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Perry Rhodan Extra 2: Das Antares-Riff

PR Extra 2

Vorbemerkung

Dieses Sonderheft hat folgenden Inhalt:

Den Roman "Das Antares - Riff" von H.G. Francis
Das Hörbuch "Beinahe ein Mensch" von Hubert Haensel auf einer CD
Den Artikel "Unterwegs in Terrania" von Michael Thiesen
Die Farbbeilage "Verkehrssysteme der Zukunft" von Günter Puschmann
Ein Perry Rhodan - Preisrätsel

In dem Artikel und der Farbbeilage wird geschildert, wie man sich im 14. Jahrhundert Neuer Galaktischer Zeitrechnung in Terrania fortbewegt. Die wichtigsten Verkehrssysteme wie Antigravbänder und -schächte, Gleiter und Transmitter werden kurz in Wort und Bild auf vier Text- und acht Farbseiten dargestellt. Der Artikel enthält leider gleich zu Beginn einige recht krasse Schreibfehler - das ist keine besonders gute Werbung für Perry Rhodan. Die Bilder sind nett anzuschauen, wenn auch etwas zu bunt und in einem etwas zu Comic-artigen Stil gezeichnet.

Den Inhalt des Hörbuchs findet ihr hier.

Handlung des Romans:

Der Roman hat den Umfang eines regulären Perry Rhodan - Hefts und spielt in der "Lücke" zwischen den Zyklen "Der Sternenozean" und "TERRANOVA".

Im Jahre 1336 NGZ, 3 Jahre nach dem Ende von Gon-Orbhons kurzer Schreckensherrschaft, ist auf Terra weitgehend wieder Ruhe und Ordnung eingekehrt. Allerdings steht Energie seit dem Hyperschock nicht mehr in solch fast unbegrenztem Ausmaß zur Verfügung wie früher und die Wirtschaft kommt gerade erst wieder in Gang. Die Grundversorgung der Bürger ist offensichtlich noch nicht in vollem Umfang sichergestellt, denn selbst in Terrania City gibt es Stadtteile, die nur als Elendsviertel bezeichnet werden können. Luxusgüter sind natürlich erst recht knapp und die Medienlandschaft liegt brach. Albion Aldograd, ein ehemals wohlhabender Besitzer zweier Trivid-Sender, der durch den Hyperschock alles verloren hat, baut unter großen Mühen den ersten Privatsender Terranias auf - die staatlich kontrollierten Sender bringen nur Nachrichten, für journalistische Arbeit oder gar Unterhaltung ist da kein Platz. Albion arbeitet selbst als Reporter und hat somit nur Zeit für eine einstündige Sendung pro Tag. Albions zweites Problem neben der Arbeit ist seine ehemalige Partnerin und Lebensgefährtin Halle Marie Platt. Die junge Frau ist in die Drogenszene abgeglitten, die zusammen mit dem wieder erstarkten organisierten Verbrechen nach dem Hyperschock entstanden ist. Albion begegnet Halle durch Zufall, nimmt sie bei sich auf und versucht ihr dabei zu helfen, von der Droge Deon loszukommen. Nach einigen Rückschlägen ringt Halle sich dazu durch, den Entzug zu versuchen und wie früher als Journalistin für Albion zu arbeiten.

Der Durchbruch für Albion kommt, als er eine überkritische Sendung ausstrahlt, in der er der LFT-Regierung vorwirft, sich mehr um die Technik als um die Menschen zu kümmern. Nach dieser Attacke meldet sich Reginald Bull bei ihm, der Albion und Halle von früher kennt und schätzt. Bull hat offenbar eingesehen, dass ein Privatsender, der nicht nur langweilige Fakten bringt, ein weiterer Schritt in Richtung Normalität wäre. Er vermittelt Albion Kontakte zum weltweit größten Hersteller von Gleitern und Raumschiffszubehör. Dieser ist bereit, als Sponsor mit Albion zu kooperieren. Eine Aufsehen erregende Reportage soll Albions erster Auftrag sein: Mit dem konzerneigenen Raumschiff MARQUITTA VENDETTE, einem 200 Meter durchmessenden Ringraumer, in dem experimentelle Technologie eingesetzt wird, soll ein von Albion angeführtes Journalistenteam zum Antares-Riff reisen. Ein Bericht über diese gefährliche Region des Alls, in der schwerste Hyperstürme jegliche Raumfahrt unmöglich machen, verspricht phänomenale Einschaltquoten. Schon vor der Abreise, die am 02.02.1337 NGZ erfolgt, stehen die Werbeagenturen bei Albion Schlange, so dass er die Sendezeit auf 12 Stunden täglich erhöhen kann.

Die lange Reise zum Antares-Riff verläuft unproblematisch. Albion bekommt lediglich Ärger mit Halle, da er dafür gesorgt hat, dass ihre Deon-Vorräte nicht mit an Bord genommen werden. Im Bereich des Sternenriffs machen Albion und seine Kollegen phantastische Filmaufnahmen. Dann wird plötzlich der Notruf eines fremden Schiffs aufgefangen, das zu keinem der in der Milchstraße bekannten Typen gehört. Es gelingt, das sternförmige, ca. 420 Meter durchmessende Schiff an die MARQUITTA zu koppeln, doch da baut sich ein Tryortan-Schlund direkt in Flugrichtung auf. Beide Schiffe werden von dieser hyperdimensionalen Aufrisszone unaufhaltsam angezogen und stürzen schließlich hinein. Sie werden in den 330 Lichtjahre entfernten Arphonie-Sternhaufen geschleudert. Zwar überleben alle Besatzungsmitglieder, aber die MARQUITTA hat nur noch Schrottwert.

Doch das ist nicht das größte Problem: Die Fremden aus dem unbekannten Schiff dringen in die MARQUITTA ein, wobei sie eine Technikerin töten, die sich ihnen unbewaffnet genähert hat. Die nicht sehr großen Wesen erinnern an aufrecht gehende Tüpfelhyänen mit langgezogenen Schädeln und Raubtiergebissen. Sie haben lange Hälse, muskulöse Beine und hohlkreuzartige Rückenpartien. Die Fremden agieren in kleinen Gruppen, die sich absolut synchron bewegen. Es scheint fast, als seien sie ein einziges Individuum. Ihre Sprache kann entschlüsselt werden: Sie nennen sich selbst Prophozeuten, ihren Anführer nennen sie Abgott. Die Terraner haben Glück im Unglück. Fast alle Fremden befinden sich nämlich gerade im kugelförmigen, durch Streben mit dem Hauptkörper der MARQUITTA verbundenen Zentralsegment, als dieses explodiert. Die Kommandozentrale, die im Ring untergebracht ist, bleibt unversehrt und weitere Verluste an Menschenleben sind nicht zu beklagen.

Einer der Fremden überlebt die Explosion, aber er liegt im Sterben, als die Terraner ihn finden. Möglicherweise liegt es daran, dass Halles Augen aufgrund des langen Drogenkonsums blau leuchten, jedenfalls gelingt es ihr, das Wesen zum sprechen zu bewegen. Erstaunlicherweise spricht es fließend Interkosmo. Sein Name ist Kadoi Abgott Faurán und er ist Kommandant der havarierten OROZCO. Die Prophozeuten sind nur die Vorhut der Armada von TRAITOR, die von Galaxie zu Galaxie zieht, alle Planeten ausbeutet und beim Abzug nur tote Welten hinterlässt. Die Prophozeuten sammeln danach alles ein, was TRAITOR übrig gelassen hat. Der Überfall durch TRAITOR bedeutet das Ende für eine Galaxie - und dieses Schicksal droht auch der Milchstraße. Nach dem Tod des "Abgotts" zersetzt sich dessen Körper rasend schnell, bis nur eine teerartige Masse übrig ist.

Gerade noch rechtzeitig bemerken die Terraner, dass das Wrack der OROZCO zu explodieren droht. Mit den noch funktionierenden Traktorstrahlen wird das Schiff weggedrückt, letztlich ist es aber nur dem experimentellen Hüllenmaterial zu verdanken, dass die MARQUITTA nicht ebenfalls vernichtet wird. Die Hülle des Ringschiffs besteht aus einem besonderen Ynkonitstahl, der mit Nano-Memory-Elementen verstärkt wurde und sich selbsttätig regenerieren kann. Es dauert noch drei Wochen, bis der Notruf der MARQUITTA von einem Forschungsraumer aufgefangen wird. Zurück auf der Erde bereitet Albion die große Sendung vor - die Bilder vom Angriff der Prophozeuten und die finsteren Drohungen des "Abgotts" sollen der Höhepunkt seiner journalistischen Karriere werden. Doch da schaltet sich erneut Reginald Bull ein und verbietet die Ausstrahlung des brisanten Materials. Genauer gesagt: Er kauft es Albion gegen eine märchenhaft hohe Entschädigungssumme ab, mit der die Zukunft des Senders mehr als gesichert ist. Es würde sogar für eine MARQUITTA VENDETTE II reichen. Albion hat also allen Grund, zufrieden mit dem Ausgang seines Abenteuers zu sein, zumal Halle nach dem langen Weltraumaufenthalt völlig clean ist. Aber welche Konsequenzen die Ankunft TRAITORS für Terra haben wird - und was TRAITOR überhaupt ist - kann noch niemand ahnenů

Kommentar zum Roman:

Mein Kommentar zum Roman fällt relativ kurz aus. Er hat mir gut gefallen! H.G. Francis erzählt eine unterhaltsame Geschichte aus dem Blickwinkel "normaler Leute" mit sympathischen Hauptpersonen. Da es eine in sich abgeschlossene Geschichte ist, muss man nichts von der aktuellen Handlung der Perry Rhodan - Heftromanserie kennen. Neuleser werden allerdings bei vielen "Fachtermini" nur Bahnhof verstehen. Die Aufgabe, nicht zu viel vom Ende des Sternenozean-Zyklus zu verraten und den Leser neugierig auf den TERRANOVA-Zyklus zu machen, hat H.G. Francis jedenfalls bestens erfüllt. Wenn auch zu befürchten ist, dass uns im TERRANOVA-Zyklus schon wieder eine "Eroberungsgeschichte" erwartet. Böse Mächte, die die Erde erobern wollen - das hatten wir in den letzten 300 Heften doch nun wirklich schon oft genug!

Es gibt allerdings ein paar allgemeine Kritikpunkte. So frage ich mich zum Beispiel, ob die Zustände in Terrania City nicht zu krass geschildert werden. Ich war bisher immer der Ansicht, auf ganz Terra und erst recht in Terrania City sei Armut so gut wie unbekannt und Kriminalität sei allenfalls ein Randphänomen. In diesem Roman wird nun der Eindruck erweckt, ganze Stadtteile seine total heruntergekommen und ungezieferverseucht, bewohnt von Menschen, die am Rande des Existenzminimums leben, drogensüchtig oder kriminell sind. Überhaupt scheint der Drogenkonsum ein großes Problem zumindest in Terrania zu sein. Das passt alles nicht in das Bild des sorgenfreien Wohlfahrtsstaats, das bisher in der Perry Rhodan - Serie immer gezeichnet wurde. Und das ist auch nicht durch die Schwierigkeiten zu erklären, mit denen die Terraner seit der Erhöhung der Hyperimpotenz - sorry - Hyperimpedanz - zu kämpfen haben.

Womit wir beim zweiten Kritikpunkt wären. Seit dem Hyperschock sind nun fünf Jahre vergangen. Schon 1332 NGZ war der Wiederaufbau eigentlich weit fortgeschritten, neue Wege der Energiegewinnung waren entwickelt worden und man hatte vieles auf "Alttechnik" umgestellt. 1336 NGZ sollte doch wieder alles mehr oder weniger beim Alten sein - von der Raumfahrt vielleicht mal abgesehen. Wie wahrscheinlich ist es da, dass es in ganz Terrania nur einen einzigen Privatsender gibt, der nur eine Stunde täglich auf Sendung ist? Mit der Meinungsfreiheit scheint es auch nicht zum Besten zu stehen in Terrania. Zugegeben: dass Bully sich das brisante Material vor der Ausstrahlung ansehen will, ist nicht unrealistisch. Aber die unverhohlene Zensur, die da betrieben wird, hat mich doch mal schlucken lassen.

Eine kleinere Ungereimtheit, die mir noch aufgefallen ist: Woher wissen die Leute von der MARQUITTA VENDETTE, dass es sich bei dem aufgefangenen Funkspruch um einen Notruf handelt? Die Prophozeuten werden wohl kaum auf Interkosmo gefunkt haben?

Egal - insgesamt ist PR Extra 2 ein schön ausgestattetes Heft und für PR-Fans allemal ein Pflichtkauf. Wer die PR-Serie nicht kennt, wird mit dem Heft und dem Hörbuch wahrscheinlich nicht so viel anfangen können.

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