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Perry Rhodan Nr. 2251: Das Land unter dem Teich

Autor: Frank Böhmert

Inhalt

Kimte wird evakuiert. Sollte Lyressea es nämlich nicht schaffen, den Selbstzerstörungsmechanismus der Asylkapsel ihrer Schwester Catiaane zu deaktivieren, wäre die gesamte Stadt dem Untergang geweiht. Die meisten Motana fügen sich in ihr Schicksal, doch einige Tausend Aufrührer blockieren das Blisterherz, so dass Rhodan, Lyressea und Rorkhete einen Umweg und eine halsberechische Kletterpartie in Kauf nehmen müssen, um den Teich der Trideage doch noch zu erreichen. Dort fällt Lyressea beinahe einem Attentat zum Opfer: Eine der Demonstrantinnen schießt einen Pfeil auf sie ab. Da zeigt Lyressea, dass mehr in den Schildwachen steckt als bisher bekannt. In Gefahrensituationen können sie die Zweite Gestalt annehmen und sich in ein riesiges, drachenähnliches Ungeheuer mit Schuppenpanzer, langen Krallen und zusätzlichen Zahnreihen in vergrößerten Kiefern verwandeln. In dieser Kampfgestalt können sie sich so schnell bewegen, dass alles um sie herum wie eingefroren wirkt. Die Verwandlung kostet aber so viel Kraft, dass die Schildwachen die Zweite Gestalt nur für kurze Zeit beibehalten können.

Rorkhete entdeckt per Zufall den Eingang zu Catiaanes Asyl, der mit nicht ortbaren Projektionen getarnt ist wie Lyresseas Versteck auf Baikhal Cain. Rhodan, Lyressea und der Shozide folgen einem Gang in die Tiefe - doch die Aushöhlung, in der die Asylkapsel sich befinden sollte, ist leer. Als die Drei jedoch ein durchsichtiges Energiefeld am Ende des Gangs durchschreiten, finden sie sich plötzlich doch im Inneren der Kapsel wieder. Als sie diese und die nähere Umgebung erkunden, stellen sie zweierlei fest: Lyressea kann zwar die Schaltelemente der Kapsel bedienen und Catiaane wecken, die Selbstzerstörung des Verstecks kann sie jedoch nicht verhindern. Außerdem befindet die Kapsel sich nicht im Sternenozean, sondern auf einem Planeten im Halo der Galaxis Algstogermaht!

Rhodan und Rorkhete werden bei einem Ausflug ins Freie von Bewohnern des Planeten, der eine Kunstwelt im doppelten Wortsinn zu sein scheint, mental beeinflusst und angegriffen. Lyressea muss wieder die Zweite Gestalt annehmen, um die beiden zu befreien. Als die Angreifer in die Asylkapsel eindringen, bleibt keine Zeit mehr, nach Wegen zur Umgehung der Selbstzerstörungsanlage zu suchen. Lyressea befreit Catiaane aus dem Stasisfeld, prompt beginnt die Kapsel sich zu erhitzen. Die Gefährten müssen durch das Transmitter-Energiefeld fliehen, welches sie wieder nach Kimte befördert und dann erlischt - die Asylkapsel wurde zwar vernichtet, aber das hat keine schädlichen Auswirkungen auf den Stadt-Baum.

Kommentar:

Frank Böhmert sorgt mit seinem… hm… unkonventionellen Stil für etwas Abwechslung in der sonst zumeist doch recht gleichförmigen (eintönigen?) Perry Rhodan - Kost. Er konzentriert sich dabei auf eine Nebenhandlung, die ich oben nicht zusammengefasst habe, weil sie später in der Serie vermutlich nie wieder von Bedeutung sein wird. Es geht darin um Nesse, eine Bewohnerin jenes Planeten im Halo von Algstogermaht. Sie ist eine etwas ausgeflippte junge Künstlerin, die immer wieder Ärger mit den Ordnungskräften bekommt und regelmäßig Briefe nach Hause schreibt, bis auch in Algstogermaht die Hyperimpedanz zuschlägt. In diesen Briefen verwendet sie eine ziemlich bunte Ausdrucksweise - in etwa so, wie man sich heutzutage im Internet-Chat, in E-Mails usw. gern ausdrückt.

In diese Nebenhandlung passt der jugendlich-flapsige Stil auch sehr gut hinein, er dient zur Charakterzeichnung der frechen Nesse. Leider schleicht er sich aber auch in die Haupthandlung hinüber, und dort will er für meinen Geschmack so gar nicht funktionieren. Gerade die Figuren Rhodan und Rorkhete erfahren dadurch eine Veränderung, die nicht zur bisherigen Charakterisierung passt. Es wäre besser gewesen, wenn Frank Böhmert es geschafft hätte, die beiden Handlungsebenen stilistisch auseinander zuhalten, oder wenn die ganze Geschichte aus Nesses Blickwinkel erzählt worden wäre.

Dann bin ich des Öfteren über Textstellen gestolpert wie "Der Geruch von versengtem Fleisch, er hing überall in der Luft" oder "Die ganze Welt der Drachin, sie schien aus Nachbildern (…) zu bestehen". Beides Zitate. Warum nicht einfach "Der Geruch von versengtem Fleisch hing in der Luft" und "Die ganze Welt der Drachin schien aus Nachbildern (…) zu bestehen"? Na ja, das ist wohl Geschmackssache - mir gefällt es nicht.

Die Zweite Gestalt der Schildwachen ist eine interessante Sache. Ich hatte mich schon gefragt, was an diesen Androiden eigentlich so Besonderes sein soll oder welchen Nutzen sie außer ihrer Fähigkeit der Schutzherrenweihe für eben diese Schutzherren haben sollen. Durch die Kampfgestalt erhalten sie eine ganz neue, gefährliche Seite, die ihnen bis jetzt gefehlt hat. Jetzt wissen wir auch endlich, warum Lyressea offensichtlich nie zur Maniküre geht…

Wie wurde Catiaanes Asylkapsel eigentlich nach Algstogermaht transportiert - und warum ausgerechnet dorthin, wo die PAN-THAU-RA versteckt war? Sind die Schutzherren irgendwann dorthin geflogen und haben das Versteck eingerichtet? Wenn ja, muss das lange Zeit vor der Blutnacht gewesen sein, denn nach der Verbannung in den Hyperkokon wäre das nicht mehr möglich gewesen und in der Hektik der letzten Schlachten hätten sie das sicher nicht mehr geschafft. Oder wurde die Kapsel doch später und auf andere Weise (wie???) an ihren neuen Standort versetzt? War der Hyperkokon also doch nicht so undurchlässig, wie man glaubt? Hmmmm… wenn das mal nicht ein Kunstgriff war, um zu vermeiden, dass der Stadtbaum von Kimte abgefackelt wird!


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