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Perry Rhodan Nr. 2276: Tanz auf dem Vulkan

Autor: Uwe Anton

Inhalt

Myles Kantor leitet ein hochkarätiges Wissenschaftlerteam, das von der Forschungseinrichtung Volcan Center auf dem Merkur aus u.a. die 6D-Strahlung der Sonne untersucht. Seit dem 08.02.1333 NGZ transportiert der auf Sol gerichtete Jetstrahl um 100- bis 1000-mal mehr 6D-Energie-Pakete als zuvor. Kantor räumt deshalb den Forschungen zum Thema ARCHETIM alles andere unter - ihm ist klar, dass sich hier eine Gefahr für die Menschheit anbahnt. Seine Tätigkeit wird von neuen Anfällen des "Takvorianismus" behindert, während denen seine Lebensäußerungen um ein vielfaches verlangsamt sind (das Phänomen war nicht mehr aufgetreten, seit er den Zellaktivator erhalten hatte). Die Teamarbeit läuft außerdem seit dem Eintreffen der von Kantor selbst angeforderten exzentrischen jungen Hochfrequenz-Physikerin Inshanin nicht mehr so unkompliziert wie sonst, denn Kantor und die attraktive, von ihrer eigenen Wichtigkeit überzeugte junge Frau rasseln von der ersten Minute an zusammen. Er empfindet ihr Auftreten als Bedrohung seiner Autorität, sie fühlt sich (nicht zu Unrecht) von ihm übergangen.

Kantor und sein Team dringen mit dem ENTDECKER MUNGO PARK in die Übergangsschicht unterhalb der Sonnenkorona ein. Sie entdecken eine in die Fotosphäre eingebettete Fremdmassenkonzentration, können sich ihr aber nur für kurze Zeit nähern, bis die Überlastung der Schutzschirme bedrohliche Ausmaße annimmt. Kantor geht davon aus, dass das fremde Objekt schon immer in der Sonne verborgen gewesen ist und sich darüber hinaus in einem Hyperkokon befunden hat, der jetzt zusammengebrochen ist. Das wäre die Erklärung dafür, warum das Objekt noch nicht früher geortet worden ist. Mit der MUNGO PARK kann das Objekt weder erreicht noch genauer untersucht werden. Kantor gibt deshalb an der Waringer-Akademie den Bau eines speziellen "Sonnentauchers" in Auftrag. Außerdem holt er Orren Snaussenid aus dem kleinen Hüttendorf, das man in der Nähe von Klein-Goshun für die Schohaaken erbaut hat. Snaussenid ist niedergeschlagen, weil er sich wie alle seine Artgenossen nicht an seine Vergangenheit erinnert und weil er die kollektiven Träume, die alle Schohaaken miteinander teilen, nicht erträgt. Kantor bietet ihm einen Platz bei der Sonnentaucher-Expedition an und der kleine Humanoide ergreift dankbar diese Chance, etwas über seine Herkunft zu erfahren.

Beim zweiten Vorstoß in die Fotosphäre der Sonne kann die MUNGO PARK sich dem unbekannten Objekt weiter nähern. Es befindet sich in einem hyperphysikalischen Hohlraum von rund 500 km Durchmesser. Innerhalb der Sphäre befindet sich eine riesige, knotenförmige Station. Auch diese Erkundung muss abgebrochen werden, als die Schutzschirme zusammenzubrechen drohen. Wenig später entlädt sich die Spannung zwischen Kantor und Inshanin unerwarteterweise in einer Liebesnacht… Am 05.03.1333 NGZ nimmt Kantor den fertigen Sonnentaucher INTRALUX in Empfang. Das Schiff besteht aus einem 940 Meter breiten, 400 Meter tiefen und 110 Meter hohen trapezförmigen ENTDECKER-Einschubmodul, hat eine autark flugfähige Korvette als Kernzelle und besteht ansonsten hauptsächlich aus leistungsstarken Triebwerken, Energieerzeugern und Schutzschirmprojektoren. Am nächsten Tag wird die INTRALUX von der MUNGO PARK bis an den Rand der Fotosphäre transportiert, von wo aus sie selbständig weiterfliegt. Wegen des hohen Risikos besteht die Besatzung aus nur acht Personen, darunter Myles Kantor, Inshanin, Attaca Meganon und Orren Snaussenid.

Als die INTRALUX sich dem hyperphysikalischen Hohlraum nähert, stellt sich heraus, dass es wohl in Wirklichkeit drei der 25 km großen Knotenobjekte gibt. Durch eine Phasenverschiebung mehrerer Existenzebenen war der optische Eindruck entstanden, es existiere nur eine einzige Station. Die INTRALUX gerät in größte Gefahr, als eine gewaltige Protuberanz sich ihr nähert. Inshanin hat die Idee, den Schohaaken Funkverbindung mit der Knotenstation aufnehmen zu lassen. In letzter Sekunde, als schon ein Besatzungsmitglied zu Tode gekommen ist, scheint tatsächlich jemand auf der Station Orrens verzweifelte Hilferufe zu erhören: Eine energetische Röhre geht von dem knotenförmigen Objekt aus, hüllt die INTRALUX ein und bewahrt sie vor der Vernichtung.

Jetzt können die Objekte genauer betrachtet werden. Die Knotenkonstruktionen scheinen aus einem goldenen Material zu bestehen, sie sind in 35 km durchmessende Sphären aus der gleichen, aber weniger dichten Substanz eingebettet. Die Oberfläche der Stationen befindet sich in ständiger Bewegung, es entstehen immer neue Ornamente und Reliefs. Per Traktorstrahl wird die INTRALUX in eine der Sphären hineingezogen und von der Station aufgenommen. Das Innere sieht aus wie eine Art Museum, wie ein prachtvoll verzierter Ausstellungsraum. Ein Portal, das ins Innere der Station führt, wird von zwei kleinen Statuen flankiert. Zu Snaussenids Entzücken stellen diese Skulpturen Wesen seiner Art dar…

Kommentar:

Die Serie unterhaltsamer und teilweise sogar spannender Romane reißt nicht ab! Dieser Roman enthält zwar einige Passagen zuviel, die so wirken, als seien einfach ein paar Datenblätter abgeschrieben worden, aber in gewisser Weise unterstreicht dieser Technobabble auch den "wissenschaftlichen" Touch der Geschichte, die wiederum zum Hauptdarsteller (Kantor) passt. Endlich darf Kantor ein romantisches Abenteuer erleben - wenn es auch nicht gar so romantisch beginnt, sondern mit einem Kleinkrieg unter Kollegen. Das ist zwar ein ziemlich unprofessionelles Verhalten für einen Unsterblichen, aber da der gute Myles wahrscheinlich schon von Anfang an verliebt war, sei ihm verziehen. Er bekommt hier eine richtig gute Rolle, bisher wurde er ja sehr stiefmütterlich behandelt und war einer der überflüssigsten Zellaktivatorträger. Jetzt aber wird er sehr schön charakterisiert und hat auch eine sinnvolle Funktion.

Auch Inshanin ist eine interessante Persönlichkeit. In der Handlungszusammenfassung habe ich aus Platzgründen nicht erwähnt, dass sie seit einem Unfall blind ist und immer eine dunkle Brille trägt, mit deren Hilfe sie sehen kann. Künstliche Augen wollte sie sich nicht einsetzen lassen. Ich frage mich nur, wie diese Brille funktioniert. Wenn sie ständig herunterrutscht, wie es im Roman beschrieben wird, kann sie ja nicht mit dem Schädel bzw. den Augen verbunden sein… Inshanin benimmt sich anfangs zwar etwas überheblich, fast arrogant, aber das kann auch nur der subjektive Eindruck gewesen sein, den Kantor von ihr hatte. Sobald er nämlich eine Nacht mit ihr verbracht hat, wirkt sie auch für den Leser viel sympathischer. Übrigens: Hat denn niemand der armen Frau gesagt, dass ihre Überlebenschancen dramatisch sinken, sobald sie sich mit einem Zellaktivatroträger einlässt? Mal sehen, ob sie das Schicksal so vieler Partnerinnen von Unsterblichen teilen und bei der Sonnen-Expedition auf der Strecke bleiben wird…

Dass "etwas" in der Sonne versteckt ist, wissen wir ja schon seit geraumer Zeit. Jetzt wissen wir auch, wie es aussieht. Der Sinn des 500 km durchmessenden hyperphysikalischen Hohlraums, in dem es sich befindet, leuchtet mir nicht ein. Ein Ruhepol soll dieser Hohlraum sein. Aha. Warum gerät dann die INTRALUX überhaupt noch in Gefahr, wenn sie sich doch offensichtlich schon im Inneren dieses Hohlraums befindet? Aber vielleicht habe ich das ja falsch verstanden. Wenn ich mir das Titelbild dieses Hefts anschaue, kann ich mir ein Grinsen nicht verkneifen. Die Knotenstation sieht darauf nämlich eher aus wie ein typisches Mainzer Laugengebäck. ARCHETIMS Leiche ist also, so könnte man sagen, in einer gigantischen Weltraumbrezel aufgebahrt…


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