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Perry Rhodan Andromeda Band 5: Der Schattenspiegel

Autor: Frank Borsch

Inhalt
In diesem Roman erfahren wir einiges über Takegaths Vergangenheit vor seiner Transformation in einen Gy Enäi-Cyborg. Takegath wurde auf dem Planeten Nimvua in der Galaxis Richyt geboren. Die humanoiden Nimvuaner haben zu diesem Zeitpunkt ein technisches Niveau erreicht, das dem der Erde in der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts vergleichbar ist. Auf Nimvua gibt es zwei Machtblöcke, die sich feindlich gegenüberstehen. Viele Nimvuaner leben in Armut, so auch Takegath und sein Bruder Inahin. Takegaths unerschütterlichem Selbstvertrauen und seiner angeborenen Rücksichtslosigkeit verdanken es die beiden, daß sie ihr Elend überwinden und zu Raumfahrern werden. Sie nehmen an der ersten bemannten Expedition zu Nimvuas Nachbarplaneten teil und von diesem Moment an verläuft Takegaths Leben ganz ähnlich wie Perry Rhodans Karriere, nur unter gänzlich anderen Vorzeichen: Auch die nimvuanischen Raumfahrer entdecken auf ihrer Nachbarwelt ein Raumschiff. Die insektoiden Xertzen laden die Nimvuaner ein, an Bord ihres Schiffes durch Hypnoschulungen wertvolles technisches Wissen zu erhalten. Womit sie nicht gerechnet haben: Zwei weitere Besatzungsmitglieder der primitiven nimvuanischen Rakete gehören zum Geheimdienst, töten alle Xertzen und wollen das Raumschiff erobern. Takegath und Inahin verhindern das, übernehmen das xertzische Schiff selbst und vernichten mit dessen überlegener Bewaffnung die militärischen Zentren der beiden Machtblöcke auf Nimvua.

Takegath wird mit Hilfe der überlegenen Technik der Xertzen zum Beherrscher der ganzen Welt. Er treibt Raumfahrt und Rüstung an, um für den nach seiner Ansicht unvermeidlichen Gegenschlag der Xertzen gewappnet zu sein. Bald findet er Spuren eines hochentwickelten Volkes oder einer unbekannten Macht, von der er sich die Unsterblichkeit verspricht. Auf einem Planeten, der vor langer Zeit in einem Atomkrieg untergegangen zu sein scheint, entdeckt Takegath ein weiteres Artefakt: Eine Plattform, die wie ein gigantisches gleichschenkliges Dreieck gestaltet ist. Als er die Plattform zusammen mit seinem Bruder und dem Chef des nimvuanischen Geheimdienstes betritt, wird er bereits erwartet: Ein Cyborg bietet ihm die Unsterblichkeit an, wenn er sich in die Dienste des Gelben Meisters stellt. Takegath akzeptiert unter der Bedingung, daß auch sein Bruder Inahin mitkommen darf, der von dem Fremden als zu weich bezeichnet worden ist. Das wird gestattet und auch Kemwerem, der Geheimdienstler, ist mit von der Partie. Im Lauf der folgenden Jahre nehmen die drei Nimvuaner an vielen Einsätzen der Gy Enäi, zu denen sie jetzt gehören, teil. Im Gegensatz zu Kemwerem verweigern Takegath und Inahin jedoch die Modifikation ihrer Körper mit robotischen Ersatzteilen. Sie planen vielmehr die Flucht zurück nach Nimvua. Als es ihnen gelingt, einige Ampullen mit der lebensverlängernden Droge Droc abzuzweigen, wollen sie das Chaos einer nicht ganz im Sinne der Kopfjäger verlaufenden Schlacht nutzen, um sich mit einem Beiboot abzusetzen. Ihnen stellt sich jedoch Kemwerem in den Weg. Dieser erschießt Inahin und verletzt Takegath so schwer, daß dieser in die AMBULANZ der KHOME TAZ gebracht werden muß. Als er von AMBULANZ in einen Cyborg transformiert wird, verwandelt er sich auch innerlich in ein rücksichtsloses, brutales und sadistisches Ungeheuer - eben in den sympathischen Takegath, den man in Andromeda kennengelernt hat.

Zurück zur Handlungsgegenwart: Der Nukleus, in dem jetzt nicht nur die Bewußtseine der Monchrom-Mutanten vereinigt sind, sondern auch die Charandiden, scheint trotz der mentalen Verstärkung nicht in der Lage zu sein, den Raumsektor Jessytop dauerhaft aus dem Schattenspiegel des Gelben Meisters auszublenden. Eine Konferenz, an der neben Perry Rhodan auch Grek 0 und Farue Markings, der Virth der Tefroder, teilnehmen, beschäftigt sich deshalb mit der Frage, welche Schritte als nächstes unternommen werden sollen. Die Maahks haben die Technik, mit der die Schirme der Kastuns geknackt werden können, weiter verfeinert. Grek 0 schlägt deshalb vor, daß man den Kastuns eine entscheidende Schlappe in einem bedeutenden Sonnensystem bereiten sollte - am besten im Tefa-System - um ein deutliches Zeichen zu setzen. Die anderen Völker Andromedas sollen sehen, daß die Kastuns durchaus besiegt werden können. Rhodan möchte noch nicht so schnell zuschlagen. Von Farue Markings hat er erfahren, daß die Kastuns inzwischen einen bescheidenen Warenverkehr zwischen den von ihnen eroberten Welten zulassen. Diese Lockerung des Würgegriffs will er nutzen, um sich mit einem kleinen Einsatzteam auf der Hauptwelt der Tefroder umzusehen und evtl. mehr über den Gelben Meister zu erfahren. Grek 0 stimmt zu, schränkt aber die Frist ein, die er Rhodan lassen will: Nach 10 Tagen soll der Großangriff auf die im Tefa-System stationierten Kastuns beginnen. Die JOURNEE wird als tefrodischer Frachter getarnt und fliegt los. Mit von der Partie ist - Überraschung - eine neue Inkarnation von Kiriaade, die das Schiff wieder vor dem Schattenspiegel verbergen soll. Sie ist allerdings zu Perrys Leidwesen nicht ansprechbar und scheint sich in einer Art Wachkoma zu befinden.

Meanwhile bei den Tefrodern: Die Heimatwelt der Lemurerabkömmlinge wurde keineswegs von den Kastuns zerstört, sie wurde lediglich zunächst blockiert und von den echsenartigen Gorthazi besetzt. Die Grausamkeit der Eroberer zeigt sich erst, als sie die Hauptstadt Vircho, in der ca. hundert Millionen Tefroder und andere Wesen gelebt haben, mit einem einzigen Feuerschlag in Schutt und Asche legen. In der Mitte der ungefähr kreisförmigen, teilweise glasierten Ebene, die seit dem Angriff anstelle der Großstadt entstanden ist, errichten die Gorthazi ein Fundament - und darauf wird eine der goldenen Statuen aufgestellt, die Rhodan schon auf Taupan zu Gesicht bekommen hat und die höchstwahrscheinlich den Gelben Meister darstellen. Einer derjenigen, die den Feuerschlag überlebt haben, ist Masquin, ein Tefroder, der bei einem Unfall nicht nur den Geruchssinn, sondern auch je einen Arm und ein Bein verloren hat. Seine Gliedmaßen hatte man durch vollrobotische Prothesen ersetzt, ein echsenartiger Symbiont namens Tikil ersetzt ihm den Geruchssinn. Er ist ein Schlepper, der Verzweifelte für viel Geld mit einem kleinen Schiff aus der Falle der Eroberer herausschmuggelt. Masquin ist einer von vielen, die auf die Propaganda ansprechen, die von den Truppen des Gelben Meisters in allen Medien verbreitet wird. All diejenigen, die glauben, im bisherigen Leben zu kurz gekommen zu sein oder die schon am Rande der Gesellschaft existieren, pilgern zu kleineren Versionen der Statue des Gelben Meisters, wo sie ihre Kleidung ablegen müssen, bevor sie die Statue betreten dürfen. Im Inneren finden sie sich in einer Art Zwischenwelt wieder, wo sie den Faii begegnen, welche sich als Diener des Gelben Meisters bezeichnen. Diese großgewachsenen Humanoiden mit handtellergroßen Augen führen die Pilger in einen Raum, wo sie den schlafenden Meister zu Gesicht bekommen. Nach diesem Erlebnis wollen die Pilger nur noch eines: Ebenfalls dem Gelben Meister dienen. Offensichtlich ist der Meister also dabei, sich aus dem Abschaum der tefrodischen Gesellschaft (und vermutlich auf zahlreichen weiteren besetzten Welten auch) eine neue Elite zu erschaffen.

Als die JOURNEE auf dem Raumhafen von Vircho landet, führt die Beziehungskrise zwischen Ben und Tess zu neuem Ärger: Während sie sich wieder einmal zoffen, achten sie nicht auf Farue Markings, der zu ihrer Gruppe gehört, und dieser setzt sich umgehend ab, um sich den Untergrundkämpfern anzuschließen, die es überall auf dem Planeten gibt. Zusammen mit ihnen will er den Kampf gegen die Besatzer aufnehmen. Während die beiden verkrachten Liebenden verzweifelt versuchen, den Virth wieder aufzuspüren, erhält Tess von Raye Corona eine verwirrende medizinische Auskunft: Tess ist gar nicht schwanger! Was auch immer sie in dem Moment gespürt haben mag, als die temporale Barriere durchdrungen wurde - sie trägt weder ein Kind noch kann sie eins bekommen. Sie ist nach wie vor unfruchtbar. Perry Rhodan läßt sich auf ein gewagtes Experiment ein. Auch er betritt unerkannt eine der Statuen des Gelben Meisters und findet sich umgehend in einer Arena wieder, in der die angehenden neuen Kopfjäger gegeneinander antreten müssen, und zwar erst mit bloßen Händen, später auch mit Schwertern. Hier trifft er im Kampf auf Leben und Tod mit Masquin zusammen, der aufgrund seiner Robotglieder im Vorteil ist.

Richtig lustig wird die Sache aber erst, als Ben im Zerotraum herausfindet, daß Farue Markings sich unter den Zuschauern dieser Kämpfe befindet - und zwar mit einer Fusionsbombe in der Tasche, mit der er die ganze Anlage in die Luft sprengen will - und als schließlich auch noch Takegath hinzukommt. Er will jetzt endlich mal persönlich gegen Rhodan antreten, der für den Kopfjäger eine immerwährende Quelle des Selbstzweifels und der Irritation ist. Takegath zerstrahlt den Virth, bevor dieser die Bombe zünden kann, schleudert Masquin zur Seite und attackiert Rhodan mit dem Schwert. Der Resident muß einige schwere Hiebe einstecken, der Kopfjäger fügt ihm eine tiefe, klaffende Hüftwunde zu. Als sein Schicksal schon besiegelt zu sein scheint, greifen Tess und Ben ein, die sich endlich wieder zusammengerauft haben und mit der SPIRIT in die Nähe der Arena geflogen sind. Ben hat Kiriaade zu dem Schutzschirm gebracht, der die Arena überspannt und die Leute von der JOURNEE am Eingreifen hindert. Sie kommt teilweise zu sich und berührt die Energiesphäre. Strukturlücken entstehen und durch eine davon gelangt Tikil, Masquins Symbiont, den dieser beim Durchgang durch die Meisterstatue hatte ablegen müssen, zu seinem Herrchen. Die Echse hat offenbar die Fähigkeit, dem Tefroder die betäubenden Schmerzen zu nehmen. Masquin zögert nicht, zu Gunsten Rhodans einzugreifen. Unbemerkt nähert er sich Takegath und reißt diesem einen Arm aus - das lenkt den Kopfjäger lange genug ab, um Rhodan die Gelegenheit zu geben, ihm das Schwert ins organisch gebliebene Herz zu stoßen.

Das ist Takegaths Ende. Allerdings ist auch Rhodan dem Tod näher als dem Leben. Prompt nähern sich zwei Faii, die in ihren sargähnlichen Flugobjekten immer dann in der Arena erscheinen, wenn es einen Kämpfer erwischt hat. Sie seltsamen Wesen locken ihn in ihre Zwischenwelt, indem sie ihm (der wohl ohnehin im Sterben liegt) Erlösung von seinem drei Jahrtausende währenden Kampf verheißen. Rhodan läßt sich von den Faii verführen und kann auch von Ben, der ihm im Zerotraum zu folgen versucht, nicht zurückgehalten werden. Letztlich ist es wieder einmal Norman, das intergalaktische Rüsselvieh, das die Entscheidung bringt. Das Biest schnappt sich die offenbar gewichtslose Kiriaade und schleudert sie gegen den Schirm, der daraufhin zusammenbricht. Tess legt Kiriaade neben Rhodan auf den Boden und sie schafft es, ihn von der Schwelle zum Tod zurückzuholen. Allerdings ist sie dann selbst so geschwächt, daß sie die Galaktiker nicht mehr vor dem Schattenspiegel verbergen kann. Die Gorthazi greifen sofort an, SPIRIT und JOURNEE müssen sich getrennt ins All durchschlagen. Ein Rendezvous ist aber dringend erforderlich, weil Rhodan mit den begrenzten Mitteln der Space Jet nicht ausreichend versorgt werden kann. Die beiden Schiffe treffen sich - nur leider wird der Kreuzer bereits von einem ganzen Kastun-Verband, angeführt von der KHOME TAZ, bedrängt.

Umgehend wird die JOURNEE von Kastuns eingekesselt. In letzter Sekunde erscheint die Kavallerie in Gestalt einer großen Maahk-Flotte, die den Kastuns Saures gibt. Die brennenden Schiffe, die ihre Buggeschütze auf die JOURNEE ausgerichtet haben, können nicht schnell genug wenden und werden samt und sonders vernichtet. Auch die KHOME TAZ entgeht der Zerstörung nicht...

Für Masquin gibt es ein Happy-End. Er kann aus der Arena des Gelben Meisters fliehen und trifft sich mit einer Flüchtlingsfrau, in die er sich verliebt hatte.

Zurück auf Attorua sind die Gefühle gemischt. Rhodan erholt sich nur langsam von seinen schweren Verletzungen, Kiriaade ist wieder im Nukleus aufgegangen. Dessen abschirmende Fähigkeiten haben weiter abgenommen, so daß die Kastuns jetzt bis an die Grenzen des Attori-Sonnensystems vorgedrungen sind. Nicht genug damit: Seinerzeit hatte man in der Nähe von Taupan ein Schwerkraftzentrum entdeckt, das man für ein schwarzes Loch gehalten hatte. Die Maahks haben jedoch beobachtet, daß dieses Schwerkraftzentrum sich vor kurzem aufgelöst hat und daß an seiner Stelle mehrere riesige, künstliche Objekte erschienen sind. Diese erscheinen jetzt im Attori-System. Es handelt sich um zwölf zylinderförmige Einheiten, jede mit einem Durchmesser von 200 Kilometern und einer Höhe von 120 Kilometern. Rhodan erkennt die gigantischen Objekte sofort: Es sind S-Zentranten!

Somit bleibt nur eine Schlußfolgerung: Der Gelbe Meister kann niemand anders sein als die Superintelligenz K`UHGAR...

Meine Meinung:
Na also. Geht doch! Nach dem Durchhänger des vorigen Romans hat man mit Nr. 5 wieder ein solides Stück Perry Rhodan - Unterhaltung in den Händen. Bis auf den Knalleffekt am Schluß keine großartigen Höhepunkte, aber interessante Einblicke in Takegaths Vergangenheit, dazu der eine oder andere Schuß Herzschmerz und ausreichend Action.

So allmählich kommen die Hintergründe der Invasion von Andromeda zum Vorschein und wir lesen ein paar bekannte Namen. Wenn Rhodan es nun wirklich mit S-Zentranten zu tun bekommt, von denen ein einziger schon 50.000 (!) mundänische Kriegstürme aufnehmen kann, dann gute Nacht! Die große Frage, die sich stellt, lautet: Wie zum Geier konnte K`UHGAR sich selbst und zwölf S-Zentranten aus einer 18 Millionen Jahre zurückliegenden Zeit in die Gegenwart transportieren? Und vor allem - was WILL die Superintelligenz denn überhaupt in Andromeda?? Vielleicht irrt Rhodan sich ja auch und der Gelbe Meister ist nicht K`UHGAR selbst, sondern einer seiner Beauftragten oder etwas in der Art.

Der Roman hat mir gut gefallen, aber zwei Dinge stören mich: Nr. 1: Was hat Norman, den unerträglichen Rüsselwackler, wieder einmal zu seinen Handlungen bewegt? Steht er vielleicht in mentalem Kontakt zu den Monochrom-Mutanten und erhält von diesen Anweisungen? Nr. 2: Warum gibt es bei Perry Rhodan - Romanen immer wieder Schwertkämpfe und andere archaische Sinnlosigkeiten? Hat der Autor dieses Romans etwa einmal zu oft den Film Gladiator gesehen?

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