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Perry Rhodan Nr. 2261: Jenseits der Hoffnung

Autor: Hubert Haensel

Inhalt

Die SCHWERT wird von einem Weißen Kreuzer huckepack genommen und zu Carya Andaxis Heimatwelt Graugischt gebracht. Hier werden zurzeit alle verfügbaren Schiffe der Schwadron von Graugischt zusammengezogen. General Traver, Kommandeur der Schwadron, hält sich nicht mit Freundlichkeiten auf. In seinen Augen sind die Leute von der SCHWERT nutzlose Flüchtlinge oder besser gesagt Verrückte, weil sie die Absicht haben, den militärisch weit überlegenen verräterischen Schutzherrn Tagg Kharzani anzugreifen. Traver hält Rorkhete für einen Schwächling und erkennt Zephydas Führungsanspruch nicht an. Natürlich verweigert er auch jegliche Hilfe, falls Rhodan und Atlan (die er für Motana hält) Schloss Kherzesch angreifen wollen. Die 500 Transitionsraumer (T-Raumer genannt), über die Traver verfügt, wären sowieso keine annähernd ausreichende Streitmacht für dieses Unternehmen.

Die Arphonie-Shoziden haben ohnehin genug eigene Probleme. Sie dienen Carya Andaxi, die seit der Verbannung in den Hyperkokon einen Schattenstaat aufgebaut und Tagg Kharzani Widerstand geleistet hat. Die ca. 12 Planeten ihres Schattenstaats waren bisher in künstlichen Raum-Zeit-Falten verborgen, doch diese haben sich seit dem Hyperschock aufgelöst. Somit sind die Welten schutzlos. Die Kybb haben die mit dem erhöhten Hyperwiderstand verbundenen Schwierigkeiten schnell überwunden und setzen den Weißen Kreuzern mit ihren neuen Zylinderdisken schwer zu. Über die "Weltraum-Wale" weiß Traver nur, dass man sie Hyperdimos nennt und dass sie wahllos Raumschiffe angreifen. Woher sie kommen, ob und welche Absichten sie haben ist unbekannt.

Während die Arphonie-Shoziden über das weitere Vorgehen beraten, wird die SCHWERT auf Graugischt festgehalten. Rorkhete, der unter der Zurückweisung durch seine Artgenossen schwer zu leiden hat, sieht sich ein wenig auf dem Planeten um. Dabei begegnet er einigen Frauen und erfährt von diesen, dass es sich bei den hiesigen Shoziden um die Nachkommen von nur 200 Individuen handelt, die sich zum Zeitpunkt der Verbannung auf Graugischt aufgehalten hatten. Jetzt wird dringend "frisches Blut" zur Aufrechterhaltung der genetischen Vielfalt benötigt. Da kommt Rorkhete den Frauen gerade recht - er soll ihnen als Zuchtbulle dienen! Einerseits ein verlockendes Angebot für den noch jungfräulichen Einzelgänger, andererseits aber auch eine Demütigung. Rorkhete weigert sich, aber damit geben die Frauen sich nicht zufrieden. Sie locken ihn in einen Hinterhalt und nehmen sich mit Gewalt, wozu er nicht freiwillig bereit war. Dabei vernichten sie auch Rorkhetes holprig geschriebenes Tagebuch…

Währenddessen bringen Rhodan und Atlan die Schildwache Lyressea ins Spiel. General Traver erkennt sofort, wen er vor sich hat, ist aber offensichtlich immer noch nicht ausreichend beeindruckt. Als Lyressea nämlich verlangt, zu Carya Andaxi vorgelassen zu werden, wird sie von Traver vertröstet. Der Grund für Travers seltsames Verhalten offenbart sich, als Graugischt von den Kybb entdeckt und angegriffen wird. Da vier Kybb-Titanen anrücken, ist jeglicher Widerstand hoffnungslos. Der Planet wird im Feuer der Titanen vernichtet. Die SCHWERT entkommt zusammen mit Travers Kreuzer ELEBATO, an den sie immer noch gekoppelt ist, und der restlichen Schwadron. Jetzt rückt Traver mit der Wahrheit heraus: Der Planet war gar nicht Graugischt, sondern quasi eine Attrappe zur Ablenkung des Feindes…

Kommentar:

War es wirklich nötig, die gesamte T-Kreuzer-Schwadron bei Graugischt-II zusammenzuziehen und damit der Gefahr vollständiger Vernichtung auszusetzen? Oder ist die Schwadron in Wirklichkeit viel größer? Die Vernichtung von Graugischt-II kommt am Ende zu schnell, um noch einen Schockeffekt zu verursachen. In dem Moment ist schon ziemlich klar, dass es sich natürlich nicht um Carya Andaxis Welt handeln kann und dass die Schutzherrin bestimmt nicht so sang- und klanglos abserviert wird.

Abgesehen von solch marginalen Kleinigkeiten ist der Roman gar nicht übel. Traver und seine Leute benehmen sich genau so grantig, wie es sich für Shoziden gehört - nehmen wir einfach mal an, Rorkhete sei durch den ständigen Kontakt mit den Motana, Atlan und Rhodan "weich" geworden. Dass die Shozidinnen den armen Rorkhete zum Sexsklaven machen, ist… nun… eine ziemlich bizarre Vorstellung, und zum Glück beschränkt Hoffmann sich in den entsprechenden Szenen auf Andeutungen. Er lässt Rorkhete rechtzeitig vor lauter Zorn, Verwirrung und Erregung das Bewusstsein verlieren.

Überhaupt spielt Rorkhete in diesem Roman die Hauptrolle, und das funktioniert auch recht gut. Man kann nachvollziehen, was er durchmachen muss, als er nach all den Jahren des Lebens als Einzelgänger, in denen er sich für den letzten seines Volkes halten musste, doch noch Artgenossen trifft, von diesen aber nur verspottet wird. Dass er dann nicht gerade begeistert ist, als man sich für ihn nur wegen seiner Gene interessiert, ist einleuchtend. Nur die Wiedergabe seiner orthographisch noch nicht ganz einwandfreien Tagebucheinträge habe ich als etwas störend empfunden, obwohl sie natürlich in den Kontext passen und vom Autor sinnvoll als Symbol für Rorkhetes Demütigung und "Entjungferung" durch die Shozidinnen eingesetzt werden.


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