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Perry Rhodan Nr. 2253: Kybb-Jäger

Autor: Frank Borsch

Inhalt

Perry Rhodan und Lyressea haben mit dem Bionischen Kreuzer GRÜNER MOND die drei noch fehlenden Schildwachen Metondre (die Weinende), Eithani (die Brennende) und Atjaa (die Stählerne) befreit. Alle sechs unterziehen Rhodan und Atlan einer Prüfung, die zum Ergebnis hat, dass die Galaktiker zwar durchaus geeignet wären, die Schutzherrenwürde zu empfangen, dass aber womöglich ihre Ritteraura dabei stören könnte. Da die letzte Entscheidung ohnehin vom noch verschollenen Paragonkreuz getroffen werden muss, wird dieses Problem jedoch hintangestellt.

Hytath, die Blutende Schildwache, hat eine äußerst interessante Mitteilung zu machen. Er hat nämlich seinerzeit, noch vor dem Untergang der Schutzherren, die Erste Flotte der Motana in Sicherheit gebracht. Dieser 8000 Einheiten starke Verband ist die Flotte der Todbringer und besteht aus Schiffen, die den Bionischen Kreuzern vom Design her zwar ähneln, aber zehn Prozent größer sind und mit drei Todbringer-Geschützständen statt nur einem bestückt wurden. Das Stasis-Versteck der Ersten Flotte befindet sich im 138 Lichtjahre von Tom Karthay entfernten Kor-System. Eine Verstärkung dieser Art käme Zephyda gerade recht, denn sie hat inzwischen drei weitere Kreuzer bei Kämpfen gegen die Kybb verloren. Hytath macht sich daher auf den Weg. Auch die anderen Schildwachen wollen versuchen, ihre Kenntnisse über alte Stützpunkte, Ausrüstungslager usw. zu nutzen - vielleicht sind ja nicht alle von den Kybb vernichtet worden und vielleicht ist dort noch etwas zu holen.

Rhodan, Atlan und Zephyda fliegen mit der SCHWERT und der BLUTMOND zum Tan-Jamondi-System, um dort mit der Suche nach dem Paragonkreuz zu beginnen. Da sich dort ein Machtzentrum der Kybb befindet, muss eine Tarnung her. Die Bionischen Kreuzer werden ganz einfach im "entkernten" Rumpf eines eroberten Würfelschiffs der Kybb-Cranar untergebracht. Zephyda und Medillin, die weit überdurchschnittlich Psi-begabte Epha-Motana der BLUTMOND, müssen das Würfelschiff zusammen mit ihren Kreuzern steuern. Unterwegs erfährt Jospeth, Todbringer der BLUTMOND, mehr über die Biotroniken. Zusammen mit Echophage repariert er nämlich die Biotronik der BLUTMOND, deren Zentralkugel bei einem Gefecht vernichtet worden war. Echophage erklärt Jospeth, dass die Vernichtung der Kugel nicht gleichbedeutend mit dem Ende der Biotronik gewesen sein muss, denn die Substanz - bzw. das Bewusstsein - einer Biotronik ist in einer Art Nervengeflecht über den gesamten Bionischen Kreuzer verteilt. In der Zentralkugel ist die Konzentration lediglich am größten. Im neuronalen Fasernetz befindet sich eine winzige Menge der Substanz 101, diese ist die biologische Komponente einer Biotronik - und in einem Fall wie diesem kann sie repariert werden; entsprechende Hilfsmittel sind auf jedem Kreuzer vorhanden. Man kann die Reparatur nur durchführen, wenn die betroffenen Stellen vollständig mit etwas Salzwasser bedeckt sind.

Jospeth macht sich sofort an die Arbeit. Die Aussage Echophages, dass die geheimnisvolle Substanz 101 von Carya Andaxi in den Schutzherren-Orden eingebracht wurde und porleytischer Herkunft ist, sagt Jospeth nicht allzu viel…

Als der Kybb-Würfel mit den beiden Bionischen Kreuzern im Tan-Jamondi-System ankommt, schöpfen die Kybb-Traken nach kurzer Zeit doch Verdacht, da sich die Triebwerksemissionen des Würfelschiffs nicht verändern, und das lässt darauf schließen, dass Epha-Motana mit ihren Psi-Kräften am Werk sind. Iant Letoxx, der das Kommando führt, misst dem nicht viel Bedeutung bei. Für ihn ist es viel wichtiger, dass just in diesen Stunden die SPURHÖFE ihre Arbeit wieder aufnehmen, so dass die DISTANZSPUR wieder in Betrieb genommen werden kann. Die reaktivierte DISTANZSPUR schickt eine hyperdimensionale Schockwelle durch das Sonnensystem, durch die vor allem die Kybb-Schiffe vorübergehend lahmgelegt werden. Dennoch ist die Übermacht, die sich auf die Spur der Bionischen Kreuzer gesetzt hat, zu groß. Die BLUTMOND opfert sich, um die Gegner von der SCHWERT abzulenken - sie fliegt direkt auf einen SPURHOF zu. Die SCHWERT kann unbemerkt entkommen. Es ist eine Flucht nach vorn: Ihr Kurs führt direkt zum Standort des ehemaligen Schutzherren-Doms auf dem Planeten Tan-Jamondi-II…

Kommentar:

Frank Borsch mausert sich so allmählich zu einem meiner favorisierten PR-Autoren. Der Mann kann einfach gut Geschichten erzählen und er versteht es immer wieder, die Protagonisten einfühlsam zu charakterisieren. Bei ihm hat man nicht das Gefühl, dass da im Grunde austauschbare Schablonen durch die Kulissen stolpern - er beschreibt glaubwürdige Personen mit "Substanz". Allerdings gilt das weniger für Leute wie Rhodan und Atlan, die haben bei ihm oft nur kleinere Auftritte. Borsch konzentriert sich gern auf Nebenpersonen, in diesem Fall auf Jospeth und auf einen subalternen Ortungstechniker der Kybb-Traken. Solche Figuren kann man vermutlich leichter mit Leben füllen als Monolithen wie Rhodan. Ob die BLUTMOND tatsächlich vernichtet wurde? Vielleicht ist sie ja einfach durch die DISTANZSPUR geflogen?

Gut gefallen hat mir auch, dass die Kybb-Traken sich nicht ganz so leicht hinters Licht führen lassen, wie Rhodan es gern gehabt hätte. In der Frühzeit der PR-Serie war ja allzu oft zu solchen Täuschungsmanövern gegriffen worden, die von Perrys Gegnern nie durchschaut worden waren.

Was mich an diesem Roman ziemlich stutzig gemacht hat, ist die Tatsache, dass die Befreiung der drei noch fehlenden Schildwachen nur im Nebensatz abgehandelt wurde. Okay, es wäre auf die Dauer langweilig geworden, wenn man in mehreren Romanen einen "Asylplaneten" nach dem anderen abgeklappert hätte, aber dass die Befreiung der drei Schildwachen so ganz ohne Probleme abgelaufen sein soll, oder jedenfalls ohne Probleme, die der Erwähnung wert wären, finde ich doch seltsam.

Dann kommt Hytath mit einem echten Knalleffekt: 8000 schwer bewaffnete Biokreuzer - das ist eine gewaltige Streitmacht, nur leider haben die Motana z.Zt. gar nicht genug Raumfahrer, um alle zu bemannen. Überhaupt kommt mir die Wandlung der Motana von naiven Zurück-zur-Natur-Waldbewohnern, die jeglicher Technik ablehnend gegenüberstehen, zu harten Raumfahrern viel zu schnell. Man sollte nicht vergessen, dass seit der Entdeckung des ersten Biokreuzers erst wenige Monate vergangen sind. Wie soll in so kurzer Zeit ein derartiger Gesinnungswandel eintreten? Von der Raumfahrer-Ausbildung ganz zu schweigen? Ich habe mich sowieso schon des Öfteren gefragt, woher die Motana eigentlich ihre ganze technische Ausrüstung beziehen. Immer wieder wird beschrieben, wie sie mit völliger Selbstverständlichkeit alle möglichen Armbandgeräte, Waffen, Raumanzüge usw. verwenden. Waren die alle in den Biokreuzern gelagert? Und waren die Bedienungsanleitungen so leicht verständlich, dass sogar ein Volk von Bogenschützen sie verstehen konnte?

Dass man die neuronalen Netze der Biokreuzer nur in Salzwasser reparieren kann, hat vermutlich den einfachen Grund, dass diese Schiffe in den Ozeanen auf Carya Andaxis Welt, d.h. unter Wasser, erschaffen worden sind. Mit der Substanz 101 kommen jetzt auch noch die Porleyter ins Spiel. Wie passt das zeitlich zusammen? Die Schutzherren sind vor ca. 6 Millionen Jahren untergegangen, die Porleyter waren, soweit ich mich erinnern kann, vor 2 - 3 Millionen Jahren tätig. Haben wir es mal wieder mit einer Zeitreise zu tun? Die Porleyter konnten sich selbst in unbelebte Objekte, auch technische Konstruktionen, integrieren. Da könnte man natürlich spekulieren, dass die Bionischen Kreuzer bzw. die Biotroniken von Porleytern "beseelt" worden sind…


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