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Perry Rhodan Nr. 2250: Zeuge der Zeit

Autor: Robert Feldhoff

Inhalt

Aufgrund ihrer Fähigkeit der Niederschwellen-Telepathie erkennt Lyressea, dass das Versteck ihrer Schwester Catiaane, der Ehernen Schildwache, sich in der Stadt Kimte auf Tom Karthay befinden muss. Während nach und nach ca. 300 Planetare Majestäten für den Konvent dort eintreffen, sucht Lyressea die ganze Stadt ab. Sie lokalisiert das Asyl schließlich im Blisterherzen, genauer gesagt unter dem Teich der Trideage. Der Stadt-Baum ist genau über dem Versteck entstanden. Das Problem dabei: Würde man die beibootgroße vergrabene Kapsel vor Ort öffnen, so würde das gleiche geschehen wie auf Baikhal Cain: Die Kapsel würde verglühen - und dadurch würde der gesamte Stadt-Baum vernichtet werden…

Zephyda hat mit ganz anderen Schwierigkeiten zu kämpfen. Viele der Planetaren Majestäten stellen sich schon gleich bei ihrer Ankunft in Kimte gegen sie, einige fädeln sogar ein Mordkomplott ein, das jedoch von Kischmeide (die allerdings auch kein Freund von Zephydas Plänen ist) vereitelt werden kann. Vielen Motana ist der relativ sichere Status Quo lieber als das uneinschätzbare Risiko eines Aufstands. Als Zephyda dann auch noch die Feste Roedergorm als Tagungsort wählt, weil kein Versammlungsraum in Kimte groß genug wäre, und darüber hinaus dem Karthog ein Mitspracherecht einräumt, sind die Matriarchinnen erst recht empört.

Eine zweite Schota-Magathe-Familie materialisiert im Teich der Trideage. Ihr Patriarch Dan Errithi berichtet, dass sie von Ka Than geschickt wurden, um zwei Botschaften zu überbringen. Eine davon betrifft Rhodan und Atlan: Lotho Keraete ist erwacht, möchte aber beim Grauen Autonom bleiben, um zu versuchen, ihn zum aktiven Eingreifen zu bewegen. Die zweite Botschaft soll erst beim Konvent verkündet werden. Eine Nachricht privater Natur hat Dan Errithi für Keg Dellogun: Ka Than hat die alten Gesetze, die den Schota Magathe von Carya Andaxi gegeben wurden, abgewandelt. Die Ozeanischen Orakel dürfen künftig in die Geschehnisse eingreifen und die Verbannung von Keg Delloguns Familie wurde aufgehoben. Auf Rhodans Bitte hin bleiben sie aber zunächst auf der SCHWERT.

Der Konvent der Majestäten findet trotz aller Probleme wie geplant statt. Rhodan leitet die Diskussion. Zephyda hält nach anfänglichen Unsicherheiten eine flammende Rede und ruft zum Krieg auf. Dann überbringt Dann Errithi die Botschaft des Grauen Autonoms. Ka Than fordert, dass die Motana sich eine Stellare Majestät erwählen sollen und dass dieses Amt Zephyda zufallen soll. Lyressea und Rorkhete stellen sich ebenfalls öffentlich auf Zephydas Seite. Das alles gibt den Ausschlag: Zephyda wird mit nur 6 Gegenstimmen zur Stellaren Majestät gewählt. Der Karthog von Roedergorm macht Kimte ein besonderes Geschenk: Eine Schutzherren-Statue. Sie soll Kimte symbolisch beschützen. Und Schutz jeglicher Art werden die Motana vermutlich bald bitter nötig haben…

Kommentar:

Wenn man diesen Band mit anderen Fünfziger-Romanen vergleicht, wirkt er als Auftakt für den zweiten Teilzyklus eher unspektakulär. Es ist jedoch ein schöner Roman, in dem die Konflikte unter den Motana gut dargestellt werden. Ich kann die Gegner Zephydas gut verstehen. Die neue Stellare Majestät hat ja noch nicht einmal konkrete Aktionspläne anzubieten, sie wirkt eher wie eine verblendete Kriegstreiberin denn wie jemand, der den Motana echte Perspektiven eröffnen könnte. Davon mal ganz abgesehen verfügt sie auch über keine nennenswerte Streitmacht - was ihre paar Bionischen Kreuzer gegen die Kybb-Traken wert sind, musste sie ja gerade erst bitter erfahren.

Kein Wunder, dass übergeordnete Institutionen wie Ka Than und Lyressea eingreifen müssen, vor denen die Motana schon fast abergläubischen Respekt haben. Ohne diese Intervention wäre Zephyda niemals gewählt worden, weil ihre Argumente niemanden überzeugt hätten. Durch diese Intervention wird der Konvent aber zu einer Farce, außerdem führt Ka Than seine eigene Behauptung, er wolle sich nicht mehr in die "Politik" einmischen, selbst ad absurdum. Schließlich werden erst mit Zephydas Wahl, zu der es ohne Ka Thans Votum nicht gekommen wäre, die Weichen auf Krieg gestellt. Welche größere Einmischung könnte man sich wohl vorstellen? Andererseits frage ich mich, welchen Nutzen dieser Konvent überhaupt hatte. Zephyda wurde offiziell in dem Amt bestätigt, das sie ohnehin schon eingenommen hat. Und was jetzt? Kehren die Planetaren Majestäten auf ihre von den Kybb-Cranar besetzten Heimatwelten zurück und bewegen ihre Leute dazu, mit Pfeil und Bogen (und ein paar Psi-Jodlern) gegen die Kybb-Festungen vorzugehen? So ganz habe ich den "Nährwert" dieser Versammlung noch nicht verstanden.

Lyressea, die sich erstmal als Modeschöpferin betätigt und ein Gewand herstellt, das ihrer Meinung nach für eine Schildwache würdiger ist als Motana-Tracht (der Beschreibung nach dachte ich allerdings erst an ein Fastnachtskostüm für den Lumpenball), kommt in diesem Roman irgendwie nicht gut weg. Sie macht einen recht arroganten Eindruck. Es war aber interessant zu lesen, wie sie sich von Rhodan beeindrucken lässt, ganz so, als wäre er ihr übergeordnet. Vielleicht kann man das als Hinweis dafür lesen, dass er wirklich das Zeug zu einem Schutzherrn hat?


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