurde seine "Leiche" mit einer gewaltigen Raumschiffs-Prozession zu einer bis dahin unbedeutenden Sonne (Sol) gebracht. ARCHETIM hatte Sol schon früher zu diesem Zweck bestimmt. Das Innere der Sonne wurde zum Grab für den psi-materiellen Leib der Superintelligenz. Tausende von Inkarnationen - darunter Druben Eskuri und seine Lebensgefährtin - wurden in die von den Schohaaken errichteten Knotenstationen gebracht. Zu diesem Zeitpunkt zeichnete sich schon ab, dass ARCHETIMS Friede immer auf tönernen Füßen gestanden hatte, denn ohne seinen Einfluss fingen die Völker Phariske-Erigons bald wieder an, übereinander herzufallen. Friedliebenden Völkern wie den Schohaaken allein konnte es ohne die Hilfe der Superintelligenz nicht gelingen, die alten Strukturen aufrecht zu erhalten. Den Schohaaken standen also schwere Zeiten bevor…

Kommentar:

Tja, was aus den Schohaaken ohne ARCHETIMS Hilfe geworden ist, wissen wir: Sie wurden offenbar so gründlich ausgerottet, dass sich heute niemand mehr an sie erinnert. Dass es noch einige von ihnen gibt, ist reines Glück - wo Orren Snaussenid und seine Kameraden herkommen, bleibt aber noch unklar. Denn zu den Inkarnationen gehören sie nicht. Ohne Orren und die anderen Schohaaken wären die Inkarnationen übrigens ziemlich sinnlos, denn Terraner beispielsweise können diese Statuen so lange begrapschen wie sie wollen - ihnen bleiben die konservierten Erinnerungen verschlossen. Im "Clateaux der Zeiten" auf Oaghonyr, quasi einem Archiv für Inkarnationen, steht bzw. stand sogar ein konservierter Algorrian. Sollte es diesen Planeten und das Clateaux der Zeiten noch geben, wird vermutlich niemand jemals erfahren, was dieser Algorrian zu "sagen" hat - es sei denn, man könnte die Familie Varantir-Anyante dazu bringen, dorthin zu reisen. Eine recht fragwürdige Einrichtung ist diese Beschränkung auf gleichartige Wesen also, die den Nutzen der Inkarnationen gegen Null tendieren lässt. Und auf Orren kommt eine Menge Arbeit zu, wenn er die Erinnerungen all der anderen konservierten Schohaaken in den TRIPTYCHON-Stationen nacherleben will…

Von Oaghonyr war öfters der RUF an auserwählte Personen aus ARCHETIMS Reich ergangen. Man kann aber davon ausgehen, dass dieser RUF nichts mit dem gleichnamigen Signal zu tun hat, welches früher die Sieben Mächtigen erhalten haben. Auch mit der "korrigierten" Negasphäre dürften die Terraner bzw. wir, die Leser, bisher noch keine Bekanntschaft gemacht haben.

Wie hat ARCHETIM die Völker seiner Mächtigkeitsballung eigentlich befriedet? Massenhypnose? Das wäre eine recht fragwürdige Vorgehensweise, und - wie sich ja gezeigt hat - eine äußerst unsichere noch dazu. Ansonsten erfährt man eher wenig über die Vergangenheit der Superintelligenz. Wie hat sie sich entwickelt? Wo ist sie hergekommen? Ob sie sich in der Milchstraße entwickelt hat, wird nicht gesagt. Die entsprechenden Stellen im Roman lesen sich eher so, als wäre ARCHETIM von außerhalb in die Milchstraße gekommen.

Ich muß mich übrigens korrigieren: Zu PR 2276 hatte ich geschrieben, dass in der Sonne nur eines der 25 km großen Knotenobjekte existiere. Der optische Eindruck der Verdreifachung sei durch eine Phasenverschiebung mehrerer Existenzebenen entstanden. Es ist genau umgekehrt: Es gibt drei Knotenstationen, die zunächst wie eine einzige ausgesehen haben.


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