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Perry Rhodan Nr. 2264: Die verlorene Schöpfung

Autor: Uwe Anton

Inhalt

In der Großen Magellanschen Wolke bzw. im Parrakhon-Sternhaufen verfolgt die RICHARD BURTON Gon-Orbhons sechsdimensionalen Jetstrahl bis zum Ursprung. Oder fast, denn die Quelle des Strahls, das Parr-System, wird komplett von einem Energieschirm undefinierbarer Natur umhüllt. In dem neun-Planeten-System werden mehrere gigantische Schiffe beobachtet, die ein würfelförmiges Artefakt mit 500 Metern Kantenlänge durch eine Lücke im Energieschirm nach draußen befördern. Aus aufgefangenen Funksprüchen geht hervor, dass es sich bei den Riesenschiffen um Kybb-Titanen handelt. Das kleinere Artefakt erhält von ihnen einen Bewegungsimpuls von 3000 km/sec, so dass es sich auch ohne eigenen Antrieb rasch vom Parr-System entfernt. Daraufhin ziehen die Kybb-Titanen sich sofort wieder hinter den Energieschirm zurück. Offenbar sind wohl die allgegenwärtigen Helix-Torpedos, die auf alle schiffstypischen Energieentfaltungen reagieren, auch für Gon-Orbhon zur Gefahr geworden.

Diesen Augenblick suchen Ascari da Vivo und ihr Leibwächter Qertan sich aus, um mit Zugriffscodes, die sie von einem Besatzungsmitglied der RICHARD BURTON erpresst haben, einen Stealth-Shift zu kapern und damit zu dem würfelförmigen Artefakt zu fliegen. Reginald Bull folgt ihnen mit einem weiteren Shift, er nimmt Kantiran, Trerok, Daellian und einen Raumsoldaten mit - außerdem den Mann, den er für den von Ascari erpressten Verräter hält. Wegen der Ortungsgefahr dürfen nur geringe Beschleunigungswerte verwendet werden, der Flug dauert deshalb zwei Tage. Schon unterwegs fängt Kantiran die mentale Botschaft einer Wesenheit auf, welche sich in dem Artefakt befinden muss. Als das Team in den Würfel eindringt, wird Kant von der Gruppe getrennt. Wieder erhält er Kontakt zu dem namenlosen Wesen. Es zeigt sich ihm in verschiedenen Holoprojektionen und kommuniziert weiter auf mentalem Weg mit ihm. Das im Grunde gutmütige Wesen weiß nichts über sich selbst außer der Tatsache, dass es geschaffen wurde, um zu zerstören. Bull und seine Leute finden derweil heraus, dass der Würfel nichts anderes als ein quasi provisorisch zusammengeschustertes Konglomerat extrem leistungsstarker Energieerzeuger und Virtuellbildner ist.

Als die Anlagen des Würfels hochgefahren werden, mahnt das namenlose Wesen die Galaktiker zur Flucht. Zusammen mit Ascari und Qertan verlassen sie das Artefakt - der Dron erschießt vorher noch schnell heimlich den Verräter, damit der nichts ausplaudern kann. Vom Shift aus wird beobachtet, wie der Würfel sich in ein gigantisches Ortungs-Leuchtfeuer verwandelt. Zweck des Ganzen: Die Helix-Torpedos sollen angelockt werden. Das funktioniert gut - zu gut für die RICHARD BURTON, die den Shift in letzter Sekunde aufnimmt. Zehntausende Energietorpedos erscheinen, stürzen sich in das Leuchtfeuer und explodieren, bis vermutlich der gesamte Sternhaufen von ihnen gesäubert ist. Die RICHARD BURTON ist zu nahe an diesem Spektakel; der größte Teil der so dringend benötigten Hyperkristallvorräte verwandelt sich durch die Energieentfaltung in Staub. Bull folgt einem Vorschlag der Gurrads und nimmt Kurs auf deren Heimatwelt Roewis. Die Massenexplosion hat noch einen zweiten Nebeneffekt, den sicher auch Gon-Orbhon nicht eingeplant hat: Der Schutzschirm des Parr-Systems ist zusammengebrochen.

Kommentar:

Der Roman enthält einige sprachliche Merkwürdigkeiten, auf die ich gar nicht näher eingehen will, denn die Ungereimtheiten in der Handlung reichen für einen Kommentar schon aus. Was zum Beispiel glaubt Ascari mit ihrem Alleingang mitten im Feindesland bezwecken zu können? Ihr musste doch völlig klar sein, dass sie einerseits in der Kürze der Zeit, die Bull ihr unfreiwilligerweise lassen würde, keine bedeutenden Erkenntnisse in dem Würfel erlangen kann (zumal weder sie noch Qertan Wissenschaftler sind) und dass sie andererseits nicht nur sich selbst, sondern auch die RICHARD BURTON gefährdet - und das Schiff ist ja nun ihre einzige Möglichkeit, jemals wieder in die Milchstraße zurückkehren zu können. Sollte sie diese sinnlose Aktion tatsächlich, wie Bull meint, aus Langeweile durchgezogen haben? Das wäre ja ein noch größerer Blödsinnů

Dann Bulls Reaktion. Anstatt den Shift ganz einfach mit einem Traktorstrahl zurück an Bord zu ziehen (was ihm nach eigener Aussage möglich gewesen wäre), riskiert er es, Ascari persönlich zu verfolgen. Warum? Würde der sicher nicht mehr als ein paar Minuten dauernde Einsatz eines Traktorstrahls eine größere Ortungsgefahr bedeuten als ein zwei Tage lang andauernder Flug mit einem Shift? Wohl kaum. Zurück auf der RICHARD BURTON setzt Bully noch einen drauf und hält es nicht mal für nötig, Ascari Stubenarrest zu erteilen. Nein, diese Person (die übrigens einem Volk angehört, das sich im Kriegszustand mit der LFT befindet), die sich in krimineller Weise in den Besitz eines Shifts gebracht und sowohl das Mutterschiff als auch die ganze Kristallsturm-Operation in Gefahr gebracht hat, darf weiterhin frei herumlaufen, als wäre nichts geschehen. Ich fasse es nicht. Und dass Bull mal wieder meint, die Mascantin und ihren Leibwächter wegen des angeblich nicht zu beweisenden Mordes an zwei Terranern nicht belangen zu können, überrascht nach dem Shallowain-Desaster wohl niemanden mehrů Ich glaube so allmählich, dass Bulls Zellaktivator nicht mehr richtig funktioniert. Vielleicht leidet der Dicke ja an Altersdemenz.

Auch das Würfel-Artefakt fällt in die Kategorie der an den Haaren herbeigezogenen Sinnlosigkeiten. Warum hat Gon-Orbhon sich die Mühe gemacht, es mit so was wie einem vernunftbegabten Geist auszustatten, der sogar telepathische Fähigkeiten hat? Warum verfügt das Ding darüber hinaus über interne Holoprojektoren oder ähnliches, mit denen es Kantiran verschiedenen Personen und Landschaften vorgaukeln kann? Welchen Nutzen haben all diese Einrichtungen für einen auf die Schnelle zusammengeschusterten Torpedo-Köder, dessen baldige Vernichtung von vornherein feststeht? Keinen! Ebenso gut hätte man das Artefakt mit einem primitiven Zeitzünder ausstatten können. Dazu wäre noch nicht mal ein Bordrechner nötig gewesen.

Kantiran und Mal Detair sorgen auch mal wieder für ein paar dumme Szenen. Da beobachten sie Qertan bei einem eindeutig konspirativen Gespräch zumindest zweifelhaften Inhalts und halten es weder für nötig, den Gesprächspartner zu identifizieren (stattdessen giften sie lieber den Dron an), noch die Schiffsführung darüber in Kenntnis zu setzen. Außerdem behauptet Mal, er habe keine militärische Ausbildung erhalten. Wie bitte? Der Mann war Soldat bei den arkonidischen Landungstruppen im Rang eines Orbtons! Sollte das ein Witz sein? Ich glaube eher, dass da jemand nicht aufgepasst oder das entsprechende Datenblatt nicht gelesen hat.


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