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Perry Rhodan Lemuria Band 2: Der Schläfer der Zeiten

Autor: Hans Kneifel

Inhalt

Bei der Durchsicht der Daten aus Denetrees Speicherchip werden Hinweise auf eine zweite lemurische Sternenarche, die LEMCHA OVIR, gefunden. Dieses Schiff ist einige Jahre nach der NETHACK ACHTON gestartet, was die Frage aufwirft, wie der Chip dann auf die erste Sternenarche gelangt sein kann. Der Kursvektor des Schiffs ist ebenfalls gespeichert, es ist eindeutig von Lemur gestartet. Die PALENQUE und die akonische LAS-TOÓR machen sich gemeinsam auf den Weg zu den Koordinaten, an denen die zweite Sternenarche sich jetzt befinden muss.

Die LEMCHA OVIR hat eine andere Bauweise als die NETHACK ACHTON. Sie besteht im wesentlichen aus einem zylindrischen Zentralkörper, um den ein 1200 Meter durchmessender Ring rotiert. Beim Start waren 10.000 Lemurer an Bord. Nach 500 Jahren Bordzeit (die gut 50.000 Jahren im Normalraum entsprechen) ist nur noch ein Zehntel dieser Personenzahl übrig. Viele Lemurer der letzten Generation sind mutiert und haben die unterschiedlichsten Körpermerkmale, viele sind aber auch unfruchtbar, so dass in absehbarer Zeit niemand außer dem Naahk Atubur Nutai mehr übrig sein wird, denn dieser trägt einen Zellaktivator. Das Gerät scheint allerdings defekt oder anders gebaut zu sein als die Vitalenergiespeicher, die von ES verliehen wurden, denn Nutai muss sich alle 20 Jahre einem Regenerationsprozeß unterziehen, durch den sein Körper zwar verjüngt wird, bei dem aber immer auch Teile seiner Erinnerungen gelöscht werden. Auch auf der LEMCHA OVIR verehrt man den Hüter, einen Haluter. In einem versiegelten Bereich der Arche ist sogar ein schwarzes Kugelschiff versteckt, bei dem es sich höchstwahrscheinlich um eine halutische Einheit handelt. Außerdem kennt man auf der Arche ein humanoides Wesen, das Legendor genannt wird. Der Legendor soll derjenige gewesen sein, der die Generationsraumschiffe auf den Weg geschickt hat. Sonst wissen die Lemurer kaum etwas von ihrer Vergangenheit.

Als eine geheimnisvolle Seuche auf der LEMCHA OVIR immer weiter um sich greift, entschließt der Naahk sich dazu, den Dilatationsflug zu unterbrechen und auf einem Planeten zu landen. Fähren werden vorausgeschickt, und nur deshalb bleibt ungefähr die Hälfte der Lemurer am Leben, denn die Arche selbst wird von einem Asteroiden getroffen und stürzt auf dem ausgewählten Planeten ab. Die Überlebenden richten sich auf der erdähnlichen Welt ein. Das Haluterschiff löst sich aus der abstürzenden Arche und versinkt im Eis der Polarregion. Die Lemurer nennen den Planeten Mentack Nutai - Nutais Schicksal.

Etwa einen Monat später treffen die Terraner und die Akonen am Ort des Geschehens ein. Plötzlich versagen die Triebwerke beider Schiffe - die Energie wird durch einen unbekannten Einfluss abgesaugt. Dafür sind die Menttia verantwortlich, Energiewesen, die auf Mentack Nutai leben und vor Jahrtausenden schlechte Erfahrungen mit humanoiden Lebewesen gemacht haben. Da die Beiboote noch funktionieren, landet Rhodan mit einem gemischten Team. Er nimmt Kontakt mit den schiffbrüchigen Lemurern auf und untersucht die verschiedenen Absturz- bzw. Landestellen. Dabei treten immer wieder Technikausfälle auf, die von den Menttia verursacht werden. Der Naahk wurde beim Absturz schwer verletzt - er stirbt trotz des Zellaktivators. In der nördlichen Polarregion entdecken die Terraner eine unter dem Eis begrabene alt-akonische Forschungsstation (möglicherweise eine militärische Einrichtung), die schon vor Jahrtausenden aufgegeben worden sein muss. Rhodan und seine Leute dringen in die Anlage ein. Sie hat noch Energie, ist aber instabil. Als Rhodans Gruppe Bereiche betritt, die offenbar für Fremde tabu sind, werden Verteidigungseinrichtungen aktiviert. Dabei beginnen die Eismassen einzustürzen. Als Denetree in tödliche Gefahr gerät, wird sie von einem Haluter gerettet. Rhodan erkennt ihn: Es ist Icho Tolotů

Der Haluter kapert eine terranische Space-Jet und verschwindet kommentarlos mit unbekanntem Ziel. Rhodan findet einen Weg, mit den Menttia zu kommunizieren. Aus Aufzeichnungen, die er in der akonischen Station gefunden hat, hat er den Grund für deren feindseliges Verhalten erfahren: Die Akonen hatten die Menttia von einer heiligen Fortpflanzungsstätte vertrieben, um dort die Station zu errichten. Rhodan kann die Menttia davon überzeugen, dass diese Gefahr heute nicht mehr besteht. Die Energiewesen glauben ihm und verhalten sich fortan friedlich - auch den Lemurern gegenüber, die auf Mentack Nutai bleiben wollen. Rhodan birgt den persönlichen Datenspeicher des Naahk. Er bittet Tolot (tja: welchen der beiden?) per Funk zu kommen. Alemaheyu Kossa fängt einen Hyperfunkimpuls auf, der von Bord der LEMCHA OVIR ausgestrahlt worden sein muss, obwohl diese ebensowenig über die entsprechende Technologie verfügt wie die NETHACK ACHTON. Der Impuls wurde in dem Moment abgestrahlt, als Rhodan das Kommandoteil der Arche betreten hat.

Kommentar:

Gepflegte Langeweile - das war meine Empfindung bei der Lektüre dieses Romans. Es passiert die meiste Zeit nichts interessantes, Perry rennt auf Mentack Nutai von A nach B, brennt ein paar Smileys in den Schnee (hm, also ich hätte dafür keinen Thermostrahler gebraucht) und ärgert sich genau wie der Leser über die ziemlich unmotiviert von den Energiewesen (die mich irgendwie an die Sonneningenieure erinnern) verursachten Technikausfälle. Warum ist man bei PR derzeit der Meinung, es dürfe keinen Roman geben, in dem nicht mindestens einmal sämtliche Triebwerke, Ortungssysteme, Waffen und Kaffeemaschinen ausfallen? Und wenn die Menttia sauer auf Humanoide sind, wieso gestatten sie ihnen dann die Landung in Beibooten? Des weiteren stolpert eine Vielzahl völlig austauschbarer Terraner, Lemurer und Akonen durch die Kulissen. In Kneifels Kopf scheint es nur einen einzigen Charaktertypus zu geben, den er immer wieder unter anderem Namen auftreten lässt. Als Leser kommt man da nicht ganz mit und will es auch gar nicht; zu uninteressant sind die ganzen Leute. Man wünscht sich, Kneifel hätte sich auf die Hälfte der von ihm verheizten Handlungsträger beschränkt und diese dafür besser "ausgemalt". Die Geliebte des Naahk ist da vielleicht eine Ausnahme, aber ihre Rolle ist so bedeutungslos und vernachlässigbar, dass man sich auch für sie nicht weiter interessiert. Rhodan scheint das anders zu empfinden, er ist von der (leicht mutierten) Schönheit fasziniert. Er wird doch wohl nichtů? Nein. Kann ich mir nicht vorstellen. Alles in allem kein Vergleich zu Frank Borschs Lemuria-Roman, wobei man zu Band 2 lobend erwähnen könnte, dass diesmal sehr viel weniger Schreibfehler vorkommen.

Kommen wir zur Handlung. Spätestens jetzt ist wohl klar, dass wir es mal wieder mit einer Zeitreisegeschichte zu tun haben. Irgendwie (oder irgendwann) ist Icho Tolot in die Vergangenheit geraten und war beim Start der Sternenarchen maßgeblich beteiligt. Er hatte bei der Zeitreise offenbar sein mit moderner Technik ausgestattetes Raumschiff dabei und konnte mit diesem vermutlich von Arche zu Arche fliegen, so dass er jetzt auf allen Generationsraumschiffen als Hüter verehrt wird. Die Frage ist: Wie ist Tolot in die Prä-Tamanische Vergangenheit geraten? Vielleicht mit Hilfe der akonischen Station auf Mentack Nutai, die ja noch immer zumindest teilweise funktioniert? Und wer ist der Legendor? Ein zweiter Zeitreisender - etwa Perry Rhodan selbst? Jedenfalls haben wir jetzt ein "Zweikörperproblem", d.h. Tolot existiert doppelt. Wenigstens solange, bis der "Gegenwarts-Tolot" in die Vergangenheit reist, so dass dann nur noch der zeitgereiste Tolot übrig ist.

Irgendwie gibt es für meinen Geschmack ein paar Zufälle zuviel in diesem Zyklus - wenn es denn Zufälle sind. Da ereignen sich ziemlich zeitgleich zwei Unfälle, die dazu führen, dass zwei Sternenarchen entdeckt werden. Die zweite Arche stürzt ausgerechnet auf einem Planeten ab, auf dem sich eine alte akonische Station befindet, in der vermutlich an etwas sehr wichtigem geforscht worden ist. Und zufällig scheinen die Akonen Informationen über die lemurischen Generationsraumschiffe zu haben, die den Terranern nicht zugänglich sind.

Als Sonderausstattung sind in diesem Monat die Risszeichnung eines "Kriecher"-Beiboots der PALENQUE und ein Artikel von Hartmut Kasper dabei. In dem Artikel geht es um die vielen verschiedenen Weltenschöpfungen in der phantastischen Literatur: Vom Wunderland der kleinen Alice über die Mars-Chroniken bis hin zur virtuellen Welt der Matrix werden die wichtigsten Beispiele kurz abgehandelt. Für SF-Fans nichts neues, für Einsteiger vielleicht eine ganz gute Orientierungshilfe.


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