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Quinto-Center


Perry Rhodan Autorenbibliothek 5 - Susan Schwartz: Quinto-Center

Handlung:

Lejure Makaam ist eine frischgebackene QuinTech der neuen USO mit dem Spezialgebiet Nanotechnologie. Am 30. Juni 1318 NGZ tritt sie ihren Dienst in Quinto-Center an. Lejure ist Rubinerin, sie gleicht einem drei Meter großen terranischen Känguru. Am 1. Juli wird sie Zeuge, wie der USO-Spezialist Markus Fall in seiner Kabine einer grausigen Krankheit erliegt. Dr. Lorana Franklin, Medikerin auf Quinto-Center, untersucht die Angelegenheit. Es stellt sich heraus, dass ein Virus für Falls Tod verantwortlich ist, der das Immunsystem zusammenbrechen lässt. Sobald die Krankheit ausbricht, lösen die Organe sich auf, Knochen zersplittern und das Opfer stirbt an inneren Blutungen. Lorana stellt außerdem fest, dass das schnell mutierende Virus sich bereits über ganz Quinto-Center ausgebreitet hat - praktisch jedes einzelne Lebewesen innerhalb des 62 Kilometer durchmessenden Mondes ist befallen. Es gibt nur wenige Immune, eine von ihnen ist Lejure. Roi Danton, der in Monkeys Abwesenheit das Kommando hat (der Oxtorner ist mit der SOL unterwegs) verhängt Quarantäne über das USO-Hauptquartier. Der Ausbruch der Seuche wird vorerst geheim gehalten.

Da Rhodans Sohn aufgrund seines Zellaktivators weder erkrankt noch als Überträger des Virus gefährdet ist, kann nur er Quinto-Center verlassen und Hilfe holen. Er begibt sich auf die Suche nach dem Ara Zheobitt. Wenn jemand ein Mittel gegen die tödliche Seuche entwickeln kann, dann der geniale Heiler, der vor einigen Jahren auch den Gen-Tod der Monochrom-Mutanten besiegt hat. Die Suche nach Zheobitt gestaltet sich schwierig, zumal Roi den Kreis der Eingeweihten klein halten muss. Homer G. Adams liefert mit Hilfe seiner weit verzweigten Kontakte den entscheidenden Hinweis: Zheobitt befindet sich derzeit in einem abgelegenen System im Kugelsternhaufen Thantur-Lok. Während es in Quinto-Center zu den ersten Todesfällen kommt, macht Roi sich in der Tarnung eines Juwelenhändlers auf die Reise. Unterwegs muss er sich einer aufdringlichen Diebin erwehren. Am Ziel angekommen, gerät Roi zwischen die Fronten politischer Unruhen. Putschisten haben die Regierungsgewalt übernommen und Zheobitt durch Erpressung zur Mitarbeit gezwungen: Sie drohen, sein Schiff zu vernichten. Roi wird von Sympathisanten der gestürzten Regierung überfallen, verbündet sich aber schnell mit ihnen. Er liefert ihnen Waffen und Ausrüstung und fordert im Gegenzug Hilfe bei der Suche nach dem Ara-Mediziner. Der Staatsstreich gelingt: Mit Rois Hilfe wird der Herrscherpalast eingenommen, auch Zheobitt wird befreit.

Der Ara ist allerdings nicht bereit, sich in Gefahr zu begeben. Erst als Roi droht, Kreyfiss zu töten, lenkt Zheobitt ein, denn das Tier ist für ihn lebenswichtig. Zheobitt wurde vor einiger Zeit vergiftet, Kreyfiss produziert in seinem Körper das einzige bekannte Antidot. Es ist Zheobitt noch nicht gelungen, diesen Stoff zu synthetisieren. Da Zheobitt sich noch immer etwas sträubt, paralysiert Roi ihn kurzerhand und nimmt ihn mit nach Quinto-Center. So stellt er den Ara vor vollendete Tatsachen: Da Zheobitt jetzt selbst infiziert ist, hat er eine ausreichend hohe Motivation, das Problem zu lösen. Roi trifft erst am 26. Juli wieder in Quinto-Center ein. Inzwischen sind schon fast 100.000 Personen an der Seuche gestorben, chaotische Zustände herrschen im USO-Hauptquartier. Viele Erkrankte haben in ihrer Panik zu den Waffen gegriffen, um aus dem Mond zu fliehen. Roi sorgt für etwas Ruhe, Zheobitt macht sich umgehend an die Arbeit. Er entwickelt zwar einen ersten Impfstoff aus Lejures Blut, aber es kommt zu weiteren Todesopfern. Auch Lorana Franklin stirbt. Roi, der sich in Lorana verliebt hatte, hat keine Zeit zu trauern: Er muss verhindern, dass Zheobitts Schiff, das ihm unbemerkt gefolgt ist, die Position Quinto-Centers entdeckt.

Derweil durchsucht Lejure alle Unterkünfte. Sie glaubt nicht, dass das Virus zufällig eingeschleppt worden ist - für sie sieht die Sache eher nach einem Anschlag aus. Tatsächlich findet sie in der Kabine Darius Fynns eine Art Danton-Schrein, wird dann aber von Fynn niedergestochen. Fynn ist Roi Dantons engster Vertrauter, niemand hat bisher geahnt, dass er von Danton geradezu besessen ist. In seinem Wahn wollte er Roi durch die Seuchenkrise zwingen, die Initiative zu ergreifen und aus Perry Rhodans Schatten herauszutreten. Roi selbst hatte die Viren im Jahre 3434 nach seinem vermeintlichen Tod mitgebracht und der damaligen USO übergeben - es hatte sich um eine Hyperseuche der Bestien gehandelt, die er von einem Gurrad erhalten hatte. Die USO hatte seinerzeit selbst ein Gegenmittel entwickelt. Markus Fall war von Fynn mit seiner Vergangenheit als Dieb und Attentäter erpresst worden und hatte dem Wahnsinnigen die Viren besorgt. Fynn hatte sich das Gegenmittel injiziert und den Rest vernichtet.

Roi trifft noch rechtzeitig ein, um zu verhindern, dass Fynn Lejure ermordet. Er tötet den Mann in einem Degenduell. Für Zheobitt reicht eine Blutprobe des Toten, um das Gegenmittel herauszudestillieren. Nachdem alle Erkrankten geheilt sind, wird die Quarantäne aufgehoben. Lejure verlässt Quinto-Center, um mit Zheobitt auf Reisen zu gehen.

Kommentar:

Spannende Geschichte mit guter Charakterisierung Roi Dantons. Offensichtlich leidet Rhodans Sohn in dieser Zeit noch immer an seinem Torric-Trauma, ist aber bereits in der Lage, die finsteren Seiten seiner Persönlichkeit nutzbringend einzusetzen. So ist Zheobitt zunächst sicher, dass Roi ein harmloser Gutmensch wie sein Vater Perry Rhodan sei - erst als Roi auf die Torric-Vergangenheit anspielt und geradezu brutale Charakterzüge erkennen lässt, erwachen in Zheobitt Zweifel. Roi darf ein wenig Liebesglück erfahren und muss viel Herzschmerz erleiden. Es gilt wieder einmal die Grundregel, dass die Zellaktivatorträger einfach kein Glück mit der Damenwelt haben. Frauen, die sich mit Unsterblichen einlassen, sind entweder von Stund an dem Tode geweiht oder haben zumindest kein leichtes Leben mehr! Hinzu kommt ein kleiner Agenteneinsatz auf einer arkonidischen Welt, der für meinen Geschmack etwas zu glatt abläuft und von zu vielen Zufällen abhängt. Das scheint auch Susan Schwartz aufgefallen zu sein, denn als alles vorbei ist, wünscht Roi sich, es möge doch immer alles so einfach gehen.

Noch weit mehr Wert wird auf die Charakterisierung Lejures gelegt, die wie so viele Außerirdische in der PR-Serie zwar ein recht exotisches Äußeres hat, aber ansonsten viel zu anthropomorph ist. Man hat immer das Gefühl, die Autoren würden sich zu Anfang diverse möglichst bunte Erscheinungsformen für ihre Fremdwesen ausdenken, nur um diese sofort wieder zu vergessen: Abgesehen von ihrer leichten Spleenigkeit (Lejure schleppt in ihrer Verehrung für Roi immer einen Dreispitz mit sich herum) unterscheidet sich das Riesenkänguru nicht von irgendeinem beliebigen Menschen. Diese Schwäche ist im vorliegenden Roman allerdings nicht so stark ausgeprägt wie in anderen Beiträgen zum Perryversum, zumindest werden Lejures körperliche Besonderheiten über den Roman hinweg immer wieder mal zur Konstruktion amüsanter Szenen herangezogen.

Auf jeden Fall schafft Susan Schwartz es wieder einmal, die Sympathie des Lesers für die Hauptfiguren zu wecken. Das hat sie schon immer gut gekonnt und genau das vermissse ich in der PR-Serie seit ihrem Weggang allzu oft.

Der Roman hat aber auch schwerer wiegende Schwächen, zum Beispiel Ausgangspunkt und Auflösung des Ganzen. Ein durchgeknallter Danton-Stalker, der es bis zum Posten der "Rechten Hand" des stellvertretenden USO-Chefs gebracht hat? Das ist an sich schon eine schwer zu schluckende Konstellation. Mal ganz abgesehen von seinen verqueren Zielen (okay: er ist verrückt...). Ebenso unwahrscheinlich dürfte es sein, dass ein Ex-Dieb und Ex-Attentäter es bis in den Rang eines USO-Spezialisten schafft, ohne jemals auf diese Vergangenheit angesprochen worden zu sein. Sicher wird doch jeder Anwärter auf so einen Job nach allen Regeln der Kunst durchleuchtet, bevor er in die USO aufgenommen wird? Da hätte so etwas doch auffallen müssen? Aber zugegeben: Dann wäre Markus Fall ja auch nicht erpressbar gewesen und das Buch hätte anders geschrieben werden müssen. Wäre vielleicht besser gewesen - zumindest hätte ich einen durch feindliche Mächte (Akonen, Arkoniden) geplanten Anschlag nicht unglaubwürdiger gefunden als diese etwas wüste Story.

Übrigens: Wenn die USO es schon einmal geschafft hat, ein Gegenmittel zu entwickeln, warum musste Zheobitt dann überhaupt hinzugezogen werden? Sind die USO-Wissenschaftler heute dümmer als früher? Gut, wir wissen nicht, wie lange die USO seinerzeit für die Entwicklung gebraucht hat. Aber schreibt man solch wichtige Dinge wie z.B. die Zusammensetzung eines Impfstoffs für eine supergefährliche Krankheit nicht irgendwo auf? Roi hatte doch schon gleich zu Anfang eine Ahnung - warum ist er der nicht nachgegangen? Eigentlich gibt es auch für Rois Einsatz in Thantur-Lok keinen Grund, d.h. er hätte auch auf Quinto-Center bleiben können. Man hätte auch irgend einen Agenten kontaktieren können, der gerade im Außeneinsatz war. Der Showdown hätte auch nicht unbedingt in einem Degenduell gipfeln müssen. Aber wir wollen nicht zu kritisch seinů

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