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Perry Rhodan PAN-THAU-RA Band 3: Die Quantenfestung

Autor: Marc Hillefeld

Inhalt

Auf der PAN-THAU-RA

Die Ansken und Malgonen sind vor langer Zeit aus der PAN-THAU-RA vertrieben worden. Seitdem hat sich ein anderes Volk in den von dichter Vegetation bedeckten Ökosphären des ehemaligen Sporenschiffs ausgebreitet. Diese entfernt humanoiden, vierarmigen und dreiäugigen Wesen nennen sich nach den On- und Noon-Quanten, aus denen sie hervorgegangen sind, "Biophoren". Es sind friedliebende Wesen, die jegliches Leben als heilig ansehen. Krieg und Kampf sind ihnen zwar fremd, aber als die Loower das Sporenschiff erobern und auf ihrem Vormarsch ganze Volksstämme der Biophoren (die sie als "Flachaugen" bezeichnen) ausrotten, passen diese sich schnell an. Sie haben den Loowern jedoch wenig entgegenzusetzen und stehen auf verlorenem Posten. Einige von ihnen haben Zugang zu On- und Noon-Quanten und können Biophore-Loower erschaffen, die den Invasoren als lebende Bomben entgegengeschickt werden, aber insgesamt sind das nur Nadelstiche. Den Biophoren bleiben nur der Partisanenkampf und die Flucht in noch sichere Bereiche des gigantischen Schiffs. Jaumet ist einer dieser Biophoren. Er ist derjenige, der die junge Loowerin An-Keyt verschont und in ihr einen Prozess des Umdenkens in Gang gesetzt hat.

Als den Biophoren die endgültige Vernichtung droht, erschaffen sie neues Leben aus On- und Noon-Quanten. Es handelt sich um leicht verfremdete Mini-Ausgaben von Loowern, die von diesen als eine Art Kuscheltiere betrachtet werden. Auf diese Weise können die Loower ausspioniert werden. So erfährt Jaumet von den Plänen der Loower. Er ruft sein Volk dazu auf, die Eroberer aufzuhalten und deren Anführer zu töten. Er selbst führt einen Kommandotrupp zu der Zentrale, in der Kilan-Gerp sich aufhält. Sollte dieser Plan scheitern, kann Jaumet die Selbstzerstörung der PAN-THAU-RA auslösen, denn er besitzt uralte Aufzeichnungen mit den dafür benötigten Codes.

Kilan-Gerp hält auf der PAN-THAU-RA ein Wesen gefangen, das einst von dem Mächtigen Kemoauc erschaffen worden ist. Es ist ein Gestaltwandler mit mächtigen Paragaben, der ein Freund des Mädchens Baya Gheröl war - diese junge Frau war vor über 1300 Jahren die einzige Nicht-Loowerin, die in der Lage war, die entelechische Denkweise der Loower nachzuvollziehen. Joker (so lautet der Name des Gestaltwandlers) und Baya Gheröl hatten seinerzeit versucht, zwischen Loowern und Monaden zu vermitteln. Die Terranerin war eine mentale Verschmelzung mit den Monaden eingegangen. Um die Psi-Energie der Monaden, die aus einem anderen Universum stammt, für ihre Raumschiffe und als "Trägerwelle" für das Kollektivbewusstsein der Neo-Entelechie missbrauchen zu können, hatte Kilan-Gerp Baya Gheröl auf Alkyra II unter einer Energiekuppel gefangen gesetzt und Joker auf diese Weise erpresst.

Julian Tifflor

Julian Tifflor ist mit der HERAKLON, einem Schiff der SATURN-Klasse, nach Alkyra II geflogen, um die Quelle des Funkspruchs, der in einer Endlosschleife die Interkosmo-Worte "Befreit mich" ausstrahlt, zu untersuchen. So stößt er auf die Kuppel, unter der Baya Gheröls konservierter Körper ruht. Tiff hat zwar keine Ahnung, wer die möglicherweise tote Unbekannte ist, aber er setzt alles daran, den Energieschirm zu knacken, von dem ihr Mausoleum geschützt wird. Zu diesem Zweck wird ein MVH-Geschütz auf der Planetenoberfläche installiert. Unter massivem Beschuss gibt der Schirm tatsächlich nach, die Frau erwacht - doch im gleichen Moment scheint sie zu verbrennen.

Gucky

Gucky und Sirken verstecken sich in der Transferstation auf Tschesko vor den eindringenden Loowern. Als die Station ihren Betrieb aufnimmt, fliegen die Loower wieder ab - mit Gucky und Sirken als blinden Passagieren auf einem ihrer Schiffe. Gucky ist zwar mehr als genervt von Sirkens geheimniskrämerischer Art, dennoch hilft er ihr. Sie nimmt Kontakt mit den Nichtdenkern an Bord des Loowerschiffs auf - diese eigenartigen Wesen haben sie schon erwartet. In dem Moment, als die Energiekuppel auf Alkyra II erlischt und Baya Gheröl zu verbrennen scheint, bricht Sirken sterbend zusammen - nur um sich wenig später wieder zu erheben. In Wirklichkeit ist Sirken eine Art "Kopie" Baya Gheröls, die sich jetzt in Sirkens Körper manifestiert. Sirken hatte seinerzeit den Sender installiert, dessen Ruf Tifflor gefolgt ist.

Reginald Bull

Die Kämpfe der Loowerflotten nehmen an Heftigkeit zu. Eine LFT-Welt nach der anderen wird entweder von den Eindenkern vernichtet oder von den Zweidenkern erobert und in undurchdringliche Energieschirme gehüllt. Mit dem kleinen alten Ausbildungskreuzer CALEB, dessen neue Aufgabe in der Untersuchung loowerischer Wracks besteht, setzt Reginald Bull die Suche nach dem immer noch verschollenen Perry Rhodan fort. Aus dem Wrackteil eines Loowerschiffs wird ein vermeintlicher Mensch geborgen. Es stellt sich aber schnell heraus, dass diese Gestalt nur vorgetäuscht ist: Tatsächlich handelt es sich um einen von den Loowern so genannten "Nichtdenker" - es ist eine Monade von dem Schiff, das Perry Rhodan nach der Vernichtung der Oxtornerflotte an Bord genommen hat. So erfährt Bull, dass sein alter Freund noch lebt, außerdem erfährt er von den Plänen der Loower, die PAN-THAU-RA mit Hilfe der Transferanlagen, die unter den Missionsstationen der Neo-Entelechie verborgen sind, aus ihrem Hyperraumgefängnis herauszulösen.

Perry Rhodan

Perry Rhodan verbringt seinen Geburtstag auf Hisk-Mekangs Flaggschiff. Endlich erfährt er, welche Pläne die Loower wirklich verfolgen. Durch die Erhöhung der Hyperimpedanz haben sich die "Anker", von denen die PAN-THAU-RA zwischen den Dimensionen gehalten wird, teilweise gelöst. Die Transferstationen bilden ein Netz aus Hyperenergie-Relais, mit dem das Sporenschiff nicht nur in den Normalraum zurückgeholt, sondern auch in den Bereich hinter den Materiequellen geschleudert werden kann. Die PAN-THAU-RA konnte nur mit Hilfe der Psi-Energie der Monaden aufgespürt werden. Jetzt will Kilan-Gerp das Sporenschiff als Waffe gegen die Kosmokraten missbrauchen und diese in ihrem eigenen Lebensbereich angreifen.

Hisk-Mekang will das verhindern, denn er fürchtet die Rache der Kosmokraten. Er kennt den Rücksturzpunkt der PAN-THAU-RA und führt seine Flotten dort in den Kampf gegen Kilan-Gerps Schiffe.

Rücksturz des Sporenschiffs

Als die Loower genug Transferstationen erobert haben und diese in Betrieb nehmen, wird der Transfer der PAN-THAU-RA in den Normalraum eingeleitet. Das gewaltige Schiff materialisiert im Bereich des LFT-Planeten Taura, 4286 Lichtjahre von Terra entfernt. Die am Rücksturzpunkt in der Milchstraße versammelten Loowerflotten fallen mit unbeschreiblicher Grausamkeit übereinander her. Natürlich bleibt dieses Ereignis auch den Terranern nicht verborgen. Reginald Bull zieht einige Kampfschiffe bei Taura zusammen, kann aber nicht das Geringste ausrichten.

Perry Rhodan wird von Hisk-Mekang und einem Kampftrupp auf die PAN-THAU-RA gebracht, nachdem Tausende von Monaden mit ihren Psi-Kräften eine Strukturlücke im Schutzschirm des Sporenschiffs erzeugt haben. Jetzt rückt Hisk-Mekang endlich damit heraus, was er von Rhodan verlangt: Der Terraner soll die PAN-THAU-RA vernichten, damit Kilan-Gerp sie nicht hinter die Materiequellen bringen kann. Hisk-Mekang droht, den Planeten Taura zu vernichten, sollte Rhodan sich seinen Forderungen nicht beugen. Rhodan hat die Wahl: Entweder er vernichtet das Sporenschiff und tötet damit Millionen von Loowern (und sich selbst), oder er lässt zu, dass auf Taura Milliarden von Terranern sterben.

Auch Gucky und Sirken können auf die PAN-THAU-RA vordringen. Sie schmuggeln sich auf einem Versorgungsschiff durch den Energieschirm.

Das Finale

Hisk-Mekang und Kilan-Gerp stoßen aufeinander, es kommt zum Kampf. Da erscheint unerwarteterweise Jaumets Einsatztrupp und tötet alle Loower in der Zentrale bis auf die feindlichen Brüder, die sich im Inneren von Jokers Energiegefängnis in Sicherheit bringen. Auch Rhodan bleibt unbehelligt. In dieser Pattsituation beschließt Jaumet, die Selbstzerstörung der PAN-THAU-RA einzuleiten. Rhodan kann ihn nicht daran hindern.

Da treffen Gucky, Baya Gheröl/Sirken und die Monaden von Hisk-Mekangs Schiff ein. Letztere hindern Jaumet daran, die letzten Schaltungen vorzunehmen. Durch einen Zusammenschluss ihrer besonderen Kräfte lösen die Monaden, Joker, Baya Gheröl und Gucky eine psionische Schockwelle aus, durch die alle Loower miteinander versöhnt werden. Kilan-Gerp gibt seine Pläne auf, der Lebenskrieg ist vorüber.

Es war schon immer Baya Gheröls Plan gewesen, auf diese Weise mit den Monaden in das Geschehen einzugreifen. Jetzt soll die PAN-THAU-RA zur neuen Heimat für sie und die Plasmawesen werden. Die Loower transportieren bereitwillig alle Monaden auf das Sporenschiff. Schanha-Scha soll neu errichtet werden. Auch Joker bleibt an Bord, als die PAN-THAU-RA mit unbekanntem Ziel ins All aufbricht. Durch ihn greifen die Kosmokraten letztlich doch noch erkennbar ein (möglicherweise hatten sie bereits bei der Befriedung der Loower die Hand im Spiel), denn sie bringen seine Zellen zur Explosion, wodurch in einer Kettenreaktion alle Atome in seiner Umgebung zerrissen werden. So findet die PAN-THAU-RA, das letzte Sporenschiff, zusammen mit allen Monaden, Joker und Baya Gheröl ihr Ende.

Kommentar:

Dies ist Marc Hillefelds erster Beitrag zum Perryversum. Es wird hoffentlich nicht sein letzter bleiben, denn der Roman hat mir trotz aller Schwächen (die übrigens nicht dem Autor angelastet werden können, sondern im Exposé dieser Trilogie begründet sind) sehr gut gefallen. Eigentlich könnte ich vieles von dem wiederholen, was ich schon zum vorherigen Roman geschrieben habe. Diesmal liegt ein Schwerpunkt auf der Charakterisierung der "Biophoren" und ihrer Geschöpfe. Die Verzweiflung der im Grunde friedliebenden Wesen wird ebenso eindringlich geschildert wie die Empfindungen, die ihre Geschöpfe in den wenigen Tagen ihres Lebens entwickeln. Auch Rhodan und Bully haben wieder sehr schöne Auftritte und Gucky, der von Sirkens nebulösem Geschwafel einfach nur noch genervt ist, spricht mir mehrmals geradezu aus der Seele…

Interessanterweise gilt auch für diesen dritten und letzten Roman des Mini-Spin-Offs, dass man die vorherigen Romane, insbesondere Band 1, eigentlich überhaupt nicht gelesen haben muss, um der Handlung folgen zu können. Vieles von dem, was schon "enthüllt" worden ist und was man aus der PR-Serie wissen muss, wird noch einmal wiederholt. Einen Roman dieser Art zu schreiben, ist bestimmt so etwas wie eine Gratwanderung. Auf der einen Seite darf man Neuleser, die keine Ahnung von all den Geschehnissen haben, auf die hier angespielt wird, nicht überfordern. Andererseits darf man aber auch nicht zu viel erklären, weil darunter sonst der Erzählfluss leiden würde und weil "Altleser" sonst gelangweilt sein könnten. Ich meine, diese Gratwanderung ist Marc Hillefeld recht gut gelungen. Allerdings kommt eigentlich nichts in diesem Roman mehr überraschend, wenn man mit der Serie ein wenig vertraut ist.

Dass die PAN-THAU-RA nach der Hyperimpedanz-Erhöhung vielleicht sogar von selbst in den Normalraum zurückstürzen könnte, ist schon von vielen Fans vermutet worden. Der Verwendungszweck der Transferstationen ergab sich dann ohnehin aus ihrem Namen. Und was die Loower mit ihr vorhatten, war ja schon seit dem letzten Roman klar. Echte Spannung ist deshalb bei mir nicht aufgekommen, daran haben auch die wie immer in Rätseln sprechenden Loower usw. nichts geändert.

Es bleiben auch ein paar Ungereimtheiten. So kann man zwar akzeptieren, dass die Loower in der Lage sind, das Sporenschiff in den Normalraum zurückzuholen. Aber wie konnten sie hoffen, den Riesenpott danach hinter die Materiequellen zu bugsieren? Kennen sie neuerdings den Weg dorthin? Bisher kannten sie ihn nicht, wenn ich mich nicht sehr irre. Auch geht mir die Auflösung des Konflikts viel zu schnell und zu einfach. Ein bisschen Massenhypnose, schon sind alle Loower, die sich vorher gnadenlos und unbeschreiblich grausam gegenseitig abgeschlachtet haben, wieder ein Herz und eine Seele. Mehr noch: Sie lassen die Monaden ziehen, ohne die ihre Raumschiffe wieder ganz normale Pötte sind, die allen Einschränkungen der Hyperimpedanz unterliegen und ohne die es kein Kollektivbewusstsein und keine Neo-Entelechie mehr gibt. Es ist kaum vorstellbar, dass die Loower so ohne weiteres bereit sein sollten, auf all das zu verzichten.

Die Vernichtung der PAN-THAU-RA dagegen ist logisch, und (von Seiten der Kosmokraten betrachtet) nur konsequent. Es war also etwas voreilig, ihnen die Hyperimpedanz-Erhöhung als Fehler anzulasten. Jetzt erst ist die von den Lebenssporen der PAN-THAU-RA ausgehende Gefahr nämlich endgültig gebannt. Nur: Eigentlich hätte es auch Baya Gheröl und den Loowern klar sein müssen, dass die Kosmokraten das Sporenschiff niemals einfach so ziehen lassen würden, nachdem sie zuvor solch große Anstrengungen unternommen haben, sie vor jeglichem Missbrauch zu schützen.

Insgesamt muss ich sagen: Diese Trilogie hat mich trotz der guten Leistungen von Andreas Brandhorst und Marc Hillefeld nicht vom Hocker gerissen…

Der Roman enthält einen Anhang von Rüdiger Schäfer. Darin geht es um die Frage, was Leben eigentlich ist, welche philosophischen Erklärungsansätze es dafür in der realen Welt und im Perryversum gibt, und was die Mächte der Ordnung und des Chaos damit zu tun haben. Es werden einige wissenschaftliche Thesen zitiert, das Zwiebelschalenmodell kommt wieder einmal zur Sprache und schließlich wird sogar noch der Frage nachgegangen, wie man die Seele definieren kann.

J. KREIS 13.03.2006


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