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Perry Rhodan Andromeda Band 1: Die brennenden Schiffe

Autor: Uwe Anton

Inhalt

Während Flottenkontingente der Arkoniden und der LFT einen ersten Brückenkopf in der Galaxis Tradom etablieren, erhält Perry Rhodan am 05.03.1312 NGZ in einer traumartigen Vision, die von Benjameen da Jacinta geteilt wird, Kontakt zu einem Wesen namens Kiriaade, das sich ihm in einer idealisierten Frauengestalt zeigt. Kiriaade wendet sich mit einem unbestimmten Hilferuf an Rhodan. Sie gibt keine weiteren Informationen, vermittelt ihm aber einen Eindruck unermesslichen Leids, das über eine ganze Galaxis gekommen ist oder noch kommen wird. Für Rhodan gibt es keinen Zweifel, dass er helfen muss, und so bricht er mit dem schnellen 100-Meter-Spürkreuzer JOURNEE (MERZ-VESTA-Klasse) auf nach Andromeda. Ihm ist zwar selbst nicht recht erklärlich, woher er weiß, dass nur die Nachbargalaxie als Ziel in Frage kommt, aber im Gegensatz zu den Leuten aus seiner Umgebung zweifelt er nicht an seinen Eingebungen.

Andromeda wird zur gleichen Zeit von unbekannten Wesen angegriffen, deren Schiffen die Tefroder und Maahks nichts entgegenzusetzen haben. Bei einem solchen Angriff, durch den ein ganzer Planet verwüstet wird, kommt die junge tefrodische Implantat-Chirurgin Raye Corona als einzige Überlebende davon. Die Angreifer scheinen sich aus verschiedenen Völkern zusammenzusetzen. Dazu gehören bullige, bis zu 2 Meter große Humanoide mit Köpfen, die an Triceratops-Saurier erinnern sowie 2 Meter große Humanoide mit bleicher gelber Haut und handtellergroßen blauen Augen. Zumindest einer der Fremden scheint sich selbst durch kybernetische Implantate modifiziert zu haben, sodass er zu einem Cyborg geworden ist. Die Fremden scheinen Spaß am Töten zu haben, denn sie verwenden neben Strahlern auch antiquierte Hieb- und Stichwaffen... Raye kann sich verstecken und wird nach dem Abzug der Fremden von einem tefrodischen Rettungsschiff zum Planeten Cyrdan gebracht.

Die JOURNEE wird in den Randgebieten Andromedas durch einen unbekannten, nicht zu analysierenden Einfluss aus dem Hyperraum geschleudert. Bei diesem Vorgang meint die ehemalige Monochrom-Mutantin und jetzige wissenschaftliche Leiterin der JOURNEE, Tess Qumisha, zu spüren, wie sich etwas in ihrem Körper verändert: Sie glaubt, plötzlich nicht mehr unfruchtbar zu sein. Eine unsichtbare, offenbar noch im Aufbau befindliche Barriere scheint ganz Andromeda zu umgeben. Der Durchbruch gelingt der JOURNEE nur mit knapper Not, indem sie geraume Zeit mit ihrer Höchstgeschwindigkeit (200-Millionenfache Lichtgeschwindigkeit) gegen die Barriere anrennt. Dabei werden sämtliche Energiereserven des Schiffs aufgebraucht.

Ein Teil der Handlung wird aus der Sicht der fremden Invasoren geschildert, genauer gesagt, aus der Sicht des Kommandanten des brennenden Schiffs KHOME TAZ. Die Fremden nennen sich selbst Gy Enäi oder Kopfjäger, ihre Schiffe haben linsenförmige, hochkant gestellte Rümpfe, die strömungsgünstig wie Thunfische geformt sind. Der Bug wirkt wie ein dünnlippiges, nach vorne gestülptes Maul, in dem ein sonnenhelles Feuer brennt (daher der Name). Hier ist eine überschwere Intervallkanone untergebracht. Die KHOME TAZ ist eine 1.100-Meter-Einheit und sieht mit ihren zahlreichen Aufbauten anders aus als die übrigen Invasionsschiffe. Die Fremden tragen alle körpereigene Vitalenergiespeicher, die in regelmäßigen Abständen von ihrem Herrscher, dem Gelben Meister, aufgeladen werden müssen. Die meisten Gy Enäi sind schon Jahrhunderte oder Jahrtausende alt. Der Gelbe Meister schläft zurzeit noch, er wird erst erwachen, wenn der Schattenspiegel ganz Andromeda wiedergibt (was auch immer das bedeuten soll). Die KHOME TAZ nimmt in der Invasionsflotte einen Sonderstatus ein, da sie als einziges Schiff innerhalb von Andromeda unabhängig vom Schattenspiegel agieren kann. Takegath, der Kommandant des Schiffes, verfügt als einziger über eine Droge, die ihn für eine gewisse Zeit auch ohne Aufladung des Vitalenergiespeichers überleben lässt. Seine Mannschaft, die nicht so gut dran ist und den Tod vor Augen hat, kann er nur dadurch bei der Stange halten, dass er sie Überfälle fliegen lässt, bei denen sie ihre perverse Lust am Blutvergießen befriedigen können. Trotzdem kommt es immer wieder zu Reibereien in Takegaths Schiff, gegen die er sich nur mit roher Gewalt durchsetzen kann.

Mit Hilfe der Cyberklinik der KHOME TAZ, die seit undenklichen Zeiten biologische Komponenten - vor allem Gehirne - in sich selbst integriert, modifizieren sich die aus verschiedenen Völkern und aus verschiedenen Zeiten (??) stammenden Invasoren mit biomechanischen Modulen z.T. solange, bis nicht mehr erkennbar ist, welcher Spezies sie ursprünglich angehört haben. Auch Takegath ist solch ein Cyborg. Sein Körper ist mit zahlreichen kybernetischen Bestandteilen aufgerüstet worden, eine Gesichtshälfte ist komplett mechanisch. Neben seinem organischen Gehirn verfügt Takegath über eine Taktik-KI, die er nach Bedarf ein- und ausschalten kann.

Die KHOME TAZ registriert den Durchbruch der JOURNEE und greift umgehend an. Der überschweren Intervallkanone der Fremden ist der Paratronschirm des Kreuzers nicht gewachsen, er wird beim ersten Treffer geknackt. Dem zweiten Treffer entgeht die JOURNEE nur knapp durch eine Flucht in den Hyperraum, ein Streifschuss verursacht jedoch schwere Schäden an Bord. In letzter Minute kann der Emotionaut Zim November (1. Pilot) den Absturz über dem von Tefrodern besiedelten Planeten Cyrdan, in dessen Gravitationsfeld die JOURNEE rematerialisiert, verhindern. Die Galaktiker haben ihre ersten 5 Toten zu betrauern... Einige Expeditionsteilnehmer, darunter Rhodan, sind z.T. schwer verletzt und werden auf Cyrdan behandelt. Auf diese Weise lernen sich Zim November und Raye Corona kennen. Zwischen ihnen funkt es sofort. Während die Schäden auf der JOURNEE weitestgehend repariert werden - nur das Zusatztriebwerk im MERZ-Modul ist nicht mehr zu gebrauchen und wird abgekoppelt - unterhält Rhodan sich mit dem lokalen Flottenchef. In Andromeda ist man übrigens gut über die politischen Verhältnisse in der Milchstraße informiert und auch Rhodan ist nicht in Vergessenheit geraten: Man befindet sich sozusagen bei guten Nachbarn. Die Lage in Andromeda ist katastrophal. Zahlreiche bewohnte Welten wurden bereits von den Aggressoren vernichtet, die machtlosen Flotten werden zusammengeschossen. Immer mehr fremde Schiffe erscheinen in Hathorjan, inzwischen sind es Tausende. Auch die Völker Andromedas wissen nichts über Herkunft und Absichten der Angreifer.

Da eine Funkverbindung mit der Milchstraße nicht zustande kommt, will Rhodan zurückfliegen und bald mit einem starken Flottenverband zurückkehren. Es zeigt sich jedoch, dass die Barriere jetzt vollständig aufgebaut ist und nicht mehr durchbrochen werden kann. Bi Natham Sariocc, Buddhist und leitender Hyperphysiker der JOURNEE, bezeichnet den Wall als Barriere temporaler Art. Diese bewirkt auch, dass in Andromeda die Zeit zehnmal schneller vergeht als außerhalb.

Unterdessen wird auch Cyrdan von den Fremden angegriffen und völlig verwüstet. Raye gelingt die Flucht auf dem altersschwachen, mit anderen Flüchtlingen vollgepferchten Frachter ILKIN. Auch die JOURNEE wird wieder von der KHOME TAZ bedrängt, kann sich aber diesmal problemlos absetzen und nach Cyrdan zurückkehren. Dort findet man nur noch die Überlebenden der ILKIN - wenigstens für Zim und Raye gibt es somit ein glückliches Wiedersehen. Es wird beschlossen, dass die JOURNEE die ILKIN zu einer anderen tefrodischen Welt in Sicherheit bringen soll. Als Schlusspunkt erscheint noch einmal Kiriaade, diesmal wird sie von allen Anwesenden in der Zentrale der JOURNEE wahrgenommen. Geortet werden kann sie allerdings nicht. Sie gibt auch keine weiteren Hinweise, bittet nur nochmals Rhodan persönlich um Hilfe...

Meine Meinung:

Der Andromeda-Minizyklus ist ein auf sechs Taschenbücher angelegter Spin-off der Perry Rhodan-Serie. Er schließt direkt an die aktuelle Handlung von PR-Heft Nr. 2150 an, hat mit dieser aber (bis jetzt) nichts zu tun.
Der erste Band ist schon mal besser als ein durchschnittlicher Heftroman, besonders gefallen hat mir die Schilderung der Fremden, die Andromeda angreifen, und die wirken wie eine Mischung aus Borg, Cenobiten und Cantaro (also Cyborgs, die sich solange selbst modifizieren, bis sie wie makabre Zerrbilder ihrer ursprünglichen Gestalt wirken). Die wirken so richtig schön bizarr und abartig-pervers, was man so bis jetzt in der PR-Serie noch nicht gelesen hat. Nur die Szenen mit dem kleinen indischen Klonelefanten Norman, der wohl zum Maskottchen der JORNEE werden soll, hätte der Autor sich sparen können. Das Tier wird viel zu sehr vermenschlicht und lustig wirken diese Szenen auch nicht.
Ansonsten ist dies ein typischer Zyklusstart: Die Bühne wird vorbereitet, die Hauptakteure werden eingeführt und die Regeln werden aufgestellt. Bis jetzt gibt es viele Fragen und kaum Antworten. Wer sind Kiriiade und der Gelbe Meister, was ist ein Schattenspiegel? Warum wird Andromeda abgeschottet (wie einst die Milchstraße im Cantaro-Zyklus! Ich sage nur: Chronopulswall!) und was wollen die Fremden dort? Was hat es mit der Aussage auf sich, daß sie aus verschiedenen Zeiten stammen? Sehr interessant kommt mir vor, dass die Fremden sog. Vitalenergiespeicher benutzen. Das ist ja, wie PR-Leser wissen, nur ein anderes Wort für Zellaktivatoren!

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