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Perry Rhodan Nr. 2272: Sturm auf Graugischt

Autor: Hubert Haensel

Inhalt

Über Carya Andaxis Welt Graugischt sammelt sich eine riesige Flotte aus Zylinderdisken und anderen schweren Einheiten der Kybb. Dass zunächst keine Kybb-Titanen auftauchen, findet Perry Rhodan zwar merkwürdig, Anlass zur Hoffnung ist trotzdem nicht gegeben, denn die wenigen T-Kreuzer, über die die Allianz der Moral verfügt, sind nur unzureichend bemannt und würden der Kybb-Flotte nicht lange Widerstand leisten können. Umso seltsamer kommt es Rhodan vor, dass die mächtige Flotte nicht angreift. Der Feind scheint zu ahnen, dass Carya Andaxi noch einen Trumpf in der Hinterhand hat. Tatsächlich öffnet die Schutzherrin uralte Depots, die sich auf dem Meeresgrund befinden. In einem davon ist Carya Andaxis Schutzherren-Porter versteckt. Dieses aus kosmokratischer Produktion stammende Walzenschiff stellt aufgrund seiner Größe und überlegenen Bewaffnung einen nicht zu unterschätzenden Machtfaktor dar, obwohl es wie alle anderen Raumschiffe von den Auswirkungen der erhöhten Hyperimpedanz betroffen ist. Außerdem befindet sich auf dem Meeresgrund mindestens ein riesiger Hangar, in dem Tausende von Bionischen Kreuzern geparkt sind. Leider gibt es zurzeit keine Motana-Besatzung dafür - außerdem meint Carya Andaxi, diese Schiffe seien für die Reise ins Ahandaba bestimmt.

Im Hangar befinden sich jedoch auch unzählige "Vernetzer". Diese Wesen, für die es bekanntlich in jedem Bionischen Kreuzer einen besonderen Arbeitsplatz gibt, sind Miniaturausgaben von Motoklonen. Laut Carya Andaxi wird die Effizienz eines Bionischen Kreuzers durch den Einsatz eines Vernetzers auf 95% erhöht, d.h. erst mit einem Vernetzer erreicht ein solches Schiff sein wahres Leistungspotential. Zephyda nimmt einige dieser Kunstgeschöpfe mit, doch Carya Andaxi muss sie warnen: Die Vernetzer wurden ursprünglich von den Kybb konstruiert und früher konnten die Kybb jeden Vernetzer unter ihre Kontrolle bringen - sollte ihnen das auch heute noch gelingen, könnten sie praktisch jeden Bionischen Kreuzer übernehmen, in dem ein Vernetzer eingesetzt ist. Man kann nur hoffen, dass die Kybb heute nicht mehr dazu in der Lage sind.

Kommandeur der Kybb-Flotte über Graugischt ist Prim-Direktor Deitz Duarto, ein Kybb aus dem aussterbenden Volk der Rodish. Er beherrscht seine Untergebenen, indem er sein hinfälliges Äußeres hinter einem Verzerrerfeld und einer holografischen Maske versteckt. Ein Exoskelett und andere technische Hilfsmittel machen ihn in den Augen seiner Leute zu einem überaus mächtigen Wesen. In Wirklichkeit sind die Rodish zugunsten der Entwicklung geistiger Fähigkeiten körperlich degeneriert. Duarto wartet mit dem Angriffsbefehl bis die Flotte vollständig ist, denn Tagg Kharzani hat den Einsatz von Kybb-Titanen verboten - Der gefallene Schutzherr befürchtet, dass Carya Andaxi im Besitz einer speziellen Anti-Titanen-Waffe sein könnte. Die Schutzherrin weiß zwar, dass eine solche Waffe tatsächlich existiert, ihr Porter ist aber nicht damit ausgerüstet.

Als die Kybb schließlich angreifen, kann die SCHWERT zeigen, wozu sie mit dem Vernetzer in der Lage ist. Alle Systeme, Quellen und Todbringer arbeiten extrem leistungsgesteigert: Die SCHWERT vernichtet so viele Kybb-Einheiten wie alle T-Kreuzer zusammen. Da die bodengebundenen Abwehrforts auf Graugischt gerade noch rechtzeitig reaktiviert werden konnten, wird der Vormarsch der Kybb eine Zeitlang zum Stehen gebracht. Dennoch kommt es zu schweren Zerstörungen auf dem Planeten. Die Submarin-Architekten schaffen es nicht, den Schutzherren-Porter zum Einsatz zu bringen. Das Schiff startet zwar, kann aber nicht unter Kontrolle gebracht werden und ist in der Raumschlacht keine Hilfe. Als die dritte Angriffswelle der Kybb durchzubrechen droht, taucht plötzlich die ELEBATO auf. Atlans vernichtet geglaubter T-Kreuzer kommt nicht allein: Zehntausend Hyperdimos folgen ihm und richten ein Gemetzel unter den Kybb-Schiffen an. Sie strahlen allerdings auch den Schutzherren-Porter in den Hyperraum ab - Carya Andaxi war nicht an Bord.

Die restlichen Schiffe der Kybb ziehen sich zurück, doch es ist ein Pyrrhussieg: Vier Fünftel der T-Kreuzer wurden zerstört, der Schutzherren-Porter ist verloren und die meisten Bodenforts sind zerbombt worden. Noch schirmen die Hyperdimos den Planeten ab, aber wenn Arphonie in den Normalraum zurückfällt, werden die Taphero con Choth sich verabschieden müssen. Immerhin: Perry Rhodan, Atlan und Zephyda können fröhliche Wiedervereinigung feiern und der Motoklon Hundertneun erklärt, er habe umfangreiche Informationen über Schloss Kherzesch…

Kommentar:

Ein ziemlich actionreicher Roman mit ausgiebigen Schilderungen von Raumschlachten. Immerhin sehr kurzweilig und gut zu lesen, insofern eine richtige Wohltat in diesem Zyklus! Der Verlauf der Schlacht war allerdings vorhersehbar - es war klar, dass Atlan mit den Hyperdimos die Entscheidung bringen würde. Da kann natürlich keine Spannung mehr aufkommen. Hinweise auf Carya Andaxis Depots hatte man schon in einem früheren Roman lesen können, trotzdem kommt mir der Hangar mit den Bionischen Kreuzern und die Leistungssteigerung der SCHWERT durch den Vernetzer ein wenig zu sehr vor wie das Kaninchen, das im passenden Moment aus dem Zylinder hervorgezaubert wird. So allmählich würde mich auch mal interessieren, was es mit diesem mysteriösen Ahandaba auf sich hat, von dem die Schutzherrin dauernd faselt…

Die Motana waren mit ihren Vernetzer-verstärkten Bionischen Kreuzern vor der Blutnacht eigentlich unbesiegbar. Dennoch ist ihre Niederlage in den kybernetischen Nächten kein Widerspruch, denn die von ihnen verwendete Technik hat damals zum technischen Allgemeingut aller von den Schutzherren regierten Völker gehört und konnte von den Kybb wirkungslos gemacht bzw. entscheidend geschwächt werden. Ohne die Möglichkeit, die Vernetzer zu übernehmen und die Epha-Motana mit Kyber-Neutros mattzusetzen, hätten Tagg Kharzanis Truppen seinerzeit vermutlich den Kürzeren gezogen. Die Frage ist nun, ob Kharzani immer noch über diese Möglichkeiten verfügt und ob sie heute noch genauso effizient sind wie damals.

Vermutlich wurden die Vernetzer erst nach den kybernetischen Nächten von den Kybb zu Motoklonen weiterentwickelt. Ich könnte mir auch vorstellen, dass zwischen den Scirn-Robotern, die man auf Graugischt verwendet, und den z.B. in den Kybb-Titanen arbeitenden Techniten gar kein so großer Unterschied besteht…

In die Rubrik "Merkwürdigkeiten" gehört die Bestückung der T-Kreuzer mit Waffen, die eigentlich nur durch den Einsatz der Psi-Kräfte eines Motana-Todbringers funktionieren können. Dieses Phänomen kann man im Perryversum sehr oft beobachten: Da wird irgend etwas Neues eingeführt und detailgenau beschrieben - aber wenig später hält niemand mehr sich an diese Vorgaben. Ich finde das recht ärgerlich. Oder gibt es eine Erklärung dafür, die mir entgangen ist?


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