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Perry Rhodan Nr. 2267: Ich, Gon-Orbhon

Autor: Leo Lukas

Inhalt

Am 08.Februar 1333 NGZ erwacht Gon-Orbhon, dessen Körper sich seit Jahrtausenden im Nocturnenstock Satrugar befindet und dessen Geist mit dem wahnsinnigen Stockbewusstsein verschmolzen ist, endgültig - und zwar früher als Satrugar. Bei seinem Erwachen erhält der ehemalige Schutzherr Erinnerungen zurück, die seit seiner Auffindung durch Lyressea verschüttet gewesen sind. Eher unbewusst projiziert Gon-Orbhon den Erinnerungsschub auch in den Geist von Bré Tsinga auf der RICHARD BURTON. Die Kosmo-Psychologin dient quasi als Medium und gibt Gon-Orbhons Erinnerungen wieder.

Gon-Orbhon ist ein Kunstwesen aus den Genschmieden der Kosmokraten. Er ist ein Wesen von der gleichen Art wie die Sieben Mächtigen und in einem vermutlich jahrtausendelangen Prozess wird auch Gon-Orbhon zu einem potentiellen Sporenschiff-Kommandanten ausgebildet - als Ersatz für den Fall, dass einer der Mächtigen getötet werden sollte. Die Ausbildung findet in einer von mindestens neunzehn Kosmitäten statt, einer im Hyperraum verborgenen bizarren Schulungsstätte, in der Gon-Orbhon der einzige Student ist und die, wie er im Lauf der Zeit herausfindet, aus einem einzigen gigantischen Lebewesen besteht. Die Kosmitäten konkurrieren untereinander, nur die besten Zöglinge werden von den Kosmokraten akzeptiert. Obwohl Gon-Orbhon alles lernt, was man nur über das Multiversum wissen kann, und obwohl er seine Fähigkeit der "Mental-Dislokation" entdeckt, mit der er Intelligenzwesen unter seine Kontrolle bringen kann, droht er in dem Auswahlverfahren zu scheitern. Da er (wohl nicht zu Unrecht) befürchtet, dass die Kosmokraten ihn im Fall seines Versagens einfach vernichten würden, flieht er aus der Kosmität. Doch dabei verliert er unwiderruflich alles Wissen, das er sich bisher angeeignet hat. Auch seine Erinnerungen werden ihm genommen. So findet Lyressea ihn im All treibend vor.

Der Rest ist Geschichte: Beim Versuch, den sterbenden Nocturnenstock zu retten, verschmilzt Gon-Orbhons Geist mit Satrugar. Das so entstandene Zwitterwesen wird wahnsinnig, Gon-Orbhons Körper bleibt im Stock und wird von einem kybernetischen Diener am Leben gehalten. Gon-O/Satrugar beschließt, dass er mächtiger werden muss als alles, was ihn bedrohen könnte, um nie wieder in Lebensgefahr zu geraten. Er will deshalb zu einer Superintelligenz werden. Mit Hilfe von Bruchstücken des Nocturnenstocks, die ihm als Relais dienen, bringt er ein Volk nach dem anderen unter seine Kontrolle. Tagg Kharzani lockt er mit dem Angebot, ihn unsterblich zu machen. Von einem Abgesandten der Chaosmächte wird er gegen ES aufgehetzt und auf die "Leiche" ARCHETIMS aufmerksam gemacht, die ihm fortan als Energiequelle dient. Der Gegenschlag von ES, also die Verbannung in den Hyperkokon, kommt für Gon-O/Satrugar unerwartet.

Nach seinem Erwachen und nach der Wiedergewinnung seiner Erinnerungen findet Gon-Orbhon sich plötzlich in seinem ursprünglichen Körper wieder. Da Satrugar noch nicht völlig erwacht ist, findet Gon-Orbhon zu seinem alten, gesunden Selbst zurück und versucht aus dem Nocturnenstock zu fliehen, oder, als das nicht gelingt, sich selbst zu töten. Doch als auch Satrugar vollends zu sich kommt, wird Gon-Orbhons Geist wieder mit dem Nocturnenstock vereinigt und stürzt erneut in geistige Umnachtung. Sogleich geht Gon-O/Satrugar daran, ein besonders großes Fragment des Stocks, zusammen mit dem humanoiden Körper des ehemaligen Schutzherren, in einem Kybb-Titanen nach Terra zu verfrachten. Die gefangenen Spione Reginald Bull, Icho Tolot und Gucky holt er zu sich in den Stock. Dann wird er auf die Verbindung mit Bré Tsinga aufmerksam, schickt einige Schiffe los und schlägt seine Jüngerin mit einem psionischen Schock nieder, durch den auch die gesamte Besatzung des ENTDECKERS vorübergehend das Bewusstsein verliert. Nur das im Rechnerverbund der RICHARD BURTON versteckte Specter bleibt handlungsfähig und lenkt das Schiff aus der Gefahrenzone, bevor die von Gon-O/Satrugar ausgesandten Schiffe eintreffen.

Um 21:48:07 Uhr Bordzeit am 08.02.1333 NGZ wird Bré Tsingas Tod festgestellt.

Kommentar:

Nach dem hervorragenden vierten Lemuria-Taschenbuch folgt mit diesem Heft ein weiterer schöner Leo Lukas - Roman. Wenn er wie in diesen Romanen die Komik-Elemente auf ein erträgliches Maß zurückfährt und stattdessen seine Fähigkeit, bizarre Szenarien zu entwickeln, geschickt einsetzt, dann kommt dabei beste Unterhaltung heraus, die sich mehr als angenehm vom sonst üblichen Einheitsbrei abhebt und über solch unsägliche Machwerke wie den Roman der letzten Woche hinwegtröstet.

Lukas schafft es auch, dem großen Gegner dieses Zyklus neue Züge abzugewinnen. Gon-Orbhon ist also ein durchgefallener Aspirant auf ein Sporenschiff-Kommando… keine schlechte Idee! Außerdem wissen wir jetzt, dass Gon-Orbhon nicht einfach nur der stereotype Bösewicht ist, der irgendwann guten Gewissens abserviert werden kann. Er ist lediglich krank und könnte gerettet werden. Sollten die Terraner das je erfahren, würde das den Kampf gegen Gon-O/Satrugar sehr verkomplizieren, denn dann hätten sie die moralische Verpflichtung, ihrem Feind zu helfen… Welche Auswirkungen Gon-Orbhons Erwachen wohl für seine Jünger auf Terra hat? Ob sie wie Bré Tsinga all seine Erinnerungen geteilt haben? Den Tod der Kosmopsychologin halte ich übrigens vorerst noch nicht für endgültig. Am Ende des Romans wird eine Reanimation eingeleitet, über deren Ergebnis nichts ausgesagt wird.

Man muss zugeben, dass inzwischen doch verdächtig viel von der Gon-Orbhon-Handlungsebene an eine frühere Epoche der PR-Serie erinnert, namentlich an BARDIOC. In beiden Fällen haben wir es mit einem Mächtigen (oder so was in der Art) zu tun. Beide, Bardioc und Gon-Orbhon, haben sich lange Zeit in einem schlafähnlichen Zustand befunden. Bardioc ist dann zur Superintelligenz geworden, Gon-O/Satrugar ist auf dem Weg dorthin. Beide Wesen erzeugen Ableger von sich selbst, um ihre Opfer zu beherrschen. Und in beiden Fällen ist Terra das bevorzugte Angriffsziel. Wird hier die im Grunde gleiche Geschichte leicht abgewandelt noch mal erzählt? Hmmmm…


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