Zur Archiv-Startseite
Zur Perry Rhodan - Übersicht
Zu den Heftromanen
Weiter zu Nr. 2205
Zurück zu Nr. 2203


2204: Planet der Mythen

Autor: Claudia Kern

Inhalt

Lotho Keraete wurde bei der Explosion der Silberkugel nicht vernichtet, sein glühender Körper hat sich durch das Eis geschmolzen und liegt dort jetzt eingeschlossen, ohne ein Lebenszeichen von sich zu geben oder sich aus eigener Kraft befreien zu können. Nach kurzer Meinungsverschiedenheit über das weitere Vorgehen - Rhodan möchte lieber bei der Absturzstelle bleiben - marschieren die beiden Unsterblichen los, um Hilfe oder zumindest einen geschützten Platz zu finden. Auf dem fremden Planeten herrschen nämlich Temperaturen um minus 25 Grad Celsius und seine Oberfläche ist zumindest in dieser Region eisbedeckt. Kurz bevor die beiden vor Kälte umkommen, stoßen sie auf eine Herde seehundähnlicher Wesen, die sie als Nahrung und Wärmequelle nutzen. In der Nacht träumen beide von einer humanoiden Frau mit blauer Haut, eisgrauen Augen und silbernen Fingernägeln, die sie in die Eiswüste zu locken scheint. Dann begegnen sie einer Gruppe von Jägern aus dem Volk der an aufrechtgehende Waschbären mit übergroßen Händen erinnernden Vay Shessod. Diese leben auf dem fremden Planeten, den sie Baikhal Cain nennen, in der Art von Eskimos. Sie leben fast ausschließlich von den seehundähnlichen Wesen (den Keyzen) und nutzen nur wenig technische Hilfsmittel (die zwar bedienen können, aber nicht verstehen). Ihre einfache Gesellschaft ist durch ein kompliziertes Geflecht aus Ehrbegriffen, Legenden und Ritualen geprägt.

Rhodan und Atlan leben einige Wochen bei den Vay Shessod und lernen allmählich ihre Sprache. Ihr wichtigstes Ziel besteht darin, wieder in die Zivilisation zurückzukehren - Rhodan will sich gar nicht ausmalen, welches politische Chaos auf Terra durch seine lange Abwesenheit wohl entstanden sein mag. Die Vay Shessod sind zwar gastfreundlich, wollen die beiden Unsterblichen aber erst nach Ende der Jagdsaison weglassen, und die dauert noch hundert Tage... Als Atlan und Rhodan mit ihrem technischen Wissen eine im Eis in Not geratene Jägergruppe retten, wendet sich das Blatt: Man baut ihnen aus Dankbarkeit ein Boot, mit der sie die Stadt Ptumak erreichen können. Zuvor erfahren sie noch, daß Baikhal Cain von den Kybb-Cranar beherrscht wird, die auf dem Planeten nach wertvollen Materialien zu schürfen scheinen. Einer Legende zufolge haben vor langer Zeit die Schutzherren von Jamondi und die medialen Schildwachen über den Sternenozean geherrscht, wurden aber durch Verrat gestürzt und in den "kybernetischen Nächten von Barinx" vernichtet. Eine der letzten Schildwachen soll sich auf Baikhal Cain verstecken und jeden Verfolger durch Trugbilder in die Irre führen. Rhodan und Atlan nehmen Abschied von den sympathischen Jägern und legen eine mehrtägige gefahrvolle Bootsreise zurück, nur um festzustellen, daß Ptumak ein kleines Nest ist, in dem es zwar jede Menge Halsabschneider gibt, aber keine höher entwickelte Technik. Nächste Etappe muß daher die Hauptstadt Baikhalis sein, denn dort soll sich auch ein Raumhafen befinden.

Mit einem klapprigen Fracht-Seeschiff, das ebenso schmutzig und wenig vertrauenerweckend ist wie seine ganze Besatzung, fahren die beiden Freunde nach Namoi, einem noch winzigeren und noch schäbigeren Flecken als Ptumak. Dort verdingen sie sich als Techniker (und sind schnell als solche gefragter, als ihnen lieb ist), um genug Geld für zwei Reittiere zu verdienen. Mit diesen machen sie sich auf den beschwerlichen Weg nach Baikhalis. Sie werden von einem seltsamen Wesen verfolgt, das ihnen schon bei ihrer Bootsfahrt begegnet ist: Es ist 1,50 Meter hoch und fast ebenso breit, hat eine dunkle, ledrige und mit Tätowierungen überzogene Haut und einen ungewöhnlich kleinen Kopf, der durch einen verzierten Helm geschützt wird. Es hat katzenhaft helle Augen und einen extrem schmalen Mund. Es folgt Rhodan und Atlan mit einer Art Hovertrike und reagiert auf keinen Kontaktversuch. Atlan stellt ihm mit einer Kolonie fleischfressender Pflanzen eine Falle, erbeutet so das Trike, aber das Wesen entkommt. In Sichtweite von Baikhalis legen die beiden eine Pause ein. In der Stadt erblicken sie eine mindestens 500 Meter breite, aus schwarzem Metall bestehende Burg, aus der sich ein ebenfalls 500 Meter hoher Turm erhebt. Einen Raumhafen mit würfelförmigen Raumschiffen verschiedener Größe gibt es auch. Gelegenheit zur Freude bleibt ihnen nicht, denn sie werden von einigen Gleitern angegriffen, paralysiert und zusammen mit anderen Humanoiden gefangengenommen.

Kommentar:

Der Roman ist unterhaltsam, gut zu lesen und die etwas verschrobene und sehr zurückgebliebene Kultur der gerissenen und geschäftstüchtigen Vay Shessod wird anschaulich und glaubhaft geschildert. Vielleicht könnte Claudia Kern die Nachfolge von Susan Schwartz antreten, was die sympathische Darstellung fremder Völker angeht.

Aber eigentlich müßten Rhodan und Atlan tot sein. Wer stundenlang mit nasser Kleidung bei minus 25 Grad durch Schneestürme irrt, der hat keine Überlebenschance - und bei diesen Temperaturen trocknet Kleidung nicht, wie im Roman angenommen wird: sie gefriert. Na gut, schieben wir es auf die Zellaktivatoren und auf die warmen Quellen, die Rhodan und Atlan gerade noch rechtzeitig gefunden haben...


Zur Archiv-Startseite
Zur Perry Rhodan - Übersicht
Zu den Heftromanen
Weiter zu Nr. 2205
Zurück zu Nr. 2203