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Perry Rhodan Extra 3: Schwingen der Macht

PR Extra 3

Vorbemerkung

Dieses Sonderheft hat folgenden Inhalt:

Roman "Schwingen der Macht" von Bernhard Kempen
CD mit Hörproben aus den Folgen 1 bis 6 der "Sternenozean" - Hörspiele
Werkstattbericht zu den "Sternenozean" - Hörspielen
Ausklapp-Poster

Handlung des Romans:

Atlan befindet sich noch immer in der Charon-Wolke, wo unter anderem das für die Verteidigung des Solsystems unverzichtbare Salkrit abgebaut wird. Am 9. April 1345 NGZ wird er zu einer der Salkrit-Fundstätten im Goldenen System gerufen. Dort hat eine Gruppe von Wissenschaftlern um Dr. Arnie Siska, eine junge Xenopaläontologin, einen bedeutsamen Fund gemacht. Im Inneren des Asteroiden GoSY 2 befindet sich nicht nur das Skelett einer weiblichen Inyodur, die zum Zeitpunkt ihres Todes schwanger war, sondern auch der hervorragend erhaltene Körper eines männlichen Wesens dieser Art. Der Inyodur steht aufrecht und ist von einem goldenen Schimmer umgeben, der vermutlich seinen Zerfall verhindert hat. Als Atlan ihn berührt, geht die goldene Aura auf ihn über - und auf Arnie Siska, die die Aura für gefährlich hält und den Arkoniden wegstoßen wollte. Beide finden sich in einer Art Scheinwelt wieder und werden von dem Inyodur begrüßt. Sein Name ist Raahon Alltangrad und er berichtet von der Vergangenheit seines Volkes, die mindestens 100 Millionen Jahre zurückliegt.

Die Inyodur sind in dieser Zeit ein Volk, das mehr im All lebt als auf irgend einem Planeten. Sie haben praktisch keine Technik entwickelt, sind aber hoch intelligent und können von Galaxie zu Galaxie reisen. All das wird ihnen durch das so genannte Psior-Herz ermöglicht, ein Organ, das schon immer für eine besondere Verbindung zwischen einzelnen Individuen gesorgt hat und wahrscheinlich zur Schwarmbildung benötigt worden ist. Eines Tages, so lautet eine Legende der Inyodur, ist kosmischer Goldstaub auf den Planeten der Inyodur herabgeregnet, der zuvor in der Nähe einer Materiequelle psionisch aufgeladen worden war. Dieser Goldstaub ist in die Herzen der Inyodur eingedrungen und hat sie verändert. So wurden die Inyodur intelligent, konnten eine psionische Aura erzeugen, die sie im Vakuum des Alls schützte und gleichzeitig miteinander verband, und waren in der Lage, die Stränge des Psionischen Netzes als Transportmittel zu nutzen. Mit der Psior-Kraft sind die Inyodur in der Lage, überlichtschnelle Hyperraumsprünge durchzuführen. Die Inyodur verbringen ihre Zeit damit, in Not geratenen Völkern zu helfen und in mehreren Galaxien behutsam Einfluss auf die Entwicklung des Lebens zu nehmen. Sie werden offensichtlich auch mehrmals von den Kosmokraten um Hilfe gebeten und führen Aufträge für die Hohen Mächte durch.

Raahon Alltangrad ist ein besonders begabter Inyodur, der das Psionische Netz nicht nur nutzen, sondern auch beeinflussen kann. Er kann einzelne Netzstränge miteinander verbinden und Netzknoten trennen. Eines Tages nimmt Vhoccaim, ein Bote der Kosmokraten, Kontakt mit Raahon auf und berichtet von einer kosmischen Gefahr. Qeonlet Kintard, ein ehemaliger Inyodur, sei einer Materiesenke zu nahe gekommen. Diese habe sein Psior-Herz mutieren und ihn zu einem gewaltigen Wesen aus purer negativer Psi-Energie werden lassen, das ganze Sonnensysteme entvölkere, um sich von der Vitalenergie der von ihm ermordeten Wesen zu nähren. Dieses Wesen wird jetzt QEON-KIN genannt und kann, wenn überhaupt, nur von einem Inyodur aufgehalten werden. Raahon nimmt diese Aufgabe an, muss aber feststellen, dass sie zu groß für ihn allein ist. Als er mit einigen Begleitern aus seinem Volk in die Galaxie Pern-Mahuuc reist, in der QEON-KIN sein Unwesen treibt, müssen die Inyodur sich wieder zurückziehen, denn sie ertragen die Nähe ihres einstigen Artgenossen nicht. Vhoccain erscheint erneut und verrät Raahon den Aufenthaltsort Arrocu Arrlichts, eines legendären Helden der Inyodur, der sich ganz von der kosmischen Bühne zurückgezogen hat. Raahon erfährt später, dass Arrocu sein Vater ist - und dass Qeonlet Kintard Arrocus Vater war.

Raahon sucht Arrocu auf und erfährt von ihm, dass die Schuld für Qeonlets Mutation bei den Kosmokraten liegt, denn diese hatten ihn selbst zur Materiesenke geschickt. Inzwischen ist QEON-KIN zur Galaxie Alfaroi weitergezogen, wo er wieder eine Spur der Vernichtung hinterlässt. Raahon stellt sich ihm entgegen und findet heraus, dass QEON-KIN die Anwesenheit eines Inyodur als mindestens ebenso schmerzhaft empfindet, wie die Inyodur unter QEON-KINS Präsenz leiden. So gelingt es ihm, das Geistwesen vorübergehend zu vertreiben. Arrocu opfert sich, um zu beweisen, dass die positive Energie der Inyodur QEON-KIN nicht nur abstößt, sondern auch schwächen kann: Er springt mitten in das Herz QEON-KINS hinein. Das Experiment ist erfolgreich. Deshalb ruft Raahon sein gesamtes Volk nach Alfaroi. Zunächst versuchen die Inyodur, bewohnte Planeten vor dem Zugriff QEON-KINS zu schützen. Doch so kann er nicht dauerhaft aufgehalten werden, er zieht weiter zur Milchstraße. Einem Aufruf Raahons folgend, springen deshalb fast alle Inyodur ins Innere QEON-KINS hinein, wo die positiven und negativen Psi-Energien sich gegenseitig auslöschen. QEON-KIN löst sich in einer gewaltigen Explosion auf. So entsteht der Staub des Goldenen Systems: Pure Psi-Materie.

Fast das gesamte Volk der Inyodur findet hierbei den Tod, die Leichen treiben im Bereich einer roten Riesensonne durchs All - dies wird einmal das Zentrum der Charon-Wolke sein. Ihre Herzen verwandeln sich in Salkrit-Kristalle und ziehen allmählich den Staub an, so dass im Verlauf der nächsten Jahrmillionen die bekannten instabilen Asteroiden entstehen.

Raahon hat überlebt. Er kann das Psionische Netz zwar nicht mehr nutzen, ist aber noch in der Lage, im Normalraum zu manövrieren. Er findet seine schwangere Gefährtin Tafile Lichtang, die zu den wenigen anderen Überlebenden gehört. Nach und nach sterben auch die letzten Inyodur. Raahon bündelt all seine Erinnerungen in einem kohärenten psionischen Feld, das ihn gleichzeitig konserviert. Er richtet es so ein, dass nur ein Beauftragter der Kosmokraten Kontakt zu diesem Feld aufnehmen kann. Atlan hat diesen Status wegen der Aura eines Ritters der Tiefe, die ihm immer noch anhaftet - Raahon, dessen Bewusstsein sich offenbar zumindest teilweise in der psionischen Aura erhalten hat, hält den Arkoniden für Vhoccain.

Als die Geschichte erzählt ist, beginnt der Asteroid zu zerfallen. Atlan und die Wissenschaftler müssen fliehen. Von weitem sehen sie, wie auch die Salkrit-Herzen der drei Inyodur in einem Lichtblitz vergehen.

Atlan schickt einen Datenkristall mit Raahons Geschichte zu Perry Rhodan.

Kommentar:

Der Roman ist recht unterhaltsam, wobei die Unterhaltung weniger durch mitreißende Abenteuer entsteht. Die Geschichte Raahons ist zwar interessant, aber nicht wegen seines Schicksals, sondern wegen der vermittelten Informationen. Die sind auch nicht ganz so spektakulär, wie ich es erwartet hatte, aber immerhin sind die Inyodur ein faszinierendes Völkchen. Es werden auch ein paar kosmische Zusammenhänge angedeutet, aber die dürften für den laufenden TERRANOVA-Zyklus der Perry Rhodan - Heftromanserie nicht weiter von Bedeutung sein. Übrigens wird durch die Geschichte der Inyodur nicht eindeutig erklärt, warum die Terminale Kolonne über Salkrit verfügt. Hat TRAITOR sich die in Alfaroi zurückgebliebenen Inyodur unter den Nagel gerissen?

Dass Raahon sein ganzes Volk in den sicheren Tod schickt (nach Arrocus Opferung konnte kein Zweifel mehr daran bestehen), scheint mir ebenso unglaubwürdig zu sein wie die Selbstverständlichkeit, mit der die Inyodur diesem Aufruf folgen. Gut, es gibt das "Gebot", dem sie angeblich folgen müssen. Mir geht das aber doch etwas zu schnell. Es wurde auch nicht deutlich, mit welcher Motivation die Inyodur überhaupt a) irgendwelchen in Not geratenen Völkern helfen und b) Aufträge für die Kosmokraten erledigen. Vielleicht hatten die Ordnungsmächte ja bei der Entstehung der Inyodur ihre Hand im Spiel, d.h. vielleicht ist der psionisch aufgeladene Goldstaub ja nicht zufällig auf ihren Heimatplaneten herabgeregnet?

Kommen wir zum Bonusmaterial. Das fällt diesmal recht mager aus. Im Grunde besteht es bis auf ein kleines ausfaltbares Poster, das teilweise aus Elementen früherer Perry Rhodan - Titelbilder besteht, praktisch nur aus Werbung. Es ist eine Seite mit Informationen zum Titelbildzeichner enthalten, außerdem gibt es einige Seiten mit Angaben zu den Sternenozan-Hörspielen, die Ende September 2006 erscheinen sollen (kurze Notizen zu den Sprechern, den Autoren und der Handlung sowie ein an Knappheit nicht zu über- bzw. unterbietendes Interview mit Volker Lechtenbrink, der in den Hörspielen die Rolle des Perry Rhodan hat).

Dem in eine Plastikhülle eingeschweißten Heft liegt eine CD bei, die laut Heftaufdruck "kostenlose Hörproben" aus den Folgen 1 bis 6 der Sternenozan-Hörspiele enthält. Kostenlose Hörproben? Warum bitteschön kostet das Heft dann 3,50 Taler? Den ersten beiden PR-Extras war wenigestens je ein vollständiges Hörspiel auf CD beigefügt - diesmal handelt es sich um nichts anderes als Werbung, vergleichbar einer Demo-CD, die man vielleicht gratis verteilen könnte. Geld dafür zu verlangen, ist beinahe schon unverschämt.

Die insgesamt nur ca. 25 Minuten langen Ausschnitte sind recht wirr zusammengestellt. Wer den Sternenozean-Zyklus noch nicht kennt, dürfte nur Bahnhof verstehen. Wenn er überhaupt was versteht, denn teilweise hört man nur viel Gedröhn und Geschrei, aber kaum Dialog. Will sagen: Teilweise ist der Dialog zu leise und wird von den Hintergrundgeräuschen übertönt. Ansonsten kann die Qualität der Hörspiele sich mehr als sehen - pardon - hören lassen: Professionelle Sprecher, beeindruckende Soundeffekte und teilweise richtig schöne Musik. Es gibt zum Beispiel einen recht eindrucksvollen Motana-Choral zu hören. Allerdings meine ich auch inhaltliche Fehler gehört zu haben. Kantiran wird als Sohn einer "Arkoniden" (richtig wäre "Arkonidin") bezeichnet, und die Space-Jet DIRICI ist mit ausgefahrener "Transformbombe" 14 Meter hoch. Die Hörspiele werden trotzdem sicher ein Genuß sein.

Allerdings halte ich den Sternenozean-Zyklus für einen Tiefpunkt der Perry Rhodan - Serie. Deshalb werde ich ihn mir wohl kaum ein zweites Mal antun - da ist es egal, wie gut er in den Hörspielen aufgearbeitet wurde.

J. Kreis, 04.09.2006

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