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Perry Rhodan Odyssee Band 5: Das strahlende Imperium

Autor: Frank Borsch

Inhalt

Perry Rhodan, Errek Mookmher, Fran Imith, Quart Homphé, Shimmy Caratech und Pratton Allgame sind nach Nodro gereist, um ein Attentat auf die dort lebenden Zwillingsgötzen zu verüben. Die Herrscher des Empires von Nodro residieren in der Götzenstadt, die wiederum ein Teil der Stadt Kion ist. Die Gebäude der Stadt sind den nodronischen Nomadenzelten nachgebildet, aber die über 30 Millionen hier lebenden Nodronen sind keine Nomaden mehr, sondern treu ergebene Untertanen der Zwillingsgötzen. Diese üben einen suggestiven Einfluss auf jeden aus, der sich in die Götzenstadt begibt, und dieser Einfluss ist so stark, dass er auch noch wirkt, wenn man die Stadt schon längst wieder verlassen hat. Hier kommen die Terraner ins Spiel, denn im Gegensatz zu den Nodronen sind Rhodan und Fran Imith mentalstabilisiert und können sich gegen den mentalen Einfluss der Götzen wehren. Die Terraner sollen deshalb die Götzenstadt infiltrieren und dem Empire sozusagen das Haupt abschlagen, indem sie die Zwillingsgötzen töten. Bevor es jedoch dazu kommt, mischt Quart sich in eine Entführung ein. Ein Nodrone hat sich nämlich eine Frau gegriffen und zerrt sie in aller Öffentlichkeit hinter sich her. Quart will der Frau helfen, schafft es aber nur, Rhodan in die Sache hineinzuziehen. Der Unsterbliche besiegt den Nodronen im Zweikampf und flieht mit der Frau, wird aber kurz danach festgenommen und zum Tod durch die Peitsche von Nodro verurteilt. Die Hinrichtung soll auf einem öffentlichen Platz stattfinden.

Allgame könnte Rhodan zwar höchstwahrscheinlich befreien, aber das würde zuviel Aufsehen erregen. Unterstützt von den in Kion im Untergrund lebenden nodronischen Rebellen baut Quart deshalb eine Anzahl von Holo-Emittern, die als Imbissbuden getarnt um den Hinrichtungsplatz herum aufgestellt werden. In dem Moment, in dem Rhodan von den nur moleküldicken Strängen der Peitsche in handliche Scheibchen zerteilt werden soll, aktiviert Quart ein Holo, das der Scharfrichterin einen flüchtenden Rhodan vorgaukelt. Sie schlägt ins Leere, trennt sich damit selbst den Arm ab, und verfehlt den echten Rhodan. Nach geltendem Recht hat er damit die Freiheit wiedererlangt. In diesem Moment schlagen auf Nodro die ersten Strahlschüsse ein, denn unter Reginald Bulls Leitung greifen die vereinigten Flotten der Rebellen und der Quochten die Hauptwelt des Empire an. Die wichtigste Rolle spielen aber die Traumfamnire. Alle Traumkapsel-Habitate beteiligen sich nämlich an dem Feldzug und von ihnen aus sorgen die Traumfamnire mit ihren Psi-Kräften für Verwirrung bei den Besatzungen der Flottenkontingente des Empire. Die auf diese Weise wehrlos gemachten Schiffe können den Ansturm der Quochten nicht aufhalten und so dauert es nicht lange, bis das ganze Sonnensystem in Bullys Hand - oder in der Hand der Quochten und Rebellen - ist. Bull muss sogar einschreiten, um zu verhindern, dass die Quochten ihre wehrlosen Gegner komplett massakrieren. Jetzt brauchen die Terraner sich auch nicht mehr um eine Audienz bei den Zwillingsgötzen zu bemühen. Rhodan und Bull springen mit Fallschirmen über der Götzenstadt ab und treffen auf keinerlei Widerstand. Rhodan spürt die Ausstrahlung der Zwillingsgötzen und kann sie in einem von vielen Audienzsälen aufspüren. Die beiden Terraner tragen überschwere Strahler bei sich, mit denen sie die Leibwächter der Götzen ohne lange zu fackeln niederschießen - das gleiche machen sie mit den Götzen selbst. Doch in dem Moment, als deren Schutzschirme zusammenbrechen, vernichten sie sich quasi selbst: Irgendetwas explodiert in ihrem Inneren und lässt eine Welle aus sechsdimensionaler Energie über die ganze Götzenstadt hinweggehen. Als die mentale Ausstrahlung der Zwillingsgötzen erlischt, besteigt Errek Mookmher den höchsten Turm der Clansburg von Kion und beansprucht vor den Augen von Schwebekameras, die sein Bild über die ganze Galaxis senden, die Herrschaft über das Empire. Vor allem aber verspricht er den Frieden.

Die Zwillingsgötzen waren tatsächlich Nodronen - ein Mann und eine Frau. Während der Mann mit seinem nach zahllosen Kämpfen verstümmelten und verkrüppelten Körper wie der Inbegriff des hässlichen, aber ehrenvollen Kriegers aussah, repräsentierte seine "Schwester" mit ihrer makellosen, engelhaften Schönheit das Ideal, nach dem alle Nodronen streben, das sie aber eigentlich auch verachten, weil es nur mit Sesshaftigkeit und Verweichlichung erkauft werden kann. Die Götzen waren Mutanten und hatten ihre Untertanen mit hypnosuggestiven Kräften, mehr noch aber durch ihre eigene Legende beherrscht. Jetzt sind sie zwar tot, aber Rhodan glaubt noch nicht, dass das alles war. Er glaubt, dass irgendjemand, der bisher noch nicht in Erscheinung getreten ist, die Fäden im Hintergrund gezogen haben muss. Tatsächlich "hört" er immer noch eine mentale Stimme, die ihn tiefer in die älteren Teile der Götzenstadt hineinführt. Dort entdecken er und Bully einen gigantischen, unterirdischen Hangar, in dem eine Überraschung auf sie wartet: Ein sieben Kilometer langes, walzenförmiges Raumschiff von kobaltblauer Farbe - ein Schiff, wie es die Beauftragten der Kosmokraten stets benutzen! Und in einem Seitenraum liegt auf einem rechteckigen Block aus grob behauenem Stein der noch funktionsfähige Kopf eines Roboters vom Cairol-Typ. Der Kosmokratenroboter gibt sich als Cairol der 404te zu erkennen. Da er Rhodans Ritteraura wahrnimmt und ohnehin den Drang verspürt, endlich wieder mit irgend jemandem zu reden, erzählt er den beiden Terranern die Geschichte, die zur Entstehung des Empires von Nodro und zum Bau des Vaaligischen Schwarms geführt hat.

Zu einer Zeit, die er nicht genau benennen will, war Cairol Nr. 404 ein treuer Kosmokratendiener und hat mit anderen seiner Art erfolgreich dabei mitgeholfen, das Leben in seine Schranken zu verweisen. Als aber einige seiner geliebten "Brüder" von den Kosmokraten bewußt geopfert werden, keimt in ihm ein Plan, der schließlich dazu führt, dass er zum Verräter an den Kosmokraten wird. Er beginnt, Wissen aller Art zu sammeln und auszuwerten. Dazu gehören einerseits die Baupläne für einen Schwarm, andererseits aber auch die Genbanken der Erbauervölker. Seine Konzentration auf diese Forschungen wird ihm zum Verhängnis, denn als er im Auftrag der Kosmokraten den Verlauf einer gigantischen Raumschlacht beobachten soll, widmet er sich lieber seinen eigenen Interessen, und kann deshalb nicht rechtzeitig reagieren, als sein Schiff plötzlich zwischen die Fronten gerät. Dem konzentrierten Feuer ist auch das eigentlich unangreifbare, jetzt aber unvorbereitete Walzenschiff nicht gewachsen, außerdem wird eine unbekannte Waffe eingesetzt, die das schon zum Wrack geschossene Schiff in den Leerraum zwischen den Galaxien befördert - und die es in die weit entfernte Zeit schleudert, in der sich auch Rhodan und Bull jetzt befinden. Den Rest kennen wir schon ansatzweise: Die Tambu finden das Schiff und Cairols verstümmelten Körper, bringen beides zu ihrer Heimatwelt, stürzen sich begierig auf die Datenspeicher und fangen an, einen Schwarm zu erbauen. Die aus Cairols Genbanken erschaffenen Nodronen werden in den Steppen der Heimatwelt der Tambu ausgesetzt. Cairol beliefert die Nodronen heimlich mit Waffen, so dass die Humanoiden bald die Macht auf dem Planeten an sich reißen und diesen in Nodro umbenennen. Als Cairol ein hypnosuggestiv begabtes Zwillingspaar entdeckt, händigt er ihnen zwei Zellaktivatoren aus, die sich noch im Wrack seines Schiffs befunden haben. Mit Hilfe der Aktivatoren kann er die beiden, die als Zwillingsgötzen das entstehende Empire mehr symbolisch leiten, wie Marionetten beherrschen. Mit dem annähernd fertig gestellten Schwarm wollte der offenbar verrückt gewordene Roboter die Macht über die gesamte Galaxis erringen.

Dieser Traum ist jetzt ausgeträumt, denn Rhodan und Bully gehen nicht darauf ein, als Cairol ihnen anbietet, an seiner Seite zu herrschen. Sie beschießen den Roboterkopf mit ihren Strahlkanonen, bis er kein Lebenszeichen mehr von sich gibt. Die Situation spitzt sich noch einmal zu, als Kämpfer eines unabhängigen Nodronenclans in Cairols Kammer eindringen und von Rhodan und Bull Rechenschaft verlangen. Die Anführerin des Clans war vor die Zwillingsgötzen zitiert worden, diese hatten ihr befohlen ihr unbotmäßiges Volk zu entwaffnen und in eine Art Reservat zu führen. Sie hatte sich geweigert und war vom männlichen Götzen getötet worden. Ihre Enkelin, neue Vorreiterin des Clans, hatte die Wirren des Angriffs der Rebellen ausgenützt und sich mit ihren Kämpfern in die Götzenstadt aufgemacht, um Rache für die Demütigung zu üben. Sie glaubt Rhodan dessen Version der Geschichte und nimmt die Leichen der Zwillingsgötzen sowie Cairols Kopf mit. Die Terraner müssen sich jetzt beeilen, zum Vaaligischen Schwarm zu kommen, denn dieser steht kurz vor der Vollendung. Sollte sein Schmiegeschirm aktiviert werden, bevor sie in ihn eindringen können, wäre ihnen der Rückweg in ihre eigene Zeit für immer verbaut.

Als Axx Cokroide die Botschaft vom Ende der Zwillingsgötzen erhält, reagiert er so, wie es sich für einen aufrechten Nodronen gehört. Er verfügt immer noch über eine 220.000 Einheiten starke Kampfflotte und hat den Schwarm in seiner Hand. Warum sollte er sich nicht selbst zum Herrscher machen?

Kommentar

Ich dachte zuerst, auch Band 5 des Odyssee-Zyklus müsse man eigentlich nicht gelesen haben, um die Story am Ende zu verstehen, aber das hat sich ja zum Glück im letzten Viertel des Romans als Irrtum herausgestellt, wenn die maßgeblichen Informationen auch wieder mal "nur" im Rahmen einer Rückblick-Erzählung vermittelt werden. Okay, mit meiner Vermutung, es könnte ein Sporenschiff im Spiel sein, habe ich nicht ganz ins Schwarze getroffen, aber dass ein Kosmokratenroboter auftreten würde, war eine richtige Vorhersage. Ein abtrünniger Cairol-Roboter, das ist mal was anderes. Cairol 404 sagt, dass die Kosmokratendiener immer nur das von ihren Herren erfahren, was sie zur Ausführung ihres aktuellen Auftrags wissen müssen. Kein Wunder also, dass die armen Terraner in der Vergangenheit immer ihre liebe Mühe mit diesen Burschen hatten und kaum irgendwelche Informationen aus ihnen herausquetschen konnten! Die Nodronen scheinen Rekonstruktionen eines Volks zu sein, das seinerzeit zu den Schwarm-Erbauern gehört und sich später zum Kollektiv der Querionen vereinigt hat. Cairol ist nun abserviert und der Showdown im letzten Buch wird sich im Vaaligischen Schwarm abspielen - mit dem lieben Axx Cokroide als Oberbösewicht.

Auch Frank Borsch widmet sich intensiv der klingonischen - pardon! - der nodronischen Kultur und lässt das Bild dieses kriegerischen Nomadenvolks noch ein wenig plastischer werden. Das ist auch alles ganz gut und schön und lässt sich gut lesen. Ein bisschen unzufrieden bin ich mit dem Roman dennoch, aber das ist wie im letzten Monat nicht die Schuld des Autors, sondern des Exposés. Wieso um alles in der Welt nimmt Rhodan den dicken Quart und den Teenie Shim mit auf ein hochgefährliches Kommandounternehmen im Zentrum des Feinds? Antwort: Damit Quart wieder mal Mist bauen und Rhodan in eine gefährliche Situation bringen kann. Das ist so unlogisch und an den Haaren herbeigezogen wie das ganze Unternehmen selbst. Ich kann keine Begründung dafür erkennen, warum Rhodan überhaupt versucht, sich in die Götzenstadt einzuschleichen, wenn fast zur gleichen Zeit ein Großangriff auf das ganze Sonnensystem gestartet wird. Ein paar auf die Götzenstadt geworfene Fusionsbomben hätten den gleichen Effekt gehabt wie Rhodans und Bullys Alleingang. Okay, dann hätte man wahrscheinlich gleich das Kosmokratenwrack und Cairols Kopf mit vernichtet und das Buch wäre um einiges kürzer geworden…

Im wissenschaftlichen Anhang dieses Buchs geht es um Zeitreisen in Forschung und Fiktion. Weitere Beigabe ist die Risszeichnung eines Nodronenjägers.


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