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2201: Der Arkonidenjäger

Autor: Hans Kneifel

Inhalt

Kantiran (der noch nicht weiß, daß Ascari überlebt hat) und Mal Detair haben auf der halbwracken Springerwalze GELTAN eine Passage nach Traversan gebucht, um von Arkon II zu fliehen. Unterwegs erkauft Kantiran mit seinen erstaunlich hohen Geldreserven eine Kursänderung, das neue Ziel soll die Freihandelswelt Taloris sein. Auf diese Weise will er die Verfolger, die er richtigerweise schon auf seiner Spur wähnt, in die Irre führen. Zunächst einmal provoziert er aber durch die Zurschaustellung seines Reichtums einen Angriff der Springer, die zur Gruppe der Parias gehören. Als Mal und Kant den Überfall von drei Springern zurückschlagen und diese dabei töten, verschaffen sie sich genügend Respekt und fortan verläuft alles reibungslos - allerdings stören heftige Hyperstürme, von denen die gesamte Milchstraße in diesen Tagen erschüttert wird, den Flug nicht unerheblich. Mit den gleichen hyperphysikalischen Phänomenen hat Shallowain zu kämpfen, der die GELTAN mit dem 500-Meter-Kreuzer LEOTARD und einer Besatzung aus lauter Kralasenen verfolgt. Selbst dieses ultramoderne Schiff wird durch den Hypersturm behindert, die Überlichtfahrt wird verlangsamt und Hyperfunksprüche erreichen nie ihren Bestimmungsort. Man ortet die GELTAN und errechnet ihren neuen Kurs, Shallowain errät sogar Kantirans genaues Ziel.

Kant nutzt seinen Vorsprung, um in einem heruntergekommenen Hotel auf Taloris unterzutauchen. Während er und Mal sich auf ganz legalem Weg mit Waffen und Ausrüstung eindecken, landet auch die LEOTARD. Shallowain nimmt umgehend Kontakt mit einer Repräsentantin der lokalen SENTENZA auf. Da er Kants nächsten Schritt voraussieht, wählt er für diesen Kontakt die schöne Chaltroa Nial, die Chefin einer von der SENTENZA kontrollierten Bank. Beide sind voneinander fasziniert, sie verbringen einen romantischen Abend und eine Liebesnacht miteinander... Tatsächlich verhält Kant sich wie von Shallowain vorhergesehen: Er will einen sogenannten "weißen" Kreditchip erwerben, also ein nicht registriertes Zahlungsmittel, mit dem er bei finanziellen Transaktionen keine Spuren hinterläßt. Dazu ist er sogar bereit, seine arkonidischen Chronners gegen einen horrend schlechten Kurs in Galax umzutauschen. Am Vorabend des Geschäfts, das in Chaltroas Bank abgewickelt werden soll, laufen sich Kant und Shallowain mehr zufällig über den Weg und liefern sich ein heftiges Feuergefecht. Kant muß seine besondere Begabung nutzen, um den Kralasenen mit Hilfe einer Tierherde abzulenken und entkommen zu können. Als Kant am nächsten Tag zur Bank geht, läuft er natürlich in eine Falle. Die ganze Gegend wimmelt nur so vor Kralasenen und auch die SENTENZA-Leute möchten den "Sternenbastard" fangen, um ihn später an den arkonidischen Geheimdienst zu verkaufen. Da hilft es auch nichts, daß Kant sich als Springer maskiert.

Glück für Kant: Er wird zwar von Shallowain paralysiert, aber dann beharken Kralasenen und SENTENZA-Gangster sich erst einmal gegenseitig und sind lange genug mit sich selbst beschäftigt, um Kant die Gelegenheit zu geben, zwei monströse Raubtiere (Chaltroa Nials "Schoßtiere", die sie immer dabei hat) mental zu lenken und sich von ihnen in einen Abfallschacht werfen zu lassen, wo er wenig später von Mal gefunden wird, der sich in einem Nachbargebäude versteckt hatte. Shallowain erschießt währenddessen seine neue Geliebte, da sie nicht lockerlassen will. Als er dann zu der Stelle zurückgeht, an der er Kant liegengelassen hat, ist der natürlich weg. Genaugenommen ist er schon in einem von Mal gesteuerten Gleiter dabei, sich dem Zugriff des Kralasenen wirkungsvoll zu entziehen: Mal steuert den Gleiter durch einen Großtransmitter. Shallowain wagt es nicht, ihnen zu folgen, denn seit die Hyperstürme toben, erreicht kaum noch eine Sendung ihr Ziel. Tatsächlich wird eine seltsame Leuchterscheinung beobachtet, als der fliehende Gleiter den Transmitter passiert. Immerhin ist das Ziel, auf das der Transmitter geschaltet ist, bekannt. Es ist das Quovan-System. Shallowain will sich umgehend mit der LEOTARD dorthin begeben, aber daraus wird zunächst nichts, denn durch die Hyperstürme wird jeglicher überlichtschnelle Raumflug bis auf weiteres unmöglich gemacht.

Kommentar:

Eine weitere Neuerung des Romanlayouts, die ich letzte Woche nicht erwähnt habe: Die "Untertitel" stehen jetzt nicht mehr auf dem Cover, sondern sind beim Innentitel abgedruckt.

Ich hätte nicht gedacht, daß schon der zweite Roman des neuen Zyklus ein Lückenfüller sein würde. Hoffentlich gewinnt "Der Sternenozean" sehr bald noch erheblich mehr an Substanz, sonst muß man befürchten, daß dabei nicht mehr als ein zwar buntes, aber im Endeffekt langweiliges Actionspektakel herauskommt, wie es der Atlan-Centauri-Minizyklus war. Dieser Roman strotzt jedenfalls nur so vor abgedroschenen Klischees. Der James Bond - Verschnitt Shallowain, dem sich die stolze SENTENZA-Frau natürlich sofort hingibt, wird ganz anders dargestellt als noch in der letzten Woche, das gleiche gilt für Kantiran. Kneifel läßt den blutjungen Halbarkoniden in den Ich-Erzähler-Passagen genauso reden wie die abgebrühten Geheimagenten seiner früheren Romane. Das paßt nicht so recht zu dem Bild, das ich mir bis jetzt von Kant gemacht habe. Logik darf man von der Geschichte auch nicht erwarten. Warum kann Kant etwa im Schutz eines Deflektorfelds die Bank betreten? Kann man solche Felder inzwischen nicht mehr orten? Warum maskiert er sich überhaupt, wenn er sich dann am Bankschalter als die Person ausgibt, auf die alle warten? Verfügt Mal Detair neuerdings über hellseherische Fähigkeiten oder wie ist es zu erklären, daß er seinen Freund ohne weiteres in diesem Abfallschacht entdeckt? Das waren jetzt nur ein paar Beispiele von vielen. Warum behauptet Shallowain übrigens ständig, er habe Kantiran ausgebildet? Als Ausbildung kann man es wohl kaum bezeichnen, daß er sich manchmal in der Kadettenschule gezeigt und Rhodans Sohn verprügelt hat...

Gut, ich muß zugeben, daß ich Kneifels Stil noch nie gemocht habe, vielleicht rührt daher mein schlechtes Urteil über diesen Roman. Ehrlich gesagt: Ich mußte mich durch ihn hindurchquälen.


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