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Perry Rhodan Nr. 2238: Die Friedensfahrer

Autor: Uwe Anton

Inhalt

Die TRAJAN, das Flaggschiff der USO, ist ebenso wie die Basis Quinto-Center schon seit dem Jahre 1312 NGZ konsequent auf Alttechnik umgerüstet worden. Am 01.05.1332 NGZ startet das Schiff unter dem Expeditionsleiter Michael Rhodan zum ersten Testflug seit dem Hyperschock. Auch dieses mächtige Ultraschlachtschiff hat mit den typischen Begleiterscheinungen der erhöhten Hyperimpedanz zu kämpfen: Der Überlichtflug ist nur in Linearetappen von 50 Lichtjahren möglich, der Standard-Überlichtfaktor liegt bei nur 500.000. In allen Aggregaten zerfallen die Hyperkristalle enorm rasch, alle Geräte auf Hyperbasis arbeiten nur mit eingeschränktem Wirkungsgrad. Die Transformkanonen fallen zeitweise sogar ganz aus. Unter diesen Bedingungen zieht die Schiffsführung es vor, einer Konfrontation auszuweichen, als plötzlich drei arkonidische GWALON-Schiffe geortet werden. Kurz darauf gibt es eine neue Ortung: Emissionsspuren eines offenbar schadhaften, der terranischen Technik aber weit überlegenen Triebwerks. Die TRAJAN folgt der Spur bis ins Devolter-System. Das fremde Schiff ist auf dem zweiten Planeten, einer paradiesischen Sauerstoffwelt, gelandet. Mike Rhodan begibt sich mit einem Leichten Kreuzer zur Landestelle, wo unvermittelt Gebäude erscheinen, die zuvor weder sichtbar noch ortungstechnisch erfassbar gewesen waren. Daneben steht das unbekannte Raumschiff, eine tropfenförmige Einheit mit einem größten Durchmesser von 22 Metern und 48 Metern Länge. Die Hülle sieht aus wie hellgrünes, von Millionen hauchfeinen Sprüngen durchzogenes Glas. Auch die Gebäude haben ästhetische Tropfen- oder Blasenform mit filigranen Türmchen, sie bestehen aus dem gleichen Material - das übrigens eine nicht mehr messbare Festigkeitsgrenze hat - wie das Schiff.

In der Nähe der Gebäude tollen zwei junge Algorrian durchs üppige Grün. Die beiden stellen sich als Dinn Anyan und Cele Jontia vor. Sie haben noch gar nichts von der Arroganz und Ruppigkeit ihrer Eltern Le Anyante und Curcaryen Varantir (die z.Zt. abwesend sind) an sich und werden von einem Roboter namens Cashibb beaufsichtigt, der wohl zu den Gebäuden gehört, denn er besteht aus dem gleichen Material. Sein Äußeres hat entfernte Ähnlichkeit mit einer Giraffe. Cele Jontia stellt ihn als Wächter des Bahnhofs der Friedensfahrer vor. Dem Raumschiff entsteigt wenig später ein solcher Friedensfahrer. Es ist ein humanoides Wesen mit vier Armen, dessen langer Hals und Kopf frappierende Ähnlichkeit mit einem Fischgrätenskelett haben. Der etwas mehr als menschengroße Fremde spricht Rhodan jr. im Idiom der Mächtigen an. Sein Name ist Megthan Urthian. Ihm sind wegen der erhöhten Hyperimpedanz die Hyperkristalle ausgegangen, er muss jedoch in dringender Mission nach Erranternohre. Mike Rhodan erkennt seine Chance: Vielleicht könnte man gegen ein paar Kilo Howalgonium Informationen über die Friedensfahrer und vor allem über ihre Antriebstechnik erhalten, mit der ja offensichtlich sogar intergalaktische Flüge auch nach dem Hyperschock noch möglich sind?

Leider kommt es nicht zu dem Handel, denn die alten Algorrian (und das Neugeborene) kommen mit einer Space-Jet zurück, verfolgt von den GWALONS. Rhodan jr. erteilt der im Ortungsschutz der Sonne verborgenen TRAJAN den Angriffsbefehl und den wieder instand gesetzten Transformkanonen haben die Arkoniden nichts entgegenzusetzen. Michael Rhodan hat jetzt das zweifelhafte Vergnügen, die Bekanntschaft der erwachsenen Algorrian zu machen. Besonders ärgerlich ist, dass Varantir genug Howalgonium für den Friedensfahrer dabei hat. Dass die Kristalle ein Geschenk von Reginald Bull sind, behält er natürlich für sich! So kann der Friedensfahrer seine Mission alsbald fortsetzen. Rhodan muss den Algorrian versprechen, die Position von Devolter zwei geheim zu halten. Von Varantir und dem Roboter sind keinerlei Informationen mehr zu erhalten. Le Anyante rückt wenigstens damit heraus, dass die Friedensfahrer eine intergalaktische Organisation sind, die im Bereich der Galaxien Erranternohre, Norgan-Tur, Algstogermaht, der Milchstraße und dem Mahlstrom wirkt. Diese Zone bezeichnet man als Universale Schneise, von ihr als Kern breitet sich die Quartale Kraft aus. Als der Gebäudekomplex verschwindet, als ob es ihn nie gegeben hätte, sehen die Terraner ein, dass eine Untersuchung des Planeten sinnlos wäre. Die TRAJAN kehrt deshalb am 10. Mai nach Quinto-Center zurück. Dort wartet eine Überraschung: USO-Spezialisten ist es gelungen, eine Relais-Funkverbindung mit Arkon aufzubauen…

Kommentar:

Eigentlich wissen wir jetzt kaum mehr über die Friedensfahrer als vorher. Ob alle dem gleichen Volk entstammen wie Megthan Urthian, steht ja auch nicht fest. Immerhin macht die Tatsache, dass ihre Technologie durch die erhöhte Hyperimpedanz kaum gestört wird, etwas Hoffnung. Vielleicht sind die Friedensfahrer eine Nachfolgeorganisation der Mächtigen oder der Ritter der Tiefe?

Obwohl der Roman sehr "technisch" ist - in langen Passagen werden Anlagen und Systeme der TRAJAN nochmals etwas zu ausführlich beschrieben - macht die Lektüre durchaus Spaß. Das liegt nicht zuletzt an den erfrischend grantigen Algorrian, deren Versteck jetzt endlich bekannt ist. Diese Episode ist aber auch ein weiteres Mosaiksteinchen in Mike Rhodans Weg zur Selbstfindung. Am Ende legt er sogar das Pseudonym "Roi Danton" wieder ab.

Jedes Mal, wenn ich von Aktionen der neuen USO lese, frage ich mich, warum sie überhaupt gegen andere Völker, insbesondere die Arkoniden, vorgehen darf. Die USO ist eine außerstaatliche, privat finanzierte Organisation. Sie agiert ohne Auftrag und völlig unabhängig von der LFT, vertritt aber im Grunde ausschließlich die Interessen der Terraner. Eigentlich hat die USO alle Charakteristika einer Terrorgruppe, jedenfalls gibt es für ihre Handlungen keinerlei juristische oder staatsrechtliche Legitimation. Im vorliegenden Roman werden drei arkonidische Großraumschiffe vernichtet, hunderttausende Arkoniden finden dabei den Tod. Okay, die Rotaugen haben zuerst geschossen… Wie steht die LFT zu solchen Vorfällen? Müsste sie nicht gegen die USO vorgehen wie gegen jede andere terroristische Vereinigung, auch wenn diese gegen die Feinde Terras operiert? Macht sie sich nicht mitschuldig, wenn sie derartige Aktionen der USO duldet oder sogar billigt?


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