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Perry Rhodan Nr. 2263: Das Ding aus dem All

Autor: Arndt Ellmer

Inhalt

Die von der Raumsonde ausgestrahlten Hyperfunkimpulse sind offensichtlich nicht unentdeckt geblieben: Ein zufällig in der Nähe des Systems vorbeifliegendes Zylinderdiskusschiff fängt sie auf und nähert sich dem Planeten Graugischt. Zur Gefahr wird er erst, als er sich der Planetenoberfläche nähert, denn auf Graugischt befinden sich alle Städte und Anlagen unter Wasser, und in dieses Wasser wurde eine Abschirmfunktion integriert, so dass Energie-Emissionen von außen kaum zu orten sind. Das Kybb-Schiff wird erst vernichtet, als es die Sicherheitsdistanz unterschreitet. Da nur mechanisch wirkende Waffensysteme eingesetzt werden, explodiert das feindliche Schiff nicht, sondern zerbricht in zahlreiche, teils relativ große Trümmer. Zwar wurde auf diese Weise eine verräterische Energieentfaltung vermieden, aber gleichzeitig besteht die Gefahr, dass in den größeren Trümmern jemand überlebt haben könnte. Es werden Suchtrupps ausgeschickt, aber plötzlich bricht der Kontakt zu ihnen ab. Bald steht fest: Mit dem Zylinderdiskus ist einer der gefürchteten Motoklone nach Graugischt gekommen.

Der Motoklon ist ein mit eigenem Bewusstsein ausgestattetes robotisch-androides Mischwesen mit dem Namen Hundertneun. Es wurde von Techniten erbaut und besteht im wesentlichen aus einem Endoskelett, das sich aus 32 Millionen multifunktionaler Elemente zusammensetzt sowie einem dezentralen Gehirn, das in achtfacher Redundanz über den ganzen Körper verteilt ist. Das Ganze wird umhüllt von einem Körpergewebe, das sich selbst regenerieren kann, indem es der Umgebung Substanzen zur Neubildung entnimmt. Das ganze Gebilde erinnert an eine aufrechtgehende Echse mit zwei Armen und zwei Beinen, die 2,9 Meter groß, 2 Meter breit und 1,95 Tonnen schwer ist. Beim Absturz ist zwar ein Teil von Hundertneuns Endoskelett und der umfangreichen Waffensysteme unwiederbringlich zerstört worden, aber er kann Einbußen von bis zu 20 Millionen der Endoskelett-Elemente verkraften, ohne in seiner Funktionalität eingeschränkt zu werden und ist immer noch eine Kampfeinheit, die es mit ganzen Armeen aufnehmen kann. Da sein Hypersender ausgefallen ist, besteht sein oberstes Ziel darin, ein solches Gerät von den Bewohnern Graugischts zu erobern, denn aus aufgefangenen Funksprüchen hat er erfahren, wo er sich befindet. Zwar sind auch seine Schutzschirmprojektoren ausgefallen, aber die schrecklichste Waffe, über die ein Motoklon verfügt, funktioniert noch: Der Motoschock. Dabei handelt es sich um eine psionische Schockwellenfront, die im Radius von mehreren Kilometern jegliches Leben vernichtet, gegen Biotroniken aber wirkungslos ist. Die Energie dazu bezieht Hundertneun aus einer sog. psionisch-technischen Quellzelle, die sich dabei vollständig entlädt und erst wieder aufgeladen werden muss (was allerdings nicht lange dauert), bis wieder ein Motoschock ausgelöst werden kann.

Mit dieser Waffe entwickelt Hundertneun sich in kürzester Zeit zu einer großen Gefahr für Graugischt. Auf seiner Suche nach einem Hypersender verfolgt der Motoklon nämlich noch andere Ziele: So viel Schaden anzurichten wie er nur kann und Carya Andaxi zu töten, oder - wenn möglich - zu entführen. Nichts scheint den Motoklon auf seinem Vernichtungsfeldzug stoppen zu können. Viele Tausend Lebewesen werden getötet, als er eine Submarine Sphäre (eine der vielen Unterseestädte) zerstört. Doch dann stellen Rhodan und Atlan, die sich durch ihre Zellaktivatoren für ausreichend vor dem Motoschock geschützt halten, dem Gegner eine Falle. Sie bieten sich selbst als Köder an, im entscheidenden Moment soll eine Gruppe von Schota-Magathe den Motoklon ins All teleportieren. Der Plan gelingt, aber erst beim zweiten Versuch. Die erste Gruppe der Schota-Magathe fällt dem Motoschock zum Opfer, doch dann hat Hundertneun nicht mehr genug Energie für einen zweiten Schlag. Eine weitere Gruppe Ozeanischer Orakel erzeugt einen Aufrisstrichter, durch den der Motoklon in einen Orbit um die Sonne geschleudert wird, wo man ihn mit Fesselfeldern gefangen hält. Die Gelegenheit, eine der mächtigsten Waffen Tagg Kharzanis zu untersuchen, wollen Rhodan und Atlan (die den Motoschock übrigens nur ganz knapp überleben) sich nicht entgehen lassen.

Der von Hundertneun verursachte Tod vieler Schota-Magathe versetzt Carya Andaxi einen heilsamen Schock und reißt sie endgültig aus ihrer Depression und Lethargie. Sie wird zwar nach wie vor nicht aktiv in den Kampf eingreifen, aber sie wird sich den Wünschen der Ankömmlinge aus Jamondi nicht länger widersetzen. Sie verrät Rhodan und Atlan, dass sich das Paragonkreuz zuletzt im 51 Lichtjahre von Graugischt entfernten Petaccha-System befunden hat. Leider ist das System seit langem fest in der Hand Tagg Kharzanis. Carya Andaxi erkennt Zephyda als Stellare Majestät an. Zephyda soll Oberbefehlshaberin der Streitkräfte des Schattenstaats sein. Lyressea erhält die Funktion einer Beraterin mit Vetorecht. Daraufhin ruft Zephyda einen Zusammenschluss der freien Völker Jamondis, des Schattenstaats und der Terraner aus - die Allianz der Moral.

Kommentar:

Endlich mal ein Roman, der die Zyklushandlung vorantreibt und darüber hinaus auch noch sehr unterhaltsam ist. Er ist, bis auf überdurchschnittlich viele Schreibfehler und eine andere kleine Ausnahme auch gut geschrieben. Die andere Ausnahme ist eine Szene, in der Rhodan und Atlan sich wieder einmal ein bisschen zu flapsig ausdrücken. "Vamos, Alter" sagt Rhodan zum Beispiel. Mir drängte sich dabei automatisch die Vorstellung auf, dass er das im gleichen gebrochenen Deutsch gesagt haben könnte wie die vom Comedyduo Mundstuhl erfundenen Figuren Dragan und Alder…

Der Motoklon, der seinem Namen zufolge vermutlich mindestens 108 "Artgenossen" hat, wird in diesem Roman gut eingeführt. Er ist eine interessante Figur und ein eindrucksvoller Gegner. War es nur Zufall, dass er ausgerechnet an Bord des Zylinderdiskus war, der sich ebenfalls rein zufällig zum richtigen Zeitpunkt in der Nähe von Graugischt aufgehalten hat? Wenn ja, dann wären das wieder einmal einige Zufälle zu viel, um glaubwürdig zu sein. Wenn nicht, d.h. wenn sich gar auf jedem Zylinderdiskus ein Motoklon aufhalten würde, dann wären die Aussichten für die Allianz der Moral alles andere als rosig…

Ich habe übrigens so einen gewissen Verdacht, um was es sich bei Hundertneuns ominöser Energiequelle, die er für den Motoschock braucht, handeln könnte. Vielleicht ist das ja der Verwendungszweck für den psi-veredelten Schaumopal (vgl. PR 2242)?


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