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2203: Die neuen Sonnen

Autor: Michael Nagula

Inhalt

220.000 aus dem Nichts erschienene Sonnenmassen füllen den ehemaligen Leerraum im Sektor Hayok aus. Ob in den elf anderen Bereichen, in denen überstarke Raumbeben aufgetreten waren, ebenfalls neue Sonnen materialisiert sind, ist nicht bekannt. Seitens der LFT werden 10.000 Kampfschiffe im Sektor Hayok positioniert, die Arkoniden lassen ihrerseits 15.000 Schiffe unter Mascant Kraschyns Befehl aufmarschieren. Man schließt zunächst ein Stillhalteabkommen, um die neuen Sonnen in Ruhe erforschen zu können. Myles Kantor vermutet, daß das Erscheinen des Sternhaufens, der von Rhodan den Namen "Camouflage" erhält, mit der Erhöhung der Hyperimpedanz zusammenhängen könnte. Da sie das gleiche Alter wie die Sonnen des Hayok-Sternenarchipels haben, wird angenommen, daß sie schon immer "da" gewesen sind, jedoch auf eine noch unbekannte Weise auf einer anderen Ebene versteckt waren. Will sagen: Die "neuen" Sonnen haben schon immer zum Hayok-Sektor gehört und kehren jetzt an ihren angestammten Platz zurück. Es könnte sogar sein, daß in den anderen Bebengebieten ebenfalls Sterne auf diese Weise "versteckt" wurden, denn die Sterne in diesen Bereichen weisen eine gewisse Verwandtschaft mit denen im Hayok-Sektor auf. Die "neuen" Sonnen sind ausschließlich hyperphysikalisch anmeßbar, optisch können sie (noch) nicht wahrgenommen werden. Der ganze Sternhaufen steckt in einer Art hyperphysikalischem "Kokon", der sich allmählich dem Normalraum angleicht. Sobald er sich völlig aufgelöst hat, wird man alle Sonnen und Planeten des unbekannten Sternhaufens auch sehen können.

Weitere Effekte der erhöhten Hyperimpedanz werden bekannt: Die Gravitraf-Speicher verlieren rapide an Speicherfähigkeit, man darf sie künftig nicht mehr vollständig fluten, um keine Explosion zu riskieren. Die Höchstgeschwindigkeiten im Hyperraum liegen zehn Prozent unter den normalen Werten. NATHAN fällt für ganze zwei Minuten komplett aus. Rhodans Galornenanzug gibt den Geist auf - Moo rührt sich nicht mehr und das ehemals geschmeidige Material des Anzugs ist starr geworden. Nachdem Rhodan den wichtigsten Personen in seiner Umgebung eröffnet hat, wer Kantiran wirklich ist, erkundet er mit diesem und Atlan einen atmosphärelosen Planeten mit hoher vulkanischer Aktivität, der bei einer der neuen Sonnen erschienen ist. Kantiran nennt ihn "Tantalus" und dieser Name wird beibehalten. Als die drei sich Tantalus nähern, bricht der Funkkontakt zu dem Kreuzer ab, der sie zu dem Planeten gebracht hat. Atlan versinkt in einem Magmasee und muß von Kantiran gerettet werden. Als Rhodan durch einen eigenartigen 5-D-Transportvorgang ins Innere des Planeten befördert wird, folgen Atlan und Kantiran ihm. Die drei entdecken in einem kugelförmigen Hohlraum eine gigantische unterirdische Stadt, die von humanoiden Androiden bevölkert wird. Sie bezeichnen sich selbst als Samadhi, verständigen sich telepatisch mit den Galaktikern und berichten, daß sie sich in permanenter, höchster Konzentration befinden, um auf mentalem Weg ihre Welt mit so viel Energie wie möglich zu versorgen. Von den Galaktikern hatten sie sich Hilfe erwartet, aber als sie erkennen, daß keine zu erwarten ist, bringen sie sie auf die Planetenoberfläche zurück. Sie wissen übrigens ebenso wenig wie die Galaktiker, was der Grund für das Erscheinen der neuen Sonnen im Sektor Hayok ist.

Dann erscheint unerwarteter Besuch: Lotho Keraete, der Bote von ES, kommt auf die LEIF ERIKSSON. Da er keine Nachricht mehr von ES erhält, hat er beschlossen, sich selbst um den Sternenozean von Jamondi - so der Name des neuen Sternhaufens - zu kümmern. Obwohl er also ganz offensichtlich einiges mehr weiß als die Galaktiker, hält er sich zunächst genau so bedeckt, wie man es von den höheren Wesen und ihren Beauftragten gewöhnt ist. Keraete hat eine errantische Silberkugel dabei und fordert Rhodan und Atlan auf, ihn mit diesem Transportmittel in den Sternenozean zu begleiten, wo nach seiner Befürchtung eine existenzielle Gefahr erwacht sein könnte. Zu Kantirans größter Erbitterung ist Rhodan einverstanden - Kantiran wäre an Atlans Stelle gern selbst mitgekommen und jetzt fühlt er sich von Rhodan betrogen. Schmollend wie ein kleines Kind verläßt er die LEIF mit seiner DIRICI. Er sollte aber froh sein, nicht mit in der Silberkugel reisen zu müssen, denn kaum sind Keraete, Rhodan und Atlan in den Sternenozean eingedrungen, da fangen ihre SERUNS an zu glühen und zerfallen zu Schlacke - auch Keraete selbst glüht wie Eisen im Schmiedefeuer. Bevor er die Besinnung verliert, steuert der Metallmann die Silberkugel noch auf einen Planeten zu und faselt etwas von einer Bastion von Parrakh. Dann stürzt die Kugel auf dem Planeten ab, Rhodan und Atlan werden nach draußen geschleudert. Das ist allerdings ihr Glück, denn das errantische Transportmittel explodiert - und Keraete vermutlich mit ihm…

Kommentar:

Der Roman bietet Raum für Spekulationen: Das Erscheinen des Sternenozeans ist mit einiger Wahrscheinlichkeit eine Begleiterscheinung der erhöhten Hyperimpedanz, die von den Kosmokraten nicht beabsichtigt gewesen ist. Irgendjemand muß vor sehr langer Zeit ganze Abschnitte von Sternhaufen versteckt haben - vermutlich im Hyperraum, in dem sich diese Sonnen jetzt wegen der erhöhten Hyperimpedanz nicht mehr halten können. Die Frage ist: Wer war das und aus welchem Grund wurden die Sonnen versteckt? Die Lemurer scheiden wohl aus, denn so hoch entwickelt war ihre Technologie nicht. Auch danach kann das nicht geschehen sein, denn sonst müßten z.B. arkonidische Sternkarten etwas davon erkennen lassen. Eigentlich kommt für ein Vorhaben dieser Größenordnung nur ein Volk mit den Fähigkeiten der Raum-Zeit-Ingenieure oder der Algorrian in Frage. Oder aber eine Superintelligenz - für diese Variante würde der Umstand sprechen, daß der Bote von ES offenbar ganz gut über den Sternenozean informiert ist...

Kantirans Reaktion am Ende des Romans verstehe ich überhaupt nicht. Die ganze Zeit - insbesondere in Kneifels Roman von vorletzter Woche - konnte man den Eindruck gewinnen, daß Kantiran durch seine Paragetha-Ausbildung und die erlittenen Schicksalsschläge gereift sei, aber jetzt benimmt er sich so kindisch, wie man es selbst von einem "normalen" Neunzehnjährigen nicht erwarten würde. Er müßte in der Lage sein einzusehen, daß Rhodan gar nicht die Wahl hatte, ihn anstelle von Atlan mit auf Erkundung zu nehmen, denn schließlich war das die Entscheidung von Lotho Keraete. Man könnte ja noch einsehen, daß Kant deswegen eine Zeitlang schmollt, aber jetzt gleich seinem Vater und der ganzen LFT den Rücken kehren zu wollen, das ist einfach nur Blödsinn: Wohin möchte er denn jetzt noch fliehen? Ah! Vielleicht will der junge Heißsporn ja auf eigene Faust in den Sternenozean vordringen?


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