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Perry Rhodan Nr. 2242: Letoxx der Fälscher

Autor: Robert Feldhoff

Inhalt

Iant Letoxx ist ein Kybb-Trake. Er entstammt einem Kyber-Volk, das in der Hierarchie des Sternenozeans weit über den Kybb-Cranar steht. Beide Völker ähneln sich im Aussehen, die Kybb-Traken sind allerdings mit durchschnittlich 1,80 Metern größer, ihr Stachelkleid ist sehr viel feiner und ihre Gesichter ähneln terranischen Hyänen. Sie verfügen über eine besondere Wahrnehmungsfähigkeit, den Trakensinn. Damit können sie elektrische Ströme und elektromagnetische Felder wahrnehmen. Wenn sie auf Trakensinn umschalten, ist die optische Sicht ausgeblendet. Mit dem Eintritt ins Erwachsenenalter werden den Traken beide Arme amputiert und durch kybernetische Prothesen ersetzt. Die Prothesen werden an Manschetten angebracht und können ausgewechselt werden. Wertvolle und/oder besonders leistungsfähige Prothesen gelten als Statussymbol.

Letoxx arbeitet sich in der Machtpyramide seines Volkes von ganz unten bis fast an die Spitze vor - und zwar durch Betrug, gefälschte Personalakten und Erpressung. Er schreckt sogar vor Mord nicht zurück. Sein Weg führt ihn zu fast allen der sieben von Traken besiedelten Sonnensysteme, welche sich in einem Umkreis von ca. 20 Lichtjahren um das Zentrum des Sternenozeans gruppieren. Auf Futhorn bekommt er Hunderttausende von wracken Bionischen Kreuzern zu sehen, die hier zur Zeit der Blutnächte in den Sumpf geworfen und unbrauchbar gemacht worden sind. Auf Tosh Mede ist er mit der Weiterverarbeitung von Schaumopal zu Opalziegeln beschäftigt. Dazu werden Motana-Föten benötigt. Man zerstrahlt die Föten, diese geben im Augenblick des Todes einen Psi-Stoß ab. Dieser veranlasst den Schaumopal zu einer strukturellen Verhärtung, gleichzeitig wird er in einem sich verfestigenden Gel eingebettet. Nur in dieser Form kann das zur spontanen Deflagration neigende exotische Material zum Schloss Kherzesch transportiert werden. Dass er es mit einer gefährlichen Substanz zu tun hat, erfährt Letoxx am eigenen Leib. Er verhindert durch beherztes Eingreifen zwar eine Katastrophe, als ein Tropfen Schaumopal deflagriert, verliert dabei aber sein gerade erst erworbenes neues Prothesenpaar und erhält stattdessen ein "Kassengestell".

Nächste Station ist das Tan-Jamondi-System, das als Nervenzentrum des Sternenozeans gilt. Hier zapfen 16 riesige tropfenförmige Raumstationen, die SPURHÖFE, Energie aus der Sonne und erzeugen die DISTANZSPUR, eine Art Transmitterfeld, das den einzigen Zugang zum Schloss Kherzesch darstellt. Als Letoxx hier ankommt, fangen im Sternenozean die Probleme mit der Hyperimpedanz-Erhöhung an. Syntronbetriebene Armprothesen fallen aus, Funk und Raumfahrt brechen zusammen - und die DISTANZSPUR erlischt, weil die SPURHÖFE ihren Betrieb einstellen. Letoxx wird in die Museumsstadt Taukirk auf dem Planeten Tan-Eis versetzt. Das erweist sich als Glücksfall, denn in Taukirk gibt es Alttechnik, die auch jetzt noch funktioniert. Letoxx treibt seine Karriere erstmals durch echte eigene Leistungen voran, indem er funktionsfähige neue/alte Gerätschaften produziert und sein Volk damit beliefert. Zunächst hat er es nicht leicht, seine Vorgesetzten davon zu überzeugen, dass die Zeit der High-Tech vorbei ist, denn alle Kybb-Traken außer ihm haben ein geradezu religiöses Verhältnis zu moderner Technik. Letoxx wird aber von dem geheimnisvollen Prim-Direktor unterstützt. Dieser stets in Gestalt eines formlosen Schattens auftretende direkte Vertreter der höchsten Macht Jamondis ordnet an, dass die SPURHÖFE auf Low-Level-Technologie umgestellt werden sollen. Es gelingt Letoxx sogar, ein altes Netz aus Funkrelais wieder in Betrieb zu nehmen.

So erfahren die Traken vom Auftauchen eines Bionischen Kreuzers bei Baikhal Cain. Letoxx erhält den Auftrag, mit 800 auf Alttechnik umgerüsteten Schlachtschiffen dorthin aufzubrechen und die Lage zu klären. Kurz vor dem Abflug deckt Letoxx eine Verschwörung auf, die gegen ihn im Gange ist. Die Verschwörer führen ihn unabsichtlich zu den so genannten Kyber-Neutros, die in Taukirk gelagert sind. Zwei davon nimmt er mit nach Baikhal Cain, wo er die neuesten Meldungen über das Massaker erhält, welches 61 Bionische Kreuzer unter den Kybb-Cranar angerichtet haben. Gegen die Motana hätte Letoxx auch mit seiner großen Flotte keine Chance - wenn da nicht die K/Neutros wären. Die Wissenschaftler finden nämlich heraus, dass die K/Neutros Biomaschinen sind, die auf der Basis von Motana-Genen gezüchtet wurden und dass sie als mentale Störsender eingesetzt werden können. Auf diese Weise können die Kräfte der Epha-Motana in weitem Umkreis neutralisiert werden…

Kommentar:

Sprachlich ist dieser Roman über weite Strecken hinweg für mich eine einzige Katastrophe. Abgesehen von unzähligen Grammatik- und Rechtschreibfehlern ist er in einem unschönen "Bildzeitungs-Stil" gehalten und mit umgangssprachlichen Ausdrücken gespickt, die Feldhoff wohl für modern hält. Damit soll der Roman offensichtlich auf die vermeintlichen Lesegewohnheiten und den mutmaßlichen Geschmack eines jugendlichen Publikums zugeschnitten werden. Dass ich das für eine überflüssige und ärgerliche Anbiederei an in dieser Form gar nicht existierende Vorlieben halte, habe ich ja schon früher mal geschrieben. Und dann hat das Heft mit 78 Seiten auch noch Mehrumfang…

Aber lassen wir das und konzentrieren uns auf die reichlich gelieferten Fakten. Die Kybb-Traken, insbesondere Letoxx, werden recht gut als Cyborg-Igelwesen mit abstoßenden Gewohnheiten, fiesem Charakter, üblem Mundgeruch und einer total auf Technik ausgerichteten Denkweise vorgestellt. Sie halten die Kybb-Cranar für verachtenswertes Fußvolk, denn sie erfüllen weit wichtigere Aufgaben als diese. Sie verfügen auch über die mächtigeren Raumschiffe. Schwerste Einheit ist der Trakische Verheerer, ein Wabenraumer in Gestalt eines Sechseckprismas, bei dem jede Seite 61 Kilometer hoch ist und an dessen Bug sich ein zentraler, kreisrunder Innenhof mit 4 Kilometern Durchmesser befindet. Die Kybb-Traken sind vor allem für die Haltbarmachung des Schaumopals verantwortlich - was der Verwendungszweck dieses an Paratau erinnernden Materials ist, wissen sie aber nicht. Außerdem betreiben sie die DISTANZSPUR. Dass man das Schloss Kherzesch nur auf diesem Weg erreichen kann, deutet darauf hin, dass es sich nicht im Normalraum befindet. Die Kybb-Traken verehren den Gott Gon/O (= Gon Orbhon), den sie als ihren "Maschinengott" bezeichnen.

Jetzt ist auch endlich klar, wie die übermächtigen Bionischen Kreuzer in den Blutnächten überhaupt besiegt werden konnten. Das war nur mit den K/Neutros möglich. Ob man die überhaupt noch als Lebewesen bezeichnen kann? Es handelt sich im Grunde nur um Behälter mit miniaturisierten Anlagen und einem geschlossenen Bassin voller Basisfluid, biologischen Gallerten und winzigen Funktionselementen. Legt man eine Spannung von 20,21 Volt an, wird ein unbekannter Reaktionsstoff in das Bassin abgegeben. Dort bildet sich dann aus den Gallerten eine Masse, die die Form eines Gesichts annimmt und die offensichtlich schreckliche Qualen erleidet. Der so aktivierte K/Neutro sendet eine starke Psi-Wellenfront aus, welche eine ganze Motana-Flotte neutralisieren kann. Da können sich Zephydas Leute schon mal warm anziehen…


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