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2211: PRAETORIA

Autor: Rainer Castor

Inhalt

Um der enorm verstärkten militärischen Präsenz der Arkoniden im Hayok-Sektor entgegentreten und im Krisenfall die Nachschubwege der Arkoniden stören zu können, erteilt Reginald Bull den Befehl, einen LFT-Brückenkopf mitten im Sternenozean von Jamondi einzurichten. Diese Aktion ist von langer Hand geplant und der Stützpunkt wird am 08.09.1331 NGZ innerhalb kürzester Zeit aus dem Boden gestampft. Auf dem Jamondi-Ödplaneten Brocken 44, zwar 9222 Lichtjahre vom Solsystem, aber nur 9,27 LJ von Hayok entfernt, existiert ab diesem Zeitpunkt eine starke terranische Militärbasis, die von einer gemischten Flotte aus Schiffen der LFT und der Posbis geschützt wird. Das ruft natürlich sofort die Arkoniden auf den Plan. Ascari da Vivo rückt mit tausenden von Schiffen an und fackelt nicht lange. Als Bull ihre Forderung ablehnt, den neuen Stützpunkt aufzugeben, fallen die ersten Schüsse in einem Konflikt, der sich möglicherweise zu einem echten Krieg zwischen Arkon und Terra auswachsen wird. Beide Flotten werden durch die Hyperimpedanz und durch starke Hyperstürme behindert, sogar die Transformkanonen fallen allmählich aus. Dennoch fordern die Gefechte einen hohen Blutzoll auf beiden Seiten, bis die Arkoniden allmählich die Oberhand gewinnen. Doch dann erscheint in der Nähe von Brocken 44 die neue Waffe der LFT: PRAETORIA.

PRAETORIA ist ein unter strengster Geheimhaltung entwickeltes, modular aufgebautes Gigantschiff, bei dem vollständig auf Hypertechnologie verzichtet worden ist. Seine Form ist die eines räumlichen Kreuzes mit 21 Kilometer langen Achsen. Es setzt sich aus 116 umgebauten Posbi-Würfelschiffen mit je 3 km Kantenlänge (die neue QUASAR-Klasse, auch als LFT-BOXEN bezeichnet) und einer Zentralkugel mit 2.500 Metern Durchmesser zusammen. All diese Einheiten sind völlig eigenständige Kampfschiffe, die auch einzeln agieren können. PRAETORIA kann komplett zerlegt (fragmentiert) werden und bildet zusammen mit allen Beibooten eine schlagkräftige Flotte, die nicht von der Hyperimpedanz beeinträchtigt wird. Im zusammengesetzten (defragmentierten) Zustand ist PRAETORIA eine unüberwindliche flugfähige Raumstation, bei der eine einzige Transformbreitseite 960 Kanonen umfaßt, die exakter synchronisiert werden können, als es bei einer Raumschiffsflotte je möglich wäre. Die Würfelschiffe werden so zusammengedockt, daß in jedem Kreuzarm gigantische Innenschächte entstehen, die in Tender- und Werftfunktion nutzbar sind. Die Standardbesatzung umfaßt 43.000 Personen, die einer hierarchischen Kommandostruktur unterworfen sind, welche sich an derjenigen des Solaren Imperiums orientiert. Hinzu kommen 2.190.000 Posbis. Kommandant von PRAETORIA ist Oberst Vaccon, ein Vincraner, der stets in Begleitung seines stummen und ranglosen Zwillingsbruders Siamogh auftritt. Beide sind Mutanten und haben die Fähigkeit, hyperphysikalische Ereignisse Sekundenbruchteile im voraus zu spüren. PRAETORIAS Energieversorgung wird durch Nug-Schwarzschildreaktoren und Fusionskraftwerke sichergestellt. Die Zentralkugel und alle 116 LFT-BOXEN haben biopositronische Rechnernetzwerke, die im defragmentierten Zustand einen vernetzten Riesenrechner mit Namen PRAETOR bilden. Die Schiffe haben Protonenstrahl-Impulstriebwerke und einen Linearantrieb, der aus modifizierten Kalup-Konvertern entwickelt wurde. Diese Hawks - benannt nach Tangens dem Falken - sollen auch unter dem Einfluß der Hyperimpedanz bestmögliche Ergebnisse erzielen können.

Mit ihrer kaum störanfälligen Low-Level-Technologie und aufgrund ihrer schieren Größe bringt PRAETORIA die Entscheidung im Kampf um Brocken 44. Ihrer Feuerkraft können die Arkoniden nicht standhalten, sie ziehen sich nach Hayok zurück. Am 11.09.1331 NGZ erreicht die Erhöhung des Hyperwiderstands ihr Maximum, danach wird keine weitere Anhebung mehr angemessen. Dennoch ist das Zeitalter der Hypertechnologie vorläufig zu Ende.

Kommentar:

Ihr denkt, meine Ausführungen zu PRAETORIA seien Technobabble? Dann lest diesen Roman und ihr wißt, was Technobabble wirklich ist. In Romanen von Rainer Castor wird eigentlich gar keine Geschichte erzählt, die Handlung dieses Hefts könnte man denn auch sehr knapp zusammenfassen. Castors Beiträge sind eigentlich eher technische Handbücher oder leicht ausgeschmückte Lexikoneinträge. Auch dieser Roman ist daher nicht leicht zu lesen und auch nicht wirklich unterhaltsam. Allerdings sorgt allein schon die Vorstellung von Terras neuem Flaggschiff (wenn man PRAETORIA so nennen will) bei Fans wie mir für ausreichend Spannung, um selbst solch ein Heft in einem Rutsch vom Anfang bis zum Ende zu verschlingen. Vom Design her wirkt PRATORIA zwar ein wenig enttäuschend - als ich Castors Schemazeichnung gesehen habe, mußte ich an das alte Videospiel "Blockbuster" denken - oder gar einfallslos, aber insgesamt ist es ein interessantes Konstrukt, dem hoffentlich ein besseres Schicksal beschieden sein wird als beispielsweise der GILGAMESCH.

Spätestens mit diesem Roman ist auch klar, in welche Richtung die Heftromanserie im neuen Zyklus steuert. Die Völker der Milchstraße werden erst einmal mit sich selbst beschäftigt sein und kaum über die Grenzen ihrer Sonnensysteme hinauskommen. Man könnte fast schon von einer "Balkanisierung der Milchstraße" sprechen. Technik wird nicht mehr so elegant, miniaturisiert und unauffällig sein, vielleicht werden uns in den Gängen der wohl wieder größer werdenden terranischen Raumschiffe bald wieder ölverschmierte Techniker begegnen und in der Zentrale wird man wieder die Relais klicken hörenů

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