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Perry Rhodan Odyssee Band 3: Das Energie-Riff

Autor: Hans Kneifel

Inhalt

Reginald Bull und die anderen in der Zukunft gestrandeten Terraner sind mit drei Kampfschiffen der Quochten unterwegs nach Pembur-Station, wohin Perry Rhodan nach dem Raumschlacht-Debakel um DORDO`KYEION von den Nodronen verschleppt worden ist. Als sie dort ankommen, sind sie aber zunächst zur Untätigkeit verurteilt, denn zehn schwer bewaffnete nodronische Sternenkreuzer bewachen das System. Rhodan muß währenddessen im Straf- und Umerziehungslager von Pembur-Station ums Überleben kämpfen. Dabei hat er noch Glück, denn er ist noch nicht erkannt worden (man hält ihn für einen ganz gewöhnlichen Rebellen, und davon gibt es im Empire viele). Außerdem freundet er sich mit einer jungen Gefangenen an, die ihm hilft und ihm die Verhältnisse im Tapasand-Isolationslager erklärt. Etwa 3.000 Rebellen sind dort in den Gezeitensümpfen untergebracht, die sich um eine Insel herum erstrecken. Im Inselinneren gibt es eine gut ausgerüstete Wachstation, die durch ein Schirmfeld - das "Energie-Riff" - von den Sümpfen getrennt ist. Es gibt keine Unterkünfte, noch nicht einmal schattenspendende Vegetation; die Gefangenen leben praktisch permanent im salzigen Schlamm und in mörderischer Hitze, medizinische Versorgung ist gar nicht vorhanden, karge Nahrung und Wasser erhalten die Delinquenten von ihren sadistischen Wärtern im Austausch für die im Meer wachsenden Clezmor-Schwämme. Diese Schwämme gelten im Empire als wertvolle Delikatesse, ißt man sie aber roh, wirken sie tödlich. Die Gefangenen müssen ohne jegliche Hilfsmittel nach den Schwämmen tauchen und der Lohn für ihre Arbeit besteht lediglich in ein paar Konzentratriegeln und etwas Brackwasser. Wer nicht den Raubfischen und Riesensauriern zum Opfer fällt, von denen das Meer nur so wimmelt, der geht früher oder später an Mangelerkrankungen, Infektionen oder aus Entkräftung zugrunde. Von dem ursprünglichen Sinn des Lagers, nodronische Rebellen in linientreue Anhänger des Empire umzuerziehen, ist nichts geblieben. Jetzt ist es nichts anderes als ein Vernichtungslager. Der "Nachschub" an neuen Gefangenen reißt allerdings nie ab...

Rhodan und Tasha Feori, seine junge Helferin, kommen sich schnell näher und verbringen eine Liebesnacht miteinander. Tasha, die wegen Schmugglerei ins Lager gebracht worden ist, glaubt Rhodan dessen Story von der Zeitreise zwar nicht, der charismatischen Terraner vermittelt ihr aber ein Gefühl der Hoffnung in ihrer bisher aussichtslosen Situation. Am nächsten Tag fällt Rhodan jedoch scheinbar einem Riesensaurier (einem Magnoraunden) zum Opfer. Das Monstrum frißt den Terraner aber nicht, sondern bringt ihn in seinem riesigen Kehlsack sicher und wohlbehalten nach Hedrumeth. Auf dieser kleinen Insel leben ca. 2.000 weitere Rebellen, und zwar in relativer Freiheit und unter erträglichen Bedingungen. Jeder einzelne von ihnen wurde wie Rhodan von Magnoraunden "befreit". Der Anführer der Flüchtlinge ist ein beeindruckender Kämpfer namens Darracq Mogmorgh. Die Wachen von Pembur-Station ahnen nichts von der Existenz dieser Gruppe. Die Magnoraunden sind in Wirklichkeit intelligente Wesen, deren Eiablageplätze sich einst auf Tapasand befunden haben. Es gelingt Rhodan, Kontakt zu den friedlichen Magnoraunden aufzunehmen. Die Giganten sind bereit, den Rebellen im Kampf gegen die nodronischen Unterdrücker zu helfen, denn diese veranstalten öfters aus purer Langeweile Hetzjagden auf den Nachwuchs der "Großen Wellenzerteiler" und gefährden damit die Existenz der gesamten Population.

Mit vereinten Kräften bringen Magnoraunden und Rebellen bei einer dieser Hetzjagden einige Bootsgleiter der Nodronen in ihre Gewalt und können damit das Energieriff unerkannt überwinden. Die Stationsbesatzung ist ohnehin abgelenkt, denn es findet gerade ein Arenakampf zwischen einem Wächter, der den Gefangenen zu wohlgesonnen ist, und einer Rebellin statt - letztere ist ausgerechnet Tasha Feori. 200 weitere Rebellen werden von Magnoraunden über das Energieriff gehoben, die Kontrollgebäude werden gestürmt. Als der Schutzschirm abgeschaltet wird, stürzen sich sämtliche Gefangenen auf ihre überraschten Bewacher und machen kurzen Prozeß mit ihnen. Es gelingt sogar, ein gerade eintreffendes Frachtschiff zu erobern, das neue Gefangene bringt. Aber im Orbit kreisen immer noch die zehn Wachkreuzer! Durch einen Trick werden diese Schiffe in die Nähe bodengebundener Abwehrforts gelockt und durch diese vernichtet. Nur zwei Kreuzer können entkommen.

Während auf dem Planeten Rhodan und Tasha ein freudiges Wiedersehen feiern und die Rebellen sich an den Vorräten der Wachstation schadlos halten, schalten Bullys Quochtenschiffe die angeschlagenen Nodronenkreuzer aus. Dann müssen schnellstens alle Rebellen evakuiert werden, denn Verstärkung für die Nodronen ist bereits auf dem Weg. Man entkommt praktisch in letzter Minute, nicht ohne das Todeslager dem Erdboden gleich zu machen - damit haben die Magnoraunden ihre alten Brutplätze zurück und sind auch zufrieden. Darracq, dem klar ist, daß er seine Freiheit allein Rhodan verdankt, bietet den Terranern seine Hilfe an. Er meint, es sei für ihn als Anführer der nodronischen Rebellen kein Problem, eine Verbindung zu den Wissenschaftlern von Cor`Morian herzustellen. Rhodan will im Gegenzug den Rebellen bei ihren Autonomiebestrebungen helfen. Nach einer letzten Liebesnacht verläßt Tasha unseren armen Perry unbemerkt. Sollte er sie suchen wollen - so die Botschaft, die sie ihm hinterläßt - dann soll er zwischen den Schwarmsternen nach ihr Ausschau halten...

Kommentar:

Der Kommentar könnte diesmal kurz ausfallen: Kneifel hat einen netten Abenteuerroman geschrieben, in dem Rhodan an vorderster Front mitleiden, mitkämpfen und mitlieben darf - mehr aber auch nicht. Kneifels Stil hat mir noch nie gefallen, insbesondere nicht die Dialoge, die er den Leuten in den Mund legt. Kein Mensch (und wohl auch kein Nodrone) redet so. Einige Formulierungen im Text dürften auch kaum von der neuen Rechtschreibung abgedeckt oder durch künstlerische Freiheit zu rechtfertigen sein. Der erste Kritikpunkt ist aber Geschmackssache und die Fehler sind vergleichsweise selten, also Schwamm drüber.

Der interessierte Leser erhält ein paar Informationshäppchen, z.B. über die Kultur der Nodronen. Früher waren alle Nodronen (Weltraum-)Nomaden, unter der Fremdherrschaft der Zwillingsgötzen wurde das Volk aber in zwei große Gruppen gespalten: Jene, deren seßhaft gewordene Clans sich dem Herrschaftsanspruch der Götzen beugen und begünstigt werden und jene, die sich ihre nomadisierende Unabhängigkeit bewahren wollen und deshalb unterdrückt werden. Kriegerisch und rabiat sind allerdings alle Nodronen. Heldenkult und alte Traditionen bedeuten ihnen viel, der Inbegriff des Glücks besteht etwa darin, nach einem guten Kampf um ein echtes Lagerfeuer herumzusitzen und bombastische Heldenlieder zu singen.

Kleine Frage am Rande: Wie funktioniert eigentlich dieses Translatorplättchen? D.h. wie verwandelt so ein hauchdünnes Scheibchen die niederfrequenten Töne der Magnoraundensprache in für menschliche Ohren verständliche Worte - und umgekehrt???

Der wissenschaftliche Beitrag von Rüdiger Vaas beschäftigt sich diesmal mit der Suche nach außerirdischen Intelligenzen (in der Überschrift heißt es ironischerweise "Itelligenzen"). Vaas wiederholt einmal mehr, wie wahrscheinlich oder unwahrscheinlich es ist, daß es noch anderswo im Universum intelligentes Leben gibt und wie man heutzutage versucht, dieses aufzuspüren. Eine weitere schöne Beigabe im Buch ist die Rißzeichnung eines Nodronenschiffs.


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