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Perry Rhodan Odyssee Band 2: Der geheime Krieg

Autor: Leo Lukas

Inhalt

Die Flucht der Terraner mit dem nodronischen Frachter gestaltet sich schwierig, denn die Überlichtetappen sind nicht nur fest programmiert, ihre Ziele sind den Verfolgern auch bekannt. Axx Cokroide setzt sich denn auch umgehend mit einem ganzen Jagdverband auf die Spur der Flüchtigen, denn die Schmach, daß sie ihm entkommen sind, will er nicht auf sich sitzenlassen. Unterwegs vergnügt er sich mit seiner jungen Feuerleitoffizierin Pelmid Sulcatob, die schnell herausfindet, daß ein Flirt mit dem brutalen Botschafter des Zwillingsgötzen ihr mehr abverlangt, als sie ursprünglich zu geben bereit war. Während Reginald Bull allmählich die Steuerung des Frachters unter Kontrolle bringt, gelingt einem der 14 im Hangar eingesperrten Nodronen - es ist der Kapitän Varrn Vardak - durch einen Trick die Flucht. Er wird zwar bald wieder außer Gefecht gesetzt, und zwar ausgerechnet von der Ferrol-Katze Schikago und von Pratton Allgame (der dafür eine unbezahlbare Champagnerflasche verwendet), aber vorher brät er noch Fran Imith eins über und bringt ihr eine schwere Gehirnerschütterung bei. Als die nodronischen Kampfschiffe aufschließen und wilde Ausweichmanöver geflogen werden müssen, muß deshalb Quart Homphé ihren Platz an der Steuerung übernehmen, was er ganz gut bewältigt, bis er doch noch vor Aufregung in Ohnmacht fällt.

Daß die Terraner dem Beschuß durch die nodronischen Schiffe (deren Waffen übrigens nach dem KNK-Prinzip arbeiten) nach zahlreichen Hyperetappen im letzten Moment entgehen, liegt einerseits daran, daß die Nodronen sich selbst behindern, weil sie immer erst auf Befehle von Axx Cokroide warten, bevor sie angreifen. Außerdem schleusen die Terraner ihre Gefangenen und einige Beiboote aus, die von den Verfolgern erst einmal an Bord genommen bzw. vernichtet werden müssen. Nach ein paar Tagen ist Fran wieder soweit auf dem Damm, daß sie die Steuerung übernehmen kann - und dann materialisiert ein ganzes Sonnensystem, das wohl zum vaaligischen Schwarm transportiert werden soll. Die dadurch ausgelösten überdimensionalen Schockwellen nutzen die Terraner, um fast alle Verfolger endgültig abzuhängen. Nur Cokroides Schiff läßt sich nicht abschütteln. Man steuert den Bereich der Galaxis an, der jetzt die Eastside bildet, und begibt sich ins Wrischaila-System. Der 6. Planet des Systems hat 23 Monde, die allesamt besiedelt und hochtechnisiert sind. Unzählige Raumschiffe der verschiedensten Völker tummeln sich dort - aber nur ein einziges nodronisches. Also ein ideales Versteck. Allerdings sind die Verhältnisse auf den Werftwerken - so die Bezeichnung für die am ehesten mit Freihandelswelten vergleichbaren Monde - sehr undurchsichtig und die Terraner merken schnell, daß sie durch ein kompliziertes bürokratisches Regelwerk und allerlei Schikanierungen so geschröpft werden sollen, daß ihnen irgendwann keine andere Möglichkeit mehr bleibt, als ihr Schiff zu verkaufen und sich selbst in Leibeigenschaft zu begeben.

Zunächst einmal läuft auf den Werftwerken nichts ohne Genehmigung des NOTARIATS und ohne einen teuren "Rechtsbeistand". Rhodan und Fran schlagen sich durch das unbeschreibliche Chaos des komplett mit riesigen Werftanlagen, Werkstätten usw. verbauten Mondes bis zu dem Rechtsbeistand durch, der ihnen zugeteilt wurde. Dieser, ein aalähnliches Wesen namens Ter-Gün-Madian, verfolgt allerdings eigene Ziele. Er wird von den froschähnlichen Quochten erpreßt, die auf den Werftwerken die eigentlichen Drahtzieher sind. Sie haben seine todkranke Tochter in der Hand und drohen, die Behandlung abzubrechen, wenn Madian ihnen nicht die Terraner ausliefert. Über Rhodans Forderung nach einem neuen, unauffälligeren Raumschiff, kann er daher nur lachen, geht aber zum Schein darauf ein. Auf dem Rückweg zum Schiff stolpern Rhodan und Fran buchstäblich über den Yuchten Sneber Grax. Der nur einen Meter große, an ein aufrechtgehendes Chamäleon erinnernde Bursche, seines Zeichens Betrüger und Dieb, kann seine Hautfärbung nämlich perfekt der Umgebung anpassen und versteckt sich ausgerechnet dort vor den Häschern des NOTARIATS, wo die beiden Terraner gerade zugange sind. Die beiden retten ihn vor den Exekutern und finden in ihm einen neuen, treuen Freund, dem sie wichtige Kontakte verdanken. Er führt die Terraner nämlich beim "Schutzpatron der Diebe" auf einem anderen Mond des Wrischaila-Systems ein, wohin das Grüppchen sich übrigens mit dem Mars-Liner begibt. Ohne Pratton Allgame, den angeblichen Weinbauern, hätten sie dort allerdings keine Chance gehabt, denn der wie ein Flugsaurier aussehende Schutzpatron verhandelt nur mit Leuten seines Schlages. Also mit Dieben. Und siehe da: Der angebliche Weinbauer enthüllt seine wahre Identität - er ist der geschickteste Einbrecher der Erde, "Das Phantom von Terrania". Nach einem vierjährigen Aufenthalt in einer Resozialisierungsanstalt wollte er tatsächlich als Winzer auf dem Mars neu anfangen, aber seine Fähigkeiten hat er noch nicht verlernt, und das kommt ihm und seinen Gefährten jetzt zustatten. Der beeindruckte Schutzpatron arrangiert eine Transaktion, bei der die Terraner ein neues Schiff am NOTARIAT vorbei erwerben können.

Inzwischen ist auch Axx Cokroide mit seiner aus Pelmid, Vardak und einigen anderen Nodronen bestehenden Begleitung im Wrischaila-System eingetroffen. Sie nehmen die Dienste des nodronischen Attachés Mokoefa Ottakroide in Anspruch und folgen den Terranern bis zum zehnten Werftwerk, denn niemand anders als der Attaché ist der Geschäftspartner, den der Schutzpatron für die Terraner ausfindig gemacht hat. Der gute Mann liefert nämlich auch öfters Waren an die nodronischen Rebellen, was Axx Cokroide natürlich längst herausgefunden hat. Man trifft sich an einem abgelegenen Ort zu Verhandlungen, in Wirklichkeit soll das eine Falle für die Terraner sein. Pelmid liegt schon mit einem Scharfschützengewehr auf der Lauer und einige von Mokoefas Leuten haben den Bereich umstellt. Cokroide läßt die Maske fallen und gibt Pelmid den Feuerbefehl, doch sie kommt nicht zum Schuß, denn der wie immer gut getarnte Sneber Grax hat sich an sie herangeschlichen und entreißt ihr das Gewehr. Es gibt ein kurzes Handgemenge, am Ende können die Terraner sehr zu Cokroides Verdruß wieder einmal zum Mars-Liner entkommen. Dort wartet aber schon Ter-Gün-Madian, und mit ihm eine ganze Truppe von Quochten. Diese Wesen können nicht mentalstabilisierte Personen durch ihren Blick hypnotisieren, selbstverständlich sind sie auch gut bewaffnet. Die Terraner werden mitsamt dem Mars-Liner von den Quochten entführt und zu deren Heimatwelt gebracht, wo sie vor dem Zugriff durch die Nodronen sicher sind. Es versteht sich von selbst, daß sowohl Mokoefa als auch Vardak von Cokroide zum Tod durch die Peitsche von Nodro verurteilt werden. Nur Pelmid hat Glück, denn es reizt den Botschafter, daß sie ihm immer noch die Stirn bietet. Sie wird zu seiner persönlichen Adjutantin befördert.

Die Quochten leben extrem zurückgezogen, niemand kennt die Koordinaten der von ihnen besiedelten Planeten. Sie sind das einzige Volk, das den Nodronen noch Paroli bieten kann, aber da sie miserable Kampfpiloten und noch dazu äußerst schlecht organisiert sind, befinden sie sich an allen Fronten auf dem Rückzug. Daß sie überhaupt noch Widerstand leisten können, haben sie ihrer enormen Fortpflanzungsquote zu verdanken. Sowohl auf den von ihnen bewohnten Welten als auch in ihren Raumschiffen leben sie stets in ewig feuchten Höhlen, deren Böden von Schlamm und durcheinander wimmelnden Käfern bedeckt sind. Die Quochten-Königin Chi Waka könnte man mit einer Ameisenkönigin vergleichen, denn ihre einzigen Beschäftigungen sind essen und Eier legen. Halt: Intrigieren kommt noch dazu. Auf jeder Quochten-Welt gibt es nämlich auch eine Vizekönigin, welche dann zur Herrscherin aufsteigen kann, wenn das Volk mit der alten Königin nicht mehr einverstanden ist. Denn dadurch würde sich das hormonelle Makroklima der ganzen Population zu ungunsten der alten Königin und zugunsten der Vizekönigin verschieben. Die Königin würde sich zurückentwickeln und die Vizekönigin würde ihrerseits zu derjenigen werden, die als einzige Quochtin Eier legen kann.

Die Terraner sollen auf der Hauptwelt der Quochten in der Stadt Takuri an einem seltsamen Kampfspiel teilnehmen, bei dem drei Mannschaften gegeneinander antreten und um goldene Eier kämpfen. Dabei geht es sehr rabiat zur Sache, aber die Terraner schlagen sich unter Rhodans Leitung gut und kommen ins Endspiel der "Takurischen Jagd". Daß sie dieses gewinnen, haben sie allerdings Chi Waka zu verdanken, denn die ist nur daran interessiert, die Terraner und insbesondere Perry Rhodan als Helden aufzubauen. Sie will eine alte Legende ihres Volkes ausnutzen, um ihre sinkende Popularität auszugleichen. Rhodan soll die Rolle des prophezeihten Auserwählten spielen, der das Volk der Quochten zum Sieg führen wird. Rhodan, der der Königin übrigens reinen Wein über seine Herkunft einschenkt, hat keine Wahl als mitzuspielen, denn Chi Waka hat ihn in der Hand. Allerdings werden die Terraner für ihren Sieg bei der Takurischen Jagd auch reich beschenkt, sie erhalten ID-Pässe und Kreditchips mit einem kleinen Vermögen für jeden. Zudem klingen die Aussichten, die Chi Waka erläutert, durchaus bedrohlich: Die Nodronen wollen den vaaligischen Schwarm für ihre eigenen Zwecke benutzen, und wenn sie damit Erfolg hätten, könnte sich ihnen nichts und niemand mehr in den Weg stellen. Rhodan wird gezwungen, einen Angriff gegen die im Bau befindliche nodronische Flottenbasis DORDO'KYEION zu leiten. Die Basis soll noch nicht einsatzfähig sein und wird nur von einer relativ schwachen Flotte bewacht. Rhodan wittert natürlich sofort eine Falle, und das völlig zu Recht. Als die 54.000 Quochtenschiffe bei der nodronischen Basis ankommen, zeigt diese ihr wahres Gesicht: Sie ist nichts anderes als eine tetraederförmige Waffenplattform mit einer Kantenlänge von über 14 Kilometern, auf der 16 überschwere Geschütze montiert sind. Dem haben die Quochten nicht das geringste entgegenzusetzen und zu allem Überfluß werden die Quochtenschiffe auch noch von einem gigantischen Flottenaufgebot der Nodronen eingekesselt, das sich im Ortungsschutz einiger Sonnen verborgen hat.

Um wenigstens einigen Schiffen die Flucht zu ermöglichen, übernimmt Rhodan das Oberkommando. Mit an Bord des Schiffs, auf dem er sich befindet, sind Sneber Grax und Chi Waka. Die Flucht scheint zu gelingen, doch im letzten Moment wird das Schiff schwer getroffen und geentert. Rhodan desintegriert die schwer verletzte Königin auf deren eigenen Wunsch, denn die Positionen der Quochtenwelten müssen geheim bleiben. Rhodan selbst wird gefangen genommen - wieder einmal hält man ihn für einen nodronischen Rebellen, er soll zum Strafplaneten Pembur gebracht werden. Über Hyperfunk erreicht die Nachricht von dem Debakel auch die Heimatwelt der Quochten. Rhodans dort zurückgebliebene Gefährten werden schier verrückt vor Sorge, besonders belastet ist Reginald Bull, der gerade erst eine intime Beziehung mit Fran Imith begonnen hat und diese durch sein überspanntes Verhalten schon wieder zu zerstören droht. Während Schikago sechs Junge wirft, gelingt es Bull, der neuen Königin drei Schiffe abzuringen, indem er behauptet, Rhodan seien die Koordinaten der Quochten-Hauptwelt bekannt. Die Königin hält das zwar für einen Bluff, kann aber nicht sicher sein. Und wenn Rhodan den Nodronen die Koordinaten unter Folter verraten würde… Und so machen die Terraner (und sieben Katzen) sich auf den Weg, Perry Rhodan zu retten. Die Gefährten haben nämlich beschlossen, daß sie zusammenbleiben wollen.

Kommentar

Romane von Leo Lukas sind meistens eher amüsant als spannend oder informativ, dieses Buch macht da keine Ausnahme. Leider versucht er es in diesem Roman ein paarmal zu oft mit der Holzhammer-Methode und so bekommt man Slapstick-Szenen, Lukazismen und eigenwillige Namensschöpfungen satt geboten. Oder sagen wir: Der Roman ist übersättigt mit solchen Elementen. Vielleicht können Leser, die sonst noch keinen Roman von Lukas kennen, dem noch etwas abgewinnen, mich langweilt es inzwischen schon. Ich finde es auch nicht witzig, wenn Leuten wie Rhodan, Bull oder auch Fran Imith eine teils flapsige, teils umgangssprachliche Ausdrucksweise in den Mund gelegt wird, die vielleicht zu einem Teenie wie Shim Caratech passen würde, keinesfalls aber zu einem unsterblichen Politiker oder zu einer TLD-Agentin. Von Begriffen, die der Fäkalsprache entstammen, mal ganz abgesehen. Erfreulich fand ich immerhin, daß die paar verbliebenen Hauptpersonen diesmal nicht allzusehr nerven und zum Teil sogar sinnvolle Aufgaben erhalten.

Ach, übrigens: Vielleicht sollte sich in der PR-Redaktion mal jemand kundig machen, damit in künftigen Romanen ein Katheder nicht mehr mit einem Katheter verwechselt wird. Die entsprechende, unfreiwillig komische Szene findet der geneigte Leser in den ersten Zeilen von Seite 50 des Romans. Und noch etwas: Perry Rhodan ist mitnichten 2978 Jahre alt, wie im Roman behauptet wird. Man denke zum Beispiel nur an die 700 Jahre, die im Universum vergangen sind, während er im Zeitstasisfeld gefangen war!

Ich habe den Eindruck, daß dieser Roman hauptsächlich deshalb geschrieben wurde, damit Rhodan auf den letzten Seiten von den Nodronen entführt werden konnte. Immerhin gibt es weitere Informationen über das Leben in der Zukunft: Die Galaxis war bis vor ca. 35.000 Jahren fast ausschließlich durch verschiedene Völker von Echsenartigen bevölkert. Andere Völker wie die Tambu, welche Vogelabkömmlinge sind, haben immer nur untergeordnete Rollen gespielt, jedenfalls was ihre zahlenmäßige Verbreitung angeht. Dann waren die Nodronen auf den Plan getreten, sehr wahrscheinlich stammen sie gar nicht aus der Milchstraße. Inzwischen beherrschen die Nodronen und der Zwillingsgötze 30 % der gesamten Galaxis und breiten sich weiter aus.

Ein wissenschaftlicher Anhang von Rüdiger Vaas und die Rißzeichnung eines Quochtenraumers sind die Zugaben dieses Romans. Vaas widmet sich verschiedenen Theorien überlichtschneller Raumfahrt und wirft mit Wurmlöchern, Tachyonen und ähnlichen Begriffen nur so um sich - bei solchen Artikeln schalte ich schnell ab, das ist mir zu theoretisch...


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