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Perry Rhodan Nr. 2258: Medusenklänge

Autor: Michael Nagula

Inhalt

Durch einen unbekannten Einfluss wird der Geist eines Besatzungsmitglieds der RICHARD BURTON vom Körper getrennt und treibt als körperloses Bewusstsein dahin. Es muss sich an "Ankern" festhalten, u.a. am Geist von Reginald Bull, um nicht durch die Gesänge medusenartiger Erscheinungen ins Nichts gelockt zu werden. Der entkörperlichte Geist beobachtet die weiteren Ereignisse, ohne von irgendwem wahrgenommen werden oder mit jemandem kommunizieren zu können.

Nur drei Gurrads haben die Vernichtung ihrer Schiffe überlebt. Bull lässt ihre Rettungskapsel bergen. Sie machen den Weiterflug des ENTDECKERS als etwas eigenwillige Gäste mit. Jedes Schiff, das in den Parrakhon-Sternhaufen eindringt, wird sofort von Abwehrbasen aus unter Beschuss genommen. Dabei kommen die selbstlenkenden Energietorpedos zum Einsatz, denen die Gurrad-Schiffe zum Opfer gefallen sind. Selbst die RICHARD BURTON würde einen Volltreffer dieser Waffe, die aufgrund ihrer Funktionsweise als Helix-Torpedo bezeichnet wird, nicht überstehen. Man nimmt an, dass die Torpedos auf die für Raumschiffe typischen Energiesignaturen reagieren. Beim Weiterflug deaktiviert man deshalb sämtliche Schiffssysteme, wenn wieder ein Torpedo geortet wird. Tatsächlich wird die RICHARD BURTON daraufhin stets von den Torpedos ignoriert.

In der Nähe des Sternhaufenzentrums wird eine Art Raumschiffsfriedhof entdeckt. Gucky, Icho Tolot und die drei Gurrads untersuchen eines der Wracks. Es ist über 10.000 Jahre alt - aber nur an den zerstörten Stellen. Unbeschädigte Bereiche sind erheblich jünger. Wahrscheinlich wurde also eine Waffe eingesetzt, die eine beschleunigte Alterung des Materials verursacht. Die Gurrads bergen das Logbuch des unbekannten Schiffs, geraten aber in eine Falle. Das Außenteam wird von unzähligen Robotern angegriffen, die vom noch funktionierenden Schiffscomputer gesteuert werden, außerdem bricht die Verbindung zur RICHARD BURTON ab. Während des Rückzugsgefechts wird Gucky schwer verwundet. Da greift das körperlose Bewusstsein ein, das alles mitverfolgt hat. Es gibt Bull den Gedanken ein, dass das Außenteam an einer bestimmten Stelle des Wracks in der Falle sitze. Bull lässt daraufhin per Desintegratorbeschuß einen Fluchtkanal für die Eingeschlossenen in das Wrack bohren, wobei auch dessen Bordcomputer zerstört wird.

Kurz nachdem das Außenteam zurück ist (Gucky wird überleben), muss die RICHARD BURTON sich wieder totstellen, da ein weiterer Helix-Torpedo auftaucht und das Wrack vernichtet. Durch diese Explosion werden die Hyperkristalle in wichtigen Aggregaten des ENTDECKERS zu Staub zerblasen. Da eine Reparatur im All zu riskant wäre, macht man sich auf den Weg zu einem nahen Planeten. Als der Linearflug eingeleitet wird, verliert das körperlose Bewusstsein seinen "Anker" und erliegt dem Lockruf der Weltraummedusen…

Kommentar:

Der zweite zu beinahe hundert Prozent verzichtbare Roman in Folge. Ein langweiliger Lückenfüller, mit dem die dünne Handlung dieses Zyklus über ein weiteres Heft gestreckt werden soll. Ich hatte gehofft, dass mit der Ankunft der RICHARD BURTON in der GMW endlich mehr Schwung in die Chose kommen würde, stattdessen wird die Handlung genauso ausgebremst wie die interstellare Raumfahrt durch die erhöhte Hyperimpedanz… Es kommt mir so vor, als wäre die wirre Story dieses Romans ziemlich lustlos kurz vor Abgabetermin so dahingeschludert worden. Vielleicht ist mir ja auch etwas entscheidendes entgangen - vielleicht hat das Herumgestolpere in dem künstlich gealterten Wrack ja später noch irgendwelche Folgen (wg. des Logbuchs zum Beispiel) und möglicherweise war ja auch die Idee mit dem körperlosen Bewusstsein und den Medusen des Alls (was auch immer man sich darunter vorstellen soll) in Wirklichkeit gar kein hanebüchener, an den Haaren herbeigezogener, sinnloser Quatsch, sondern hatte irgend eine Bedeutung für den weiteren Zyklus. Aber ehrlich gesagt glaube ich das nicht.

Wieder mal beweist Reginald Bull seine Inkompetenz auf allen Gebieten. Warum riskiert er den Weiterflug durch Parrakhon, wenn der einzige Schutz vor den absolut tödlichen Waffen, durch die der Sternhaufen abgesperrt wird, auf einer unbewiesenen Hypothese beruht? Warum testet man das nicht erst mit einem robotgesteuerten Beiboot, sondern setzt gleich alles aufs Spiel? Und was das betrifft: Warum schickt man nicht einfach Robots in das unbekannte Wrack? Aber dann hätte man ja auf den missglückten Spannungsmoment mit dem verletzten Gucky verzichten müssen. Spätestens seit dem Beinahe-Tod des Mausbibers im Tradom-Zyklus nimmt man einen solchen billigen Trick doch keinem Autor mehr ab. Was sollte das also jetzt? Soll etwa Plofre, das böse Alter Ego des Mausbibers, wiederbelebt werden? Wenn ich lese, wie Gucky in diesem Roman schon wieder als Clown dargestellt wird, hätte ich dagegen fast nichts einzuwenden, wenn mir das endgültige Ableben des Nagezahnträgers auch lieber gewesen wäre…


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