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Perry Rhodan Nr. 2269: Die Todesgruppe

Autor: Horst Hoffmann

Inhalt

Atlan und General Traver sind mit drei shozidischen T-Kreuzern mitten im Feindesland unterwegs, um Informationen über die militärische Stärke von Tagg Kharzanis Truppen zu erhalten. Sie wollen versuchen, eine strategische Sternenkarte zu erbeuten. Die T-Kreuzer stoßen deshalb bis ins Kher-System, also zum Herzen von Kharzanis Reich, vor - dort sind die Chancen, einen wichtigen Hinweis aus dem Funkverkehr zu erhalten, am größten. Tatsächlich wird eine Nachricht aufgefangen, der zufolge es im Ashaween-System ein Kybb-Raumfort geben soll, sonst aber keine feindlichen Streitkräfte mehr, vor allem keine Kybb-Titanen. Dieses Fort wäre also das perfekte Ziel. Darüber hinaus nutzt Traver den kurzen Aufenthalt im Kher-System, um Atlan zu zeigen, dass das gesamte Sonnensystem von einem künstlichen Staubmantel umgeben ist, der keinerlei Ortung zulässt. Was sich wirklich im Inneren der gigantischen Staubwolke befindet, bleibt also völlig unklar.

Für den Angriff auf das Raumfort werden Landungstruppen benötigt. Diesen Job übernimmt die Todesgruppe, eine eingeschworene Gemeinschaft aus 80 der besten und härtesten shozidischen Kämpfer (und Kämpferinnen), die sich selbst gern auch als "Die Eisernen" bezeichnen. Die Eisernen leben nur für den Kampf. Freizeit gibt es für sie nicht - zwischen den Einsätzen wird endlos trainiert, und dabei geht es mehr als hart zu. Neuestes, zunächst noch nicht als vollwertig akzeptiertes Mitglied der Todesgruppe ist Rorkhete. Der ehemalige Nomade hatte sich als blinder Passagier auf Atlans T-Kreuzer ELEBATO geschlichen, um seinem Dasein als Zuchtbulle zu entkommen, und war dabei ausgerechnet unter die Todesgruppe geraten. Seine martialischen Artgenossen haben ihn dermaßen beeindruckt, daß er solange stur bleibt, bis man ihn bei den Eisernen mittrainieren lässt. In den folgenden Tagen, während die ELEBATO mit ihren beiden Schwesterschiffen ins Kher-System und danach zum Kybb-Raumfort fliegt, steckt Rorkhete bei den Eisernen zunächst einmal die übelste Tracht Prügel seines Lebens ein. Allmählich lernt er aber dazu und kann sich etwas Respekt verdienen. Er darf dann sogar beim Angriff auf das Fort mitmachen.

Der Vorstoß verläuft trotz des heftigen Widerstands der Kybb anfangs gut. Die Shoziden haben nur wenige Ausfälle zu beklagen, die Hauptrechner der Station können geknackt werden. Tatsächlich sind dort genau die gesuchten Informationen gespeichert. Doch dann überlasten die Kybb unbemerkt einen Fusionsreaktor, um die Station zu sprengen, was auch die in der Nähe schwebenden T-Kreuzer in den Untergang reißen würde. Rorkhete kommt diesem Vorhaben gerade noch rechtzeitig auf die Spur. Ganz allein hält er die Kybb lange genug auf, bis Verstärkung eintrifft. Dabei wird er zwar schwer verwundet, ist wegen dieser Heldentat ab sofort aber ein vollwertiges und respektiertes Mitglied der Todesgruppe.

Gerade als die drei T-Kreuzer sich aus dem Staub machen wollen, tauchen zwanzig Zylinderdisken der Kybb auf. Mit dieser Bedrohung könnten die T-Kreuzer zwar fertig werden, dummerweise verursacht diese Massierung an Schiffen aber Energieemissionen, durch die zwei Hyperdimos angelockt werden. Eines der gigantischen Wesen stürzt sich auf die Zylinderdisken, das zweite nimmt direkten Kurs auf die ELEBATO, die nicht mehr ausweichen kann und in den Hyperraum abgestrahlt wird. Als die beiden anderen T-Kreuzer nach Graugischt zurückkommen, haben sie deshalb außer der kriegswichtigen Sternenkarte eine traurige Nachricht zu überbringen: Atlan ist vermutlich tot! Als Todeszeitpunkt wird der 27.09.1332 NGZ, 03:08 Uhr, angenommen. Es gibt noch mehr Schreckensmeldungen: Die Kybb haben den Planeten Silhoos, eine von Carya Andaxis Schattenstaat-Welten, vernichtet…

Kommentar:

First things first: Ich fürchte, Atlan ist nicht wirklich tot. Ich halte es für äußerst unwahrscheinlich, dass ausgerechnet eine der beliebtesten Figuren aus der Serie entfernt werden sollte, zumal Atlan sich als Super-Zugpferd für diverse Spin-Off-Serien erwiesen hat. Okay - die spielen in der Serienvergangenheit, d.h. man könnte fleißig weiter welche produzieren, ohne mit Atlans Ende in Konflikt zu kommen, aber trotzdem… Ich nehme an, daß Atlan ganz einfach "woanders" ist. Es könnte natürlich sein, daß wir bis zum nächsten Zyklus ab PR 2300 warten müssen, bis er wieder auftaucht, aber dass er zurückkehren wird, steht für mich fest. Deshalb schrieb ich auch, dass ich fürchte, dass Atlan nicht wirklich tot ist. Denn auf den "Bobby-Ewing-Effekt", der sich bei seiner "Wiederbelebung" zwangsläufig einstellen wird, könnte ich auch verzichten. Von der PR-Redaktion wird übrigens immer wieder betont, dass im laufenden Zyklus ein Unsterblicher sterben wird. Gezielte Irreführung? Schließlich ist auch Gon-Orbhon unsterblich…

Im Roman wird Atlans "Todesdatum" übrigens ins Jahr 1333 NGZ gelegt. Das ist ein Fehler, der inzwischen auch im Logbuch der PR-Redaktion vom 17.02.2005 eingeräumt worden ist. Man hat ganz einfach die Jahreszahlen der beiden Haupt-Handlungsebenen verwechselt. Richtig ist das Jahr 1332 NGZ.

Zum Roman selbst ist zu sagen, dass Horst Hoffmann sich zwar alle Mühe gibt, die "Eisernen" als besonders harte Burschen und Mädels darzustellen, dass er dabei aber übers Ziel hinausschießt. Warum wird Elitekämpfern stereotyp immer primitives Herumgepöbel angedichtet? Wie ausgelutscht und realitätsfern ist dieses Klischee eigentlich? Und vor allem: Langweilig, denn die entsprechenden Passagen nehmen im Roman breiten Raum ein. Wozu braucht man überhaupt im Zeitalter der Energiewaffen, Kampfroboter usw. noch solche Kraftprotze wie die Bodybuilder von der Todesgruppe als Nahkämpfer? Das will mir nicht ganz einleuchten, aber egal…

Darüber hinaus ist auch im Hinblick auf die Shoziden das gleiche Phänomen zu beobachten, das bei exotischen Fremdvölkern in der PR-Serie fast immer auftritt. Erst werden ihnen bestimmte Eigenschaften und Körpermerkmale angedichtet, die werden dann aber später völlig ignoriert, so daß die Wesen - in dem Fall die Shoziden - so beschrieben werden, als wären sie Menschen. Nur als Beispiel: In diesem Roman werden immer wieder nickende und lächelnde Shoziden erwähnt. Nun - wie nickt man mit einem Kopf, der nur so groß wie drei Fäuste ist und halslos auf dem Körper sitzt? Wie lächelt man mit einem Mund, der dünn wie ein Schlitz ist? Früher hatte man immer den Eindruck, Shoziden wären wortkarge, ziemlich finstere und verschlossene Gesellen. Aber hier wird ellenlang gelabert, geweint, emotional gelitten… Von Rorkhete sollte ich vielleicht lieber gar nicht erst anfangen. Der wurde von einer anfangs geradezu mystischen Gestalt zu einer Witzfigur degradiert. Auch diesmal nervt er wieder nur - seine Heldentat am Ende des Romans reißt es auch nicht heraus.


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