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Perry Rhodan Nr. 2277: Die Macht der Sekte

Autor: Michael Nagula

Inhalt

Carlosch Imberlock kommt mit einer ungewöhnlichen Forderung zu Homer G. Adams. Da die Gon-Orbhon-Sekte immer weiter wächst, braucht sie Platz für den Bau einer großen Begegnungsstätte, in der sich alle Orbhonisten versammeln können. Einen Bauplatz dieser Größe gibt es in ganz Terrania nicht, aber Imberlock hat schon eine Alternative gefunden, die er für angemessen hält: Den Vesuv! Adams willigt ein, denn er hofft, dass in Terrania endlich Ruhe einkehren wird, wenn die Orbhonisten die Stadt erst einmal verlassen haben.

Es gibt allerdings bereits einen Pächter des Vesuv: Don Miguele Carreras, den Chef der Neuen Camorra von Neapel. Carreras ist mit Hilfe der Galactic Guardians an die Spitze des Verbrecherclans gekommen und steckt gerade in einem Machtkampf mit einem anderen Clan. Da kommt ihm ein Bündnis mit Imberlock gerade recht. Die Pachtverträge werden den Orbhonisten überschrieben, und so beginnen bald großmaßstäbliche Baumaßnahmen, die das Gesicht des Vesuvs verändern. Außerdem wird der Tempel der Degression in Terrania ab- und an den Hängen des Vulkans wieder aufgebaut.

Mondra Diamond, die mit einigen TLD-Agenten vor Ort ist, kann nicht viel mehr tun als beobachten. Ganz besonders schlimm ist die Situation für Barto Datone, einen ehemaligen Camorrista und Fremdenführer auf dem Vesuv. Er verliert seinen Job und gerät vollends unter die Räder, als er eine von Don Carreras lancierte Protestbewegung gegen die Orbhonisten gründet. Am Ende steht er als Heimatverräter da, denn in Neapel und Umgebung empfängt man die Orbhonisten mit offenen Armenů

Kommentar:

Ein Nagula-Roman, in dem es um die Gon-Orbhon-Sekte geht und in dem Norman vorkommt - das sind alle Zutaten, die man für ein ungenießbares Gericht braucht, dachte ich. Ganz so schlimm ist es dann doch nicht geworden, aber auch in diesem Roman wird wieder einmal um eine Information herum, die man in ein bis zwei Zeilen abhandeln könnte, eine ziemlich uninteressante Geschichte gekleistert. Das ist symptomatisch für den ganzen Sternenozean-Zyklus.

Auch muss ich mich - wie schon mehrere Male zuvor - sehr über die Terraner wundern. Was ist nur aus ihrem vielbeschworenen "kosmischen Bewusstsein" geworden? Ist es in den letzten Jahrhunderten zu einem komischen Bewusstsein degeneriert oder wie kann es sonst sein, dass eine kriminelle Organisation wie die Camorra im 14. Jahrhundert NGZ wieder erstarkt, und das auch noch im Zentrum der terranischen Macht? Die klischeebeladene Darstellung der Camorra passt auch nicht in die aktuelle Handlungszeit. Mit der Terra-Nostalgiewelle, die seit 1320 NGZ angeblich viele Menschen mitgerissen hat, kann man das alles jedenfalls nicht erklären!

Ob Homer G. Adams mit seiner Aufgeschlossenheit gegenüber den Wünschen Imberlocks ein Eigentor geschossen hat? Mit der Übersiedlung auf den Vesuv entziehen die Orbhonisten sich doch wohl endgültig der Beobachtung durch den TLD und können völlig ungestört ihren finsteren Machenschaften nachgehen. Sollten sie Anschläge in Terrania verüben wollen, können sie das auch weiterhin tun, dazu ist es doch völlig unerheblich, wo sie ihre "Zentrale" haben. Zu welchem Zweck Adams die gute Mondra nach Neapel geschickt hat, ist mir auch nicht ganz klar geworden. "Wir kümmern uns um die Sekte", sagt sie zu Datone. Na, bis jetzt hat das aber herzlich wenig gebracht!

Wenigstens ist dieser Roman nicht völlig langweilig und er ist vor allem frei von peinlichen Witzeleien. Und das ist doch schon mal ein Fortschritt.


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