Zur Archiv-Startseite
Zur Perry Rhodan - Übersicht
Zur Bücher / Multimedia-Übersicht


Perry Rhodan Hörbuch Nr. 6: Beinahe ein Mensch

Audio-CD, Laufzeit ca. 61 Minuten
Nach dem gleichnamigen Roman von Hubert Haensel (Perry Rhodan - Taschenbuch Nr. 340)

PR Hörbuch Nr. 6

Sprecher:

Erzähler - Josef Tratnik
Adam - Norman Matt
Dr. Nicholas Darwell - Thomas Lang
Henry F. Whistler II - Matthias Ponnier
Henry F. Whistler III - Monty Radtke
Virginia Whistler - Marion Radtke
Miriam - Nicole Nagel
Turan Setel - Dieter Maise
Gene O'Toole - Rainer Bärensprung
Allan D. Mercant - Gereon Nußbaum
Rachel Billing - Katherina Palm
u.a.

Handlung:

In den Whistler-Werken auf Terra werden seit jeher Roboter hergestellt. Im 25. Jahrhundert n.Chr. produziert Whistler auch Maschinen für Perry Rhodans Solare Flotte. Eigentümer der Firma ist Henry F. Whistler II, Chefkybernetiker ist Dr. Nicholas Darwell. Eines Tages, zu Weihnachten 2425, ereignet sich in der Produktionshalle der Firma ein tragisches Unglück: Ein Antigravkran versagt, tonnenschwere Rumalinplatten fallen herab und zerstören Starkstromleitungen. Explosionen erschüttern die Fabrik, Kühlwassertanks zerplatzen, das Wasser vermischt sich mit giftigen Chemikalien. Das Chaos ist perfekt - und Dr. Darwell sowie Whistlers Frau Virginia und sein Sohn Henry F. Whistler III, die von Darwell durch die Anlage geführt worden waren, sind mittendrin. Darwell kann zwar mit knapper Not Whistlers Sohn retten, doch Virginia Whistler kommt ums Leben. Darwell erleidet schwere Verbrennungen und wird wochenlang im Krankenhaus behandelt. Die Ärzte vollbringen ein Wunder: Darwells Haut kann regeneriert werden.

Als Darwell seine Arbeit wieder antreten will, wird er zum Firmenchef gerufen. Henry F. Whistler II, der dankbar für die Rettung seines Sohnes ist, erteilt Darwell einen ganz besonderen Auftrag, für dessen Erfüllung er ihm sogar Unterlagen der legendären Abteilung III zur Verfügung stellt. Darwell soll einen Roboter erschaffen, der nicht von einem echten Menschen unterschieden werden kann. Der Roboter soll darüber hinaus in der Lage sein, jede beliebige Gestalt anzunehmen, um als perfekter Doppelgänger jedes Menschen auftreten zu können. Nach einigen Monaten stellt Darwell den ersten Prototypen eines solchen Roboters vor, und Whistler ist begeistert. Adam, wie der Roboter genannt wird, ist eine hoch entwickelte Maschine, die in einer Hülle aus lebendem Biomaterial steckt. Die Hülle kann jeden Menschen imitieren, Adam ist mit ihrer Hilfe sogar in der Lage, bis zu 30 Zentimeter zu "wachsen". Darwell hat Adam aber noch mehr Eigenschaften verliehen. Adam ist lernfähig und kann Emotionen simulieren - oder vielmehr: Er kann tatsächlich Gefühle empfinden. Whistler jr. hat ihm darüber hinaus einige spezielle Charakterzüge einprogrammiert.

Zu Testzwecken wird Adam als neuer Mitarbeiter im Medizinischen Institut des Planeten Aridanis eingesetzt, wo Medikamente gegen die so genannte "Zentrumspest" entwickelt werden. Die dortigen Mitarbeiter ahnen nicht, daß Adam kein Mensch ist. Als der Institutsleiter Gene O'Toole bei einem Unfall ums Leben kommt, gibt Adam sich die Schuld daran. Um den Unfall zu vertuschen, nimmt er O'Tooles Gestalt an. Dadurch bringt er sich selbst in eine gefährliche Situation, denn O'Toole sollte einen Agenten der Solaren Abwehr behandeln, der an der Zentrumspest erkrankt ist. O'Toole hatte den Auftrag, eventuelle Geheiminformationen über die Terror-Organisation Condos Vasac, die der Agent in Erfahrung gebracht hatte, sicherzustellen. Der Agent wird jedoch ermordet - und man hält O'Toole/Adam für den Täter. Er flieht in die Wälder der Küstenregion. Zur gleichen Zeit trifft sein Schöpfer, Dr. Darwell, mit Ehefrau auf Aridanis ein. Darwell nimmt an, daß Adam noch "am Leben" ist, denn wenn er tatsächlich bei dem Unfall getötet worden wäre, so wäre auch seine wahre Identität ans Licht gekommen.

Turan Setel, ein Ara-Mediziner und stellvertretender Leiter des Forschungsinstituts, entführt die Darwells. Setel ist ein Condos Vasac - Agent und der wahre Mörder O'Tooles. Setel ahnt, was es mit Adam auf sich hat, und will seine Konstruktionspläne in Besitz bringen. Er zwingt Darwell, Adam in den Condos Vasac - Stützpunkt zu locken. Der Plan geht auf, allerdings wird Adam auf dem Weg zum Stützpunkt von einer SolAb-Agentin und der Polizei verfolgt. Es kommt zu einer Schießerei, bei der die Darwells getötet werden. Über einen Transmitter entkommen Setel und Adam, sie fliehen mit einem Raumschiff in Richtung Terra. Dort will Setel den jungen Henry F. Whistler III entführen lassen, um Adam unter Druck zu setzen. Adams Kontruktionspläne befinden sich nämlich in ihm selbst, sie sind nirgendwo sonst gespeichert. Es gelingt Adam, ins Versteck der Condos Vasac einzudringen, den Jungen zu befreien und mit ihm zu fliehen. Dabei wird er aber fast völlig zerstört, eine Rekonstruktion würde sich nicht lohnen. Lediglich seine Erinnerungsspeicher werden geborgen und mit Hilfe dieser Daten wird Adams Nachfolgemodell erschaffen - der Spezialroboter "Spinoza".

Kommentar:

Die hier erzählte Geschichte ist eigentlich eher nebensächlich. Böse Feinde der Menschheit wollen sich die Konstruktionspläne für einen Roboter unter den Nagel reißen, der ein perfekter Infiltrator wäre (Der Terminator läßt schön grüßen). Das ist nicht besonders spannend und die Auflösung ist auch nicht weiter von Interesse. Die einleitenden Szenen mit dem Unfall im Whistler-Werk (man fragt sich übrigens vergeblich, wie es überhaupt dazu kommen konnte) scheinen für den Rest der Story sogar keinerlei Bedeutung zu haben - vielleicht wurde das ja in dem Roman, der als Vorlage für dieses Hörspiel diente, anders geschildert.

Diese Geschichte bildet aber nur den Rahmen für die Charakterisierung eines künstlichen Wesens, das mit einem eigenen Bewußtsein und Gefühlen ausgestattet ist. Zuerst entdeckt Adam das Zitat "Ich denke, also bin ich" für sich selbst. Seine Datenspeicher sind noch leer, er muß erst lernen, mit der Informationsflut umzugehen, die über ihn hereinbricht. Dann wird er praktisch ins kalte Wasser geworfen, indem man ihn allein auf die Reise nach Aridanis schickt. Schon unterwegs muß er sich mit Menschen auseinandersetzen und kaum ist er am Ziel angekommen, gerät er auch schon in eine schwere Krise. Da er noch keine moralischen Werte entwickelt hat, reagiert er spontan, um sich selbst zu schützen. Erst später, als die Condos Vasac eingreift, erkennt er den Unterschied zwischen Gut und Böse. Am Ende opfert er sich selbst, aber nicht etwa wegen eines einprogrammierten Robotergesetzes, sondern weil er einen Freund retten will. All das wird allerdings nur angedeutet. Zumindest in der Hörspielversion wird nie ganz klar, warum Adam so und nicht anders handelt und wie er sich entwickelt.

Das Hörspiel an sich ist gut gemacht. Elektronische Musik, gut gemachte Soundeffekte (nur die Laserschüsse beim Angriff auf das Condos Vasac - Versteck hätte man besser machen können, die klingen lächerlich) und professionelle Sprecher - allen voran der Erzähler Josef Tratnik - machen "Beinahe ein Mensch" zu einem unterhaltsamen Hörgenuß. Die Stimme von Adam hat mich manchmal ein wenig an HAL aus 2001 - Odyssee im Weltraum erinnert, aber das paßt eigentlich ganz gut. Leider nimmt Adam auch die Stimme seines "Vorbilds" an, wenn er seine Bio-Hülle verändert. In den Szenen, in denen er als O'Toole auftritt, wirkt seine Sprechweise zu roboterhaft-abgehackt und monoton, was überhaupt nicht zu seiner "normalen" Stimme paßt. Sonst habe ich an der Hörspiel-Umsetzung aber nichts auszusetzen, insgesamt hat sie mir gut gefallen.

Zur Archiv-Startseite
Zur Perry Rhodan - Übersicht
Zur Bücher / Multimedia-Übersicht