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Perry Rhodan Andromeda Band 2: Die Methanatmer

Autor: Hubert Haensel

Inhalt
Während die JOURNEE und der schwer angeschlagene tefrodische Frachter ILKIN es mit letzter Kraft zum Planeten Ka-Tygo schaffen, setzen die fremden Invasoren, deren Schiffe man nach einem bestimmten Schädling Kastuns nennt, ihr Zerstörungswerk in Andromeda fort. Sie greifen die Welt Chemtenz an, wo sich die ständige Vertretung der LFT befindet. Die einstmals paradiesische Welt wird durch die Einwirkung der Kastun-Intervallkanonen in eine Wüste aus Staub und Schlamm verwandelt. Die Terraner, die nicht rechtzeitig flüchten können, werden getötet, und auch zahlreiche der fliehenden Schiffe sind eine leichte Beute für die Kastuns. Nur dem Maahk Grek-665˝ gelingt die Flucht mit einem flugfähigen Raumanzug in den planetennahen Raum. Den seltsamen Namen hat er sich selbst gegeben, weil er mit Hilfe eines Geräts, das er LemSim (LemurEmotio-Simulator) nennt, menschliche Gefühle nachempfinden kann - zumindest bis zu einem gewissen Grad - und deshalb sozusagen ein halbes Leben hinzugewonnen hat.

Nachdem die Verletzten in die überfüllten Kliniken Ka-Tygos geschafft worden sind, machen die Menschen von der JOURNEE sich wieder auf den Weg. Raye Corona bleibt auf dem Planeten zurück, um in den völlig überbelegten Hospitälern zu helfen. Rhodans nächstes Ziel ist Chemtenz, wo er sich die Hilfe der terranischen Botschaft und der Vertretung der Maahks erhofft. Dort finden die Terraner jedoch nur totale Zerstörung vor, es gibt keinerlei Anzeichen für Überlebende auf der Planetenoberfläche. Gerade noch rechtzeitig wird Grek-665˝ im All treibend entdeckt und aufgefischt: Wegen eines Lecks in seinem Raumanzug hatte er nur noch einen Vorrat an atembaren Gasen für wenige Stunden. Es wird eine Kabine für die Bedürfnisse des bewusstlosen Giftgasatmers eingerichtet. Als Grek zu sich kommt, sorgen seine seltsamen Verhaltensweisen, die auf den LemSim zurückzuführen sind, für einige Verwirrung: Er hält sich selbst für ein Wesen, das halb Mensch und halb Maahk ist (jedenfalls, was die Mentalität angeht) und betrachtet die Besatzung der JOURNEE als Versuchskaninchen, deren Verhaltensweisen er erforschen will.

Als Funksprüche aufgefangen werden, aus denen hervorgeht, dass die Kastuns den Planeten Tefrod eingekreist und das Gros der tefrodischen Flotte vernichtet haben, steht für Rhodan fest, dass er militärische Unterstützung nur noch von den Maahks zu erwarten hat. Die Zeit drängt, denn in der Art der Angriffe durch die Invasoren ist eine Veränderung eingetreten: Während sie bisher wahllos Planeten und Raumschiffe vernichtet haben, ist jetzt ein klares System zu erkennen: Nacheinander werden Hauptwelten der Maahks zerstört. Da die Methanatmer diese Welten eigentlich vor allen anderen Völkern Andromedas geheim halten, liegt die Vermutung nahe, dass es einen Verräter in ihren Reihen geben muss. Grek, dessen Eigenwilligkeit sich auch in der Kleidung zeigt, die er trägt (über dem Schutzanzug hat er eine Art Merchandising-T-Shirt an, auf dem Mozart und der in Andromeda bekannte Komponist Lasky Baty abgebildet sind), erklärt sich schließlich bereit, die Terraner zu einer der geheimen Welten seines Volkes zu führen.

Dort, im Kepekin-System, erwartet die JOURNEE ein heißer Empfang: Schwere Abwehrforts eröffnen das Feuer, die Schutzschirme brechen zusammen - erst in letzter Minute schafft es Grek, die in diesem System stationierten Maahk-Streitkräfte davon zu überzeugen, dass die Terraner in friedlicher Absicht kommen. Die JOURNEE darf auf Kepekin landen. Die Maahks unterhalten dort einen schwer bewaffneten Stützpunkt, in dem große Schlachtschiffe gebaut werden. Perry Rhodan muss sich ohne Begleitung in den Stützpunkt begeben, wo der Grek-1 (also der Befehlshaber dieser Welt) übergenaue Untersuchungen an ihm vornimmt, um seine Identität zu klären. Als das erledigt ist, sichert Grek-1 Rhodan zu, dass er dessen Aktionen mit den 2.500 Schlachtschiffen unterstützen wird, die auf Kepekin stationiert sind. Rhodan hat kurz darauf in seiner Kabine eine weitere Begegnung mit Kiriaade, d.h. sie zeigt sich ihm, übermittelt aber keine Botschaft. Aus Rhodans Gefühlen bei diesem Ereignis kann man deutlich ablesen, dass er sich offenbar in die unbekannte Frau (wenn sie denn wirklich eine Frau ist) verliebt hat…

Die JOURNEE begibt sich erneut in die Nähe der Zeitbarriere, um dort Messungen vorzunehmen. Sie wird jedoch fast sofort gezielt angegriffen und muss fliehen, ohne Ergebnisse erzielt zu haben. Wieder einmal ist es nur den Fähigkeiten des Emotionauten Zim November zu verdanken, dass das Schiff überhaupt entkommen kann. Auf dem Rückweg nach Kepekin findet man ein zerschossenes tefrodisches Raumschiff, in dem noch ein Überlebender verblieben ist, der jedoch so schwer verletzt ist, dass er alsbald stirbt. Vor seinem Tod berichtet er noch von Fremden, die anders aussehen als die Invasoren, die man bis jetzt kennt. Er kann nur noch sagen, dass sie groß und gelb sind und dass sie es offensichtlich auf die Leichen an Bord des tefrodischen Schiffs abgesehen hatten: Diese wurden alle abtransportiert, an Überlebenden hatten sie kein Interesse.

Kaum auf Kepekin angekommen, müssen die Terraner schon wieder in den nächsten Einsatz gehen: Ban 56-N, eine weitere wichtige und eigentlich geheime Welt der Maahks, wird von Kastuns angegriffen. Die Maahks von Kepekin greifen ein, haben aber zunächst wie üblich gegen die Fremden keine Chance. Es ist die JOURNEE, der zum ersten Mal so etwas wie ein Abschuss gelingt: Sie manövriert zwei Kastun-Kriegsschiffe so geschickt aus, dass diese sich ineinander bohren und sich gegenseitig vernichten. Kurz darauf meldet Bi Natham Sariocc einen noch größeren Erfolg: Er und Tess konnten ermitteln, dass die Abwehrschirme der Fremden einem eigenartigen Oszillationseffekt unterliegen, der sich als ihre Achillesferse erweist. Wenn man es schafft, Treffer in den Schutzschirmen der Fremden mit einem exakten Abstand von 0,0168 Sekunden zu landen, wird dieser durch die Resonanzschwingungen überlastet. Dann ist es sogar gleichgültig, mit welchen Waffen man auf die Kastuns feuert. Die Erkenntnisse werden sofort an die Maahks weitergegeben und dann dauert es nicht mehr lange, bis die 200 Kastuns restlos aufgerieben sind. Eine Untersuchung der Kastun-Wracks wird zum Desaster: Sobald die Maahks die zerschossenen Raumer betreten, werden diese in heftigen Explosionen vernichtet und reißen alles in der näheren Umgebung mit in den Untergang. Als Benjameen da Jacinta per Zerotraum in den Geist von einem der Fremden eindringt, der im Sterben liegt, registriert dieser seine Gegenwart und aktiviert ebenfalls eine Selbstvernichtung. Somit bleibt es unmöglich, näheres über die brennenden Schiffe herauszufinden.

Ban 56-N und später auch Kepekin werden evakuiert. Neues Ziel der Maahk'schen Flotten und der JOURNEE ist der Eyschara-Nebel im Zentrumsbereich der Galaxis. Innerhalb dieser rotierenden Materiewolke gibt es nicht nur ein schwarzes Loch, sondern auch eine gigantische, streng geheime Raumstation der Maahks, die vom Design her an die alten Weltraumbahnhöfe aus der Zeit der MdI erinnert. Aufbauend auf einem Nickel-Eisen-Asteroiden mit über 100 Kilometern durchmesser ist in generationenlanger Arbeit eine Ansammlung aus 5 scheibenförmigen Plattformen mit einer zentralen Nabe entstanden, in denen die 70.000 Schlachtschiffe, die sich zurzeit in dem Nebel aufhalten, bequem Platz finden. Kommandant der Station ist Grek-0, der oberste Kriegsherr der Maahks. Die Ruhe währt nicht lange und man kommt gar nicht erst dazu, Pläne zu schmieden. Tess Qumisha wird auf ein seltsames Signal aufmerksam, das aus einem der Scheibensegmente ausgestrahlt zu werden scheint. Grek-0 geht kein Risiko ein und läßt die betroffenen Sektoren kurzerhand vernichten - leider zu spät, denn eine Flotte von 100.000 Kastuns ist schon im Anflug.

Die Schlacht entbrennt und verläuft zunächst gut, aber dann taucht ein neuer Kastun-Typ auf. Diesen 2.200 Meter langen Schiffen kann auch der Beschuß im neu entdeckten Intervalltakt nichts anhaben. Damit ist die Schlacht für die Maahks verloren - die verbliebenen Flottenteile ziehen sich zurück, überlassen die Gigantstation aber nicht dem Feind: Eine Selbstvernichtungsschaltung wird aktiviert und bald ist von dem Stolz der Maahks nichts mehr übrig. Als Verräter wird ein strategischer Planungsoffizier entlarvt, der geglaubt hat, seinem Volk einen Gefallen zu tun, wenn er gemeinsame Sache mit den Invasoren machte. Er wird von Grek-0 eigenhändig exekutiert. Der JOURNEE bleibt wieder einmal nur die Flucht, Grek-665˝ bleibt an Bord. Es ist nun völlig klar, daß eine militärische Lösung nach der Niederlage der Maahks nicht mehr in Betracht kommt.

Meine Meinung:
Im Vergleich zum ersten Andromeda-Band wirkt dieser Roman eher schwach, liegt aber immer noch über dem Durchschnitt eines normalen Heftromans, was allein schon durch den Umfang begünstigt wird: Der Autor kann sich einfach mehr Zeit lassen, den skurrilen Grek-665˝ vorzustellen und die Innenwelten der Akteure zu beschreiben. Leider gibt es keinerlei Abschnitte aus der Sicht der Invasoren; gerade die haben dem ersten Band seinen Reiz verliehen. Die Kooperation des Maahk-Verräters mit den Invasoren leuchtet mir nicht ganz ein. Wie soll es ihm gelungen sein, mit den sonst so unnahbaren Fremden Kontakt aufzunehmen, oder - wenn sie an ihn herangetreten sein sollten - woher konnten sie wissen, dass ausgerechnet er Zugang zu brisanten Daten und zu den geheimen Maahkwelten haben würde? Nach diesem Roman scheint es ganz so zu sein, dass die Galaxis Andromeda den Fremden hilflos ausgeliefert ist. Mit den Maahks ist das letzte Volk geschlagen, dessen militärische Stärke ausgereicht hätte, ihnen die Stirn zu bieten. Jetzt muss Rhodan nach anderen Wegen suchen…

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