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2200: "Der Sternenbastard" / Perry Rhodan Extra-1: "Die Menschenforscher"

Autor: Robert Feldhoff

Vorbemerkung:

Diesen Roman gibt es in zwei Versionen. Einmal als regulären Roman Nr. 2200 der Perry Rhodan - Heftromanserie mit dem Titel "Der Sternenbastard". Die zweite Version ist als "Perry Rhodan-Extra 1" unter dem Titel "Die Menschenforscher" erschienen. Im Kern sind beide Versionen gleich. Bei diesem Kern handelt es sich um die Story, die ich unter der Überschrift "Basishandlung" zusammengefasst habe. In Version zwei ist diese Basishandlung in einen Rahmen eingebunden, den ich unter der Überschrift "Rahmenhandlung" zusammengefasst habe. Zur zusätzlichen Ausstattung von "Perry Rhodan Extra-1" habe ich unter "Kommentar" einiges geschrieben.

Basishandlung

In den Jahren nach dem Ende des Reichs Tradom ist in der Milchstraße relative Ruhe eingekehrt. In der LFT bereitet man sich unter großen Anstrengungen und Kosten auf die noch unklaren Folgen dessen vor, was Cairol als "Erhöhung des hyperphysikalischen Widerstands" bezeichnet hat. Man bemüht sich, alle bewohnten Planeten zu Selbstversorgern zu machen. Das geht mit schweren Einschnitten in die Wirtschaft ganzer Sonnensysteme einher, ruft oppositionelle Stimmen auf den Plan und bedeutet, daß die LFT im Reigen der galaktischen Mächte allmählich auf den absteigenden Ast gerät. Die anderen Völker ignorieren Perry Rhodans Mahnungen, die dieser mehrmals im Galaktikum vorbringt. Insbesondere die Arkoniden interessieren sich ausschließlich für den Ausbau ihrer Machtposition. Der erklärte Feind in dieser Zeit sind die Terraner und namentlich Perry Rhodan. Auf Arkon III läuft die Rüstungsindustrie auf Hochtouren. Im Juni 1329 NGZ verschwinden Perry Rhodan und Reginald Bull für mehrere Wochen bei einem Mars-Rundflug (siehe: Perry Rhodan Odyssee - Taschenbuchzyklus). Ab dem Jahr 1331 NGZ häufen sich unerklärliche Hyperstürme im Bereich der Milchstraße, die zu unzähligen Transmitterunfällen führen. Nicht einmal Schutzmaßnahmen wie der Kristallschirm können dagegen etwas ausrichten...

Der am 22.01.1313 NGZ geborene Terraner-Arkoniden-Mischling Kantiran wächst auf dem hinterwäldlerischen Planeten Craiff im arkonidischen Kristallimperium auf. Die Welt ist ein reiner Agrarplanet und Kantiran lebt bei seinem Pflegevater, einem Farmer. Seine angeblich vor Jahren bei einem Unfall gestorbenen wirklichen Eltern kennt er zwar nicht, aber daß er ein "Bastard" ist, weiß Kantiran schon aufgrund seines dunklen Haares und seiner wasserblauen Augen. Wegen dieser äußerlichen "Mängel" wird er von Kindheit an benachteiligt und verspottet, denn die Beziehungen zwischen Terra und Arkon sind wie gesagt zumindest frostig. Kantiran hat jedoch eine besondere Fähigkeit: Er kann sich auf vermutlich empathischer Ebene mit Tieren verständigen. Im September 1326 NGZ wird Kantiran von Ascari da Vivo, die sich zunächst nur als Bekannte seiner Eltern ausgibt, höchstpersönlich auf Craiff besucht. Ascari wird von dem unheimlichen Kralasenen Shallowain begleitet. Einwände der Pflegeeltern läßt sie in ihrer altbekannten Art nicht gelten - sie nimmt den Jungen kurzerhand zu einem Tagesausflug mit und schenkt ihm eine Brille, in die kleine Optiken eingebaut sind. Damit kann er alles aufzeichnen, was sich außerhalb seines Gesichtsfelds befindet. Ein Jahr später wird Kantiran von Shallowain abgeholt und zur Eliten-Kadettenschule Paragetha auf Arkon I gebracht. Dort werden eigentlich nur Sprößlinge adliger Arkoniden für hochrangige militärische Laufbahnen ausgebildet, die Schule ist direkt dem Imperator unterstellt. Hier hat Kantiran es natürlich besonders schwer, aber er setzt sich durch und erzielt in allen Bereichen die besten Ergebnisse. Auch seine erhöhten PSI-Werte werden hier entdeckt. Dennoch wäre Kantiran als Terranerbastard gar nicht erst in diese Schule aufgenommen worden, wenn deren Leiter nicht durch Order von allerhöchster Stelle dazu gezwungen worden wäre. Ab und zu erscheint Shallowain in der Paragetha, um gegen Kantiran anzutreten, der gegen den Hünen mit den weißen Augäpfeln natürlich keine Chance hat. Er wird allerdings im Jahr 1331 zur ARK SUMMIA zugelassen, bei der auch sein Extrasinn aktiviert werden soll.

Auf Arkon I lernt Kantiran seine große Liebe kennen: Die junge Kolonialarkonidin Thereme, die als Schneiderin für einen Cel`Mascanten des arkonidischen Geheimdienstes arbeitet. Die beiden werden ein Paar. Sein bester Freund wird der rothaarige, vierschrötige Detair, der eine Tierklinik betreibt. Dort kann Kantiran seine besonderen Fähigkeiten mehrmals einsetzen, vor allem aber trainieren und verbessern. Von Detair erhält er einen Tarox zum Geschenk. Dieses kleine Raubtier, das nur von ihm gezähmt werden kann, trägt er wie einen Pelz um den Hals. Kurz vor der ARK SUMMIA wird Thereme mit Hilfe von giftigen Insekten, die keine Spuren hinterlassen, ermordet. Mit Detairs Hilfe findet Kantiran heraus, daß Shallowain in die Sache verwickelt sein muß. Kantiran nimmt an der ARK SUMMIA auf Iprasa teil, obwohl ihm das alles nichts mehr bedeutet. Er besteht alle Prüfungen und erreicht damit den Rang eines Tai-Laktrote. Die Aktivierung des Extrasinns schlägt jedoch fehl, Kantiran fällt in ein Koma, das drei Monate lang anhält. Seine PSI-Werte, die für den Fehlschlag verantwortlich sind, haben sich potenziert. Er versteht nun die gesamte instinktgesteuerte Gedankenwelt aller Tiere (bei Menschen funktioniert diese Art von Telepathie allerdings nicht) und kann ihnen auf mentalem Weg Befehle erteilen, denen sie sich nicht widersetzen können. Wenig später wird er zu Ascari da Vivo gerufen. Sie eröffnet ihm, daß seine Geschicke seit Anbeginn von ihr und vom Imperator persönlich gelenkt worden sind und daß er aufgrund seiner hervorragenden Leistungen auch ohne Vollendung der ARK SUMMIA einen Kommandoposten in der Flotte erhalten soll. Sein Einsatzgebiet soll der Hayok-Sternenarchipel sein. Während Ascari mit Kantiran spricht, lenkt dieser ihren Schoßkater mit seinen Gedanken und läßt ihn einen Speicherkristall verschlucken, der offenbar persönliche Daten über ihn enthält. Später lockt er das Tier im Freien an und schnappt sich den Kristall. Was er dadurch erfährt, läßt bei ihm alle Sicherungen durchbrennen: Er ist der Sohn von Perry Rhodan und Ascari da Vivo und wurde in vitro zur Geburtsreife gezüchtet. Er sollte als Waffe gegen die Terraner eingesetzt werden, denn Rhodan ahnt nichts von Kantirans Existenz und wenn man ihn zum richtigen Zeitpunkt mit seinem Sohn konfrontieren würde, könnte man seine Entschlußkraft lähmen.

Als Kantiran diese Absichten durchschaut, wird ihm auch klar, warum Thereme sterben mußte. Es konnte nicht geduldet werden, daß Kantiran durch romantische Gefühle für eine "Unterprivilegierte" behindert wird. Seine vormals felsenfeste Treue zum arkonidischen Imperium hat Kantiran spätestens jetzt verloren. Kantiran begibt sich nochmals zu Ascari, um seine Mutter mit der Wahrheit zu konfrontieren. Sie gibt zu, daß sie es war, die den Befehl für Theremes Ermordung erteilt hat. Gefühle irgendwelcher Art für ihren Sohn zeigt sie nicht, sie sieht in ihm nur das Werkzeug zur Vernichtung Terras. Daraufhin hetzt Kantiran seinen Marder auf sie, denn er hat keine Waffe und ohnehin trägt Ascari einen Schutzschirm, der zwar Strahlenschüsse, aber keine Materie abhält. Das gefährliche Tier zerfleischt die schöne Arkonidin, wird von ihr aber noch tödlich verletzt. Ascari überlebt zwar, aber davon weiß Kantiran nichts. Zusammen mit Detair flieht er nach Arkon II, dort setzen die beiden sich mit einem heruntergekommenen Springerschiff ab, das Fracht ins Traversan-System bringen soll. Bostich schickt Rhodans flüchtigem Sohn den Kralasenen Shallowain hinterher, er soll Kantiran lebendig zurückbringen...

Rahmenhandlung

Das Schicksal Kantirans und Perry Rhodans wird von drei Beauftragten der Friedensfahrer unbemerkt beobachtet. Firmian Oreche, ein Androide, kommandiert die OREON-Kapsel, die den drei Menschenforschern als Raumschiff dient. Die zwergenhafte Distanz-Telepathin Geydana Gu ist für Kantiran "zuständig", das körperlose Geistwesen Phasode kümmert sich um Perry Rhodan. Die Terraner sind erst jetzt, im 14. Jahrhundert NGZ, für die Friedensfahrer interessant geworden, weil sie jetzt erst begriffen haben, dass sie weder zu den Ordnungs- noch zu den Chaosmächten gehören, sondern zum "Leben an sich".

Nach einigen Jahren der Beobachtung stellt Firmian Oreche fest, dass die OREON-Kapsel ihrerseits beobachtet wird, möglicherweise von Beauftragten der Chaotarchen. Als die Menschenforscher von den Unbekannten angegriffen werden, funken sie ihre bisherigen Erkenntnisse zu einem Bahnhof der Friedensfahrer, der sich in der Milchstraße befindet. Ihr Schiff wird kurz danach vernichtet. Vor seinem Tod hat Firmian Oreche eine Vision, in der ihm die weitere Entwicklung der Ereignisse offenbart wird. Im Sternenozean von Jamondi wird sich die Koalition der Moral formieren und den Terranern zu Hilfe eilen, die durch den erwachenden Gon-Orbhon bedroht werden. Perry Rhodan wird das Geheimnis der DISTANZSPUR entschlüsseln. Ein unsterblicher Terraner wird sein Leben zur Rettung der Menschheit opfern.

Als körperlose Bewußtseine schließen Firmian Oreche und Geydana Gu sich nach ihrem Tod Phasode an, der ja noch nie körperlich existiert hat. Ihre Dienste für die Friedensfahrer sind beendet - sie sind frei, den Kosmos zu durchstreifen…

Kommentar:

PR 2200: Ein etwas ungewöhnlicher Zyklusbeginn. Man konzentriert sich ganz auf die Person Kantiran, was in den Jahren nach dem Ende der Inquisition der Vernunft so alles auf der galaktischen Bühne passiert ist, erfährt man nur andeutungsweise in ein paar Nebensätzen: Cairols Prophezeiung scheint sich zu bewahrheiten und offenbar ist die SOL bereits zurückgekehrt, wenn ich das richtig verstanden habe. Es ist klar, daß man mit diesem Roman einen leichten Einstieg für Neuleser erreichen wollte - daß der Stoff leicht verständlich ist, macht den Jubiband aber nicht automatisch zu einem guten Roman.

Wie üblich bei Romanen von Feldhoff wird auch hier wieder eine Sprache verwendet, die man in der PR-Redaktion offenbar für besonders "jugendlich" hält. Mir paßt sie zwar nicht, aber da der Roman aus der Sicht des jungen Kantiran erzählt wird, ist sie zumindest als Stilmittel legitim. Alle Figuren außer Kantiran erscheinen in diesem Roman mehr oder weniger als bloße Staffage - auch okay, denn Kantiran erzählt schließlich selbst. Was mich wirklich gestört hat, war die Darstellung von Ascari da Vivo als skrupelloser Machtmensch. Die paßt nicht zu der Entwicklung, die sie in den 100 letzten Bänden durchgemacht hat. Das hätte man besser ausarbeiten können. Es kann ja sein, daß sie von Anfang an nur deshalb von Bostich als Mascantin eingesetzt worden ist, um sich Perrys Sperma zu besorgen. Und daß sie sich deshalb vielleicht in den Jahren nach dem Ende Tradoms in eine gefühlsarme Erfüllungsgehilfin des Imperators verwandelt hat. Aber es wäre nicht nötig gewesen, sie zu einer Mörderin zu machen. Immerhin: Kantiran wurde ganz gut eingeführt, aber bis er mir richtig sympathisch wird, wird es wohl noch ein Weilchen dauern.

Insgesamt bietet der Zyklusauftakt wenig Neues - mal abgesehen von der Gestaltung der Romane. Die werden jetzt nämlich bezogen auf den Zyklus mit "Band 1" beginnend durchnumeriert und der Autor wird jetzt auf dem Cover erwähnt. Beigabe dieses Romans ist übrigens ein farbiges Poster der TRAJAN.

PR Extra-1: Dieses Heft ist nichts anderes als eine Neuauflage des Heftromans Nr. 2200 - plus "Gimmick". Die Zusatzausstattung lässt sich durchaus sehen. Da wäre vor allem eine CD mit dem vollständigen Hörspiel "Ich, Rhodans Mörder" nach einem Roman von William Voltz zu nennen. Das allein rechtfertigt schon den Erwerb des Hefts. Weiterhin ist dem Band, der im normalen Heftromanformat erschienen ist, ein kurzer PR-Comic von Dirk Schulz beigeheftet, der wohl als Test für weitere Comics dienen soll. Mit in der Plastikhülle, in die der Sonderband eingeschweißt ist, liegt auch noch ein kleiner Aufkleber.

Der Heftroman ist um eine ca. 20 Seiten umfassende Rahmenhandlung erweitert worden, in der die PR-Romane Nr. 2201 bis 2249 zusammengefasst werden und die einen kurzen Ausblick auf einige Aspekte der PR-Romane Nr. 2250 bis 2299 bietet. Als eigenständige Handlung kann man diese 20 Seiten also eigentlich nicht bezeichnen, die Story um die drei Menschenforscher hat reine Alibifunktion. Der Ausblick auf die PR-Romane ab Nr. 2250 enthält aber einen brisanten Satz, der darauf schließen lässt, dass einer der jetzigen Aktivatorträger sterben wird und dass es sich um einen Terraner handelt. Wer wird es sein? Perry Rhodan, Reginald Bull, Michael Rhodan, Alaska Saedelaere, Homer G. Adams, Julian Tifflor, Ronald Tekener oder Myles Kantor? Oder gibt es sonst noch einen unsterblichen Terraner, von dem wir noch nichts wissen (Ernst Ellert?) - oder soll dieser Satz uns nur in die Irre führen??


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