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Kosmos-Chroniken 2: Alaska Saedelaere
VPM 2002
495 Seiten, gebunden
Autor: Hubert Haensel

Auch im zweiten Band der Kosmos-Chroniken sollen wieder lange Handlungsabschnitte aus der Perry Rhodan - Heftromanserie aus der Sicht eines Hauptcharakters nacherzählt werden. Diesmal ist Alaska Saedelaere, der Mann mit der Maske, die zentrale Figur, um die sich alles dreht. Der Transmittergeschädigte, dessen Cappin-Fragment jeden in Wahnsinn und Tod treibt und der deshalb ständig eine häßliche Plastikmaske tragen muß, wurde von William Voltz ersonnen und ist das ideale Transportmedium, um den Geist der PR-Serie jener Handlungszyklen, die in der zweiten Kosmos-Chronik thematisiert werden, wieder auferstehen zu lassen. In dieser Zeit wurde die Serie ja maßgeblich von Voltz als Exposé-Autor bestimmt, der kosmologische Unterbau mit Superintelligenzen, Kosmokraten, moralischem Kode usw. wurde entwickelt und es wurde viel vom kosmischen Bewußtsein der Menschheit geredet. Saedelaere personifiziert all das durch seine Begegnungen mit mysteriösen, mächtigen Wesen und durch die Geheimnisse, die ihn bzw. sein Cappin-Fragment betreffen.

Band 2 der Chroniken deckt einen Zeitraum von ca. 3428 A.D. (der Tag von Saedelaeres Transmitterunfall) bis ca. 427 NGZ und somit die Handlung der Hefte etwa von Band 400 bis Band 1199 ab. Darüber hinaus erfährt man einiges über Saedelaeres Leben aus der Zeit vor dem schicksalshaften Tag, an dem er die Transmitterstrecke zwischen Bontong und Peruwall benutzte. Es zeigt sich, daß er auch vorher schon ein Sonderling war, der es nicht leicht hatte: Möglicherweise wurde er nur geboren, um seinem Vater als Tarnung zu dienen - Saedelaere Senior war nämlich Agent der Solaren Abwehr... Abschluß des Buchs ist Saedelaeres Aufbruch ins Ungewisse mit der Querionin Kytoma, der er noch einmal im Loolandre begegnet. Genaugenommen fehlt somit ein wesentlicher Abschnitt von Saedelaeres Leben, jener nämlich, in dem er doch noch vom Cappin-Fragment befreit wird.

Das Buch ist einheitlicher und damit wesentlich einfacher zu lesen als Band 1 der Kosmos-Chroniken. Es bietet auch bessere Unterhaltung als der Vorgänger. Der Autor konzentriert sich viel stärker auf die Hauptfigur, und das tut dem Roman gut - den ersten Band konnte man ja auch kaum als Roman bezeichnen. Das erste Kapitel, in dem die Zeit unmittelbar nach Alaskas Transmitterunfall beschrieben wird, ist meiner Meinung nach der stärkste Teil des Buchs. Man kann die Verzweiflung des Transmittergeschädigten, dessen bisheriges Leben zertrümmert wird, gut verstehen. In den folgenden Kapiteln folgen wir Alaska auf seiner Suche nach Kytoma und nach der Welt, auf der er die in seiner Erinnerung fehlenden Stunden während des Transmitterunfalls verbracht hat. Wir erfahren auch, daß Alaska, der ewige Einzelgänger, eigentlich gar nicht mehr ohne das Cappin-Fragment und seine Maske leben kann/will. Zwischen den Kapiteln gibt es immer wieder kurze Zusammenfassungen der wichtigsten Eckpunkte aus der PR-Handlung, die wie Auszüge aus einer Datenbank aufgebaut sind. Man könnte das Buch als eine Sammlung von thematisch verknüpften Kurzgeschichten betrachten, deren Hintergrund durch die Einschübe näher erläutert wird. Den im ersten Band so schmerzlich vermißte rote Faden verliert man im zweiten Band also nie aus den Augen.

Da sich die Handlung auf Saedelaere konzentriert, dessen Probleme so eindringlich geschildert werden, daß keine serienspezifischen Vorkenntnisse benötigt werden, können auch solche Leute das Buch genießen, die mit der eigentlichen PR-Handlung nicht so vertraut sind (solche Leute soll es tatsächlich geben) oder noch gar keinen Kontakt mit dem Perryversum hatten. Man muß aber auch diesmal sagen: Es stimmt einfach nicht, daß die Handlung aus 700 PR-Heften nacherzählt wird. Das wäre unmöglich. Vielmehr wird in diesem Buch näher auf Gefühle, Sorgen und Abenteuer eines Serienhelden (oder Anti-Helden) eingegangen, dem dadurch mehr Tiefe und Charakter verliehen wird. So gesehen ist es durchaus gelungen und auf jeden Fall lesenswert.

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